Panzer Spezialpanzer Panzerjäger Borgward "Wanze"
Panzerjäger Borgward "Wanze"
Borgward B IV Ausführung mit Raketenpanzerbüchse 54

Panzerjäger Wanze
Eine "Wanze" (Mitte) in der Nähe des Brandenburger Tors.
Dieses Fahrzeug war ein Umbau des Borgward IV, bei dem ein Gestell mit sechs 8,8 cm Raketenpanzerbüchse 51/1 montiert wurden. Sein Spitzname war "Wanze".
Es war eine typische Interimslösung, da Anfang 1945 keine Basis mehr vorhanden war um fortschritliche Entwicklungen durchzuführen.

Die Raketenpanzerbüchse 51/1 war ein 8,8 cm rückstossfreier Werfer der Raketen mit 3,3 kg abfeuerte. Die Geschosse konnten eine Panzerung auf 200 m von bis zu 22 cm durchschlagen.

Idee, Entwicklung und Bau

Ausgebombte Städte und verschüttete Straßen erschwerten jede Bewegung von Fahrzeugen. Im Februar/März 1945 forderte man daher einen möglichst kleinen und wendigen Panzerjäger. Eine Neuentwicklung oder gar die Produktion eines solchen Fahrzeugs war zu diesem Zeitpunkt allerdings keine Option.
Das Fahrzeug sollte einen 6-fach Werfer für die Raketenbüchse 51/1 tragen und aus geschützter Position feuern können. Für die befreifte Version war der VW-Kübelwagen eine Option, für ein Kettenfahrzeuge erwies sich die Suche nach einem geeigneten Träger allerdings schwieriger.
Als erstes versuchte man den PzKpfw I, welcher teilweise noch als Fahrschulpanzer im Einsatz war. Weiters wurden französische Beutepanzer des Typs Renault UE(f) getestet, welche zuvor zu Munitionsschleppern umgebaut wurden. Als Fahrzeug das in ausreichender Menge zur Verfügung stand kam man schließlich auf den Borgward IV, von dem 318 Fahrzeuge in Reserve standen und weitere 79 bei der Truppe im Einsatz waren. Schließlich entschloss man sich für den Borgward IV und baute diese zum "Panzerjäger Wanze" um.

Erbeutete Wanze
Eine von russischen Soldaten erbeutete "Wanze" in Berlin 1945.
Der Umbau von 56 Fahrzeugen auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr erfolgte teilweise auf verschiedene Weise, so wurde beim Borgward IV Ausf. B links vom Fahrersitz ein Sitz für den Schützen eingebaut. Der Werfer wurde links vom Schützen platziert, welcher den Werfer mit der Schulter bewegen konnte. An den Rohren des Werfers wurde Platte angebracht um den Schützen vor Splittern, die beim Abfeuern der Raketen aufgeschleudert wurden, zu schützen. Beim Borgward IV Ausf. C wurden ähnlich vorgegangen, wobei der Fahrersitz ganz links angebracht war.
Bei allen "Wanzen" wurden an der Frontplatte 3 Vernebelungs-Rohre angebracht, mit denen sich das Fahrzeug ungesehen vom Gegner zurückziehen konnte.

Bekannte Einsätze

Im April 1945 kämpfte eine Panzer-Versuchs-Abteilung im Raum Berlin. Diese Einheit war teilweise mit der Version des VW-Kübelwagen und mit dem umgebauten Borgward IV ausgerüstet. Ein größerer Einsatz dieser Fahrzeuge ist bisher nicht bekannt.
Bei den Endkämpfen in Berlin waren alle Fahrzeuge teil der Panzer-Vernichtungs-Abteilung 1.
Es ist ein Foto bekannt, auf dem eine verlassene "Wanze" in Berlin im Sektor der 11. SS-Panzergrenadier-Division "Nordland" zu sehen ist.
In Berlin-Wilmersdorf wurden beide Versionen (Kübelwagen und Borgward) gegen das sowjetische 9. Regiment (mech.) eingesetzt.


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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 06. Juni 2011 um 04:01 Uhr
 

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