Polnische Panzer im Einsatz
Polen litt bei Ausbruch des Krieges unter mehreren Nachteilen gegenüber Deutschland. Wirtschaftlich unterentwickelt und am Mangel von Forschung und militärischen Entwicklungen leidend, offenbarte sich die Unterlegenheit schon kurz nach Ausbruch des Krieges.
In der Zeit zwischen den Weltkriegen hielt das polnische Militär an der Kavallerie fest, während andere Nationen sich auf die Weiterentwicklung von Panzern konzentrierten.
Zahlenmäßig, technisch und taktisch war die Wehrmacht der polnischen Armee überlegen. Hinzu kam, dass Polen bei Ausbruch des Krieges nur einen Teil seiner Soldaten und Reservisten mobilisiert hatte.

Um der Wehrmacht entgegenzutreten bildete die polnische Armee die folgenden gepanzerten Einheiten:
- 2 leichte Panzerbataillone (7TP)
- 1 leichtes Panzerbataillon (R35)
- 2 leichte Panzerkompanien (Vickers)
- 3 leichte Panzerkompanien (FT17)
- 11 gepanzerte Gruppen (WZ29 und WZ34 (gepanzerte Fahrzeuge) und einige TK/TKS)
- 15 selbstständige Panzerkompanien (TK/TKS)
- 4 Panzerschwadrone (TK/TKS)

Die Anzahl der Fahrzeuge belief sich auf rund 450 TK/TKS, inkl. 50 Fahrzeuge die für den Einsatz auf Panzerzügen vorgesehen waren, 125 7TP, 50 R35, 55 FT17, 35 Vickers und 90 gepanzerte Wagen.

Innerhalb der polnischen Armee war es üblich kleine gepanzerte Einheiten in verschiedenen anderen Formationen einzusetzen, daher gab es keine reinen Panzergroßverbände. Dennoch gab es einige nennenswerte Aufeinandertreffen mit deutschen Panzern.
Ein Beispiel war die Konfrontation am 4. September 1939 zwischen 7TP-Panzern des 2. leichten Panzerbataillon und einer deutschen Kolonne. Das Ergebnis dieses Aufeinandertreffens waren 6 zerstörte deutsche Panzer und zwei gepanzerte Fahrzeuge. Dabei ging nur ein 7TP-Panzer der 3. Kompanie verloren. Die 2. Kompanie war Teil eines Angriffes, unterstützt von Infanterie, gegen eine deutsche Verteidigungsstellung. Dabei gingen 2 Panzer verloren.

Während des Rückzuges mit der Armee Lodz vernichtete die 2. Kompanie eine Kolonne mit 8 deutschen gepanzerten Fahrzeugen und 2 Sturmgeschütze. Etwas später am gleichen Tag, konnten weitere 11 deutsche Panzer und 6 gepanzerte Fahrzeuge vernichtet werden, während auf polnischer Seite 2 Panzer verloren und 5 beschädigt wurden.
Die 1. und 3. Kompanie zerstörten 4 deutsche Panzer ohne eigene Verluste.
Wegen dem Mangel an Treibstoff und Nachschub wurde das Bataillon nicht mehr eingesetzt.

Die 7P-Panzer des 3. Bataillon, verstärkt durch eine weitere Kompanie, zerstörten den Großteil der 40 zerstörten deutschen Panzer vor Warschau am 8. September. Am Folgetag verlor die Einheit allerdings selbst den Großteil seiner Panzer.

Das 1. leichte Panzerbataillon (7TP) hatte einige wenige kleine Kämpfe, als es zwischen den polnischen Armeen wechselte. Als die Einheit in Richtung Warschau zurückgezogen wurde, vernichtete sie einen deutschen Panzer und 2 gepanzerte Fahrzeuge. Die Teile des Bataillons, welche Warschau erreichten, schlossen sich der warschauer motorisierten Brigade an und kämpften bei Tomaszow Lubelski zwischen dem 17. und 20. September.
Die Brigade sollte den deutschen Vormarsch verlangsamen und dann durch die feindlichen Linien stossen um so eine Verbindung mit den Armeen Lodz und Karpaty herzustellen. Obwohl durch den Überraschungsmoment erste Erfolge erzielt werden konnten, kam der Vorstoß durch Treibstoff- und Munitionsmangel fast zum erliegen.

Die TK/TKS-Einheiten ereilte das gleiche Schicksal wie die Formationen denen sie zugeteilt waren. Es gab einige wenige reine Panzerkämpfe, bei denen der ein oder andere Erfolg zu vermelden war.
Das 21. leichte Panzerbataillon war am 1. September auf dem Weg zur Armee Lodz, welche jedoch nicht mehr erreicht werden konnte. Die Einheit wurde umgeleitet und später wurde ihr befohlen sich nach Rumänien abzusetzen. Die 34 Renault R35-Panzer überquerten die Grenze ohne einen einzigen Schuss abgegeben zu haben.

Die Einheit welche wahrscheinlich den größten Erfolg zu vermelden hatte, war die motorisierte 10. Kavallerie-Brigade. Die Brigade wurde sollte durh eine große Anzahl von Panzern verstärkt werden, doch 1939 besaß sie lediglich 12 Vickers-Panzer und 13 Aufklärungspanzer.
Sie war erst der Armee Krakau und dann der Armee Karpaty zugeteilt. Sie verzögerte den Vorstoß des deutschen XXII. Panzerkorps südlich von Krakau, wo die Brigade dem Angriff zweier deutscher Panzerdivisionen standhielt.Sie beendete den Polenfeldzug südlich von Lwow. Dem Großteil der Brigade gelang die Flucht nach Ungarn, von wo aus die meisten Offiziere und Soldaten ihren Weg nach Frankreich suchten.

Während des Polenfeldzuges wurden 217 deutsche Panzer zerstört. Der Großteil durch polnische Pak und Artillerie.

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 03. Dezember 2009 um 23:14 Uhr
 

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