T-34/76 (mittelschwerer Panzer)
T-34 BeutepanzerDer T-34 basierte auf der BT-Serie, welche eine Laufwerkskonstruktion der amerikanischen Firma Christie nutzte. Die letzten Entwicklungsprojekte der BT-Serie, A-20, A-30 und A-32, führten letztendlich zum T-34.
Beim Prototyp des A-32 fand man durch Tests heraus, dass dieser noch mehr Gewicht tragen konnte und so wurde die Panzerung von 35 auf 45 mm verstärkt.
Im Januar 1940 wurden erstmals zwei fertig gestellte Prototypen getestet und nach dem diese zufriedenstellend verlaufen waren, gab man den Panzer für die Serienproduktion war.
Bei diesen Tests fuhren die Panzer von Charkow bis nach Moskau. Danach sollten sie unter Kriegsbedingungen getestet werden und so machten sich die beiden Panzer auf den Weg zur finnischen Front. Noch bevor die Panzer ankamen, war der Winterkrieg allerdings beendet. An finnischen Bunkern testete man die Feuerkraft der Prototypen. Danach führen sie über Minsk und Kiew zurück bis nach Charkow.
Der neue Panzer sollte  als Bezeichnung erst den Namen des Verteidigungskommisars der Sowjetunion Kliment Woroschilow erhalten, doch der Entwickler des Panzers, Koschkin, entschied sich für den Namen T-34.

Bewaffnet war der T-34/76 Modell 1940 mit einer 76,2-mm-Kanone L/30 (ab Modell 1941 mit einer längeren Kanone), die Schlagkräftiger als ein Großteil der deutschen Modelle Anfang 1940 war.
Die ersten 117 Panzer T-34 wurden 1940 produziert, bevor dann 1941 die eigentliche Serienproduktion begann. Die ersten T-34 wurden am 15. September 1940 an die Rote Armee geliefert.
Für das Jahr 1941 wurde eine Produktion von 2.800 T-34 angesetzt, doch schon im Mai 1940 wurde ein Erweiterungsprogramm für den T-34 in Auftrag gegeben. Dieses Programm sah vor die Probleme des Christie-Laufwerks zu beseitigen und die Frontpanzerung von 45 auf 60 mm und die Seitenpanzerung auf 45 mm zu verstärken. Der Turmdurchmesser sollte auf 1.600 mm erhöht werden.
Von dieser erweiterten Version sollten 500 Panzer (von den genannten 2.800) produziert werden. Sie erhielt die Bezeichnung T-34M.
Die Version T-34M führte später dann zum T-44.

Der T-34 wurde anfangs nur als Kompanie- und Zugführerpanzer eingesetzt und konnte daher so recht schnell von deutscher Pak oder anderen Panzerbekämpfungsmitteln ausgeschaltet werden.
Der T-34 litt unter Getriebeproblemen die erst in späteren Produktionen beseitigt werden konnten. Seine Besatzung betrug 4 Mann, wobei der Kommandant auch gleichzeitig der Richtschütze war, was wiederum zu Problemen auf dem Schlachtfeld führte. Ein weitere großer Nachteil war, dass nur die Panzer der Kompanieführer über ein eingebautes Funkgerät verfügten.
Insgesamt war der T-34 anfangs sehr unausgereift, so verfügte er über unausgereifte Zielfernrohre, mangelnde Führungsmittel usw.
Bspw. wurde erst mit dem T-34/85 Modell 1943 eine Kommandantenluke eingeführt.
Dennoch wurde sein großer Potenzial deutlich. Seine Panzerung und Mobilität war den meisten Feindpanzern überlegen.

Der Turm des T-34 wurde mehrmals überarbeitet. Teilweise Variierte der Turm je nach Herstellungsort und Fabrik.
Die Modelle bis 1942 verfügten über einen kompakten Turm mit einer großen Luke. Ab 1943 wurde ein größerer Turm mit zwei Luken eingesetzt. Die Kommandantenkuppel wurde bald gegen eine Kuppel mit Rundumblick ausgetauscht.

T-34 im Einsatz


Bei Ausbruch des Krieges waren 1.225 T-34 produziert, doch nur 967 wurden an die Truppe ausgeliefert. Die restlichen T-34 blieben entweder in den Fabriken oder wurden in Ausbildungslagern eingesetzt.
Die deutsche 3,7-cm-Pak konnte dem T-34 keinen Schaden zufügen. Oftmals prallten die Geschosse der Pak bei einer Entfernung ab 300 m einfach vom Panzer ab. Nur wenn der empfindliche Turmdrehkranz getroffen wurde, erlitt der T-34 Schaden durch die Pak.
Der deutsche Panzer III mit seiner 5-cm KwK L/42 konnte dem T-34 nur von hinten oder von der Seite gefährlich werden.
Erst die deutsche 7,5-cm-Pak 40 konnte dem T-34 ernsthaft gefährlich werden und mit dem Erscheinen des Panzer IV Ausf. F2, der über eine 7,5 cm KwK L/43 verfügte, hatte der T-34 einen ernsthaften Gegner.
Ein Vorteil des T-34 gegenüber der deutschen Panzer waren auch seien breiten Ketten und der Dieselmotor der weniger Brandanfällig war.

Die ersten Einsätze des T-34 waren keine Panzerduelle. Die T-34 trafen anfangs vor allem auf die 3,7 cm Pak der Panzerjägereinheiten der deutschen Dvisionen.
Aus einem Bericht der Panzerjäger-Abteilung 42 vom 8. Juli 1942, als diese Einheit erstmals auf den für sie bis dahin völlig unbekannten T-34 traf, geht hervor, dass die 3,7 cm Pak erst ab einer Entfernung von 100 m dem T-34 Schaden zuführen konnte. Bei 200 m blieb das geschoss einfach in der Panzerung stecken.
Nach diesem Vorfall wurde die Pak von den deutschen Landsern auch "Tür-Anklopf-Gerät" genannt.
Eine Pak feuerte teilweise bis zu 23 mal um den Turmdrehkranz des T-34 zu treffen.
Trotz des imposanten Auftretens des T-34 gelang es den Panzerbesatzungen nicht ihren Panzer effektiv einzusetzen. Hier waren die deutschen Besatzungen bei weitem überlegen.

Einen ersten Panzerkampf gab es in der Ukraine am 22. Juni 1941, als 30 Panzer T-34 des Panzer-Ausbildungs-Regiment Lvov das deutsche 15. Panzer-Regiment (11. Panzer-Division) in der Flanke angriffen. Die T-34 schafften es 3 Panzer IV und 2 Panzer III zu zerstören.
Der T-34 erwies sich den deutschen Panzern überlegen. Leutnant Streup berichtete wie er mit seinem Panzer III mehrmals aus 20 und 50 m Entfernung auf einen T-34 schoss, doch die Projektile der Pz.Gr.40 prallten einfach zur Seite hin weg. Von der Panzerabteilung 4 gibt es Berichte, nach denen die T-34 die Panzer III und IV problemlos und unter ständigem Beschuss ausschalten konnten.
Diese Vorfälle drückten zwar auf die Moral der deutschen Soldaten, dennoch blieb ein sowjetischer Gegenangriff bei Brody-Dubno ohne Erfolg. Dies lag am Mangel von Ersatzteilen für den T-34 und KW-1, den Produktionsmängeln, der schlechten Führung  und den schlecht ausgebildeten Panzerbesatzungen. Hinzu kam das es an panzerbrechender Munition mangelnde und hauptsächlich Sprengmunition verschossen wurde.

Die Panzerung


Die Panzerung des T-34 erwies sich im Jahr 1941 mehr als ausreichend. Die 45 mm Dicke hatten durch ihre schräg angebrachte Form eine Effektivität von 75 mm.
Sie bot ausreichend Schutz vor der deutschen 3,7 cm Pak und der kurzen 7,5 cm Kanone des Panzer IV. Erst mit der 5 cm KwK 39 des Panzer III, welche im Frühjahr 1942 eingeführt wurde, konnte die Panzerung des T-34 bis 500 m durchschlagen werden. Die erste deutsche Pak, weclhe die Panzerung des T-34 durchschlagen konnte, war die 7,5 cm Pak 40, die Ende 1941 eingeführt wurde.
Ab Frühjahr 1942 konnte auch der Panzer IV in der Ausführung F mit seiner 7,5 cm Kanone dem T-34 Paroli bieten.
Nach dem Erscheinen des Panzer IV Ausf. G mit seiner KwK 40 L/48 Kanone, wurden in manchen Einheiten der Roten Armee zusätzliche Panzerplatten oder Kettenglieder als Schutz am T-34 angebracht. Dies wurde allerdings nicht standesgemäß so gehandhabt.

Die Besatzung


Die Besatzung eines T-34 bestand aus 4 Mann: Fahrer/Mechaniker in der linken Front, ein MG-Schütze/Funker in der rechten Front, ein Kommandeur/Richtschütze im linken Turmteil und ein Ladeschütze in der rechten Seite des Turmes.
Eine Fluchtluke befand sich am Boden unter der Position des MG-Schützen.
War der T-34 voll bestückt und mit Munition geladen, ging es im Panzer sehr eng zu.
Hinter den Füßen des Fahrers befanden sich zwei Flaschen Pressluft um den Motor bei großer Kälte starten zu können.
Der MG-Schütze/Funker musst im Kampf sowohl das MG, eine 7,62 mm Degtaryev DT, als auch das Funkgerät bedienen. Da nicht alle T-34 mit Funk ausgerüstet waren und es innerhalb der sowjetischen Panzertruppe an ausreichend Personal mangelnde, wurde diese Position oftmals nicht besetzt.

Kommunikationseinrichtungen


Der Mangel an Funkgeräten in sowjetischen Panzern war einer der Gründe für die schlechte Taktik der Panzerformationen in den ersten Jahren des Krieges. Die Panzer konnten im Kampf nicht miteinander kommunizieren und es war sehr schwierig die Aktionen zu koordinieren.
Während die deutsche Panzertruppe größten Wert auf Funkverbindungen zwischen den Panzern legte, koordinierte man in der Roten Armee mit Flaggen. Dafür gab es in den Kommandowagen extra angebrachte Flaggenhalterungen am Turm.

Der Turm


Der Turm des T-34 war so eng, dass eine effektive Nutzung der Kanone nur sehr schwer möglich war.
Im Turmrücken und unter den Zielgeräten befanden sich Pistolentaschefür die Selbstverteidigung.
Die große Luke des Turmes in der ersten Version des T-34 erwies sich als sehr gefährlich, denn war sie geöffnet waren sowohl Kommandeur als auch der Ladeschütze ungeschützt. Da eine Kommandantenkuppel mit 360° Sicht, wie sie in deutschen Panzern standard war, anfangs fehlte, konnten die deutschen Panzerjäger-Teams unbemerkt ihre Sprengladungen an den T-34 anbringen.
Erst mit dem T-34 Modell 1943 wurde eine entsprechende Kuppel eingeführt.
Der Turm lies sich nur sehr langsam drehen, Dies geschah entweder durch Handbetrieb durch den Kommandanten oder elektrisch mit 26° pro Sekunde.

Feuerkraft


Der Ladeschütze befand sich rechts von der Hauptkanone. Er musste die Kanone als auch das koaxial angebrachte DT-MG laden. Der T-34 Modell 1942 trug 77 Schuss 76,2 mm (wurde im T-34 Modell 43 auf 100 Schuss erhöht).
Drei einsatzbereite Schuss wurden nahe der Füße des Ladeschützen positioniert. Sechs weitere Schuss befanden sich nahe dem Kommandeur gegenüber. Die übrigen 68 Schuss befanden sich in 6 Metallbehältern die am Boden fest gezurrt waren.

Die Standardbewaffnung betrug 19 Schuss panzerbrechende BR-350A, 53 Schuss Sprenggranaten F-354 oder OF-350 und 5 Schuss Splittergranaten.
Die Munitionskästen waren mit Matten gegen ein versehentliches Öffnen geschützt. Diese musste vom Ladeschützen im Kampf erst beseitigt werden.
Die 7,62 mm Munition für die MGs wurde in 35 Trommeln mit jeweils 65 Schuss aufbewahrt. Die Hälfte davon wurden am Hinterteil des Turmes gelagert, der Rest im Panzer selbst.
Die Kanone (erst eine 76,2 mm L-11, später eine längere F-34 76,2 mm) hatte einen Richtbereich von -3 bis +30°.
Die Kanone konnte per Fußpedal vom Kommandeur abgefeuert werden.

Die Standardmuniton panzerbrechend war in den ersten zwei jahren des Krieges die BR-350A, die auf 500 m eine Panzerung von 69 mm durchschlagen konnte. Der deutsche Panzer IV bis Ausführung F besaß eine Frontpanzerung von nur 50 mm. Als im Frühjahr 1943 die Panzerung des Panzer IV Ausf. H auf 80 mm erhöht wurde, konnte die neu eingeführte BR-350P APDS bereits eine Panzerung von 92 mm auf 500 m durchschlagen.

Die 76,2 mm Kanone des T-34 war 1943 dann weit weniger effektiv gegen die neuen deutschen Panzer. Als der Tiger im Januar 1943 erstmals an der Leningradfront auftauchte, konnte der T-34 nichts gegen ihn ausrichten. Auch im Sommer 1943 konnte der T-34 dem neuen Panther nichts entgegensetzen. Lediglich auf kurze Entfernung und von hinten oder von der seite konnte der T-34 den neuen deutschen Panzern etwas anhaben.

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 16. Dezember 2009 um 23:00 Uhr
 

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