Panzer Kampfpanzer Panzer II - Sd.Kfz. 121
Panzer II - Sd.Kfz. 121

Entwicklung und Produktion

panzer II F
PzKpfw. II in der Ausf. F
Im Juli 1934 ordnete das Waffenamt die Entwicklung eines gepanzerten Fahrzeugs mit max. 10 t Gewicht an, das mit einer automatischen 20 mm-Kanone bestückt werden sollte. Die Firmen Henschel, Krupp, MAN und Daimler-Benz erhielten Anfang 1935 die entsprechenden Aufträge und entwickelten unter dem Decknamen "Landwirtschaftlicher Schlepper 100" (LaS 100) ihre Prototypen. Intern wurde das Fahrzeug auch als "2 cm MG Panzerwagen" und VK 622 bezeichnet.

Der PzKpfw II sollte als Ergänzung zum PzKpfw I dienen und die Möglichkeit bieten schwerere Bewaffnung anzubringen. Krupp stellte seinen Prototypen zuerst vor, welcher allerdings abgelehnt wurde. Man entschloss sich das Chassis des MAN-Entwurfs und den Rumpf des Daimler-Benz Entwurfs zu nutzen.
Im Oktober 1935 wurde der erste LaS 100 als Weichstahl-Prototyp getestet. Daraufhin wurden 10 dieser Fahrzeuge bestellt und als Ausf. a1 geführt. Diese 10 Fahrzeuge wurden von Ende 1935 bis Mai 1936 bei MAN produziert.

Wie der PzKpfw I war auch der PzKpfw II hauptsächlich als Ausbildungs- und Paradefahrzeug gedacht. Wegen der Verzögerungen bei der Entwicklung der PzKpfw III und IV wurde er dann als sog. Lückenfüller an die Panzertruppe ausgeliefert. Auch der PzKpfw II erwies sich nicht besonders effektiv im Gefecht, dennoch war er der eigentliche Hauptpanzer innerhalb der Panzertruppe bis 1940/41.
Trotz allem war die Entwicklung des PzKpfw II ein sehr wichtiger Schritt für die weitere Panzerentwicklung in Deutschland. Wie bei jedem anderen Panzer diente auch das Chassis des PzKpfw II als Grundlage für weitere Entwicklungen und Umbauten wie bspw. den Marder II, Waspe, Flammpanzer oder Sturmpanzer II. Weiters wurde seine Aufhängung dazu genutzt LKWs in Halbkettenfahrzeuge, wie z.B. Maultier, umzuwandeln.

Der PzKpfw II Ausf. a1 bis Ausf. F war mit einer automatischen 2 cm KwK 30 L/55 (eine Weiterentwickung der 2 cm Flak 30) bewaffnet. Diese verfügte über eine Feuerrate von 280 Schuss/min. Als Sekundärbewaffnung wurde ein koaxial 9,92 mm MG 34 von Rheinmetall-Borsig eingesetzt.
Die Panzerung war mit 5-13 mm sehr dünn und konnte lediglich kleinere Kaliber abwehren. Gegenüber Geschossen anderer Panzer oder Panzerabwehrwaffen war die Panzerung äußerst anfällig.

Die Besatzung bestand aus 3 Mann, einem Fahrer, dem Kommandanten der gleichzeitig Schütze war und dem Ladeschützen der gleichzeitig der Funker war. Die Verständigung zwischen Kommandant und Fahrer erfolgte über ein Sprachrohr. Zwischen den Panzern wurde über ein FuG 5 kommuniziert. Angetrieben wurden die Ausf. a/1, a/2 und a/3 von einem Maybach HL 57 TR 6-Zylinder Motor mit 130 PS.

Die Ausführungen a/1, a/2 und a/3 waren Vorserienmodelle welche lediglich zu Erprobungszwecken in Dienst gestellt wurden. Sie blieben bis Mitte 1941 in Dienst. Jedes folgende Modell verfügte über einige Modifikationen beim Layout, Motor, Kühlungssystem, Abgassystem oder der Aufhängung.
panzerIIc
PzKpfw. II in der Ausf. C
Produzierte Vorserienmodelle Daimler-Benz und MAN:

PzKpfw II Ausf. a/1
10 (Ende 1935 - Mai 1936)
PzKpfw II Ausf. a/2
15 (Mai 1936 - Februar 1937)
PzKpfw II Ausf. a/3
50 (Mai 1936 - Februar 1937)
Kosten eines Panzers: 52640 Reichsmark.

Die Ausführung b war ein Fehlerbereinigtes Vorserienmodell das mit einer Stückzahl von 25 Fahrzeugen zwischen Februar und März 1937 von MAN und Daimler-Benz produziert wurde. Hier wurde die Aufhängung erweitert und das Getriebe, Lüftungs- und Abgassystem verbessert. Als Motor kam diesmal ein Maybach HL 62 TR 67-Zylinder mit 140 PS zum Einsatz. Dieser Motor war später das Standardmodell für den PzKpfw II.

Im März 1937 erschien dann die Ausführung c. Auch hier gab es wieder diverse Modifikationen, so wurde die Aufhängung weiter überarbeitet, welche nun über 5 Laufrollen verfügte. Die Serienmodelle mit der Ausf. A, B und C waren erweitere Versionen der Ausf. c. Bei diesen Produktionsmodellen gab es nur kleine Unterscheide. Sie verfügten über eine verbesserte Panzerung die jetzt 5-16 mm betrug. Im Mai 1940 wurde nach Beschusstests mit polnischen Panzerabwehrwaffen die Panzerung nochmals auf 20 mm an der Front verstärkt.
Die Ausführungen a, A, B und C hatten ein Gewicht von 8,9 t und einen Fahrbereich von rund 200 km. Alle 4 Ausführungen warn mit dem Maybach HL 62 TR Motor und einem ZF Aphon SSG46 Getriebe bestückt.
zwischen März 1937 und April 1940 wurden 1.113 Panzer der Ausführungen a, A,B und C von MAN, Daimler-Benz, Henschel, Wegmann, Alkett, MIAG und FAMO produziert. Die Kosten eines Panzers ohne Bewaffnung belief sich auf 38.000 Reichsmark.

Im Mai 1938 wurden die ersten PzKpfw II der Ausführung D und E von MAN produziert. Bis August 1939 wurden hiervon 43 Fahrzeuge fertig gestellt. Sie verfügten über die wenig erfolgreiche FAMO/Christie-Aufhängung wie sie bspw. bei britischen oder sowjetischen Panzern zum Einsatz kamen. Zum Einsatz kam ein Maybach HL 62 TRM 6-Zylinder Motor mit 140 PS und ein Maybach Variorex VG 102128 Getriebe. Die Panzerung wurde auf 5-30 mm erhöht.
Die Idee der Ausf. D und E war der Einsatz als schnelle Aufklärungspanzer bei den Kavallerieeinheiten. Diese Panzer kamen nur bei den lichten Divsionen während des Polenfeldzuges zum Einsatz. Im März 1940 wurden sie wegen ihrer schlechten Geländegängigkeit dann ausgemustert. Bereist fertig gestellt Chassis wurden für die Umwandlung in Flammpanzer oder Marder II verwendet.

Im März 1941 folgte eine erweiterte und modifizierte Version der Ausführung C. Dies war der leichte Aufklärungspanzer ind er Ausführung F von FAMO. Von diesem wurden zwischen März 1941 und Dezember 1942 524 Fahrzeuge prodduziert.
Die Ausführung F war die letzte des PzKpfw II. Er besaß die gleiche Bewaffnung wie die Vorgänger, wobei einige Ausf. F mit der moderneren 2 cm KwK 38 L/55 ausgerüstet wurden. Er verfügte über Modifikationen bei der Aufhängung, der Walzenblende und Rumpf. Weiters verfügte er über eine neue Kommandantenkuppel.
Die Ausf. F hatte ein Gewicht von 9,5 t und einen Fahrbereich von rund 200 km. Die Kosten eines Fahrzeugs ohne Bewaffnung beliefen sich auf 49228 Reichsmark, mit Bewaffnung auf 52728 RM. Sein Chassis diente ebenfalls für Umbauten zum Marder II und Wespe.

Weitere Entwicklung

Ab Dezember 1939 gab es einige Projekte für die weitere Entwicklung des PzKpfw II.  Von April 1941 bis August 1942 wurden einige Prototypen "neuer Art (nA) verstärkt" produziert. Darunter Fahrzeuge wie VK 901 (Ausf. G1, G3, G4, 12 Fahrzeuge), VK 903 (Ausf. H, 1 Fahrzeug), VK1601 (Ausf. J, 22 Fahrzeuge) und VK 1301 (Ausf. M, erweiterte Version des VK 901 und VK 1601, 1 Fahrzeug).
Die Ausf. G war mit einer schwereb MG des Typs 2 cm EW141 und einer MG34 bewaffnet. Bei der Ausf. H, J und M kam die 2 cm KwK 38 L/55 und eine MG34 zum Einsatz. Die Panzerung betrug bei der Ausf. G, H und M bis zu 30 mm, bei der Ausf. J bis zu 80 mm. Alle diese Modelle wurden von MAN produziert und gingen nicht in Serienfertigung, da das gesamte Entwicklungsprogramm abgebrochen wurde.
Der VK 901 (Ausf. G) basierte auf der Ausf. D und war dafür gedacht die Ausf. F abzulösen. Im Januar 1942 wurden zwei Fahrzeuge der Ausf. G modifiziert und mit einer 5 cm Pak 38 L/60 bestückt und an der Ostfront im Kampfeinsatz getestet.
Anfang 1943 gab es den Vorschlag den VK 903 (Ausf. H) in einen Jagdpanzer mit einer 7,5 cm Pak 42 L/70 umzuwandeln. Dieses Fahrzeug sollte die Bezeichnung "7,5 cm Pak 42 L/70 mit Kugelblende auf VK 903 erhalten. Der Vorschlag wurde allerdings nicht umgesetzt.

Am 30. April 1941 sah das "Panzerprogramm 41" vor die Ausf. H mit einer Stückzahl von 3.500 Fahrzeugen als Gefechtsaufklärungspanzer einzusetzen. Weitere 10950 sollten als reguläre Aufklärungspanzer eingesetzt werden. Im September 1942 wurden die Pläne wieder verworfen.

Während der Fortsetzung der Entwicklung für weitere Ausführungen wurden 1943 7 Vk 1601 (Ausf. J) produziert und der 12. Panzerdivision an der Ostfront zugeteilt. 1944 wurde eines dieser Fahrzeuge in einen Bergepanzer II Ausf. J umgewandelt. Das gleiche Fahrzeug kam 1944/45 innerhalb der Werkstatt-Kompanie der 116. Panzerdivision zum Einsatz.
All diese Entwicklungen von Prototypen führten schließlich zum VK 1303 ( Panzerspähwagen II Ausf. L "Luchs").
1942 baute Skoda einen Prototypen mit der Bezeichnung T-15 (Panzerspähwagen II Ausf. Skoda), der als Konkurenz zum Vk 1303 stehen sollte. Das Projekt wurde allerdings wieder verworfen.
Ein weiterer Entwurf war der VK 1602 "Leopard" der auf dem VK 1601 Ausf. J basierte und den "Luchs" ablösen sollte. Dies sollte ein Spähpanzer werden, der unter schweren Gefechtsbedingungen eingesetzt werden sollte. Auch dieses Projekt wurde verworfen.

Ausführungen Produktionszeitraum Produziert
Ausf. a1
1935 - Mai 1936
10
Ausf. a2
Mai 1936 - Februar 1937
15
Ausf. a3 Mai 1936 - Februar 1937
50
Ausf. b
Februar 1937 - März 1937
25
Ausf. c
1937
Ausf. A 1938 - 1940
1113
Ausf. B 1938 - 1940
Ausf. C 1938 - 1940
Ausf. D 1938 - 1941
Ausf. E 1938 - 1941 43
Ausf. F 1940 - 1943
524
Ausf. G1, G3, G4 (nA) VK 901
April 1941 - Februar 1942
12
Ausf. H (nA verst.) VK 903
September 1941
1 Prototyp
Ausf. J (nA verst.) VK 1601
April - Dezember 1942
22
"Leopard" VK 1602
März 1942 - Januar 1943
1 Prototyp
Ausf. M (nA verst.) VK 1301
August 1942
4
Ausf. L "Luchs" VK 1301
September 1943 - Januar 1944
104

Umbauten

Marder II (Sd. Kfz. 132)
Marder II (Sd. Kfz. 131)
Wespe (Sd. Kfz. 124)
Sturmpanzer II Bison
Beobachtungswagen II Ausf. C
Munitionsschlepper II
PzKpfw (Flammpanzer) II Flamingo (Sd. Kfz. 122) (Ausf D/E)
Brückenleger auf PzKpfw II Ausf. b (3 Fahrzeuge, 1939)
PanzerSpähwagen II Ausf. L Luchs
Schwimmpanzer II Ausf. A-C (52 Fahrzeuge)
Bergepanzer II Ausf D/E
Ladungsleger II
Panzer-Beobachtungswagen II
Pioner-Kampfwagen II / PzKpfw II ohne Aufbau
5cm PaK38 L/60 auf Fahrgestell PzKpfw II (Sf) - Ausf A/B/C
Feuerleitpanzer II

Einsatz

Die ersten PzKpfw II wurden im Frühjahr 1936 an die Truppe ausgeliefert und war bis 1942 im Dienst. Danach diente er hauptsächlich als Ausbildungspanzer.
Es wird davon ausgegangen das einige Fahrzeuge (Ausf. b und A) innerhalb der Panzer-Abteilung 88 der Legion Condor während des Spanischen Bürgerkriegs zum Einsatz kamen.

Polen
Beim Polenfeldzug wurde der PzKpfw II mit einer Stückzahl von 1.223 Fahrzeugen als Kampfpanzer verwendet und war damit der am meist vertretene deutsche Panzer. Während des Feldzuges gingen 83 PzKpfw II verloren, davon 32 alleine bei der Schlacht um Warschau.

Norwegen
In Norwegen kamen 18 PzKpfw II innerhalb der Panzer-Abteilung 40 z.b.V. zum Einsatz. Hier wurden sie als Infanterieunterstützung eingesetzt.

Balkan
Am 6. April 1940 waren 260 PzKpfw II für das Unternehmen "Marita" eingeplant.

Westfeldzug
Am 10. Mai 1940 standen 920 PzKpfw II bereit.

Russlandfeldzug

782 PzKpfw II wurden an der Ostfront eingesetzt. Der Großteil viel sowjetischer Panzerabwehr oder Panzern zum Opfer.
Für die deutsche Sommeroffensive 1942 standen noch 381 PzKpfw II zur Verfügung. Am 1. Juli 1943, kurz vor dem Unternehmen "Zitadelle" waren es noch 107.

Nordafrika
Innerhalb des Afrikakorps erwies sich der PzKpfw II dank des weiträumigen Geländes als sehr hilfreich.

Am 1. Oktober 1944 befanden sich noch 386 PzKpfw II im Dienst, danach wurden sie nicht mehr erfasst.
Die einzigen Waffen-SS Einheiten die mit dem PzKpfw II ausgestattet waren, sind die "Leibstandarte", 2Das Reich" und 2Wiking" an der Ostfront. Die 2Leibstandarte" erhielt ihre ersten PzKpfw II der Ausführung F Ende 1942, welche dann im Frühjahr 1943 wieder abgezogen wurden.

Technische Daten


Ausf.a1-a3
Ausf. A-C Ausf. D, E
Ausf. FAusf. L


Hersteller




Herstellungsjahr 1935 - 1937
1938 - 1940
1938-1941 1940-1943 1943-1944
Produktionszahl
75 1113 43 527 104
Besatzung 3 3 3 3 4
Gewicht 7,6 t
8,9 t
10 t
9,5 t
11,8 t
Maße LxBxH
4,38 x 2,14 x 1,95 4,81 x 2,22 x 1,99
4,63 x 2,30 x x 2,02
4,81 x 2,28 x 2,02
4,63 x 2,49 x 2,13
Motor Maybach HL 57 TR 6-Zylinder
Maybach HL 62 TRM 6-Zylinder
Maybach HL 62 TRM 6-Zylinder Maybach HL 62 TRM 6-Zylinder Maybach HL 66 P 6-Zylinder
Leistung 130 PS, 2.600 U/Min.
140 PS, 2.600 U/Min. 140 PS, 2.600 U/Min. 140 PS, 2.600 U/Min. 180 PS, 3.200 U/Min.
Betriebsstoff 170 l 170 l 200 l
170 l 236 l
Verbrauch Straße,Gelände



Fahrbereich Straße/Gelände 200 km / 130 km
200 km / 130 km 200 km / 130 km 200 km / 100 km 150 km / 150 km
Höchstgeschwindigkeit 40 km/h
40 km/h
55 km/h
40 km/h
60 km/h
Panzerung 8-15 mm 10-15 mm 10-30 mm 10-35 mm 13-30 mm
Bewaffnung 2 cm KwK 30
MG 34
2 cm KwK 30
MG 34
2 cm KwK 30
MG 34
2 cm KwK 30
MG 34
2 cm KwK 38
MG 34
Munition 180 Schuss
180 Schuss 180 Schuss 180 Schuss 330 Schuss


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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 10. Februar 2012 um 03:20 Uhr
 

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