Panzer Jagdpanzer, Panzerjäger und Panzerartillerie Panzerhaubitze "Wespe" (Sd.Kfz. 124)
Panzerhaubitze "Wespe" (Sd.Kfz. 124)
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Artikel Übersicht
Entwicklung und Produktion
Gliederung und Ausrüstung
Einheiten mit zugewiesenen Wespe
Wespe im Kampf
Technischer Aufbau
Erhaltene Fahrzeuge

Entwicklung und Produktion

Erstmals wurden auf deutscher Seite während des Frankreichfeldzuges leichte Infanteriegeschütze auf Selbstfahrlafette eingesetzt. Hierzu wurden 150 mm Infanteriegeschütze auf das Fahrgestell des Panzer I montiert. Dies war allerdings nur eine Zwischenlösung um die Feuerkraft der Panzerdivisionen zu erhöhen.
Für den Russlandfeldzug sollte die Artillerie der Panzerdivisionen weiter verstärkt werden. Bis dahin verwendete man in Deutschland die 1940 erbeuteten französischen und britischen Fahrzeuge, auf die Pak und Haubitzen montiert wurden (z.B. 10,5 cm leFH 16 Fahrgestell auf Geschützwagen Mk IV(e)).

Anfang 1942 begann man in Deutschland dann mit der Entwicklung von eigenen Panzerhaubitzen, welche auf dem veralteten Fahrgestell des Panzer II Sd.Kfz.121 basierten. In einer Rede vom Januar 1942 befürwortete Hitler diese Entwicklung. Im April 1942 forderte Hitler eine schnellere Produktion der Zwischenlösungen und forderte das verwenden von vorhandenen Fahrzeugen.
Ein erster Prototyp der auf dem Panzer II basierte, wurde von Alkett in Berlin-Borsigwalde produziert. Er erhielt die Bezeichnung "Gerät 803".

Im Vergleich zum Panzer II wurden einige größere Änderungen vorgenommen. Eine der größten Änderungen war das Verlegen des Motors von hinten zur Mitte hin. Hierzu wurden seitlich Lufteinlassschlitze angebracht. Im hinten angebrachten Kampfraum befand sich eine 105 mm Haubitze, wo auch die Besatzung und die Munition Platz fand. Der Platz des Fahrers wurde beibehalten und befand sich links im Rumpf.
Der Kampfraum wurde oben offen gelassen. Die dünne Seitenpanzerung diente lediglich als Schutz vor Infanteriewaffen. Am Fahrwerk wurden die ersten beiden und die letzte Laufrolle mit Kegelstumpffedern verstärkt um so den Rückstoß der Haubitze abzufangen. Die Anzahl der Stützrollen wurde von 4 auf 3 reduziert.

Da die deutsche Industrie zu diesem Zeitpunkt mit der Produktion von Panzern und Sturmgeschützen voll ausgelastet war, begann man mit der Produktion von eigenen Artillerie-Selbstfahrlafetten in der FAMO-Fabrik in Breslau, wo bereits das Basisfahrzeug der "Wespe", der Panzer II Sd.Kfz.121 Ausf. F, produziert wurde.
Hitler ordnete an alle Produktionskapazitäten des Panzer II auf "Wespe" umzustellen. Die FAMO-Fabrik in Warschau wurde erweitert und von Februar 1943 bis August 1944 wurden in der Ursus-Fabrik insgesamt 676 Artillerie-Selbstfahrlafetten und 159 Munitionsträger produziert. Im August 1944 musste die Fabrik evakuiert werden und die Produktion wurde eingestellt. Die Produktion der "Wespe" kam so zu ihrem Ende.
Anfangs sollten 1.000 "Wespe" gebaut werden. Gegen Ende 1943 wurde die Zahl auf 835 reduziert. In dieser Zahl wurden auch die Munitions-Schlepper mit eingerechnet.
Die "Wespe" wurde bis Ende des Krieges eingesetzt.

Gliederung und Ausrüstung

Die Wespe wurde zur Hauptbewaffnung der Abteilungen der Artillerie-Regimenter innerhalb der Panzerdivisionen. Ein Panzer-Artillerie-Regiment besaß laut KstN 410 eine Stabsbatterie und 3 Kampfeinheiten. Davon besaßen zwei Einheiten bespannnte Geschütze, während die dritte Einheit Selbstfahrlafetten besaßen.
Die Selbstfahrlafetten-Artillerie wurde nach dem KStn 405 (f.G.) gegliedert und bestand aus einer Stabsbatterie und 3 Kampfbatterien.
Zwei Batterien waren mit "Wespen" ausgerüstet während die dritte "Hummeln" besaß. Der Stab einer Batterie hatte zwei Panzerbeobachtungswagen, basierend auf dem Fahrwerk des Panzer III. Dem Kommandeur stand ein Kübelwagen und ein Motorrad zur Verfügung.
Jede Batterie setzte sich aus 3 Sektionen zusammen: dem Kommando, einer Munitions- und einer Kampfsektion. Die Munitionssektion verfügte über ein Sd.Kfz.11 (manchmal auch ein Sd.Kfz.7), einen Kübelwagen und 6 Lkws. Die Kommandosektion verfügte über 4 Kübelwagen und 2 Lkws inkl. einem Funkwagen (Kfz 17 oder Kfz 61). Die Kampfsektion besaß ein Sd.Kfz.251/6 oder Sd.Kfz. 250/4, 2-3 Kübelwagen und 1-2 Kettenkrad. Sie war in zwei teile geteilt und mit je 3 "Wespe" und zwei Munitionsschleppern ausgerüstet.

Einheiten mit zugewiesenen Wespe

Einheiten mit Wespe

Wespe im Kampf

Die ersten "Wespe" wurden den Panzer-Artillerie Einheiten der Panzerdivisionen im Frühjahr 1943 zugeteilt. Den ersten Kampfeinsatz hatten sie bei der Schlacht um Kursk (Unternehmen Zitadelle).
Das Haupteinsatzgebiet der Selbstfahrlafetten-Artillerie war die direkte Unterstützung der eigenen Panzereinheiten. Zwar griffen die "Wespen" nicht direkt in den Kampf ein, aber sie boten direkte Feuerunterstützung aus der Nähe der angreifenden Panzer oder Sturmgeschütze. Obwohl die "Wespe" nicht für den Kampf gegen Panzer konzipiert war, wurde sie mit panzerbrechender Munition ausgerüstet um so feindliche Kampffahrzeuge zu bekämpfen.
Die "Wespe" war oftmals Ziel der feindlichen Panzer oder Artillerie, da die Fahrzeuge dank ihrer schmalen Silhouette ein gutes Ziel boten.

Technischer Aufbau

Wespe Technische Daten

Rumpf
Die Wespe war auf dem Standard-Fahrgestell des PzKpfw II Ausf.F (Sd.Kfz.121) aufgebaut.
Der Platz des Fahrers befand sich vorne links, wo sich die Standardinstrumente direkt vor dem Fahrersitz befanden. Der Zugang erfolgte durch eine zweiteilige Luke. Zur besseren Sicht konnte eine Frontklappe nach oben geklappt werden. Vor dem Fahrer befand sich ein sog. Fahrersichtblock, welcher durch schusssischeres Glas geschützt war. Rechts und Links des Fahrers befanden sich Sichtschlitze.
Das Fahrerraum war durch den Motor vom Kampfraum getrennt. Hinter dem Fahrer befand sich eine Schiebetür durch die man zum Motor gelangte.

Über und hinter dem Motor befand sich der Kampfraum. Dieser war oben offen. Die Seiten waren mit 10 mm Panzerplatten geschützt. Im Kampfraum wurden an den Seiten Spezialbehälter für die Munition angebracht.
Die Funkeinrichtung befand sich auf der linken Seite des Kampfraumes und war auf einem Rahmen angebracht der durch Gummiringe gesichert war, um so Erschütterungen abzufedern. Unter der Antenne auf der linken Seite konnten MP-38 oder MP-40 befestigt werden. Eine solche Vorrichtung gab es ach auf der rechten Seite. Neben den Maschinenpistolen befand sich ein Feuerlöscher.

Die Kanone wurde direkt über dem Motor befestigt. Unter der Haubitze befand sich ein mit Lamellen geschützter Lufteinlass um so den Motor zu kühlen.
Zusätzliche Ausrüstung wurde über den Kotflügeln transportiert. Auf dem linken Kotflügel befand sich ein Spaten, Hacke und Kettenspannwerkzeug, auf dem rechten Kotflügel ein Wagenheber, Kabelschneider, Axt und Abschlepputensilien.

Motor
Die Wespe wurde von einem Maybach HL62 TRM 6-Zylinder Benzinmotor mit 140 PS angetrieben. Dieser besaß einen elektrischen Starter des Typs Bosch BNG 2.5/12. Zwei Tankbehälter befanden sich unter dem Kampfraum, welche ein Fassungsvermögen von insgesamt 200 Litern hatten. Das Auspuffrohr führte vom Motor aus entlang der unteren rechten Seite nach hinten. Der Auspuff befand sich hinten rechts und wurde teilweise durch einen gelochten Stahlschild  geschützt.
Als Getriebe nutzte man das ZFA SSG 46 Aphon Getriebe, welches 6 Vorwärts- und einen Rückwärtsgang besaß.

Fahrwerk

Die Kette der Wespe bestand aus 108 Kettengliedern und war 300 mm breit. Ersatzkettenteile wurden am vorderen Rumpf befestigt. Der Bodendruck betrug nur 0,82 kg/cm² und die Wespe konnte Gräben bis zu einer Breite von 1,7 m überqueren.

Elektrik
Den Strom lieferte ein Bosch GTLN 600/12-1500 Generator. Dieser Generator versorgte den elektrischen Starter, die Funkeinrichtung, Zündung, den über dem linken Kotflügel angebrachten 75W-Scheinwerfer, das am Heck befindliche Konvoilicht und die Beleuchtung der Fahrerinstrumente.

Bewaffnung
Die Wespe war mit einer 10,5 cm leFH 18/40 L/28 Haubitze ausgestattet, die eine spezielle SM18 Mündungsbremse enthielt. Das Gewicht der Sprenggeschosse betrug 14,81 kg. Die Mündungsgeschwindigkeit betrug 470m/sek. und die maximale Reichweite lag bei 10.600 m. Die Haubitze konnte um 20° gedreht werden und von -5° bis +42° in der Höhe verstellt werden. Insgesamt konnten 32 Geschosse mitgeführt werden. Die 10,5 cm leFH 18/40 wurde von Rheinmetal-Brosig in der Fabrik in Düsseldorf gefertigt.

Die Wespe und andere Fahrzeuge dieses Typs wurden oftmals mit einer Rheinmetall-Borsig MG-34 ausgestattet die im Kampfraum mitgeführt wurde. Die MG konnte auch zur Fliegerbekämpfung am Fahrzeug befestigt werden.
Zur persönlichen Bewaffnung der Besatzung gehörten noch zwei MP-38 oder MP-40, die mit 192 Schuss im Kampfraum mitgeführt wurden. Meist waren die Besatzungsmitglieder zusätzlich noch mit Handfeuerwaffen und Gewehren bewaffnet.

Anstrich und Abzeichen
Die Wespe verlies die FAMO-Fabrik in Warschau mit der Standardfarbe Dunkelgelb. Feld- oder Wartungseinheiten nahmen dann den Tarnanstrich vor. Hierfür dienten meist die Farben Olivgrün und Rotbraun oder dunkelgrün auf grau (Panzergrau) wie z.b. innerhalb des 9. SS-Panzer-Artillerie-Regiment der 9. SS-Panzerdivision "Hohenstaufen" .

Die taktische Identifikation erfolgte durch Buchstaben: A-D in einer 4er Batterie oder A-F in einer 6er Batterie. zahlen wurden auch genutzt, allerdings nur als Doppelziffer wie z.B. 11, 21 oder 33.

Erhaltene Fahrzeuge

Wespe der Sammlung E. Becker, Frankreich
Das Fahrzeug ist völlig unrestauriert und bestizt kein Geschütz mehr. Es steht unter eine Wellblechdach-Verschlag und rottet vor sich hin.

Wespe der WTS Koblenz, früher Aberdeen, USA
Dieses Fahrzeug teilte das traurige Schicksal aller offenen Fahrzeuge in der riesigen Sammlung von Aberdeen. Glücklicherweise wurde es der WTS Koblenz übergeben, wo es nach einer ersten Erhaltungsmaßnahme einer gründlichen Restaurierung unterzogen wurde. Es ist jetzt eines der schönsten Ausstellungstücke der WTS. Die fehlende Mündungsbreme des Typs 18M wurde leider gegen eine des TYps 18/40 ersetzt, was dem Fahrzeug ein fremdes Aussehen verleiht.
Die konischen Schutzklappen vor der Rohrbremse sowie die verlängerten, klappbaren Vorderteile des Kettenabdeckbleche sind original, obwohl sie eigentlich nur bei dem Prototyp zu finden waren.
Das Fahrzeug hat das normale Laufwerk mit 3 Stützrollen und dem verlängerten Chassis zwischen 5. Laufrolle und Leitrad. Es ist sehr sorgfältig restauriert und hat eine Fülle von Werkzeugen und Zubehör. Die Fahrgestell-Nr. des Fahrzeugs konnte bei der Restaurierung nicht ermittelt werden, allerdings weist die Serien-Nr. des Getriebes auf ein frühes Produktionsdatum hin, weil es von einem Zeugamt Anfang 1943 übernommen wurde. Weder ist die Einheitszugehörigkeit bekannt, noch wann und wo es erbeutet wurde. Allerdings existiert ein sehr frühes Farbbild, was das Fahrzeug vor der ersten Bemalungsaktion der neuen Besitzer in seinem Originalanstrich Dunkelgelb nach Munster ohne Tarnschema zeigt. Die einzig sichtbare Markierung ist das Balkenkreuz am unteren Rand der schrägen Seitenpanzerung.

Wespe des Saumur Panzermuseums, Frankreich

Dieses Fahrzeug ist bis zur Restaurierung nicht der Öffentlichkeit zugänglich.

Wespe der NIIBT Sammlung, Kubinka/Russland
Die Mündungsbremse und alle äußeren und Kampfraumdetails fehlen. Auch hier gibt es keine Hinweise auf Produktionszeitpunkt, Einheit, Originalmarkierungen und Farbgebung.


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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 27. Juli 2010 um 16:24 Uhr
 

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