Schützenpanzerwagen: wz. 34
polnischer Radpanzer Wz. 34
Wz. 34 in später Ausführung mit bereits schräg angebrachter Panzerung
Wegen der schlechten Infrastruktur Polens hielt man Halbkettenfahrzeuge in polnischen Armee für sehr geeignet, daher wurden aus Frankreich 135 Fahrzeuge des Typs Citroen-Kegresse B2 10CV mit Kegresee-Halbketten-Fahrwerk (Kegresee war Miterfinder des Halbekettenfahrzeugs) gekauft. Auf 90 dieser Fahrzeuge baute man ab 1927 einen Panzeraufbau der aus 8 mm starken verschraubten Panzerplatten gefertigt wurde. Diese Fahrzeuge erhielten die Bezeichnung Samochód pancerny wzór 28 (wz. 28) ("Gepanzerter Wagen Modell 28"). Bei der Form des Aufbaus orientierte man sich bei den gepanzerten Wagen in Frankreich.Mit diesen Fahrzeugen wurden die selbstständigen Panzerwagen-Abteilungen ausgerüstet.

Die Ketten erwiesen sich allerdings als begrenzt haltbar und so rüstete man Ende 1933 einige der wz.28 auf Räder um. Zwischen April und Juli 1934 wurden die neuen Radpanzer erfolgreich getestet, obwohl sich die Geländegängigkeit gegenüber den Ketten verschlechterte. Die Fahreigenschaften auf der Strasse wurden stark verbessert und so entschied man die Radpanzer unter der Bezeichnung wz.34 in der polnischen Armee einzusetzen.
Eine weitere Änderung war das Austauschen der Hinterachse gegen eine Achse des Fiat-618 LKW. Bis 1938 wurden 87 wz. 28 auf wz. 34 umgebaut.

Vom wz. 34 gab es drei verschiedene Ausführungen:
wz. 34: mit dem original aus Frankreich gelieferten BT4 Citroen-Motor des wz. 28
wz. 34-I: mit neuem Fiat-108 Motor
wz. 34-II: mit stärkerem Fiat-108-III Motor, hydraulischen Bremsen und beserrer Elektrik. Von dieser Ausführung wurden die meisten Fahrzeuge gebaut (60 Stück).

Die ersten Versionen des wz. 34 besaßen eine gerade Panzerung, erst die Nachfolgeversionenerhielten eine abgeschrägte Panzerung. Auch der Aufbau war bei den späteren Versionen etwas schmaler.
Bei der Bewaffnung wurden 30 Fahrzeuge mit französischen 37-mm-SA-18-Puteaux-L/21-Kanonen ausgerüstet, die jedoch zu schwach um selbst einen deutschen Panzer I ernsthaft zu gefährden. Die restlichen Fahrzeuge erhielten ein 7,92-mm-Hotchkiss-MG.
Die Besatzung bestand aus Mann, wobei der Kommandant auch gleichzeitig Richt- und Ladeschütze war. Die Kommunikation mit anderen Truppenteilen erfolgte durch Flaggen.

Bei der Mobilisierung 1939 wurden zehn gepanzerte Schwadrone mit den wz. 34 ausgerüstet (je Schwadron 7 Fahrzeuge), welche auf die Kavallerie-Bataillone aufgeteilt wurden.
Die polnische Armee wollte die Fahrzeuge hauptsächlich zur Aufklärung oder zur Unterstützung von schwachen Truppenteilen einsetzen. In Wirklichkeit wurden die wz. 34 aufgrund des Panzermangels direkt an der Front eingesetzt, wo sie hohe Verluste erlitten. Wegen ihrer schlechten Geländegängigkeit mussten die Fahrzeuge auf der Flucht immer wieder zurückgelassen werden.
Insgesamt werden rund 55% der Fahrzeuge im Kampf zerstört, 35% mussten wegen technischen Problemen und 10% wegen Treibstoffmangel aufgegeben werden.

Nach dem Polenfeldzug wurden einige wz. 34 von der Wehrmacht übernommen und bei der deutschen Polizei in Polen eingesetzt. 18 Fahrzeuge wurden 1941 an Kroation zur Partisanenbekämpfung abgegeben.

Technische Daten

Besatzung 2
Länge 3,62 / 3,75 m
Breite 1,91 / 1,95 m
Höhe 2,22 m
Gewicht 2,2 t
Panzerung 6-8 mm
Bewaffnung 7,92-mm-MG / 37 mm L/21
Motor 4-Zylinder Citroen Benzinmotor (20 PS) / Fiat-108 (24 PS)
Geschwindigkeit 50 / 55 km/h
Reichweite 250 km

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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 11. Januar 2010 um 02:24 Uhr
 

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