Waffen-SS Artikel Die SS-Verfügungstruppe (SS-VT)
Die SS-Verfügungstruppe (SS-VT)

1934 begann Theodor Eicke mit der Reorganisation der Totenkopfverbände, was schlieslich zu einer dritten Waffen-SS-Kampfdivision führen sollte: die SS-Totenkopfdivision. Andere Formationen der Waffen-SS sollten später den Kader für zwei weitere Elitekampfdivisionen bilden.

Am 16. März 1935 verkündete Adolf Hitler die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht und erhöhte die Stärke der Wehrmacht auf 36 Divisionen.
Am selben Tag gab er ebenfalls bekannt, dass die "politischen Bereitschaften" in einer neuen Formation mit der Bezeichnung "SS-Verfügungstruppe" aufgehen werden. Diese sollte die Ausgangsbasis für eine volle SS-Kampfdivision bilden.
Zu Beginn sollte auch die Leibstandarte für eine bestimmte Zeit Teil dieser neuen Einheit sein.
Um den Ängsten der Wehrmacht vor dieser neuen rivalisiernden Organisation entgegenzuwirken, wurde sie ein Jahr später zusammen mit den Totenkopfverbänden ins Polizeibudget übernommen.

Einige Monate später, am 1. Oktober 1936, richtete Hitler das SS-VT-Inspektorat ein und ernannte Paul Hausser zum Kommandeur. Hausser, einer der wichtigsten Männer bei der Schaffung der Waffen-SS, war 1932 aus dem Generalstab der Reichswehr ausgeschieden.
Er sollte später zu einem der besten deutschen Kommandeure im Feld werden.
Sehr rasch machte er sich einen Namen beim Stahlhelm und wurde nach dessen Vereinigung mit der SA in den Rang eines Standartenführers erhoben.
Danach ging ging er zur SS, wo er Leiter der Ausbildungsschule für Offizierskadetten in Braunschweig wurde. Er stand nun im Range eines SS-Brigadeführers und sollte die Verfügungstruppe in einen Kampfverband umwandeln.

Zu diesem Zeitpunkt bestand die SS-Verfügungstruppe (SS-VT) aus den 2600 Mann der Leibstandarte, den 5040 Mann der beiden SS-VT-Standarten "Deutschland" und "Germania" (zu denen 1938 nach dem Anschluss Österreichs die Standarte "Der Führer" hinzukommen sollte), den 3500 Mann in den Sturmbannern der Totenkopfverbände, sowie den 759 Ausbildern in der SS-Junkerschule Braunschweig und in der neu geschaffenen Schuld Bad Tölz.
Die Männer der SS-Totenkopfverbände gehörten jedoch nicht zur SS-VT, da sich die Wehrmacht weigerte, den Dienst in dieser Einheit als Wehrdienst anzusehen.

Aus diesen bescheidenen Anfängen sollte sich schlieslich die Waffen-SS mit nahezu einer Million Mitglieder entwickeln.
Aber auch an ihrem Höhepunkt betrug ihre Stärke nie mehr als 10% der Wehrmacht, und so stellte sie auch nicht jene Bedrohung dar, die die verrufene SA gewesen war.
Trotzdem musste Hitler der Wehrmacht noch immer beweisen, dass die SS in keinster Weise ihre Rolle als einzige bewaffnete Schutzmacht des Staates herausforderte.

Hitlers Hintergedanke bei der Schaffung der SS-VT wird in einem Gespräch mit Himmler im jahre 1934 deutschlich:
"In unserem Reich der Zukunft werden die SS und die Polizei die notwendige Autorität gegenüber den anderen Staatsbürgen nur dann besitzen, wenn sie über einen soldatischen Charakter verfügen. Durch seine vergangene Erfahrungin glorreichen militärischen Unternehmen und seine gegenwärtige Schulung durch die NSDAP hat das deutsche Volk solch eine kriegerische Mentalität entwickelt, dass eine fette, joviale, untätige Polizei, wie wir sie während der Weimarer Ära hatten, keine Autorität ausüben könnte.
Aus diesem Grund wird es für unsere SS und Polizei notwendig, sich in ihren eigenen abgeschlossenen Einheiten an der Front ebenso zu beweisen wie die Werhmacht und dieselben Blutopfer wie jeder andere Teil der Streitkräfte zu erbringen

In der Öffentlichkeit jedoch sprach Hitler weniger offen über die beabsichtigte Role der SS-VT. Offiziell war ihre "ursprüngliche und wichtigste Aufgabe" jene, "den Führer zu beschützen".
1935 erweiterte er ihren Aufgabenbereich, indem er erklärte, dass "in Kriegszeiten die SS-VT in die Wehmacht eingegliedert werden würde".
Himmler war damit nicht glücklich, da die Rolle der SS für ihn darin bestand, die "Sicherheit in Deutschland von innen her zu garantieren, so wie die Wehmacht die Wahrung der Ehre, der Größe und des Friedens im Reich von außen her sicherstellt."
Nachdem dies zwei konträre Ansichten waren, sah sich Hitler 1938 gewungen, die Situation zu klären. Er schrieb, dass in "Zeiten nationalen Notstandes" die SS-VT zwei Zwecken dienen sollte:
"Durch die Oberste Heeresführung im Rahmen der Wehrmacht. Sie untersteht dann ausschlieslich dem Militärgesetz und dessen Vorschriften; politisch jedoch bleibt sie ein Teil der NSDAP";
dem fügte er noch hinzu, dass "sie zu Hause entsprechend meinen Anweisungen den Befehlen des Reichsführer-SS untersteht."

Die SS-VT hatte sich diesem Zeitpunkt zu einer wesentlichen anderen organisation entwickelt, als man realistischerweise bei ihrer Gründung annehmen hätte können.
Dies war war größtenteils der Verdienst von Paul Hausser und seinen Ausbildungsschulen. Daher sollten jetzt jene Faktoren näher betrachtet werden, welche die Männer dazu brachten, in die Waffen-SS und nicht in die Wehrmacht einzutreten.
Daneben ist es auch interessant zu erfahren, wie diese Männer zu so zähen und häufig fanatischen Gegnern im Feld wurden und Bezeichnungen wie "Kämpfer und nicht Soldat" (die 12. SS-Panzerdivision "Hitlerjugend") oder "Soldaten der Zerstörung" (die 3. SS-Panzerdivision "Totenkopf") erhielten.

Am 10. Oktober 1938 wurde SS-Verfügungstruppe bei der Besetzung des Sudetenlandes als »SS-Verfügungsdivision« im Rahmen der Wehrmacht eingesetzt.
Am 22. April 1940 erging der Tagesbefehl Nr. 1481 vom SS-Führungshauptamtes an alle Dienststellen der Verfügungstruppe: »Auf Befehl des RfSS sind alle unter den Waffen stehenden Einheiten der SS in der Waffen-SS zusammengeschlossen. (…) Die Bezeichnungen »SS-Verfügungstruppe« und »SS-Totenkopfverbände« sind nicht mehr anzuwenden.« Mit diesem Befehl ging die Verfügungstruppe in der Waffen-SS auf.

Neben dem bekannten Paul Hausser beherbergte die SS-VT mehrere, spätere Namhafte Persönlichkeiten, wie z.B. Felix Steiner oder PanzerAs Michael Wittmann.  

Kommentare (1)Add Comment
vondorian
Juni 23, 2010
85.179.2.98
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Sehr geehrter Herr,

auch als Hobbyhistoriker sollte man seine Arbeit richtig machen, respektive sich bemühen dies umzusetzen. Wenn Sie schon einen Artikel zu diesem Thema verfassen, dann bitte mit Fußnoten. Desweiteren empfehle ich genauer zu recherchieren.

MfG

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busy
 

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