Panzer Jagdpanzer, Panzerjäger und Panzerartillerie Panzerjäger "Nashorn" (Sd.Kfz. 164)
Panzerjäger "Nashorn" (Sd.Kfz. 164)

Panzerjäger NashornEs stellte fraglos eine der gewichtigsten Waffen des deutschen Heeres im 2. Weltkrieg dar, entstanden durch den Zwang, das gefürchtete 8,8 cm-Geschütz zu jeder Jahreszeit und auf allen Böden einsetzen zu können. Nach dem Beginn des Feldzuges im Osten wurde bald ersichtlich, dass die von Zugmaschinen gezogenen 8,8 cm Kanonen einfach zu schwer und unbeweglich für die primitiven russischen Strassen waren.
Die beste Zeit, diese allen russischen Panzern überlegene Geschütz zu bewegen, waren deshalb das späte Frühjahr und der Sommer. Zu den anderen zeiten zeigten sich die Strassen oft unpassierbar durch Schlamm, Eis und Schnee. So wurden Überlegungen notwendig, wie man die 8,8 cm Kanone anders fortbewegen könnte.
Eine Lösung wurde schlieslich gefunden, in dem man als Träger das Fahrgestell des Panzer IV verwandte. Der Panzer IV hatte während des langen und besonders harten Winters 1941/42, wenn auch nicht ganz ohne Sorgen, im großen und ganzen Bewundernswertes geleistet.
Obgleich dessen Lade- und Tragfähigkeit begrenzt war, gelang es doch, sein Fahrgestell mit der 8,8 cm Kanone zu bestücken. Wegen der vorgeschriebenen Gewichtsbegrenzung (nicht über 24t) konnte der Kampfraum jedoch nur noch sehr leicht gepanzert werden, um der Mannschaft wenigstens Schutz gegen Splitter und Gewehrfeuer zu gewähren. Als diese neuen Fahrzeuge an die Front zum Einsatz gelangten, erwiesen sie schnell ihre Wirksamkeit. Sie wurden zum Rückrat der deutschen Panzer-Abwehr bis Ende des Krieges.
Insgesamt wurden 494 Panzerjäger vom Typ "Nashorn" gefertigt. Mit ihm wurden die Panzer-Abwehr-Abteilungen einiger Elite-Divisionen und die selbstständigen schweren Panzer-Abwehr-Abteilungen ab Frühjahr 1942 ausgerüstet. Diese Fahrzeuge erhielten anfänglich den Namen "Hornisse". Als später die Insekten-Namen nur noch der gepanzerten Artillerie vorbehalten blieben, bekamen sie offiziell den Namen "Nashorn".
Panzerjäger NashornDie selbstständigen Panzer-Abwehr-Abteilungen unterstanden zumeist den Armeen und wurden von dort in die besonders "panzergefährdeten" Abschnitte oder bei russischen Panzereinbrüchen eingesetzt. Hierbei wurden sie dann oft dem dort kämpfenden Korps oder der Division vorübergehend unterstellt.

Das Nashorn unterschied sich vom späteren Jagdpanther durch seine offene Kampfkanzel und seinen nach vorn verlegten Motor. Es konnte eine Besatzung von 4-5 Mann aufnehmen. Etwa 40-45 Schuss 8,8 cm Munition wurden in den Halterungen untergebracht. Das Nashorn war leicht an seinem langen 8,8 cm Rohr mit der großen Mündungsbremse von allen anderen Fahrzeugen zu unterscheiden.
Die Produktion dieser Fahrzuege lief von 1942 bis Mitte 1944. Es war, wie alle Zusammenbauten, nur eine Zwischenlösung, ein Überleitungsschritt zu dem wesentlich besseren, vollgepanzerten Jagdpanther.

Technische Daten

 Hersteller
 Deutsche Eisenwerke 1943 - 1944
 Besatzung  5 Mann
 Bewaffnung
 8,8 cm PaK 43/1 L/71, MG 43
 Panzerung  Front: 3 cm, Seite: 2 cm, Heck 2 cm, Aufbau 1 cm an allen Seiten
 Gewicht  24 t
 Motor  12 Zylinder Maybach HL 120 TRM (wassergekühlt)
 300 PS bei 3.000 U/min.
 Geschwindigkeit  40 km/h (Strasse)
 Tankvolumen  ca. 600 l
 Verbauch  250 l / 100 km (Strasse)
 260 l / 100 km (Gelände)
 Fahrbereich  Strasse: 250 km
 Gelände: 160 km
 Ausmessungen  Länge: 8,45 m (6,20 m ohne Kanone)
 Höhe: 2,95 m
 Breite: 2,95 m
 Munition  8,8 cm PaK: 40 Schuss
 MG 34: 600 Schuss
 Produktion  475 Fahrzeuge
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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 17. Mai 2010 um 19:04 Uhr
 

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