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| Hilfswillige "Hiwis" |
Den wahren Namen kannte man kaum und nach dem Krieg hörte man nichts mehr von ihnen, doch durch ihr stilles wirken entlasteten sie die deutschen Einheiten.Die hauptsächlich russischen Hilfswilligen im Dienst der deutschen Wehrmacht, wie sie offiziell bezeichnet wurden, von den Landsern wenig klangvoll, dafür kurz und bündig nur "Hiwi" genannt. Sie wurden nicht gerufen, nicht herbeibefohlen, nicht zwangsrekrutiert - sie kamen einfach an und waren da, als Gefangene, Überläufer oder auch Zivilisten. gemeinsam war ihnen, dass sie alle von der Roten Armee genug hatten und da es schon 1942 überall in der Truppe an Männern mangelte, stellte man anfänglich den einen oder anderen von diesen Russen zum Munitionstragen, Verwundetentransport usw. ein. Dann blieben sie weiterhin da und erhielten Verpflegung und Unterkunft, was ja das wichtigste für sie im Kriege war. Wie so etwas geschah, ist in der Geschichte der 198. Infanteriedivision vermerkt: "Viele Gefangene meldeten sich zum Dienst bei unseren Truppen, teils aus Erbitterung über die sowjetische Führung, die sie ins Feuer gehetzt hatte, teils um dem gefangenenlager zu entgehen. Der Truppe kamen diese Meldungen nicht ungelegen. Sie hatte in den vergangenen Tagen und Wochen erhebliche Verluste erlitten, wieder mussten deshalb die Trosse ausgekämmt werden. Nun konnten Hilfswillige Trossdienste tun, Verpflegung nach vorne und Verwundete nach rückwärts bringen. Und das Erstaunliche geschah: Diese struppigen ehemaligen Rotarmisten, die noch kurz zuvor erbittert gekämpft hatten, erwiesen sich meist als tüchtige Helfer. Wenn sie nur anständig behandelt wurden, haben sie sich mit ganz geringen Ausnahmen zuverlässig bewährt und unsere Achtung und Anerkennung erworben." In den ersten Zeiten trugen die Hilfswilligen vorwiegend noch ihre sowjetische Uniformen, gelegentlich auch Zivilkleidung, und erhielten dann nach und nach deutsche Uniformstücke. Einziges Kennzeichen war zunächst eine weisse Armbinde mit dem Aufdruck "Deutsche Wehrmacht".Dieses Verbleiben von Russen bürgerte sich bei dem zunehmenden Mangel an eigenen Kräften zwangsläufig bei den Einheiten mehr und mehr ein, so dass nach anfänglichem Misstrauen von "oben" aus diesen früheren russischen Soldaten und Zivilisten anerkannte Helfer wurden, die sich freiwillig bereiterklärten, im Rahmen der Wehrmacht Dienst zu tun und zwar ohne Waffen. Sie wurden nun planmäsig eingesetzte Dolmetscher, Fahrer, Pferde- und Wagenpfleger, Verwundetenträger und Hilfskräfte sonstiger Art, und machten dadurch weitere Kämpfer für die Truppe frei. Diese Freiwilligenbewegung nahm langsam gewisse feste Formen an. Dazu wurden die Grundlagen seitens der Org.Abt. des OKH im Frühjahr 1942 geschaffen. Allmählich erhielten diese Freiwilligen auch besondere Kennzeichen. Zur üblichen deutschen Uniform trugen sie dunkelgrüne Kragenpatten von russischer Form mit einem weissen Mittelstreifen, auserdem dunkelgrüne Schulterklappen mit roter Umrandung und an den Mützen eine blau-rote Kokarde ohne Hoheitsabzeichen. Auch gab es verschiedene untere Dienstgrade entsprechend den deutschen. Weclhe Rolle diese Hilfswilligen in späteren Kriegsjahren spielten, unterstreicht z.B. eine Stärkemeldung der 18. Armee vom 1. Juni 1944, in der ausdrücklich auf die Hilfswilligen hingewiesen wird: Ist-Stärke: 195 303 Soldaten, 13 560 Hilfswillige - Fehl: 3269 Soldaten, 10 659 Hilfswillige. Eine stärkemäsig festgelegte, organisatorische Eingliederung der Hilfswilligen in die Infanteriedivisionen gab es jedoch nicht. masgeblich war allein die Initiative des jeweiligen Einheitsführers und das sich entwickelnde beiderseitige Vertrauensverhältnis. Schlieslich gab es kaum eine Division, die nicht mehrere Hundert Hilfswillige in ihren Reihen zählte. genaue Stärken waren aber auch während des Krieges nicht vorhanden, die Gesamtzahl dürfte etwa bei 150 000 bis 200 000 gelegen haben. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, waren die "Hiwis" geschickt, anstellig, willig, ehrlich, zufrieden und oft von einer rührenden Dankbarkeit für jede Anerkennung. Im Gegensatz zu den bewaffneten Osttruppen, wo es mehrfach zu meutereien, Frontwechsel usw. kam, verliesen Hilfswillige nur selten die Truppe, mit der sie zunehmend verwuchsen. Ein Auszug eines offenen Briefes zitiert den russischen Hilfswilligen Nshan Mraktschian, der den Brief an den Chef der 9. Kompanie des Regiments 98 im Sommer 1943 schrieb: "Herr Chef! Ich, ein armenischer Kriegsgefangener, arbeite nun genügend lange Zeit in ihrer Kompanie. Ich will Ihnen die Freundschaft danken, die man mir entgegenbringt sowie den anderen russischen Kriegsgefangenen (in der Kompanie nennen mich die Kamerdaen Nathan)..." Die deutschen Landser und die russischen "Hiwis" fanden ein denkbar guters Verhältnis zueinander, und die Iwan`s, Fjedor`s, Pjotr`s, Wassili`s und wie sie alle hiesen, fühlten sich immer mehr ihrer Einheit zugehörig und hielten ihr die Treue bis zuletzt. Über ihr weiteres Schicksal ist nichts bekannt. Soweit sie nach Kriegsende in sowjetische Hände fielen, waren ihnen Liquidierung sicher. Kommentare (0)
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