Waffen-SS Allgemeines Aufnahmekriterien in der Waffen-SS
Aufnahmekriterien in der Waffen-SS
Ein Unterschied zwischen der SS-VT und der Wehrmacht war, dass die meisten Freiwilligen der SS-VT aus ländlichen Gegenden kamen, während die Mannschaften der Armee hauptsächlich aus den Städten stammte. Dies mag vielleicht unwichtig erscheinen, aber in Deutschland waren die Lebensbedingungen auf dem Land während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weitaus primitiver als sie es heute sind. So zeigte es sich bald, dass die meisten Männer der Waffen-SS sich vor allem in Russland mit dem Leben im Feld sehr gut zurecht fanden.
Sie konnten sich nicht nur vom land ernähren, sondern waren auch bei der Feldarbeit viel erfahrener. Eine der wesentlichen Forderungen an einen Soldaten ist nämlich jene, einfach durchzuhalten und weiterzukämpfen. Und dies war ein nicht unwesentlicher Vorteil.

Die Rekruten der SS-Verfügungstruppe mussten in den Anfangstagen strengen körperlichen und moralischen Anforderungen entsprechen. Erst später wurden diese Standards durch die Kriegsumstände aufgeweicht, da die SS-Divisionen dringend Nachschub an Rekruten benötigen.
Sepp Dietrich, bis 1944 Kommandeur der Leibstandarte, verlangte reife Männer und pupertierende Schuljungen. Daher nahm er nur Männer zwischen 23 und 35 Jahren auf. Zusätzlich mussten sie mindestens 180 cm groß sein und sich in ausgezeichneter körperlicher Verfassung befinden. Wer eine kriminelle Vergangenheit hatte, wurde ebenso abgelehnt wie diejenigen, die ihre arische Herkunft nicht nachweisen konnten.
So akzeptierte Dietrich zu beginn niemanden in seiner Leibstandarte, der auch nur über eine Zahnplompe verfügte. Durch die Kriegsverluste war auch er dann gezwungen, seine Ansprüche zu reduzieren. Er war fest entschlossen, sein Regiment zur härtesten, bestausgebildeten und diszipliniertesten Einheit im Dienste des Führers zu machen. Gespräche mit nun bereits ergrauten Überlebenden zeigten, dass dies noch immer daran glaubten, dass sie es waren.
In der Tat meldete sich bis zum Ende die Auslese der deutschen Freiwilligen für die Leibstandarte. Die Mitgliedschaft bei der Allgemeinen SS war eine andere Sache. Zwischen seinem Machtantritt im Jahre 1933 und der Blutsäuberung 1934 waren zahlreiche Männer in die SS, SA und NSDAP eingetreten. Diese "Märzveilchen", wie sie genannt wurden, waren nicht vom selben Schrot und Korn wie die Männer vor 1933. Deshalb führte Himmler 1934/35 eine rigorose Auslese durch, der tausende von Mitgliedern wegen Alkoholismus, Kriminalität, Homosexualität oder verdächtiger rassischer Vergangenheit zum Opfer fielen.

In der Waffen-SS betrug die anfängliche Verpflichtungszeit 4 Jahre für die Mannschaften, 12 Jahre für Unteroffiziere und 25 Jahre für die Offiziere. Diejenigen Anwärter, die eine Offiziersausbildung durch machen wollten, mussten zumindest 2 Jahre lang bei den Mannschaften gedient haben (auser sie konnten eine früher Laufbahn in der Wehrmacht nachweisen, wie dies bei Paul Hausser beispielsweise der Fall war).
Trotz der langen Verpflichtungsdauer und der harten körperlichen, moralischen und rassischen Anforderungen gab es genügend Freiwillige.
Am Anfang herrschte jedoch ein Mangel an Offizieren mit Kampferfahrung im Feld, was einer der Gründe für die hohen Verluste der Waffen-SS im Westen 1940 war.
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