Schützenpanzerwagen: Peugeot
peugeot1920 kaufte die polnische Regierung 18 gepanzerte Wagen der Marke Peugeot aus Frankreich. Dieses Fahrzeug war das Standardfahrzeug in den 20-er Jahren in Polen und einige wurden sogar noch im Krieg 1939 eingesetzt.

Die ersten gepanzerten Wagen von Peugeot wurden im August 1914 in Frankreich gebaut. Es gab anfangs kein Standradmodell und so unterschieden sich die Fahrzeuge in Chassis, Panzerung und Bewaffnung. Die meisten waren mit einer 8 mm MG bewaffnet und als AM (Automitrailleuse) (Auto-MG) bezeichnet. Später kam noch das Modell AC Peugeot 18CV hinzu, der mit einer 37 mm Kanone bewaffnet war. Dieses Fahrzeug wurde im Ersten Weltkrieg innerhalb er französischen Armee eingesetzt.

Als Polen mit der Sowjetunion im Kriegszustand war und die sowjetischen Truppen im Sommer 1920 bereits Warschau bedrohten, versuchte die polnische Regierung zwischen 1919 und 1920 gepanzerte Wagen aus Frankreich zu kaufen, was jedoch nicht umgesetzt wurde.  Erst im Herbst 1920 verkaufte Frankreich 18 Peugeot-Fahrzeuge samt Ersatzteile nach Polen. Die Wagen wurden auf dem Seeweg nach Polen geliefert und erreichten Polen im Oktober 1920.
Von diesen Wagen waren nur 3 Fahrzeuge bewaffnet. Die polnische Armee rüstet die Bewaffnung nach und s standen der polnischen Armee 12 gepanzerte Peugeot mit MG und 6 Fahrzeuge mit Kanone zur Verfügung.

Nutzung und Einsatz

Als die Fahrzeuge im Oktober 1920 in Polen ankamen wurden sie nach Poznan (Posen) gebracht. Bald darauf bildeten sie die 1. (8 Fahrzeuge) und die 2. (10 Fahrzeuge) Abteilung mit gepanzerten Wagen. Nach diversen Quellen kamen die Fahrzeuge nicht mehr gegen die Sowjetunion zum Einsatz.
In den folgenden Jahren wurden polnische gepanzerte Einheiten immer wieder umorganisiert. Einige Peugeot-Fahrzeuge wurden auch als Ausbildungsfahrzeuge genutzt.

In den nächsten Jahren war das Peugeot-Fahrzeug das gepanzerte Standardfahrzeug der polnischen Armee.
Es stellte sich heraus das das Chassis trotz der dünnen Panzerung zu überladen war. Es wurde daraufhin die Achse verstärkt. Der offene Kampfraum stellte ebenfalls eine Schwäche dar und so plante man ein gepanzertes Dach einzuführen, doch diese Idee wurde wieder verworfen, da das Chassis damit wieder überladen wäre.
Die Fahrzeuge waren schnell veraltet und ab 1928 begann man damit sie gegen den wz. 28 auszutauschen. In den 30-er Jahren wurden einige Fahrzeuge dann bei der polnischen Polizei eingesetzt. 1935 dienten 12 Fahrzeuge als Ausbildungsfahrzeuge bei einer Kompanie in Bydgoszcz (Bromberg).
Ende 1935 wurden alle Fahrzeuge aus der polnischen Armee abgezogen, 1937 wurden 3 Fahrzeuge nach Portugal (für den Polizeieinsatz) verkauft.

Bei Ausbruch des Krieges waren die Fahrzeuge vom ersten Tag an im Einsatz. Als das deutsche Freikorps am 1. September 1939 versuchte das Kraftwerk in Chorzów einzunehmen, kamen die Fahrzeuge, die zu diesem Zeitpunkt im Dienst der polnischen Polizei standen, zum Einsatz und verstärkten die Verteidigung. Ein Fahrzeug ging dabei durch Handgranaten verloren.

Bewaffnung und Panzerung

6 Peugeot-Fahrzeuge waren mit 37 mm wz. 18 (SA-18) Puteaux L/21 Kanonen samt 40 Schuss bewaffnet. Die restlichen Fahrzeuge waren mit einer 8 mm Hotchkiss wz. 14 (Mle.14) MG samt 2.500 Schuss bewaffnet. In den 30-er Jahren wurden die MGs gegen 7,92 mm Hotchkiss wz. 25 ausgetauscht.
Die Waffen waren mit einem Schild geschützt. In jedem Fahrzeug befand sich zusätzlich eine Ersatz-MG.
Die Panzerung bestand aus vernieteten Stahlplatten in 5,5 mm Dicke. Der Kampfraum war offen und der Boden ungepanzert.

Technische Daten

Besatzung 4-5
Gewicht 3,6 - 4 t
LxBxH 4,80 x 1,80 x 2,80
Motor Peugeot 146 (18CV) 4-Zylinder, wassergekühlt, Benzin
Leistung 40-45 PS
Geschwindigkeit 40 km/h
Tankvolumen 45 l
Reichweite 140 km

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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 30. August 2010 um 20:46 Uhr
 

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