Entwicklung und Produktion
1933 ordnete das Heereswaffenamt die Entwicklung eines Kleintraktor mit 4-7 t Gewicht an, dessen unter dem Decknamen LaS (Landwirtschaftlicher Schlepper) geführt wurde. Die Firmen Rheinmetall, Krupp, Henschel, MAN und Daimler Benz entwickelten daraufhinh entsprechende Prototypen. Die Wahl fiel schließlich auf den Krupp-Traktor. Der Prototyp von Krupp wurde weiter modifiziert und schließlich 5 Fahrzeuge produziert, welche im Sommer 1933 in Kummersdorf getestet wurden. Danach entschied man sich für das Chassis von Krupp und den Überbau und Turm von Daimler Benz zu nutzen. Nach weiteren Tests im Februar 1934 wurde der überarbeitete LaS in PzKpfw I umbenannt (zwischenzeitlich auch als MG-Panzerwagen (VK 617) geführt) und ging im April 1934 in Produktion.
Der PzKpfw I wurd in zwei Hauptvarianten, Ausf. A (1934-1936) und Ausf. B (1935-1937), von Henschel, MAN, Krupp-Gruson und Daimler-Benz produziert, die über verschiedene Motoren und Aufhängung verfügten. Die Ausf. A erwies sich mit ihrem 57 PS Krupp-Motor als untermotorisert. Die Ausf. B verfügte über einen 100 PS Maybach-Motor, welche eine erweiterte Version des Ausf. A-Motors war. Zwischen 1935 und 1936 montierte man versuchsweise einen Krupp M601 Diesel-Motor in die Ausf. A, welcher allerdings nur 45 PS produzierte und so wurde die Idee eines Dieselmotors wieder verworfen. Obwohl beide Ausführungen über den gleichen Überbau und Turm verfügten war die Ausf. B mit einem Rad mehr etwas länger. Beide Ausführungen wurden von einer 2-Mann-Besatzung miteinem Fahrer und Kommandanten, der gleichzeitig Schütze war, gefahren. Als Haubtbewaffnung kamen zwei 7,92 mm Dreyse-MG mit einer Feuerrate von 650 Schuss/Min. zum Einsatz.
1935 begann Krupp mit der Arbeit an einem leichten Panzer unter der Bezeichnung "Leichter Kampfwagen Ausland" der für den Export gedacht war. Diese Entwicklung basierte auf dem PzKpfw I Ausf. A und wurde 1936 in zwei Versionen präsentiert, dem L.K.A. 1-MG-Kampfwagen (auch MG.K.A./L-10) und dem L.K.A. 2-2cm Kampfwagen (auch 2 cm K.A./L-20). Die Entwicklung dauerte bis 1940, ging allerdings nie in Produktion. Zur gleichen Zeit wurde auch an einem leichten Kampfwagen B (L.K.B.) gearbeitet der für den Export nach Bulgarien gedacht war. Dieses Modell basierte auf der Ausf. B bei dem ein Krupp M311 V-8 Bezinmotor zum Einsatz kam. Drei modifizierte Versionen dieses Typs, L.K.B. 1, 2 und 3 wurden mit einer 20 cm Automatikkanone bestückt. Keines dieser Fahrzeuge ging in Produktion bevor das Programm beendet wurde.
Ein Exemplar der Ausf. A wurde 1934 nach Ungarn verkauft. 1942 folgten weitere Fahrzeuge für Ausbildungszwecke. Ende 1936 kaufte Nationalchina 15 PzKpfw I Ausf. A, gemeinsam mit anderem Equipment, aus Deutschland. Weitere Exporte gingen nach Finnland und an die kroatische Armee.
Weitere Entwicklung
Nach ausreichenden Tests während des Spanischen Bürgerkrieges kam man zu dem Entschluss das dem PzKpfw I das Potenzial zum Kampfpanzer fehlte und so wurde Ende 1938 damit begonnen bei der weiteren Entwicklung des PzKpfw I in Richtung Aufklärungspanzer und Infanteriepanzer zu gehen. Die beiden neuen Ausführungen C und F waren komplett neue Entwürfe die nur noch wenige Komponenten des ursprünglichen PzKpfw I Ausf. B nutzten. Die Ausf. C nA (Neuer Art) (VK 601)war schneller leichter Aufklärungspanzer der von Krauss-Maffei und Daimler-Benz von Ende 1942 bis Anfang 1943 mit einer Stückzahl von 46 Fahrzeugen produziert wurde. Die Ausf. D nA verstärkt (VK 602) war eine besser gepanzerte Version der Ausf. C von der nur sehr wenige produziert wurden. Die Ausf. F nA verstärkt (VK 1801) war ein Infanteriepanzer der zwischen April 1942 und Januar 1943 mit einer Stückzahl von 30 Fahrzeugen von Krauss-Maffei und Daimler-Benz produziert wurde. Die Ausführungen C, D und F kamen nie richtig in Serienproduktion.
Ausführungen
Ausf. A Produziert: 818 (Juli 1934 - Juni 1936) 2x 7,92 mm MG13 Dreyse Krupp M305 Boxer-Motor, 57 PS 4 Laufrollen, 3 Rücklaufrollen
Ausf. B Produziert: 675 (August 1935 - Juni 1937) 2x 7,92 mm MG13 Dreyse Maybach NL38 TR Motor, 100 PS 5 Laufrollen, 4 Rücklaufrollen verlängerter und neu entworfener hinterer Rumpf
Ausf. A/B Befehlswagen Produziert: 190 (1935 - 1937) 1x 7,92 mm MG13 Dreyse
Ausf. C nA Produziert: 40 (Juli 1942 - Dezember 1942) 20 mm EW141 / 7,92 mm MG 34 Maybach HL 45 P Motor, 150 PS
Ausf. D nA verstärkt (Prototyp) 1942 - 1943 20 mm EW141 / 7,92 mm MG 34 Maybach HL 66 P Motor
Ausf. F nA verstärkt Produziert: 30 (April 1942 - Januar 1943) 2x MG34 Maybach HL 45 P Motor, 150 PS
Umbauten
Munitionsschlepper I Ausf. A (Sd.Kfz.111) Kleiner Panzer Befehlswagen I (Sd.Kfz.265) Sanitatskraftwagen I (Sd.Kfz.265) Pionier-Kampfwagen I - engineer tank, Panzerjäger I Sturmpanzer I Bison Leichter Bergepanzer I Instandsetzungstrupp I Fahrschulwagen / Schulfahrzeug I Ladungsleger auf PzKpfw I Ausf A/B Minenräumer I Ausf B (50 produziert, 1938), Brückenleger I auf PzKpfw I Ausf. A (2 produziert, 1939) Flakpanzer I Ausf. A Flammemwerfer auf PzKpfw I Ausf. A
Einsatz
Ausführung A und B
Spanischer Bürgerkrieg Sein Debüt hatte der PzKpfw I im Spanischen Bürgerkrieg 1936-1938. Im Oktober 1936 trafen in Spanien die ersten 32 PzKpfw I und ein Kleiner Panzer Befehlswagen I ein. 106 Panzer wurden innerhalb der Legion Condor bei der Panzer-Abteilung 88 (auch Abteilung Drohne) eingesetzt. Die Abteilung war mit 3 Kompanien in Cubas nahe Toledo stationiert wo zukünftige spanische Besatzungen ausgebildet wurden. Gegen die bei den spanischen Republikanern zum Einsatz kommenden sowjetischen T-26 und BT-5 waren dem PzKpfw I allerdings überlegen. Bei den Nationalisten wurden zwei Panzerbataillone mit dem PzKpfw I ausgerüstet. Die spanischen Besatzungen nannten den PzKpfw I "Negrillo".
Von den Republikanern erbeutete PzKpfw I wurden mit französischen Hotchkiss 25 mm Modell 1934 oder 1937 Pak ausgerüstet. Hierfür wurde ein modifizierter Turm eingesetzt. Während des Spanischen Bürgerkriegs wurde versuchsweise die italienische Breda 20 mm Modell 1935 leichte Flak in 3 PzKpfw I Ausf. B eingebaut. Hierfür wurde der Turm modifiziert. Zwischen 1942 und 1943 wurden die meisten PzKpfw I in Lasten- und Munitionsträger (Munitionsschlepper Auf Panzerkampfwagen Ia und Ib (SdKfz3III)) umgewandelt.
Zweiter Weltkrieg Der PzKpfw I wurde vor dem Zweiten Weltkrieg hauptsächlich bei Manövern und Paraden eingesetzt. Während des Polenfeldzugs kamen 1.445 PzKpfw I zum Einsatz. Davon gingen 320 PzKpfw I teils durch technische Mängel oder durch Kämpfe verloren. Der PzKpfw I zeigte sich sehr anfällig gegenüber ponlischen Panzerabwehrwaffen.
Nach dem der PzKpfw I auch innerhalb des Unternehmen "Weserübung" (Feldzug gegen Dänemark und Norwegen) eingesetzt wurde, kamen Im Frankreichfeldzug ab Mai 1940 523 PzKpfw I zum Einsatz.
Fahrzeuge die später innerhalb des Afrikakorps eingesetzt wurden verfügten über verbesserte Filter und erweitertes Lüftungssystem. Rund 70-80 PzKpfw I Ausf. A wurden innerhalb des Afrikakorps (5. leichte Division) eingesetzt. Während der Schlacht um Tobruk 1941 wurden einige dieser fahrzeuge mit Flammenwerfern Modell 40 ausgerüstet. Diese konnten 10-12 Feuerstöße mit einer Reichweite von 25 m abgeben.
Als der PzKpfw I 1942 zum Großteil auser Dienst genommen wurde, kam er noch bei Polizei-Einheiten und beim Kampf gegen Partisanen zum Einsatz. Das NSKK nutze einige Fahrzeuge zu Ausbildungszwecken. 511 Türme des PzKpfw I wurden bei den Verteidigungsanlagen des Atlantikwalls, in Pommern und im Gebiet von Kostrzyn /Polen verbaut.
Ausführung C und F
5 Fahrzeuge der Ausf. F sollten innerhalb der 1. Kompanie der Panzer-Abteilung z.b.V 66 bei deim Unternehmen "Herkules" (Invasion Kretas) zum Einsatz kommen. Diese Einheit wurde jedoch an die Ostfront nahe Leningrad verlegt und dort dem Panzer-Regiment 29 der 12. Panzerdivision zugeteilt. Als im Mai 1943 die 2. Polizei-Panzer-Kompanie aus Wien an die Ostfrotn verlegt wurde, wurden die 5 Fahrzeuge dieser Einheit zugeteilt. Bis August 1944 waren alle 5 PzKpfw Ausf. F verloren gegangen.
Im März 1943 wurden 2 Ausf. C und 8 Ausf. F dem Panzer-Regiment 1 der 1. Panzerdivision zugeteilt. Diese kamen bis Ende des Jahres in Russland, Jugoslawien und Greichenland zum Einsatz. 38 PzKpfw I Ausf. C wurden Reserveeinheiten des LVIII Panzerkorps zugewiesen, wo diese bis 1944 in der Normandie verloren gingen.
Technische Daten
| Ausführung A
| Ausführung B | Ausführung C | Ausführung F | Kl. Befehlswagen |
|
|
| Hersteller |
Henschel, MAN
|
|
|
|
Daimler-Benz |
| Herstellungsjahr |
1934 - 1936
|
1935 - 1937
|
1942 |
1942 |
1936 - 1938
|
Produktionszahl
|
818 |
675 |
40 |
30 |
200 |
| Besatzung |
2 |
2 |
2 |
2 |
3 |
| Gewicht |
5,4 t
|
6 t
|
8 t
|
20 t
|
5,88 t
|
Maße LxBxH
|
4,02 x 2,06 x 1,72 |
4,42 x 2,06 x 1,72
|
4,19 x 1,92 x x 1,94
|
4,38 x 2,64 x 2,05
|
4,42 x 2,06 x 1,96
|
| Motor |
Krupp M 305 Boxer, 4 Zylinder, luftgekühlt
|
Maybach NL 38 6 Zylinder, wassergekühlt |
Maybach HL 45 P 6 Zylinder, wassergekühlt
|
Maybach HL 45 P 6 Zylinder, wassergekühlt |
Maybach NL 38 6 Zylinder, wassergekühlt
|
| Leistung |
60 PS, 2.500 U/Min.
|
100 PS, 3.000 U/Min. |
150 PS, 3.800 U/Min.
|
150 PS, 3.800 U/Min. |
100 PS, 3.000 U/Min.
|
| Betriebsstoff |
144 l (2 Tanks je 72 l)
|
146 l
|
|
|
146 l (2 Tanks je 84 und 62 l)
|
Verbrauch Straße,Gelände
|
70 l/100 km, 100 l/100 km
|
|
|
|
80 l /100 km, 110 l/100 km
|
| Fahrbereich Straße/Gelände |
200 km / 140 km
|
140 km / 115 km
|
300 km
|
150 km
|
180 km / 130 km
|
| Höchstgeschwindigkeit |
37 km/h
|
40 km/h
|
65 km/h
|
25 km/h
|
40 km/h
|
| Panzerung |
7-13 mm |
|
|
|
14,5 mm
|
| Bewaffnung |
2x 7,92 mm MG
|
2x 7,92 mm MG
|
20 mm MK EW 151, MG 34
|
2x MG 34
|
1x MG 34
|
| Munition |
3.125 Schuss
|
3.125 Schuss |
|
|
1.000 Schuss
|
 |