Rumänien Feldzüge und Schlachten der rumänischen Armee 1942: Die rumänische 4. Armee in Stalingrad
1942: Die rumänische 4. Armee in Stalingrad
Die Kriegsziele Rumäniens waren lägst erreicht (Bessarabien) und nur durch starken Druck der deutschen Regierung wurden 500.000 Mann der Wehrmacht als Unterstützung versprochen. Insgesamt wurden 1942 aber nur 382.000 bereitgestellt.
Zwischen Januar und April 1942 wurde das VI. Korps unter das Kommando der Heeresgruppe Süd gestellt. Anfang Mai trafen die 1. und 4. Division auf neu ausgerüstete Panzer-Verbände der Roten Armee südlich von Charkow und wurden dabei fast aufgerieben.
Das VI. Korps war Teil der deutschen 4. Panzer-Armee, welche an der Sommeroffensive Richtung Stalingrad teil nahm. das Korps wurde Anfang August in schwere Kämpfe beim Überqueren des Aksai südlich von Stalingrad verwickelt. Anfang September wurde es dann in einer Verteidigungslinie eingesetzt, welche die südliche Flanke der deutschen Verbände decken sollte.

Am 19. November bestand die 3. Armee aus dem I., II., V. und IV. Korps. In Reserve wurden die 7. Kavallerie-, 15. Infanterie- und 1. Panzerdivision gehalten. Die Einheiten besasen fast alle die volle Stärke und hielten einen 25 km langen Frontabschnitt. Dort konnten sie mehrere sowjetische Angriffe erfolgreich abwehren.
Die Nachschubsituation für die 3. und 4. Armee verschlechterte sich immer weiter, da die Bahnlinien hauptsächlich für die Verbände die Stalingrad einnehmen sollten genutzt wurden.

Während die Deutschen mit minimalen kräften Stalingrad angriffen, konzentrierte die Rote Armee große Verbände an den Flanken der angreifenden Truppen. Dort lagen unter anderem die 3. und 4. Armee.
Die sowjetischen Verbände waren hier sehr gut ausgerüstet und griffen am 19. November die 3. Armee in Kletskaya und Blinov an. Die rumänische Verteidigung war überraschend standhaft und wehrte die erste Angriffswelle von mehreren Schützendivisionen ab.
Von der 15. Infanterie- und 7. Kavallerie-Division wurden mehrere Gegenangriffe durchgeführt und sie Sowjets in ihre Ausgangsstellungen zurückgedrängt.
Dennoch gelang es am Abend sowjetischen gepanzerten Verbänden durch die Linien der 9., 14. und 13. Division durchzubrechen und die benachbarten Divisionen zu bedrohen, welche ihre Flanken zurücknehmen mussten.
Die gut geführte 11. Division unternahm mehrere Angriffe auf die Flanke der vorstoßenden Sowjetverbände und brachte sie in Bedrängnis. Die 1. Kavallerie-Division hielt ihre Linien den ganzen durch.
In der Nacht ging die 1. Panzer-Division zum Gegenangriff über, doch die leichten Panzer waren unfähig gegen die Panzer der Roten Armee vorzugehen. Dennoch gelang es die Rote Armee davon abzuhalten die 5., 6. und 15. Division mit Teilen der 14. und 13. Division vollständig einzuschließen.

In den folgenden Tagen wurde die 1. Kavallerie gemeinsam mit der deutschen 6. Armee in Stalingrad eingeschlossen. Die 9. Division war Teil des I. Korps, welches seine Position halten konnte und mehrere leichte sowjetische Angriffe abwehren konnte. Die 7. Kavallerie-Division und Teile der 14. Division zogen sich hinter den Fluss Chir zurück.

Bis 23. November gelang es der 1. Panzerdivision eine Fluchtroute für die eingeschlossenen rumänischen Truppen offen zu halten, doch Hitler befahl auszuhalten bis die deutsche 22. Panzer-Division eintreffen würde, doch diese war durch heftige Panzerangriffe selbst stark angeschlagen und konnte nicht mehr aktiv an den Kämpfen teilnehmen. Der 1. Panzer-Division, versorgt durch rumänische JU-52, und Teilen der 15. Division gelang es einen Durchbruch zur 22. Panzer-Division zu schaffen. Die Reste von drei Formationen brachen über den Chir am 25. November aus.
Der Kommandeur der 15. Division wurde daraufhin von der deutschen Führung für seinen Einsatz gelobt.
Die 27.000 überlebenden eingeschlossenen Rumänen kapitulierten am 24. November.
Im Dezember wurde das II. Korps in deutsche Verbände integriert, die die Front am Chir stabilisierten.

Das VI. Korps der 4. Armee wurde am 20. November von der Roten Armee attackiert. Die 1. und 4. Division wurden dabei überrannt, doch die Sowjets mussten hohe Panzerverluste hinnehmen. General Korne's 8. Kavallerie-Division eilte nach Norden um die Lücke zu schließen, doch dies gelang ihm nicht. Er deckte dann den Rückzug der Reste der 4., 1., 18. und 2. Division.

Am 12. Dezember führten deutsche Panzerkräfte einen Gegenangriff von Kotelnikovski aus durch, um die Truppen in Stalingrad zu entlasten. Das rumänische VI. und VII. Korps deckten dabei die Flanken. Jedoch brachen am 18. Dezember sowjetische Panzerverbände durch die Linien der italienischen 8. Armee, die sich an der linken Seite des I. Korps befand am Don befand. Die Sowjetpanzer stiesen weiter vor und attackierten die deutschen Verbände an der rechten Seite des Korps. Das Korps zog sich ohne Absprache mit der deutschen Führung am 20. Dezember zurück. In den folgenden tagen wurde das Korps dann von sowjetischen Verbänden eingekreist und zum Großteil vernichtet.
Weiter südlich kämpfte das II. Korps gemeinsam mit deutschen Truppenteilen. Die linke Flanke der deutschen Entsatzungstruppen brach zusammen und so wurden die Verbände zum Rückzug gezwungen. Die demoralisierten Einheiten des VI. und VII. Korps begannen zu zerfallen. Lediglich die 8. Kavallerie-Division kämpfte überzeugend.

Ende Dezember waren viele Einheiten der 3. und 4. Armee auser Stande weitere Operationen durchzuführen. Sie wurden aus den Frontlinien herausgezogen und zur Neuaufstellung Anfang 1943 nach Rumänien gebracht.
Die 1. Kavallerie- und 20. Infanterie-Division wurde mit der deutschen 6. Armee Ende Januar in Stalingrad vernichtet. Von Paulus, Kommandeur der 6. deutschen Armee, lobte später den Kampfgeist dieser Einheiten.

Zwischen Juli und Oktober hatte der rumänische Vorstoss auf Stalingrad und den Kaukasus 9.252 Menschenleben gefordert, dabei wurden 28.213 verwundet und 1.588 galten als vermisst.
Am 19. November zählten die 3. und 4. Armee eine Stärke von 228.072 Mann, doch bis zum 7. Januar 1943 waren insgesamt 155.010 Männer verloren, inkl. der 12.607 Soldaten in Stalingrad.
Viele Rumänen wollten seit der Befreiung Bessarabiens im Jahre 1941 nicht auf sowjetischem Gebiet kämpfen und durch Stalingrad verloren die meisten Rumänen den Glauben an einen deutschen Sieg. Der Widerstand in Rumänien wuchs langsam aber stetig an.
So schlimm die Niederlkage von Stalingrad für die Deutschen auch war, für die Rumänen war sie weitaus schlimmer. Von den 27 rumänischen Divisionen die die deutschen beim Vorstoss im Süden Russlands unterstützen, wurden rund zwei Drittel im Felde verloren.
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Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 18. Dezember 2009 um 20:42 Uhr
 

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