USA US-Panzerdivisionen Entwicklung und Taktik
Entwicklung und Taktik

Vor dem Zweiten Weltkrieg verfügte die US-Armee nur über sehr wenige gepanzerte Verbände. Selbst Italiens und Polens gepanzerte Verbände waren zahlreicher als die amerikanischen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die gepanzerten Verbände aufgelöst und auf die Infanterie und Kavallerie verteilt. Amerika verfolgte nach dem Ersten Weltkrieg eine isolierende Außenpolitik und die Armee war nur noch darauf ausgelegt, dass Heimatland zu verteidigen. So standen der Armee in den 20er und 30er Jahren nur sehr geringe Budgets zur Verfügung. Panzer galten daher als ein Luxus, der für kommende Aufgaben nicht dringend benötigt wurde.
Innerhalb der Infanterie gab es nur einzelne und kleinere Panzer-Kompanien und Abteilungen. Innerhalb der Kavallerie, die traditionell für die Aufklärung vorgesehen war, gab es leichte Panzerwagen die mit MGs bestückt waren. Die Kavallerie begann 1938-39 mit der Konzentration ihrer Panzerfahrzeuge in der 7. Kavallerie-Brigade.

Erst als sich ein neuer Krieg in Europa 1939 abzeichnete, begann die Armee sich wieder mit den Möglichkeiten von gepanzerten Verbänden auseinanderzusetzen. Bei den Plänen neue gepanzerte Formationen zu bilden, orientierte man sich an den Panzer-Formationen in Europa.
Innerhalb der US-Armee gab es viele Kontroversen über die kommende Rolle der Panzer auf dem Schlachtfeld. Einige Militärs wollten die Panzer der Infanterie und Kavallerie zuteilen, andere jedoch sahen die Panzer in einer unabhängigen strategischen Rolle, ähnlich wie sie in Deutschland eingesetzt wurden.
Der ausschlaggebendste Punkt bei diesen Planungen war die unerwartete schnelle Niederlage Frankreichs im Mai 1940 gegen das Deutsche Reich und dessen überragende Panzertaktik. Bereits am 10. Juli 1940 wurden in Fort Knox die Panzertruppen geschaffen. Kurz darauf wurde damit begonnen erste Panzerdivisionen zu formieren.
Viele Kommandeure der Kavallerie traten der neuen Panzerwaffe bei, u.a. auch Geroge S. Patton.
General Adna Chaffee, ebenfalls ein mann der Kavallerie, führte als erster die US-Panzertruppen. Seine Doktrin orientierte sich sehr stark an der Kavallerie: wurde von der Infanterie ein Durchbruch erreicht, war es Aufgabe der Kavallerie diesen auszunutzen und schnell in das rückwärtige Gebiet des Feindes zu stossen, um so Kommandoposten und logistische Zentren zu zerstören.

Panzer waren, im Gegensatz zur britischen Doktrin, nicht dafür vorgesehen, die deutschen Panzer im Kampf Panzer gegen Panzer zu stellen. General Lesley McNair war davon überzeugt, dass die Anti-Tank-Artillerie besser für den Kampf gegen die deutschen Panzer geeignet war. Er berief sich auf die Erfahrungen aus dem spanischen Bürgerkrieg 1936-38, in dem die PAK's erfolgreich feindliche Panzer ausschalten konnten. Allerdings sties er innerhalb der Armee auf viel Widerspruch. Besonders nach den erfolgreichen und schnellen deutschen Feldzügen in Polen 1939, Frankreich 1940 und Russland 1941 kam an seiner Theorie immer mehr Skepsis auf.
Dennoch wurde die Anti-Tank-Artillerie erfolgreich bei einem Großmanöver der US-Armee 1941 in den Vereinigten Staaten getestet. Durch das Manöver gewann der Plan, gegen feindliche Panzer Anti-Tank-Artillerie anstelle eigener Panzer einzusetzen, immer mehr an Oberhand - trotz der vielen Kritiker und des Versagens der Pak in den vergangenen Schlachten in West- und Osteuropa. Die US-Artillerie-Offiziere argumentierten damit, dass das Versagen der PAK gegen die deutsche Panzerwaffe auf der falschen taktischen Herangehensweise beruhte.

Im Gegensatz zu den klassischen statischen PAK-Stellungen, wurden mobile PAK's als Reserve gehalten, um beim Eintreffen feindlicher Panzer aggressiv vorzurücken und diese zu attackieren. Da Mobilität innerhalb dieser Doktrin der ausschlaggebende Faktor war, wurden selbstangetriebene PAK (Selbstfahrlafette) entwickelt, die zwar Panzerähnlich aufgebaut waren, allerdings über eine viel schwächere Panzerung, aber einer stärkeren Kanone verfügten.
Im Fort Hood wurde ein spezielles Commando für die Tank-Destroyer gebildet. Dort wurde damit begonnen Tan-Destroyer-Bataillone, -Abteilungen und -Gruppen zu bilden.

Die US-Panzer-Division wurden am meisten vom deutschen Beispiel und dessen beeindruckenden Erfolgen auf den Schlachtfeldern beeinflusst. Dennoch hielt man Konzept der Tank-Destroyer fest. Die amerikanische Panzertaktik unterschied sich enorm von der britischen. Die britische Doktrin sah es als wichtigste Aufgabe der Panzer die feindlichen Panzer zu stellen und zu zerstören. Die Amerikanische hingegen ähnelte in manchen Aspekten sogar der sowjetischen Doktrin, welche vorsah, die Panzer primär nach einem Frontdurchbruch einzusetzen, um durch die Lücke schnell ins Hinterland zu stossen. Diese Taktik beruhte auf der alten Tradition der Kavallerie.
Die US-Panzer-Divisionen waren primär auf offensive Taktiken ausgelegt und weniger auf Verteidigung, wie z.B. eine Infanteriedivision. Eine Panzerdivision konnte eine klassische Infanteriedivision nicht ersetzen, diese aber mit Mobilität und mehr Feuerkraft ausstatten.
Neben den 16 Panzerdivisionen, stellte die US-Armee 89 Infanteriedivisionen während des Zweiten Weltkrieges auf.

Im Gegensatz zu den Panzerdivisionen waren die unabhängige Panzer-Abteilungen darauf ausgelegt, die Infanterie zu unterstützen. Anfänglich waren diese als gepanzerte Reserve für den Generalstab gedacht. In den meisten Fällen hatten die amerikanischen Infanteriedivisionen eine Panzer-Abteilung zugeteilt. Oft hatte jedes Infanterie-Regiment innerhalb einer Division einen Panzer-Zug. Diese Panzer wurden meist eingesetzt, um Verteidigungsstellungen zu stürmen oder Schützenkompanien bei der Offensive oder auch der Defensive zu unterstützen.

Das Konzept der Tank-Destroyer
Die meisten Armee im zweiten Weltkrieg bildeten verschiedene Typen von Panzerjägereinheiten, doch keine spielte eine so wichtige Rolle wie Tank-Destroyer-Abteilungen innerhalb der US-Armee.
Praktisch erwies sich sich das Konzept der Tank-Destroyer jedoch als Fehler, denn 1944 befand sich die US-Armee in der Offensive und deutsche Panzerformationen erschienen nicht so großflächig und konzentriert wie in den Tagen des Blitzkrieges 1939-41. Die Tank-Destroyer-Abteilungen waren nicht für die Offensive konzipiert und ihre defensive Ausrichtung verhinderte ihren effektiven Einsatz.
Manche Artillerieoffiziere tauschten sogar wider die selbstangetriebene PAK gegen gezogene Geschütze. Die übrigen Tank-Destroyer-Abteilungenw urden auf die Infanterieformationen verteilt um diese zu unterstützen. Während der Schlacht in den Ardennen erwies sich die gezogene PAK als sehr mangelhaft und so wurde sie wieder durch selbstangetriebene ausgetauscht. Das Konzept der Tank-Destroyer wurde nach dem Krieg von der US-Armee wieder aufgegeben.

Erste Einsätze der Panzer

Der erste Kampfeinsatz einer gepanzerten Einheit fand auf den Philippinen im Dezember 1941 statt, als zwei Panzer-Abteilungen der amerikanischen Nationalgarde eingesetzt wurden um eine provisorische Panzergruppe zu bilden. Diese wurden jedoch von der japanischen Armee sehr schmerzhaft vernichtet.
Der erste größere Einsatz von Panzern fand im November 1942 innerhalb der Operation "Torch" (Invasion Nordafrikas) statt. Für diese Operation wurden die 1. und 2. Panzerdivision eingesetzt. Die 2. Panzerdivision wurde nach der Landung in im französischen Teil Nordafrikas in Reserve gehalten und nahm an keinen Kämpfen teil.
Die 1. Panzerdivision wurde bei der Schlacht um den Kasserine-Pass im Februar 1943 vom deutschen Afrika-Korps vernichtet.
Durch das Debakel am Kasserine-Pass und den Erfahrungen aus dem Feldzug in Tunesien, wurden die amerikanischen Panzerdivisionen 1943 umorganisiert.
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