Bleiben sie aktuell. Jetzt unseren Newsletter abonnieren!
| Schützenpanzerwagen: wz 29 |
Der gepanzerte Wagen wz. 29 war allgemein als "Ursus" bekannt. Er war der schwerere polnische Wagen vor dem Krieg. Er wurde in nur einer von 11 Aufklärungs-Einheiten eingesetzt. Obwohl er 1939 veraltet war wurden einige Fahrzeuge erfolgreich im Kampf eingesetzt.Anfang 1929 forderte der polnische Generalstab die Entwicklung eines neuen gepanzerten Wagens für die Kavallerie, da man mit dem wz. 28 nicht zufrieden war. Die Entwicklung übernahm "Wojskowy Instytut Badan Inzynierii" (WIBI). Es wurde entschieden als Grundlage ein modifiziertes Chassis des URSUS A (ein 2 t LKW) zu nutzen. Dieser LKW war in Wirklichkeit ein italienischer LKW des Typs S.P.A. 25C, der ab 1928 in Lizenz gebaut wurde. Der erste Prototyp wurde im Juni 1929 fertig gestellt und getestet. Nach den Tests gab es nur noch am Turm Änderungen. Das Fahrzeg wurde im November 1929 von der polnischen Armee akzeptiert. Es erhielt die Bezeichnung "samochód pancerny wzór 29", kurz: wz. 29. Hauptsächlich wurde das Fahrzeug "Ursus" oder "CWS" genannt. Das Fahrzeug entsprach den typischen Entwicklungen der 20-er Jahre. Es hatte einen Hinterradantrieb, bot Platz für eine 4-köpfige Besatzung und war mit einer 37 mm Puteaux Kanone und 2-3 MGs ausgerüstet. Die Entwikclung selbst war stark von den Einflüssen der britischen (Austin ), französischen und sowjetischen gepanzerten Wagen beeinflusst. Das wz. 29 besaß anfangs ein MG zur Luftabwehr im Turm, doch dieses erwies sich als unzureichend und wurde Mitte der 30-er Jahre wieder entfernt. Trotz seiner Vorteile, wie die relativ starke Bewaffnung und ausreichend Panzerung, besaß er auch viele Nachteile. So war er vergleichsweise langsam und und litt unter schwerer Manövrierfähigkeit. Das Verwenden eines LKW-Chassis für die Entwicklung eines gepanzerten Wagens war für diese Zeit üblich und machte es einfacher diese Fahrzeuge zu produzieren und zu warten. Auf der anderen Seite jedoch, mangelte es an Allradantrieb, was die Geländegängigkeit der Fahrzeuge stark beeinflusste. Trotz seiner hohen Shilouette war im Inneren des wz. 29 nur sehr wenig Platz. Die Besatzung konnte nur 1,1 m in der Höhe nutzen, Grund dafür war das hohe Fahrgestell. Im Fahrzeug wurde eine zweite Fahrerposition eingerichtet, mit der man auch Rückwärts fahren konnte, doch es fehlte an geeigneten Mechanismen um auch so die volle Geschwindigkeit nutzen zu können. Trotz guter Ideen war der wz. 29 schnell veraltet, sein Motor war schwach und es mangelte an Funkeinrichtungen. Aufgrund der vielen Mängel bestellte die polnische Armee nur 10 Fahrzeuge. Diese wurden 1931 fertig gestellt. Ein Fahrzueg wurde komplett ohne Bewaffnung gefertigt. Es wurde als Propaganda- oder Polizeifahrzeug genutzt und wurde mit einem großen Lautsprecher im Turm ausgerüstet. Später wurde an einem Nachfolger für das wz. 29 gearbeitet. Dieser sollte auf einem Chassis des Saurer 6x4 beruhen, doch das Projekt kam nicht über die Reißbrettphase hinaus und wurde wieder aufgegeben. Das wz. 31 kopierte teilweise den "Ursus", war aber schneller und hatte etwas bessere Fahreigenschaften im Gelände. Auf der anderen Seite hatte dieser die gleiche veraltete Bewaffnung und war viel teurer zu produzieren. Einsatz vor dem Krieg Erstmals wurden 3 wz. 29 bei einem Manöver der Kavallerie im Sommer 1931 eingesetzt. Anfang 1936 befanden sich alle 10 Fahrzeuge in Modlin, nördlich von Warschau, als Ausbildungsfahrzeuge. Während der Mobilisation wurden 8 Wagen Ende August 1939 der neu gebildeten 11. Panzer-Abteilung als Aufklärungseinheit zugeteilt. Diese war Teil einer Kavallerie-Brigade der Armee "Modlin". Einsatz im Krieg
Vom ersten Tag des Krieges an wurden die Fahrzeuge der 11. Panzer-Abteilung intensiv zur Aufklärung und für Patrouille genutzt. Kurz danach sicherten sie die Rückzugsbewegungen der polnischen Einheiten. In einigen Fällen unterstützten sie auch Angriffe gegen die Wehrmacht. Obwohl die Fahrzeuge veraltet waren konnten sie sich dank ihrer Bewaffnung bewähren. |
| Besatzung | 4 |
| Gewicht | 4,8 t |
| LxBxH | 5,49 x 1,85 x 2,48 |
| Motor | Ursus-2A, Benzin, 4-Zylinder, wassergekühlt |
| Leistung | 35 PS |
| Geschwindigkeit | 35 km/h |
| Tankvolumen | 105 l |
| Reichweite | 380 km / 250 km |
