Panzer Kampfpanzer Panzer 38 (t)
Panzer 38 (t)

Panzer 38 (t)Kein Panzer fremder Herkunft war so wichtig für die deutsche Panzertruppe, wie der tschechische Panzer TNHP - von den Deutschen später 38 (t) genannt.
Das Fahrzeug war im deutschen Heer während des ganzen Krieges in großer Zahl (rund 1.500) vertreten, wurde daneben Grundlage für andere Typen und Waffenträger für verschiedene Kanonen und Geschütze. Bereits vor dem Krieg liefen Bestellungen aus den Ländern Schweden, Schweiz und Peru ein, Holland, Jugoslawien und Afghanistan zeigten starkes Interesse.
Der TNHP war eines der erfolgreichsten Produkte der tschechoslowakischen Rüstungsindustrie. Er wurde in den Praga-Werken 1933 entworfen und seit 1937 gebaut. Er war ein wenig anfälliges, robustes und instandsetzungsfreudiges Fahrzeug, jedoch, wie der Panzer 35 (t), noch vollständig genietet. Seine Konstruktionsmerkmale wurden zum Teil maßgeblich für die Entwicklung späterer gepanzerter Fahrzeuge.

Das Fahrzeug wog voll ausgerüstet 10,5 t, war 4,88 m lang, 2,13 breit und 2,13 hoch. Es wurde durch einen 6 Zylinder Praga EPA-Motor, der 125 PS bei 2200 U/min leistete, angetrieben. Das Standard-Getriebe besas 5 Vorwärts- und 1 Rückwärtsgang. Der Tankinhalt betrug 218 l und ermöglichte dem Panzer eine durchschnittliche Reichweite von 190 km. Seine Höchstgeschwindigkeit betrug 42 km/h.

Die für ihn typischen 4 großen Laufrollen an jeder Seite des Fahrgestells gaben dem Panzer 38 (t) den äußeren Anschein eines Christie-Laufwerks. In Wirklichkeit war jedoch jedes Achsenpaar an den Enden von horizontal verlaufenden Blattfedern montiert, die das Gewicht des Fahrzeugs auf jede Laufrolle gleichmäßig verteilten.
Der Panzer war mit einer Skoda A-3. 3,4 cm L/40 und zwei 7,92 mm-MG bewaffnet (ein MG im Bug, das andere im Turm). Die Kampfbeladung an Munition für die Bordkanone betrug 90, für die MGs 2.700 Schuss.

Die Herstellung des Panzers 38 (t) lief bis zur Besetzung der Tschechoslowakei (1939) und wurde danach noch durch Deutschland bis 1942 fortgesetzt. Etwa 40 Fahrzeuge monatlich wurden im Zeitraum zwischen 1939 und 1942 hergestellt. Diese Panzer waren bei den Besatzungen sehr beliebt und vor dem Frankreichfeldzug wurden damit zwei Panzerdivisionen (7. und 8.) fast vollständig ausgerüstet.
Zu Beginn des Russlandfeldzuges im Jahre 1941 war die Zahl der Panzer 38 (t) auf ca. 800 Fahrzeuge gestiegen. Das war fast ein Viertel der damaligen Panzerkräfte Deutschlands.

Ähnlich vielen anderen Fahrzeugen brachte der Russlandfeldzug mit seinen Unbilden und dem starken Gegner auch das Ende des Einsatzes des Panzer 38 (t) als Kampfpanzer. Vor allem seine unzureichende Hauptbewaffnung war der Grund seines Ausscheidens. Dennoch gab es eine neue Karriere des Fahrzeugs in Form einer großen Anzahl von Spezialpanzern und als Waffenträger. Unter letzterem entstand einer der wirksamsten Panzerjäger in Form des Marder III. Aus diesem Grund wurde sein Fahrgestell noch bis Mai 1944 weiter produziert.
Typisch für seine Güte ist auch, dass er im Laufe seiner Produktion kaum Veränderungen erhielt. Es gab zwar Ausführungen A-H, wobei es sich jedoch meist nur um geringe Änderungen handelte, als Wichtigstes ist dabei die Verstärkung der Panzerung und ab Ausführung H des Motors von 125 PS auf 150 PS zu nennen.

Die letzten 38 (t)-Fahrgestelle liefen noch als Schützenpanzer PBV 301 der schwedischen Armee in den 60er Jahren. Er ist damit wohl der langlebigste Panzer der Welt.

Der 38 (t) als Waffenträger
Nach Auftreten des T-34 war der 38 (t) als Kampfpanzer überaltet. Seine Panzerung und 3,7 Kanone waren gegenüber diesem Panzer zu schwach. Es folgte daher ab 1942 keine weitere Fertigung.
Wegen seines soliden, robusten und reparaturfreundlichen Fahrgestells und Motors wurden letztere jedoch als Waffenträger weiter verwandt. Hierfür wurden nicht nur die aus der Front heraus gelösten Kampfpanzer genutzt, sondern Fahrgestell und Motor weiter gebaut.
Es gab hiervon als Panzerjäger den
- Marder III mit der russischen Beutepak 7,62 cm
- Marder III mit der deutschen 7,5 cm Pak (Ausf. H)
- Marder III ebenfalls mit der dt. 7,5 cm Pak, aber anderem Aufbau (Ausf. M)

Weiterhin gab es das schwere Infanteriegeschütz (s.IG) 15 cm in zwei Ausführungen (H und M) auf den Fahrgestellen des 28 (t). Sie erhielten den Namen "Bison".
In kleinerer Zahl (rund 160 Stück) gab es noch eine 2 cm Flak auf dem bewährten Unterbau und noch wenige Flammenpanzer 38 (t), Aufklärungspanzer 38 (t) (mit einer 2 cm Kanone), Munitionspanzer 38 (t) und Bergepanzer 38 (t).
Als letzte Version gab es schließlich den sehr gelungenen "Hetzer" mit einer 7,5 cm Pak. Ein fast neues Fahrzeug unter Verwendung des 38 (t).
Sie alle wurden in den Jahren 1942-1944 gebaut.

Technische Daten

 Hersteller
 Praga
 Jahr  1937 - 1942
 Fahrzeuge
 über 1.500
 Besatzung  4 Soldaten
 Gewicht  10,5 t
 Maße  Länge: 4,88 m
 Breite: 2,13
 Höhe: 2,13
 Motor  6 Zylinder Prage EPA
 Leistung  125 PS bei 2200 U/min, später 150 PS
 Getriebe  Vorw. 5, Rückw. 1
 Panzerung  Front: 25 mm
 Seiten: 15 mm
 Heck 12 mm
 Bewaffnung
 Skoda A-3 37 mm L/40 (90 Schuss)
 2x MG Typ37 (2700 Schuss)
 Betriebsstoff
 218 l
 Verbrauch 100 km
 Strasse: 90 l
 Gelände: 135 l
 Reichweite  Strasse 250 km
 Gelände: 160 km
 Höchstgeschw.   42 km/h
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