Sowjetunion Panzer und gepanzerte Fahrzeuge der Sowjetunion T-37, T-38, T-40 (Amphibische Panzer)
T-37, T-38, T-40 (Amphibische Panzer)

T-37A


Sowjetischer Panzer T-37Da es in der Roten Armee an geeigneten kleinen Aufklärungsfahrzeugen mangelte und die sowjetischen Ingenieure kein zufriedenstellendes Design entwerfen konnten, musste man diese Importieren.
1930 kaufte man daher aus Großbritannien acht Vickers Carden-Lloyd Modell 1931. Dies waren leichte amphibische Panzer, die jedoch von den sowjetischen Konstrukteuren umgebaut wurden. So wurde ein GAZ-AA Motor eingebaut und das Getriebe vom französischen Renault AMR eingesetzt.
Das Ergebnis dieses Umbaus wurde im August 1933 als Einsatzfähig bezeichnet und die Produktion des T-37 begann in der Fabrik Moskau Zavod Nr.37.

Später wurden unter General Schukow in Leningrad eine Sondereinheit aufgestellt die sieben T-37 ausführlich testeten. In 11 Tagen legten die Panzer über 700 km zurück, davon 600 km im Wasser.
Trotz dieser Tests und das verlangen der Roten Armee amphibische Panzer zur Aufklärung zu nutzen. mussten erst verschiedene technische Mängel beseitigt werden, bevor der T-37 in Serienproduktion ging.
Der erweiterte und Serienproduktions-taugliche Panzer erhielt die Bezeichnung T-37A.

Zwischen 1933 und 1936 wurden insgesamt 1.200 T-37A gebaut.
Diese operierten als Aufklärungsfahrzeuge innerhalb Panzer- mechanisierten- und Kavallerie-Einheiten der Roten Armee bis 1942.
Der T-37A wurde auch innerhalb der sowjetischen Fallschirmtruppe eingesetzt. Hier wurde er unterhalb des Rumpfes von schweren TB-3 Bombern transportiert.
obwohl als Aufklärungsfahrzeug eingesetzt, erhielt nur der T-37TU (ein Kommandofahrzeug) eine Funkausstattung.

T-38


Sowjetischer Panzer T-38Die Aufgabe den T-37 zu modernisieren erhielt das Konstruktionsbüro Zavod Nr.37 in Moskau. Dies wurde von N. Astrov geleitet, Chefingenieur war N. Kozyrev.
Das Ergebnis war ein teilweise geschweißter und genieteter Panzer. Der Turm wurde weiter nach links versetzt. Er erhielt die Bezeichnung T-38 und war niedriger und breiter als der T-37A und hatte daher bessere Handlingseigenschaften im Wasser. Der Antrieb blieb der gleiche wie im T-37A.
In manchen Einheiten wurden die T-38 mit einer 20mm ShVAK Kanone anstelle der üblichen DT MG erweitert.

Die Produktion endete 1938, wurde allerdings 1939 mit dem erweiterten T-38M wieder aufgenommen. Dieser besaß nun als Antrieb einen GAZ-M1.
Insgesamt wurden zwischen 1936 und 1939 1.340 T-38 produziert, von denen lediglich 165 Fahrzeuge mit Funk ausgestattet wurden.

1941 dienten die T-38 gemeinsam mit den T-37 in den Aufklärungseinheiten der Panzerdivisionen. Die meisten Fahrzeuge gingen bis Ende des Jahres verloren.
Der letzte Einsatz eines T-38 fand 1944 statt, als die Rote Armee die finnischen Truppen am Fluss Svir angriff.

T-40


Sowjetischer Panzer T-40Ende 1938 unternahm eine spezielle Forschungsgruppe der Fabrik 37 in Moskau unter der Führung von Chefingenieur N.A.Astrov ein neues Projekt umd en T-38 zu ersetzen. Dieses Projekt erhielt den Namen "010".
Der Rumpf und das Chassis wurden vor dem Turm entwickelt. Die Besatzung sollte aus 2 Mann bestehen: dem Fahrer am vorderen Rumpf und dem Kommandeur im Turm. Das Design erlaubte nun vom inneren des Panzers den Zugriff auf den Motor. Das Getriebe befand sich wie beim T-38 im vorderen Teil des Fahrzeugs. Im hinteren Teil des Fahrzeugs befanden sich zwei Tanks mit jeweils 100 l Fassungsvermögen.
Die Schiffsschraube und die zwei Ruder waren nun gegen kleinere Geschosse und Splitter geschützt.
weiters wurde an den amphibischen Fähigkeiten des Fahrzeugs gearbeitet, so wurde die Silhouette verbessert und alle Öffnungen hermetisch versiegelt.
Alle diese Verbesserungen erlaubten dem T-40 nun Flüsse mit starken Strömungen oder Wellengang bis Stärke 3 zu überqueren. Um auf Nummer sicher zu gehen befanden sich 2 Rettungsringe im Fahrzeug.

Im Vergleich zum T-38 war der T-40 weitaus besser bewaffnet. Er besaß eine großkalibrige 12,7 mm DShK und zwei 7,62mm DT Mgs. Die beiden MG waren miteinander gekoppelt und auf einer gemeinsamen Halterung angebracht. Die Reichweite der DT betrug rund 1.000 m, die Reichweite der DShKbetrug 4.000 m.Die DshK verschoss explosive,  panzerbrechende und Brand-Geschosse.
Das panzerbrechende Geschoss B-30 hatte einen Stahlkern und eine Vo von 850m/sek. Das Geschoss konnte auf 300 m eine vertikal angebrachte Panzerung mit einer Stärke von 16 mm durchschlagen.
Dem T-40 war es auch möglich niedrig fliegende Flugzeuge unter Beschuss zu nehmen, doch zu derartigen Handlungen kam es sehr selten.

Um im Wasser oder bei Nebel oder in der Nacht zu navigieren besaß das Fahrzeug einen magnetischen Kompass der moskauer Fabrik "Aviapribor".
Rechts von der Kommandeursposition befand sich ein 71-TK-3 Funkgerät mit einer Reichweite von 16 km.

Die Entwicklungen des Projekts "010" wurden im Frühjahr 1939 abgeschlossen. Im Juli 1939 wurden dann 4 Versuchsfahrzeuge gebaut. Zwei weitere Fahrzeuge wurden später gebaut. Diese Fahrzeuge waren mit importierten D-5 Dodge-Motoren ausgestattet die 76-85 PS liefern konnten, da es in der Sowjetunion an entsprechenden Motorenfabriken mangelte.
Im juli und August 1939 wurden zwei "010", welche mittlerweile die Bezeichnung T-40 erhielten) sowohl an Land als auch im Wasser getestet. Die Ergebnisse wurden mit dem Befehl, alle fest gestellten Defekte zu beseitigen, an die Moskauer Fabrik 37 gesandt.
Die Länge des Fahrzeugs wurde um 120 mm erhöht, während die Breite um 50 mm verringert wurde. Die Höhe des Fahrzeugs wurde um 20 mm verringert. Als Motor kam ein GAZ-202 (GAZ-11) zum Einsatz.

Am 19. Dezember 1939 wurde der neue Panzer dann als einsatzfähig eingestuft.
Im Sommer 1940 inspektierten Schukow (Chef des sowjetischen Generalstabes) und Timoschenko (Verteidigungsminister) die Fabrik 37. Schukow hatte großes Interesse am T-40 und den Kapazitäten der Fabrik. Er befahl einige Einrichtungen der Fabrik zu erneuern um so den Ausstoß der Fabrik zu erhöhen.
Nach einer groß angelegten Erneuerung der Fabrik 37 in Moskau und dem Einsatz neuster Technologie, Maschinen und Werkzeugen, begann die Massenproduktion des T-40 im Oktober 1940. Bis zum Ende des jahres plante die Farbik 100 T-40 Panzer fertig zu stellen, doch sie schaffte lediglich 37 Fahrzeuge. 1941 wurde die Produktion erhöht und bis 22. Juni 1941 konnte die Fabrik weitere 179 Panzer fertig stellen.

Das Verlangen der Roten Armee nach Panzern war so groß, das selbst schwache Panzer gebraucht wurden. Um den Ausstoß von T-40 Panzern weiter zu erhöhen, vereinfachte die Fabrik die Montage des Fahrzeugs. zu erst wurden die amphibischen Teile und der Funk entfernt. Im Juli wurden dann 60 abgeänderte Fahrzeuge produziert. Die Bezeichnung blieb gleich, nur nach dem Krieg wurden diese Panzer dann T-40S bezeichnet. Das "S" stand für "sukhoputniy", was so vel wie "Überland" bedeutete.
Der Rumpf blieb unverändert und trotz drängen der roten Armee blieb auch die Bewaffnung unverändert. Ab Juli 1941 begann die Fabrik mit der Produktion von T-40S mit einer flachen hinteren Panzerplatte. Der Hohlraum für die Schiffsschraube war entfernt worden. Die Front- und Seitenpanzerung wurde auf 15 mm angehoben und die Panzerung des Turms auf 20 mm erhöht.
Das Fahrzeug war voll geschweißt. Die inoffizielle Bezeichnung war auch "030" oder T-30.
Ab September 1941 wurden einige neu produzierte "T-30" mit einer 20mm ShVAK Panzerkanone mit 750 Schuss ausgerüstet. Dies war der letzte Entwicklungschritt.

Insgesamt wurden 1941 443 Fahrzeuge in 3 Varianten produziert. Keine der Varianten konnte die Rote Armee vollends überzeugen. Die eigentlich inoffizielle Bezeichnung T-30 wurde wieder abgeschafft und alle Fahrzeuge erhielten die Bezeichnung T-40.
In den ersten Kämpfen bei denen der T-40 eingesetzt wurde, versuchten die sowjetischen Kommandeure die T-40 als reguläre Panzer einzusetzen. So kam es das die T-40 so gut wie garnicht in ihrer zugedachten Rolle als Aufklärungsfahrzeuge eingesetzt wurden, sondern meist ganz andere Aufgaben übernahmen. Die meisten von ihnen gingen im Kampf verloren. Die meisten T-40 kämpften bei den Schlachten vor Moskau im Winter 1941/42.

Einige Fahrzeuge kamen bei den ersten großen sowjetischen Offensiven zum Einsatz. Die T-40 konnten Schlamm- und Sumpfgebiete durchfahren die für schwerere Panzer unpassierbar waren. Die T-40 kamen hauptsächlich in gemischten Panzerbrigaden zum Einsatz, z.B. in der 8. Panzerbrigade (Oberst Rotmistrow) welche im August und September 1941 gebildet wurde. In dieser Einheit befanden sich 61 Panzer: 7 KV-1, 22 T-34-76 und 32 T-40.

Bis Mitte 1941 war der T-40 zum Großteil von den Schlachtfeldern verschwunden, dennoch erwiesen sie sich bei späteren großen Flussüberquerungen (Dnieper, Dnestr usw.) als sehr nützlich für die Rote Armee. Dies war auch der Grund warum die Rote Armee alle T-38 für die Überquerung des Flusses Svir gegen die finnischen Truppen  einsetzte.
Ab 1946 wurden die T-40 nur noch als Ausbildungsfahrzeuge genutzt.


T-37 T-38 T-40
Besatzung 2
2
2
Gewicht 3,2 t
3,3 t
5,9 t
Maße LxBxH
3,75x2,10x1,82
3,78x3,33x1,83
4,11x2,33x1,95
Motor GAZ-AA 40 PS
GAZ-AA 40 PS
GAZ-202 70 PS
Geschwindigkeit 35 km/h
40 km/h
44 km/h
Panzerung 3-9 mm
3-9 mm
7-14 mm
Hauptbewaffnung 7,62 mm DT MG
7,62 mm DT MG 12,7 mm DShK MG
Nebenbewaffnung

7,62 mm DT MG
Taktische Reichweite 185 km
170 km
450 km

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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 16. Dezember 2009 um 22:13 Uhr
 

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