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Leichter Panzer: Vickers Mk. E |
Ende der 20-er Jahren wurde klar das die polnische Armee über moderne Panzer verfügen muss, die in Polen produziert wurden. Da die polnischen Ingenieure keinerlei Erfahrungen mit dem Panzerbau hatten wurde entschlossen Lizenzen von außerhalb aufzukaufen. Diese sollte als Basis für spätere polnische Panzerentwicklungen dienen. Das polnische Verteidigungsministerium stand seit 1926 in Kontakt mit der britischen Firma Vickers-Armstrong. Zunächst wurde den Polen die mittelschweren Panzer Vickers Mark C und D angeboten, doch diese wurden abgelehnt. 1928 entwickelte Vickers-Armstrong dann den neuen Vickers 6t-Panzer, auch bekannt als Mark E (Mk.E). Dieser war zu Beginn der 30-er Jahre eienr der modernsten Panzer weltweit. Von ihm wurden zwei Versionen entwickelt: der Mk.E Typ A mit Doppelturm, bewaffnet mit MGs und der eintürmige Mk.E Typ B, welcher der erste Panzer mit koaxialer Kanone und MG in einem Turm war.
Der erste 6 t-Panzer wurde im September 1930 in Polen getestet. Die Bewertungen fielen sehr gut aus. Dennoch litt der Panzer an einigen Mängeln, z.B. dem schnell überhitzten Motor, der dünnen Panzerung und dem beengten Platz im Innenraum. Polen wollte ursprünglich den Rad-und-Ketten-Panzer der Firma Christie kaufen, doch als Christie nicht liefern konnte, bestellte man den Vickers-Panzer. Im September 1931 kaufte Polen 50 Panzer des Typs Vickers Mk.E Typ A mit einer entsprechenden Lizenz zum Nachbau. 38 Panzer wurden komplett an Polen geliefert, die restlichen in Einzelteilen um sie vor Ort zusammenzusetzen. Die 12 Panzer die in Einzelteilen geliefert wurden, wurden allerdings nicht in Polen zusammengebaut. Weiters wurde die Produktion ausgesetzt. Statt dessen machten sich polnische Kostrukteure daran eigene Erweiterungen auf Grundlage des Vikcers Mk.E zu entwickeln. Der neue polnische Entwurf wurde VAU-33 (Vickers-Armstrong-Ulepszony) genannt, "Ulepszony" stand für "Erweitert" und "33" für das Baujahr. Später erhielt der Panzer die Bezeichnung 7TP. Die Hauptänderung ware ein stärkerer Diesel-Motor. Die Einzelteile der 12 Vickers-Panzer wurden dann zur ersten 7TP-Serie verwendet.
Die bestellten 38 Panzer wurden zwischen Sommer 1932 und Anfang 1933 geliefert. Alle 38 Panzer waren in der Version Typ A mit Doppelturm. Diese Panzer wurden gleich modifiziert in dem große Lufteinlässe hinter dem Kampfraum angebracht wurden um so den Motor besser zu kühlen. Die Panzer wurden im August 1934 offiziell von der polnischen Armee übernommen, nach dem zwei panzer über eine Strecke von 1.200 km getestet wurden. Noch im gleichen Jahr wurden 22 dieser Panzer in die Version Typ B (mi einem Turm) umgebaut. In den nächsten zwei Jahren kam es zu weiteren Umbauten und Modifikationen, die allerdings meist aufgrund der hohen Kosten nicht umgesetzt wurden.
Polnische Vickers Mk.E Panzer unterschieden sich durch ihre beiden großen Lufteinlässe von allen anderen Vickers Mk.E. Auf dem hinteren Kotflügel wurde Ende der 30-er Jahre noch eine Verstaubox angebracht.
Bewaffnung und Ausrüstung
Alle nach Polen gelieferten Panzer wurden ohne Bewaffnung geliefert. In Polen wurden sie vorerst mit zwei 7,92 mm wz. 25 Hotchkiss ausgestattet. Ende 1933 wurden 16 dieser Panzer mit einem 13,2 mm wz. 30 Hotchkiss im rechten Turm und einer 7,92 mm wz. 30 Browning im linken Turm bewaffnet. Einige Panzer erhielten die 37 mm wz. 18 (SA-18) Puteaux L/21 Kanone im rechten und eine 7,92 mm wz. 25 MG im linken Turm.
Nach dem sich die 37 mm wz. 18 aufgrund ihrer geringen Durchschlagskraft nicht bewährte und der zweitürmige Panzer keine größere Kanone aufnehmen konnte, wurden einige Panzer 1934 in Einturm-Panzer umgebaut. Zu diesem Zweck kaufte Polen aus England 22 Türme des Vickers Mk.E Typ B. Diese wurden mit 47 mm Vickers QF-Kanonen bestückt. Als koaxiale MG wurde rechts der Kanone eine 7,92 mm wz. 30 angebracht. Die 16 übrig gebliebenen Doppeltrum-Panzer erhielten je zwei 7,92 mm wz. 30. Die Umrüstung dauerte bis 1937. Panzerung Die Panzerung der polnischen Vickers Mk.E war die Gleiche wie die aller anderen Vickers Mk.E: vernietete gewalzte Panzerplatten mit einer Dicke von 13 mm an der Rumpffront und an den Seiten und 8 mm hinten. Die Türme (bei beiden Versionen) waren mit 13 mm gepanzert.
Ausrüstung Die polnischen Vkcers Mk.E waren grundsätzlich nicht mit Funk ausgestattet. Erst kurz vor Kriesgbeginn wurden 4 Panzer der 12. Kompanie mit polnischen RKB/C-Funkgeräten ausgerüstet.
Einsatz
Als die Panzer in Dienst gestellt wurden, waren sie der 3. Panzer-Abteilung in Warschau zugeteilt. Als ca. 1937 die neuen 7TP-Panzer eingeführt wurden, wurden die Vickers-Panzer dem 2. Panzer-Abteilung in Zurawica, nahe Przemsyl zugeteilt. Eine zweite Einheit die mit Vikers-Panzer ausgerüstet wurde war die 11. Panzer-Abteilung in Modlin. Die 5 Panzer jeder Abteilung waren sog. Mob-Reserve und wurden zu Friedenszeiten nicht genutzt. Die restlichen Panzer wurden intensiv für die Ausbildung genutzt und waren bis 1939 schon stark abgenutzt.
Zwischen 4. und 20. September 1938 wurden 20 Panzer in großen Manövern in Wolyn genutzt. Dort bildeten sie eine Kompanie der 10. Kavallerie-Brigade 8mot). Diese Manöver waren in Wirklichkeit Vorbereitungen um die Provinz Zaolzie, welche hauptsächlich von Polen bevölkert war und von den Tschechen 1918 eingenommen wurde, zurückzuerlangen. Die polnische Regierung nutzte den Moment in dem Hitler den westlichen Teil der Tschechoslowakei beanspruchte und besetzte Zaolzie am 22. September 1938 mit der 10. Kavallerie-Brigade, welche Teil der Operationsgruppe "Schlesien" war. Die Brigade und deren Panzer blieben die folgenden zwei Monate in Zaolzie.
1939 Während der Mobilisation im August 1939 wurden die Vickers-Panzer auf zwei leichte Panzerkompanien aufgeteilt. Eine leichte Panzerkompanie besaß 16 Panzer. Davon waren 10-11 eintürmige und 5-6 zweitürmige Panzer. Eine Kompanie bestand aus einem Kommandowagen und 3 Zügen mit jeweils 5 Panzern. Eine der Kompanien war die 121. leichte Panzerkompanie unter Leutnant Stanislaw Raczkowski. Diese kämpfte inenrhalb der 10. Kavallerie-Brigade (mot) gegen gepanzerte deutsche Verbände in den Beskiden. Die Kompanie, verstärkt mit zwei Tanketten-Kompanien, wurde als "Feuerwehr" an der Front eingesetzt. Am 3. September 1939 griffen die Panzer entlang einer Strasse an wo sie die Infanterie der 2. deutschen Panzerdivision aufhalten konnte, welche die Flanke des 10. Schützen-Regiment attackierte. Am 4. September wurden die Panzer zur Unterstützung des 24. Lanzen-Regiments eingesetzt um die deutsche 4. leichte Division und die 3. Gebirgsdivision aufzuhalten. An diesem tag verlor die Wehrmacht 3 Panzer und 2 gepanzerte fahrzeuge. Der deutsche Vorstoss konnte kurzzeitig gestoppt werden, dabei gingen 2 Vickers und einige Tanketten verloren. An den folgenden Tagen waren die Panzer fast pausenlos im Einsatz. Am 6. September ging ein weiterer bei Wisnicz verloren.
Am 8. September agierte die Kompanie als Nachhut der 10. Kavallerie-Brigade (mot). Während eines Nachtmarsches ging ihr jedoch der Treibstoff aus. In der Nähe fand sich ein wenig Treibstoff, doch damit konnten nur 3 Panzer ihren Weg fortsetzen. Diese erreichten am Abend des 8. September Kolbuszowa. Dort wurden sie der 6. Infanterie-Division zur Stärkung der Moral unterstellt, später dann der 21. Gebirgsdivision. Am 15. September nahmen die Panzer an der Schlacht bei Oleszye teil, wo sie auf die deutsche 45. Infanterie-Division trafen. Die Panzer wurden hier zum Schutz des Divisionsstabes eingesetzt. Die eingeschlossene 21. Gebirgsdivision kapitulierte am 16. September, ihr Kommandeur general J.Kustron fiel zuvor bei einem Ausbruchsversuch. Einer der 3 Panzer wurde durch deutsche Artillerie zerstört, die anderen beiden wurden von der Wehrmacht erbeutet.
Die restlichen Panzer der 121. Kompanie befanden sich am 9. September in Kolbuszowa und wurden dort zur Verteidigung der Stadt gegen die deutsche 2. Panzerdivision eingesetzt. Die harten Kämpfe dauerten bis zum Abend. Die Kompanie verlor dabei 3 Panzer, als sie den Rückzug der polnischen Truppen über den Fluss Leg deckte. Unbestätigten Berichten zufolge sollen 6 Panzer später noch bei der 6. Infanterie-Division eingesetzt gewesen sein und am 17. und 18. September bei einem Angriff in Narol und Belzec teilgenommen haben. Zu dieser zeit sollen 3 weitere Panzer verloren gegangen sein.
Die zweite Einheit mit Vickers-Panzern war die 12. leichte Panzerkompanie der Warschauer gepanzerten Brigade. Während der Mobilisation erhelten 4 Panzer noch Funkgeräte. Im August und in den ersten beiden Septemberwochen 1939 wurde die Brigade formiert und ausgebildet. Sie stand am rechten Ufer der Weichsel. Den ersten Einsatz hatten die Panzer am 13. September gegen den deutschen Brückenkopf nahe der Kleinstadt Annopol. Beim ersten Angriff verlor die Kompanie 2 Panzer. An den folgenden tagen befanden sich die polnischen Truppen auf stetigem Rückzug. Einige Panzer hatten technische Probleme und mussten zurückgelassen werden. Auch hier kam es zu Treibstoffproblemen. Es kam nur noch zu kleineren Kampfhandlungen, wo am 17. September zwei deutsche gepanzerte Fahrzeuge von Vickers-Panzern zerstört werden konnten.
Die letzte Schlacht - zugleich die zweitgrößte Panzerschlacht im Jahr 1939 - war die Schlacht um die Kleinstadt Tomaszów Lubelski. Innerhalb der Warschauer Brigade sammelten sich sämtliche versprengte und zerschlagene polnischen Truppenteile der Gegend. Dazu gehörten auch 7TP-Panzer der 1. leichten Panzer-Abteilung und einige Tanketten. Der Ort und die benachbarten Dörfer wurden vom deutschen 11. Schützen-Regiment (mot), einer Panzer-Kompanie und einem Bataillon der 4. leichten Division gehalten. Langsam strömten auch Teile der 2. Panzerdivision dort ein.
Der erste Angriff erfolgte am Morgen des 18. September. 8 Vickers-Panzer und einige Tanketten der 11. Kompanie unterstützten den Angriff des 1. Schützenregiment (mot) von Nordwesten her. Andere polnische Einheiten griffen von Westen aus an. Nach schweren Kämpfen musste der Angriff schließlich abgebrochen werden. 4 Vickers-Panzer und 8 Tanketten gingen bei diesem Angriff verloren. In der Nacht starteten die polnischen Verbände einen erneuten Angriff. Nach heftigen Kämpfen konnten die polnischen Truppen kleine Erfolge erzielen, doch nur noch ein Vickers-Panzer war übrig geblieben. In der folgenden nacht unternahm die polnische Armee einen erneuten Angrigg, unterstützt vom letzten verbleibenden Vickers-Panzer und 7 7TP-Panzern. Auch dieser Angriff schlug fehl und nur ein einziger 7TP blieb übrig. Am 20. September kapitulierte die Brigade schlieslich nach einem erfolglosen Ausbruchsversuch.
Die verbleibenden Ausbildungspanzer, 4-5 doppeltürmige Vickers, wurden später in improvisierte Einheiten verteilt. Auf dem Weg in Richtung ungarische Grenze wurden am 18. September 1939 3 Vickers und einige Tanketten von sowjetischen Panzern der 23. Panzerbrigade zerstört. Alle erbeuteten Panzer seitens der Wehrmacht oder der Roten Armee wurden nicht weiterverwendet.
Technische Daten
| Besatzung |
3 |
| Gewicht |
7,35 t |
| LxBxH |
4,56 x 2,41 x 2,16 |
| Geschwindigkeit |
35 km/h |
| Reichweite |
160 km / 90 km |
| Verbrauch |
110-200 l / 100 km |
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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 11. Januar 2010 um 02:43 Uhr |