Marder I (Sd.Kfz. 135)
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7,5 cm Pak 40/1 L/46 auf Panzerjäger LrS(F) Sd.Kfz. 135 "Marder I"
7,5 cm Pak 40/1 L/46 auf Panzerjäger 38H(f)
7,5 cm Pak 40/1 L/46 auf Panzerjäger FCM(f)
Produktion und das Baukommando Becker
Gliederung und Einsatz der Marder-Einheiten
Technische Zusammensetzung
Anstrich und Markierungen

Marder I
Marder I der Panzerjäger-Abteilung 15/15. Inf.Div. an der Ostfront 1943.
Geschütze auf Selbstfahrlafetten wie der Marder I wurden entwickelt in dem man eigene Geschütze auf französische Fahrwerke montierte. So wurde z.B. die 7,5 cm Pak 40/1 auf ein Fahrwerk des FCM 36 und Hotchkiss H-38 montiert. Der Marder selbst entstand in dem man die Pak auf erbeutete Lorraine 37L montierte, dieses Fahrzeug erhielt dann die Bezeichnung 7,5 cm Pak 40/1 Fahrgestell auf LrS(f) - Sd.Kfz. 135.
Panzerjäger auf Selbstfahrlafette wie der Marder I gehörten zwischen 1942 und 1945 zu Standardausrüstung der Infanterie uund gepanzerten Einheiten. Sie wurden bis Ende des Krieges eingesetzt.
Marder I wurden in den Panzerjäger-Abteilungen an der West und Ostfront eingesetzt. Für schnelle Vorstöße waren die bespannten Pak ungeeignet, mit dem Marder konnte man die vorstoßenden Panzer dagegen gut unterstützen.

Im Juni 1942 wurde mit der Produktion der 7,5 cm Pak 40 begonnen. Während des Frankreichfeldzuges konnte eine Großzahl von einsatzfähigen französischen Lorraine 37L erbeutet werden. Dieses Fahrzeug wurde seit 1937 als gepanzertes Infanteriefahrzeug "VBCP" gebaut.
Das Getriebe befand sich vorn im Fahrzeug, dahinter befand sich die 2-Mann-Fahrerkabine. Der Motor befand sich in der Mitte des Fahrzeugs. Hinter dem Motor war ein Transportraum angebracht, in dem Soldaten, Munition oder Ausrüstung transportiert wurde. Das Fahrzeug hatte gute Fahreigenschaften und konnte auch im Gelände eingesetzt werden. Angetrieben wurde es von einem 70 PS starken Delahaye 135 Motor. Bis zur französischen Kapitulation im juni 1940 konnten 432 dieser Fahrzeuge erbeutet werden.
1940 mangelte es in der französischen Armee an mobiler Panzerabwehr. Der VBCP wurde daher modifiziert und als VBCP39L bezeichnet. Dafür montierte man eine Puteaux 37/39 47 mm Pak auf das Fahrzeug. Auch dieses Fahrzeug (noch als Prototyp) wurde von den Deutschen erbeutet und dann als 4,7 cm Pak 181(f)" oder "183(f) auf Panzerjäger LrS(f) eingesetzt.

7,5 cm Pak 40/1 L/46 auf Panzerjäger LrS(F) Sd.Kfz. 135 "Marder I"


Die erbeuteten Lorrraine 37L wurden in Deutschland überarbeitet. Das Fahrwerk wurde mit einer 7,5 cm Pak 40/1 L/46 Pak ausgestattet und so entstand der Marder I. Der Überbau wurde vom Baukommando Becker in Zusammenarbeit mit Alkett entworfen. Am 25. Mai 1942 erging der Befehl einer Serie von 170 Fahrzeugen mit der 7,5 cm Pak 40/1 L/46 zu bauen. Es sollten 40 Schuss für die Pak mitgeführt werden. Zusätzlich wurde das Fahrzeug mit einer 7,92 mm MG-34 ausgerüstet, die auch zur Luftabwehr am Fahrzeug befestigt werden konnte.
Da die 7,5 cm Pak nicht ausreichend zur Verfügung stand wurden einige Fahrzeuge mit einer 5 cm Pak 38 L/60 ausgerüstet. Die Pak wurde in einem offenen Überbau befestigt der mit 5-12 mm gepanzert war.
Im Juli 1942 wurden 104 Fahrzeuge und im August nochmals 66 Fahrzeuge fertig gestellt. Die ersten Fahrzeuge wurden an der Ostfront eingesetzt.

Die meisten Marder I wurden Einheiten zugewiesen die sich im besetzten Frankreich aufhielten. Hier gab es ausreichend Ersatzteile und die Fahrzeuge konnten schnell einsatzfähig gemacht werden.
Die meisten Marder gingen während der Kämpfe in der Normandie im Sommer 1944 verloren. Einige überlebten das Ende des Krieges.

7,5 cm Pak 40/1 L/46 auf Panzerjäger 38H(f)


Während des Frankreichfeldzuges erbeuteten die Deutschen rund 600 Hotchkiss H-35, H-38 und H-39 Panzer. Davon wurden 60 H-38 Fahrwerke genutzt um sie mit einer 7,5 cm Pak 40/1 L/46 zu bestücken. Zusätzlich wurde eine 7,92 mm MG angebracht, welche auch zur Luftabwehr genutzt wurde. Die Panzerung des offenen Kampfraumes betrug 10-34 mm. Der Schild für die Pak wurd.e von Alkett gefertigt und vom Baukommando Becker im Sommer 1942 überarbeitet. Die meisten dieser Fahrzeuge wurden innerhalb der 21. Panzerdivision eingesetzt.

7,5 cm Pak 40/1 L/46 auf Panzerjäger FCM(f)


1940 erbeutete die Wehrmacht 50 von 100 Panzern des Typs FCM 36. Im Herbst 1943 baute das "Baukommando Becker" die Fahrzeuge um und montierte eine 7,5 cm Pak 40/1 L/46. Zusätzlich wurde eine 7,92 mm MG angebracht.
Diese Fahrzeuge kamen bei verschiedenen Einheiten zum Einsatz, u.a bei der Sturmgeschütz-Abteilung 200, welche ein Teil der "Schnellen Brigade West" und später der 21. Panzerdivision war.

Produktion und das Baukommando Becker


Geschütze auf Selbstfahrlafetten die auf französischen Fahrzeugen basierten wurden vom Baukomamndo Becker gefertigt, das speziell für Umbauten und Reparaturen von erbeuteten französischen Fahrzeugen gebildet wurde. Der Kommandeur des Baukommando Becker war der Hauptmann der Artillerie Alfred Becker, welche in den Jahren 1939-1941 die 12. Batterie des 227. Artillerie-Regiment der 227. Infanteriedivision kommandierte. Er wurde nach der Kapitulation Frankreichs für die Umbauten von französischen Fahrzeugen zuständig.

Beckers Aktivitäten wurden in Berlin sehr geschätzt und im Frühjahr 1942 erhielt er vom Rüstungsminister den Auftrag die erbeuteten Fahrzeuge zu modernisieren. Daraufhin bildete der das Baukommando Becker, für das er Soldaten seiner ehemaligen Einheit der 227. Infanteriedivision rekrutierte. Für weitere Arbeiten wurde eine Zusammenarbeit mit der Firma Alkett in Berlin abgeschlossen.
Insgesamt baute das Baukommando Becker mehrere Hundert verschiedene gepanzerte Fahrzeuge, die in Frankreich und an der Ostfront eingesetzt wurden.

Gliederung und Einsatz der Marder-Einheiten

Marder I unterstützten die Verteidigung, insbesondere die Panzerabwehr, welche hauptsächlich aus bespannter Pak bestand, in den Infanteriedivisionen. Die 7,5 cm Pak 40 L/46 war oftmals das einzige Geschütz das erfolgreich gegen die sowjetischen T-34 oder KV Panzer eingesetzt werden konnte. Durch die Marder erhielten die Panzerjäger-Abteilungen einen erhöhten Grad an Mobilität.
Die Haupteinheit einer Panzerjäger-Abteilung war die Marder-Kompanie.

Sd.Kfz.135 wurden ab dem Herbst 1941 eingesetzt. Sie wurden hauptsächlich in Panzerjäger-Kompanien innerhalb der Infanteriedivisionen genutzt.
Die ersten mit Marder ausgestatteten Einheiten waren Einheiten der 1. Panzerdivision, 158. reserve-Division, 44. Infanteriedivision, 65. Infanteriedivision, 76. Infanteriedivision, 94. Infanteriedivision und der 113. Infanteriedivision. Jede Einheit erhielt 9 Marder I. Gegen Ende des Sommers wurden alle Marder I zu Marder III umgebaut.

An der Ostfront kam der Marder I innerhalb der 31., 35., 36., 72., 206. und 256. Infanteriedivision zum Einsatz. Alle diese Einheiten erhielten ihre Fahrzeuge im Herbst 1942.
Im September 1943 erhielt die 384. Panzerjäger-Abteilung 14 Marder I. Am 31. Dezember 1943 befanden sich insgesamt 38 Marder I an der Ostfront.

1944 befanden sich Marder I an der Westfront in den Einheiten des LVXXXXIII. Armeekorps: Panzer-Regiment 100, 21. Panzerdivision, 305., 343., 346., 348., 353., 384., 708., 711., 712., 716. und 719. Infanteriedivision.
1944 verstärkten Marder I an der Ostfront die Panzerjäger-Abteilung 87 der 25. Panzerdivision.
17 von 60 7,5 cm Pak 40/1 L/46 auf Panzerjäger 38H(f) wurden der Sturmgeschütz-Abteilung 200 der 21. Panzerdivision zugeteilt.
In den Jahren 1944 und 1945 wurden von den Alliierten erbeutete Marder I in den französischen Einheiten verwendet, u.a. bei den Kämpfen in Saint Nazaire, Lorient und La Rochelle.

Technische Zusammensetzung


Der Marder I wurde entworfen um feindliche gepanzerte Fahrzeuge zu bekämpfen. Seine Besatzung bestand aus 5 (Sd.Kfz.135) oder 4 Mann.

marder_zFahrwerk und Rumpf
Fahrwerk udn Rumpf wurden vom Lorrraine Schlepper, Hotchkiss 38H und FCM Panzer genutzt.
Der Rumpf bestand aus gewalzten oberflächengehärteten Stahlplatten die zusammen geschweißt waren. Die Wanne war von innen durch Platten verstärkt. Die Panzerung betrug zwischen 9 und 12 mm (Sd.Kfz.135).

Vorne links neben dem Getriebe saß der Fahrer, rechts daneben der Funker. Der Fahrzeugkommandeur, der gleichzeitig als Schütze agierte, befand sich im Kampfraum. Der Ladeschütze war gleichzeitig auch Funker.
Im Motorraum befand sich der Motor, Flüssigkeitskühler mit Ventilator, Benzinpumpe und der Tank. Der Motorraum war vom Kampfraum durch eine feuerfeste Wand getrennt. An der rechten Seite des Rumpfes befand sich eine aufgeschraubte Platte, durch die man schnell Zugriff auf den Motor hatte.
Fast alle Öffnungen, wie die zweiteiligen Fahrerluke, Motorraum Luke usw., waren mit Flügelschrauben verschlossen.
Zwei Öffnungen am Boden wurden verschlossen um so auch Wasser durchfahren zu können.

Kampfraum und Überbau
Der Marder I besaß einen offenen Kampfraum. Der gesamte Überbau wurde von Alkett Berlin-Borsigwalde gefertigt. Er bestand aus gewalztem und oberflächengehärtetem Stahl der elektrisch verschweißt wurde.
Der gepanzerte Überbau war oben und hinten offen und bot so nur Schutz von vorn und den Seiten. Im kampfraum befand sich rechts die Funkausrüstung. Dort konnte man auch eine MG-34 befestigen.
Ausrüstung und Ersatzteile wurden im Kampfraum transportiert.

Motor
Der Marder I Sd.Kfz. 135 wurde von einem Delahaye 135 (103TT) Motor angetrieben. Fahrzeuge auf Basis des Hotchkiss 38H besaßen einen Hotchkiss 6L6 Motor mit 120 PS und auf Basis des FCM einen Berlient MDP Motor mit 91 PS.
Der Motorblock bestand aus Eisen, die Ölwanne aus Stahl. Der Motor wurde durch Flüssigkeit gekühlt. Als Dichtung dienten Gummiringe.

Bewaffnung
Die Hauptbewaffnung des Marder I war die 7,5 cm Pak 40/1 L/46. Diese wurden von Rheinmetall-Borsig AG in Düsseldorf hergestellt. Die effektive Feuerrate betrug 12-15 Schuss in der Minute. Die maximale Reichweite betrug 8.100 m. Die Haltbarkeit des Rohres betrug runc 6.000 Schuss.
Das Geschütz konnte nach rechts und links jeweils um 32° geschenkt werden (30° im Hotchkiss 38H). Der Höhenrichtbereich lag bei -5° bis +22°. Die insgesamt 40 Geschosse wurden in 3 Magazinen aufbewahrt, welche unter und vor dem Geschütz angebracht waren.

Als Nebenbewaffnung diente eine von Rheinmetall-Borsig gefertigte MG-34 mit Kaliber 7,92 mm, die im Kampfraum mitgeführt wurde und an der rechten Seite zur Luftabwehr montiert werden konnte. Als Reserve wurden für die MG 600 Schuss mitgeführt.
Als persönliche Bewaffnung der Besatzung wurden Luger P-08 oder Walther P-38 und eine MP-38 oder MP-40 mit 192 oder 102 Schuss mitgeführt.

Als Zieleinrichtung diente ein "Pakzielfernrohr ZF 3x8", das von Carl Zeiss in Jena produziert wurde.

Funkeinrichtung
Die Marder I waren mit einem FuG Spr "d" und einer Bordsprechanlage ausgestattet. Das FuG wurde von Telefunken produziert und arbeitete im Kurzwellenbereich 19997,5-21472,5 kHz. Es hatte im Stehen eine Reichweite von 5 km und während der Fahrt 2km. Die Stabantenne war 1,4 m lang und war rechts im Kampfraum befestigt.
Die Bordsprechanlage stellte die Verbindung zwischen Fahrer und Kommandeur her. Zusätzlich befand sich in jedem Fahrzeug ein Set mit Signalfahnen und eine Signalpistole vom Typ Walther LP 27 mm mit 12 Leuchtpatronen.

Technische Daten
Panzerjäger LRS(F)
Panzerjäger 38H(f)
Panzerjäger FCM(f)
Besatzung 5 4 4
Maße LxBxH
4,93x1,99x2,25 6,05x2,35x2,17 6,47x2,14x2,34
Gewicht 8.000 kg
12.500 kg
12.850 kg
Geschwindigkeit 32 km/h
35 km/h
23 km/h
Reichweite Straße/Gelände
135 km / 95 km
150 km / 80 km
225 km / 140 km
Verbauch 100 km Str./Gel.
82 l / 118 l
140 l / 230 l
90 l / 100 l
Tank Fassungsvermögen
112,5 l
207 l
260 l
Panzerung 9-12 mm
12-32 mm
20-40 mm
Motortyp Delahaye 135 (103TT) Hotchkiss 6 L 6 Berliet MDP
Bewaffnung 7,5 cm Pak 40/1 + MG 34 7,5 cm Pak 40/1 + MG 34 7,5 cm Pak 40/1 + MG 34
Produziert ca.170 24 ca. 10

Anstrich und Markierungen


Anfangs wurde der Marder I in Panzergrau RAL 7027 gestrichen.
Ab dem Frühling 1943 wurden die Fahrzeuge dann in Wehrmacht Olive gestrichen. Über den Grundanstrich wurden dann Flecken in den Farben Rot-Braun RAL 8017 und Oliv-Grün RAL 8002 angebracht.
Das Tarnschema variierte je nach Einsatzgebiet und Jahreszeit.
Im August 1944 wurde ein neuer Anstrich eingeführt, bei dem die Farben Oliv-Grün RAL 6003 und Braun RAL 8012 genutzt wurden, welcher einen dunkleren Rotton als die vorher genutzte RAL 8017 besaß. RAL 6003 war ebenfalls etwas dunkler als RAL 8002. Ab November 1944 ersetzte RAL 6003 das bisher genutzte Wehrmacht-Olive.
Während des Winters wurde hauptsächlich ein abwaschbarer weißer Anstrich aufgetragen. In einigen Divisionen wurden Abzeichen an die Fahrzeuge angebracht, hauptsächlich an der Front und dem hinteren Teil des Kampfraumes. Die Abzeichen wurden meist in gelber oder weißer Farbe aufgetragen und hatte eine Größe von 15-20 cm.

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 28. Juli 2010 um 16:32 Uhr
 

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