Die rumänische Kavallerie
Zu Beginn des Krieges verfügte die rumänische Armee über 26 Kavallerie-Regimenter. Es gab die sog. "Rosiori"- und "Calarasi"-Regimenter. Die "Rosiori" waren dabei die reguläre und eine Art Elite-Kavallerie, während die "Calasari" die territoriale Kavallerie darstellte. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es zwischen diesen beiden Arten keine Unterschiede mehr, lediglich der Name unterschied sie.

12 "Rosiori"- (1.-12.) und 6 "Calasari"-Regimenter (2., 3., 5., 9., 11. und 13.) bildeten 6 Kavallerie-Brigaden (1., 5.-9.). Die anderen 7 "Calasari"-Regimenter waren größeren Verbänden zugeteilt und bildeten dort die Aufklärungseinheiten. Jedes Korps hatte ein Kavallerie-Bataillon und jede Division ein Kavallerie-Schwadron zugeteilt.

1941 begann die Motorisierung. Ziel war die Motorisierung einer von drei Regimentern pro Brigade. Durch den mangel an Fahrzeugen konnten bis Kriegsbeginn jedoch nur 3 Brigaden teilweise motorisiert werden. Dies waren die 5., 6. und 8. Kavallerie-Brigade, welche das Kavallerie-Korps bildeten, welches der 3. Armee zugeteilt war.

Ein motorisiertes Kavallerie-Regiment wurde aus 2 Kavallerie-Bataillonen gebildet. Das erste Bataillon hatte zwei identische Schwadrone die mit 24 leichten MGs und 24 60 mm Mörsern ausgerüstet waren. das zweite Bataillon hatte ebenfalls zwei Schwadrone, wobei das zweite Schwadron mit schweren Waffen (8 MG, 4 13,2 mm Flak und 6 37 mm Pak) ausgerüstet war.

Im Winter 1941/42 gab es einige organisatorische Änderungen innerhalb der Kavallerie-Brigaden. Die Grundstruktur blieb die selbe, doch die Schwadrone der motorisierten Kavallerie-Regimenter erhielten nun 4 60mm Mörser und die 37 mm Pak der schweren Schwadrone wurde durch erbeutete 45 mm M32 Pak ersetzt. Diese Pak wurde bis Ende des Krieges zur Standard-Pak der Kavallerie.
Das Kavallerie-Regiment wurde um ein Schwadron erweitert. Dieses neue Schwadron war mit schweren Waffen ausgerüstet (8 MGs, 4 81,4 mm Mörser cund 6 45 mm M32 Pak).
Die Geschütze (75 mm Haubitzen) der bespannten Artillerie-Regimenter wurden von 12 auf 24 verdoppelt und jedes Artillerie-Bataillon erhielt 7 leichte MGs für den Nahkampf.
Das motorisierte Mörser-Schwadron erhielt anstelle der bisher eingesetzten 12 81,4 mm Mörsern nun 6 120 mm Mörser. Die Panzerabwehr- und Flak-Schwadrone wurden in neue Panzerabwehr-Schwadrone aufgeteilt und erhielten 12 45 mm M32 Geschütze.

Nach diesen Änderungen besas eine Kavallerie-Brigade 197 ZB-30 lMGs, 76 ZB-53 sMGs, 18 13,2 mm Hotchkiss, 45 60 mm Stokes Brandt Mörser, 16 81,4 mm Brandt Mörser, 6 120 mm PM Mörser, 44 45 mm M32 Pak, 24 75mm Krupp Feldgeschütze und 6 R-1 Panzer.
Am 15. März 1942 wurden die Kavallerie-Brigaden in Divisionen umbenannt.

Nach der Schlacht um Stalingrad wurde die 7. Kavallerie-Division nach schweren Verlusten aufgelöst. Die Überlebenden wurden der 1. Kavallerie-Division zugeteilt und bildeten dort das 1. Regiment.

Um die Kavallerie- und Gebirgs-Korps auf der Krim und im Kaukasus zu stärken, wurden im Frühjahr 1943 große Mengen an deutschen Waffen und Ausrüstung importiert. Sie erhileten 50 T-38 Panzer, 20 150 mm Skoda Haubitzen, 84 75 mm Pak, 120 50 mm Pak 38, 64 100 mm Skoda haubitzen, 4.000 MP-41, 440 MG-42, 50 ZB-53, 185 60 mm Stokes Brandt Mörser und 50 81,4 mm Brandt Mörser. Dies erhöhte die Kampfstärke der Einheiten enorm.

Als am 28. Oktober 1943 die rumänoische Armee umstrukturiert wurde, wurden zwei Kavallerie-Ausbildungs-Divisionen gebildet (1. und 5.). Die 1., 5. und 8. Kavallerie-Division wurden erst in motorisierte und dann in gepanzerte Divisionen umgewandelt. Eine gepanzerte Division setzte sich aus einem gepanzerten Kavallerie-Regiment, einem Aufklärungs-Regiment, zwei motorisierten Kavallerie-Regimentern, einem motorisierten Artillerie-Regiment und Nachrichten- und Pionier-Abteilungen zusammen.
Insgesamt hatten sie eine Stärke von 11.527 Mann, 86 Panzer und 22 Sturmgeschützen.

Das Aufklärungs-Kavallerie-Regiment hatte eine schwere Schwadron (8 MGs, 4 Flak, 3 Pak und 6 81,4 mm Mörser), eine Pak-Schwadron (9 75mm Pak), ein Kavallerie-Aufklärungs-Bataillon ( 24 lMG, 3 Pak, 2 Flammenwerfer, 3 StuG und 13 Panzer) und ein motorisiertes Kavallerie-Bataillon ( 8 MG, 6 Pak, 8 60mm Mörser und 6 75 mm Pak). Die Stärke betrug 1.966 Mann, 178 Fahrzeuge, 138 Kräder, 13 Panzer und 3 StuGs.

Das motorisierte Kavallerie-Regiment setzte sich aus einer schweren Schwadron (8 MG, 4 Flak, 3 Pak und 6 Mörsern), einer Pak-Schwadron (9 75 mm Pak) und zwei motorisierten Kavallerie-Bataillonen (8 Mörser und 6 75mm Pak) zusammen.

Die Lieferungen aus Deutschland waren jedoch nicht ausreichend, zumal die Wehrmacht die meisten Waffen für sich selber beanspruchte. So wurde 1944 entschieden, nur die 8. Kavallerie-Division in eine gepanzerte Kavallerie-Division umzuwandeln. Die 1. und 5. Kavallerie-Division wurden daher nur motorisiert.

Die sowjetische Offensive in Moldawien verhinderte jedoch die Neugliederung der Kavallerie-Divisionen. Die 8. Kavallerie-Division beses zu diesem zeitpunkt nicht ihre Sollstärke und die 1. und 5. Kavallerie-Division waren bis dahin nur teilweise motorisiert. Der Großteil der gepanzerten fahrzuege wurde von der Wehrmacht bei den Kämpfen in Moldawien zwischen 20. und 23 August 1944 eingesetzt. Die 8. gepanzerte Kavallerie-Division wurde ind 8. motorisierte Kavallerie-Division umbenannt.

Nach dem Waffenstillstandsabkommen wurden die beiden Ausbildungsdivisionen aufgelöst. Die Auflösung der 5. und 6. Kavallerie-Division folgte im Oktober 1944. Die 9. Kavallerie-Division wurde 1945 aufgeslöst.

Die Kavallerie-Einheiten welche in Ungarn und der Tschechoslowakei kämpften, waren praktisch nur noch Infanterie-Einheiten, da ein großer Mangel an Fahrzeugen und Pferden herrschte, zumal die Rote Armee Großteile der rumänischen Armee für sich beanspruchte.
Bis zum Ende des Krieges war die Kavallerie - wie eigentlich die gesamte rumänische Armee - nur noch eine veraltete und schlecht ausgerüstete Formation.
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