Panzer Spezialpanzer Schwerer Sprengladungsträger B IV - Sd.Kfz.301
Schwerer Sprengladungsträger B IV - Sd.Kfz.301

Schwerer Sprengladungsträger B IVDer schwere Sprengladungsträger B IV war das Ergebnis der Weiterentwicklung ferngesteuerter Kleinstminenräumpanzer vom Typ B I und B II, die bereits 1939 vom Oberbefehlshaber des Heeres für die Spezialpioniere gefordert worden waren, sich aber im Versuch nicht sonderlich bewährt hatten.
Die Firma Borgward, die diese Minenräumer gebaut hatte, modifizierte sie deshalb 1941 zum Sprengladungsträger B IV, nach dem von der Wehrmacht Bedarf an derartigen Fahrzeugen angemeldet worden war. Die von der Firma Hagenuk Kiel, gefertigte Fernsteuerung des B IV, deren maximale Reichweite 2 km betrug, erfolgte über Funk. Zum Einsatzort wurde der Ladungsleger allerdings von einem Fahrer gebracht, der in der Mitte des Fahrzeugs saß. Der Fahrersitz war zum Schutz vor Beschuss mit 8 mm dicken Blechen abgedeckt, die aber meist zur Seite geklappt waren, damit man das Gefechtsfeld besser überblicken konnte.
Der im Heck angeordnete 49 PS-Motor gab seine Leistung über ein links neben dem Fahrersitz liegendes Getriebe auf die beiden vorderen Treibräder und somit die Gleiskette ab. Die Sprengladung von 500 kg war in einem keilförmigen Behälter untergebracht, der am Bug des Fahrzeugs von zwei Schwingarmen gehalten wurde. Die Befestigung konnte mittels Sprengnieten entweder mechanisch oder über Funk gelöst werden. Der Behälter rutschte dann, durch sein eigenes Gewicht in Bewegung gesetzt, die um 47° geneigte Rampe hinab.
Die Spätzündung der Ladung ermöglichte es, das Fahrzeug noch rechtzeitig aus der Gefahrenzone zu lenken und es so vor der Zerstörung zu bewahren.

Der schwere Ladungsträger B IV wurde ab 1942 als Sd.Kfz. 301 Ausf. A in Serie gebaut. Die ab 1943 produzierte Ausführung B unterschied sich nur in Details von der vorangegangenen, war aber um 0,4 t schwerer.
Ende 1943 kam ein wesentlich stärkerer Motor mit 78 PS zum Einbau. Da hierzu der Heckraum erhöht werden musste, änderte sich auch das Aussehen des Fahrzeugs auffallend. Im Dezember 1944 wurde dann die Fertigung dieser Abschlussausführung des B IV (Ausf. C) wegen der fortgeschrittenen Kriegsereignisse aufgegeben. Insgesamt sind bis dahin 1193 Fahrzeuge des Sd.Kfz. 301 aller Baureihen an die Truppe ausgeliefert worden.

Technische Daten

Länge 3,65 m
Breite 1,80 m
Höhe 1,19 m
Gewicht 3,6 t
Schwerer Sprengladungsträger B IV Skizze

Einsätze während dem Unternehmen "Zitadelle" (Originalmeldungen)


Pz.Kp.FKL 312 bei der schweren Panzer-Abteilung 505
Der Einsatz der Kompanie vor den Tiger-Panzern als Gefechtsaufklärung entsprach der taktischen Forderungen und hatte folgende gute Erfolge:
Es wurde ein B IV auf 800 m Entfernung gegen ein Paknest von 2-3 Paks eingesetzt, dass durch Totalzündung einschließlich der sich hier zusammenballenden Infanterie vernichtet wurde.
Ein B IV wurde auf 400 m gegen einen T-34 eingesetzt. Der T-34 wurde beim Rammversuch durch Totalzünden vernichtet.
3 B IV auf 400-600 m gegen 3 schwere Geschützbunker gelenkt, vernichteten sämtliche Bunker durch Totalzündung.
Ein B IV gegen einen Pak-Bunker gelenkt, erreichte diesen, obwohl er 10 m vor dem Bunker in Brand geworfen wurde, und vernichtete den Bunker.
2 B IV auf 800 m gegen Pak-Besatzung und 1 l.G.Stellung eingesetzt, vernichtete beide.
1 B IV erreichte eine russische Stellung, wurde mit Brandflaschen beworfen und zur Entzündung gebracht. Die Totalzündung hatte verheerende Wirkung in der feindlichen Stellung.
In vier Fällen wurden B IV durch Abwehrwaffen während des Fernlenkens abgeschossen. Hierbei gelang er zweimal, die eingebauten FKL-Geräte zu bergen, während die beiden anderen ausbrannten. Insgesamt wurden an 4 Gefechstagen 20 B IV eingesetzt.

Pz.Kp.FKL 314 bei I./Panzerjäger-Regiment 656

Ein sehr dichtes und tief gegliedertes Minenfeld sperrte den Zugang zur russischen Hauptkampflinie, die gleichzeitig durch sehr heftiges Artillerie-Sperrfeuer abgeschirmt war. gemäß Angriffsbefehl begann die Kompanie 3 Minengassen zu sprengen. Infolge der großen Tiefe des Minenfeldes wurden hierdurch insgesamt 12 B IV verbraucht. Die so gesprengten Gassen wurden von den Leitpanzern ohne Beschädigung durch Minen durchschritten.
Das im Angriffsbefehl vorgesehene Trassieren der Gassen durch Pioniere erfolgte nicht, da die Pioniere infolge des überaus heftigen Artillerie-Feuers nicht vorwärts kamen. Hierzu entstand ein Stopp im Angriff. Bei der Vielzahl der Artillerie-Einschläge auf dem Gefechtsfeld gelang es den schweren Panzerjägern "Ferdinand" nicht mehr, die durch die  B IV gerissenen Gassen, die nicht gekennzeichnet waren, klar zu erkennen, zumal auf der festen Grasnarbe auch die Kettenspuren der B IV nicht zu sehen waren. Hierdurch trat trotz der gesprengten Gassen Ausfälle bei Ferdinand durch Minen ein.  Im weiteren Verlauf des Angriffs wurden 7 B IV total gezündet. Von diesen fiel einer in einem von Infanterie besetzten Graben und vernichtete die den B IV mit Handgranaten und Nahkampfmitteln angreifenden Grabenbesatzung.
2 B IV wurden gegen ein stark besetztes Waldstück gelenkt, vor dem die Infanterie nicht vorwärts kam, und dort total gezündet. Danach wurde hier kein Widerstand mehr geleistet. Während des ganzen Angriffs fielen 4 B IV durch Artillerie-Treffer aus, von denen einer im geschärften Zustand, d.h. bei eingeschraubten Zündern, detonierte und 3 ohne Zünder ruhig abbrannten.

Pz.Kp.FKL 313 bei II./Panzerjäger-Regiment 656
Durch ein nicht bekanntes eigenes Minenfeld, in das ein Zug der Kompanie beim Anrollen zum Einsatz geriet, fielen 4 B IV aus. So wurde von dem anderen Zug nur eine Gasse in das russische Minenfeld geschlagen, wozu 4 B IV verbraucht wurden.
Durch Artillerie-Beschuss wurde 1 B IV im Bereitstellungsraum getroffen und detonierte, wobei 2 weitere B IV in brand gerieten und gleichfalls detonierten. Der Unterzeichnete konnte die Ursache dieses Vorfalls nicht restlos klären, da die dazugehörige B IV Fahrer und Pioniere hierbei fielen. Es wird vermutet, dass die Zünder schon in die Ladung eingesetzt waren, die durch die Hitze der brennenden Ladung detonierten. Ein weiterer B IV wurde während des Fernlenkens durch Artillerie getroffen und detonierten ebenfalls.
Im weiteren Angriffsverlauf wurden durch 3 B IV eingebaute Paknester und ein Bunker vernichtet und hierdurch ein tatsächlicher und moralischer Erfolg erzielt.
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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 14. November 2010 um 06:48 Uhr
 

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