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| Sturmtiger - 38cm-Sturmmörser "Tiger" |
EntwicklungNachdem bereits mehrere Projekte für die Beweglichmachung schwerer Steilfeuerwaffen auf eingefülirten Panzerfahrgestellen gescheitert waren, wurde Hitler am 5. 8. 1943 vorgeschlagen, einen Sturmmörser einzuführen, unter Verwendung des von Rheinmetall-Borsig für die Marine entwickelten 38 cm RTg (Raketen-Tauchgranate) Werfers. Dieser war für die landgestützte U-Boot-Bekämpfung vorgesehen und sollte aus geeigneten Küstenstellungen bis zu einer Schußweite von ca. 3.000 Metern eingesetzt werden.Um die Rückstoßkräfte von bis zu 40 Tonnen aufnehmen zu können, war ein entsprechendes Fahrgestell erforderlich, was nur in Gestalt des Tiger I verfügbar war. Auf Vorschlag Guderians wurde zunächst nur ein Prototyp bei ALKETT, Spandau, hergestellt. Die Panzerung stellten die Brandenburgischen Eisenwerke, Kirchmöser. Der Marinewerfer wurde zwischenzeitlich durch Rheinmetall-Borsig, Werk Sömmerda, auf Heeresbedürfnisse modifiziert. Der erste Prototyp wurde Hitler am 20. Oktober 1943 auf dem Truppenübungsplatz Arys, Ostpreußen, vorgeführt. Schwierigkeiten ergaben sich zunächst hinsichtlich der Verfügbarkeit einer ausreichenden Zahl von Fahrgestellen, da die Fertigung des Panzerkampfwagens Tiger I ohnehin zahlenmäßig weit unter den Planungen lag. Noch Anfang Mai 1944 war der Sturmmörser 38 cm von der endgültigen Streichung bedroht. Hitler befahl schließlich, daß dieses Projekt nicht in die laufende Neuproduktion eingreifen dürfte und für die Ausrüstung von zunächst zwölf (auch "Sturmtiger" genannten Fahrzeugen) lediglich nur solche Wannen zu verwenden seien, die zur Hauptinstandsetzung von der Front in die Heimat zurückgeliefert wurden. Nachdem bis Ende September 1944 dreizehn Sturmtiger fertiggestellt worden waren, wurde am 23. September 1944 durch Hitler befohlen, daß fünf weitere Fahrzeuge fertigzustellen seien. Dies erfolgte bis Ende Dezember. Am 5. Januar 1945 legte Hitler zwar fest, daß der Panzermörser weiterzubauen sei, dazu kam es infolge der Fertigungsschwierigkeiten jedoch nicht mehr. UmbauDie für den Umbau angelieferten Reparaturfahrgestelle wurden - anders als beim Prototyp - sämtlich mit gummigefederten Stahllaufrädern versehen, um das mehr als 8 Tonnen schwerere Fahrzeuggewicht besser aufnehmen zu können.Der Kampfraum wurde durch einen festen, kastenförmigen Panzeraufbau von vorn 150 mm und an den Seiten 80 mm Dicke gebildet; die Dachpanzerung betrug 40 bis 25 mm. Trotz des großen Aufbaus ergab sich dennoch nur ein begrenzter Stauraum für die 1,49 Meter langen, einteiligen 38 cm-Granaten. An den beiden Innenlängsseiten konnten lediglich je sechs (drei paarweise übereinander) verstaut werden. Um die 330 kp schweren Granaten aus den Halterungen entnehmen zu können, wurde an Laufschienen am Dach eine Laufkatze befestigt. Zum Ansetzen der Granate diente eine rollenbestückte Ladeschale. Im Rohr und auf dieser Munitionszuführung konnten bei Bedarf noch je eine weitere Granate transportiert werden, so daß maximal 14 zur Verfügung standen. Zum Aufmunitionieren wurde ein rechts hinten außen angebrachter, schwenkbarer Ladekran benutzt. Zuvor wurde die kleine Ladeluke im Dach nach rückwärts aufgeklappt. Mit Hilfe des Krans wurde dann die große Ladeluke beiseitegehoben. Die Granaten wurden rechts neben dem Fahrzeug abgesetzt und einzeln mittels eines Haltebandes am Kran hochgekurbelt. Der Kran wurde über die Ladebucht geschwenkt und die Granate bis auf die Ladeschale hinabgelassen. Außer den beiden Ladeluken war auf dem Dach des Aufbaus vorn rechts eine Lüfteröffnung und links hinten eine Dachluke. In der kleinen Ladeluke war zur Nahverteidigung ein von innen zu bedienender Ladungswerfer angebracht. Im vorderen Teil der beiden Seitenwände war je eine von innen zu öffnende Nahkampfblende eingelassen. Am Heck befand sich eine nach außen zu schwenkende Ausstiegsluke. Die um 45 Grad geneigte Frontplatte hatte in der Mitte die kugelförmige Blende der Hauptwaffe. Rechts davon befand sich die Kugelblende mit einem MG 34. Links des 38 cm-Mörsers waren zwei Sichtblöcke für den Fahrer darüber die schartenartige Ausblicköffnung der Zieleinrichtung. Der Aufbau wurde von innen mit je drei überwurfartigen Halterungen an beiden Seiten mit der Wanne verschraubt. Diese (je zwei oberen und unteren) Haltebolzen waren von außen sichtbar, jedoch nur von innen zu lösen. Vorn an beiden Bugseiten waren ebenfalls zwei Haltebolzen. Der Aufbau konnte nach Entfernen dieser Halterungen mittels vier oben angebrachter Heißösen vom Fahrwerk abgehoben werden. Fahrwerk und Wanne entsprachen denen der Abschlußausführung des Tigers I Ausf. E und brauchen hier nicht näher beschrieben werden. Die Beweglichkeit des Sturmtigers verschlechterte sich gewichtsbedingt gegenüber dem Panzerkampfwagen Tiger I gravierend.{mospagebreak title=Einsatzgeschichte} EinsatzgeschichteÜber den Einsatz dieser bei den Alliierten gefürchteten Waffe sind leider nur wenige Einzelheiten bekannt. Der Einsatz der Sturmtiger erfolgte in den drei Kompanien 1000, 1001 und 1002. Im November 1944 wurden mit je vier Mörsern für den Einsatz in der Ardennen-offensive die beiden Kp 1000 und 1001 ausgerüstet.Die Kp 1000 wurde im Dezember in den Raum westlich Trier verlegt. Nach drei technischen Ausfällen kam die Kp mit einem Sturmtiger noch an der elsässischen Grenze zum Einsatz. Die Kp 1001 (Hauptmann von Gottberg) wurde im November/Dezember im Raum Gemiind (westliche Eifel) eingesetzt, im Januar 1945 bei Düren und Euskirchen. Dort wurde bei einem Feuerschlag gegen ein mit Sherman M 4 besetztes Dorf die vernichtende Wirkung der Mörser unter Beweis gestellt. Drei Sturmtiger wurden im März 1945 per Fähre bei Bonn über den Rhein gesetzt. Ostwärts Bonn erfolgte der letzte Einsatz. Wegen Munitionsmangel wurden die Fahrzeuge durch die Besatzungen vernichtet. Die etwas später aufgestellte Kp 1002 (Olt Zippel) wurde zunächst in der Nähe des Reichswaldes eingesetzt (sechs Mörser). Im März 1945 wurde sie bei Rheinberg über den Rhein zurückgenommen. Mit vier Sturmtigern erfolgte ihr Einsatz bei Dorsten - Kirchhellen an der R 223. Über Polsum - Marl - Datteln wich sie nach Osten aus. Ostwärts Datteln wurden die Sturmmörser wegen Munitionsmangel gesprengt, die Kompanie ging bei Minden/Sauerland in Gefangenschaft. Technische Daten
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