Marder III (Sd.Kfz. 139)

Marder III (Sd.Kfz. 139)Unter den zahlreichen Panzerjägertypen gehört er - Dank des ausgereiften Fahrgestelles Kampfpanzer 38 (t) - zu den robustesten. Er wurde dadurch in relativ hoher Zahl hergestellt. Er ist immer an den großen Scheibenrädern dieses tschechischen Panzers erkennbar. Es ließ ihn jedoch sein hoher Aufbau mit dem damit verbundenen Problem des Schwerpunktes und dadurch gegebenen Schwierigkeiten bei Fahrten im Gelände nicht zu einem Idealfahrzeug werden. Auch zeigte er das Leiden vieler Zusammenbauten: Den offenen Kampfraum.
Es gab von ihm folgende Ausführungen:

  • Sd. Kfz. 139, mit der russischen 7,62 cm Pak (r).
Er ist an dem relativ kleinen und hoch gelegenen Kampfraum auf der Mitte des Fahrgestells erkennbar. Die Pak zeigt eine schlankere Mündungsbremse.
  • Sd. Kfz. 138, Ausführung H mit der deut- schen 7,5 cm Pak (40/3 L/46).
Er zeigt einen größeren Kampfraum und zwei Stützrollen.
  • Sd. Kfz. 138, Ausführung M mit der gleichen deutschen Pak. Sein Kampfraum liegt über (zur Verbesserung der Fahreigenschaften) dem Heck, da sich bei dieser Ausführung der Motor in der Mitte des Fahrzeuges befindet. Auch an der nur einen Stützrolle ist er erkennbar.
Die mit diesen Kampffahrzeugen ausgerüsteten Einheiten gehörten in der Masse organisatorisch zu den Infanterie- und Panzergrenadier-Divisionen. Vereinzelt gab es sie aber auch in der selbständigen Panzerjäger-Verbänden. Dank der Kombination guter Waffen mit einem guten, robusten Fahrgestell zählte der Marder III lange Zeit zur wirksamsten Waffe gegen feindliche Panzer.

Marder III mit 7,62-cm-Pak (r)

1941 eingeführt, hatte diese Ausführung ihre erste Be­währung neben Nordafrika zum Teil auch schon im ersten strengen Rußlandwinter.
Er hatte bei seinem Auftreten die längste Panzerjäger-Kanone und war damit in seiner ersten Zeit einer der erfolgreichsten gegen den T-34. Das Groteske war dem­nach, daß durch ihn eine russische Kanone zur wirksamsten Waffe gegen russische Kampfpanzer geworden war.
Die russische 7,62 cm Kanone hatte eine Kaliberlänge von L/54.

 

Marder III (Sd.Kfz. 139)

 

 

Marder III (Ausführung H)

Er stellt eine wesentliche Verbesserung gegen­über seinem Vorgänger dar. Seine Höhe war zwar nur etwas geringer doch stand - wegen des rückversetzten Motors - die Bedienung des Geschützes tiefer im Fahrzeug und war auch dadurch besser geschützt als hinter dem weitaus kleineren Kampfraum des zuvor ge­bauten Musters. Seine Fertigung begann noch 1942 - doch kam er in größerer Zahl erst 1943 zur Truppe.

Als Bewaffnung erhielt er die nach ihren Leistun­gen der russischen 7,62 cm Pak ähnliche deutsche 7,5 cm Pak 40/3 mit der Kaliberlänge L/46. Die Kanone war also etwas kürzer als die seines Vorgängers. Ein Vorteil war, daß er 38 Granaten (acht mehr) mitführen konnte. Er wurde nach seinem Fahrgestell auch "Marder 38" genannt. Da das jedoch auch für die beiden anderen Ausführungen zutraf, war seine bessere Be­zeichnung: "Marder III, Ausführung H". Offi­ziell hieß er: "Sonder-Kraftfahrzeug 138.

 

Marder III (Sd.Kfz. 139)

Marder III Ausführung M

Sein Hauptunterschied gegenüber den vorausgegangenen Ausführungen war die Verlegung des Kampfraumes zum Heck. Das war durch den Einbau des Motors in den vorderen Wannenraum ermöglicht worden. Hierdurch wurde die Kopflastigkeit der Ausführung H verbessert. Eine weitere Veränderung zeigt die Ausführung des Bugs.

Die Kanone war die der Ausführung H; der Panzerjäger konnte jedoch nur noch 27 Granaten (elf weniger als die Ausführung H!) mitführen. Beide Marder - H und M - wurden anfangs noch gleichzeitig produziert, später nur noch die Ausführung M (insgesamt 381 Stück). Im Mai 1944 lief die Produktion aus und es erfolgte nur noch der Bau des "Hetzer", ebenfalls unter Verwendung des GW 38, jedoch mit etwas breiterer Wanne.

Im Gegensatz zur Ausführung H und der ersten mit der russischen 7,62 cm Pak hatte die Ausführung M kein Bug-MG. Der Marder III (M) führte dafür ein MG 34 (oder 42) im Kampfraum mit, das bei Bedarf nach allen Seiten ohne besondere Halterung eingesetzt werden konnte. Zum Einsatz gegen Flieger war an der Innenseite des Kampfraumes eine Halterung angebracht.
Der Marder III der Ausführung M war an allen Fronten (einschließlich Nordafrika/Tunis) zu finden.

Zusammenfassung

Dank ihres robusten Fahrgestells und guten Kanonen gehörten die Marder III aller Ausführungen - trotz ihres improvisierten Zusammenbaus - zu gelungenen und erfolgreichen Panzerjägern. Sie kamen zur rechten Zeit an allen Fronten - einschließlich Afrika - zum Einsatz. Alle drei Ausführungen gab es noch bis zum Ende des Krieges.

Das Los ihrer Besatzungen war der Kampf in kleinen Truppenteilen, oft ganz allein, an abgelegenen Fronten und fast immer in Krisensituationen. Dazu in sehr engen, oben und hinten offenen (damit allen Wettern ausgesetzt) und dünn gepanzerten Kampfräumen. Und doch verdanken gerade diesen Männern viele Soldaten ihr Leben. Haben sie doch oft noch größere Krisen mit all den unbeschreiblichen Folgen verhindert.

Hier noch einmal alle drei Typen zum Vergleich:

Marder III
Marder III
Marder III

Technische Daten

Die technischen Daten der drei Fahrgestelle und Motoren waren fast gleich. Es genügt daher, wenn im Folgenden nur die der Ausführung M - also der letzten - aufgezeigt werden. Natürlich waren auch die Daten der Kanone der Ausführung H gleich der des Marder III (M); nur die russische 7,62 cm Beutepak auf der ersten Ausführung des Marder III aus dem Jahre 1941 zeigte etwas andere, aber ähnliche Leistungen. So war ihre Vo (also Meter pro Sekunde am Rohraustritt) mit 990 gegenüber der deutschen 7,5 cm Pak mit 933 etwas besser. Die Durchschlagsleistung (bei 90 Grad) der russischen war auf 1.372 Meter mit 8,7 cm aber geringer als die 10,9 cm der deutschen Pak.

 Ausführung M
Motor  Vergasermotor Praga AC 
Zylinder
 6
Hubraum
 7754 ccm
Leistung
 150 PS bei 2600 U/min
Drehmoment
 48 mkg bei 2000 U/min
Vergaser
 2 Solex 46 FNVP
Getriebe
 Praga-Wilson-Planetengetriebe
Fahrwerk
 2 Gleisketten zu je 93 Glieder
Laufwerk
 4 große Laufräder in Reihe
Leistungsgewicht
 PS 11,9 t
Bodendruck
 Ges.kg  0,61 cm2
Kettenauflage
 2920 mm
Spur
 1775 mm
Kettenbreite
 293 mm
Gesamtmaße  4500 x 2150 x 2480 mm
Wendekreis
 5 m
Gefechtsgewicht
 10.500 kg
Höchstgeschw.
 45 km/h
Verbrauch/100km
 Straße 100. Gelände 150 Liter
Kraftstoffvorrat
 218 Liter
Fahrbereich
 Straße 210, Gelände 140 km
Besatzung
 4 Mann
Panzerung
 11 bis 25 mm
Münd.Geschw.
 933 m/sec. Pz.Gran. 550 m/sec. Spr. Gran.
Richtbereich Höhe
 +25 -10
Richtbereich Seite
 30 R 30 L
Bewaffnung
 7.5 cm Pak 40/3 L/46

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