Waffen-SS SS-Brigaden 1. SS-Infanterie-Brigade (mot)
1. SS-Infanterie-Brigade (mot)

1941
Die 1. SS-Infanterie-Brigade (mot) wurde am 21. April 1941aus überschüssigem SS-Personal der  8. SS Totenkopf-Standarte und der 10. SS-Totenkopf-Standarte gebildet.
Ursprünglich trug diese Einheit den Namen SS-Brigade (mot.), wurde aber später in 1. SS-Brigade (mot.) umbenannt und am 20. September 1941 erheilt sie ihren endgültigen Namen 1. SS-Infanterie-Brigade (mot).
Am 25. Juni 1941 erhielt der SS-Oberführer Richard Herrmann das Kommando über diese Brigade.
Also der Russlandfeldzug begann, befand sich die Brigade Krakau, Polen, zur Organisation.
Am 5. Juli wurde sie nach Debica zum weiteren Training bis 23. Juli verlegt, von wo aus es dann in Richtung Osten aufbrach.
In der Zeit von 25. Juli bis 9. August 1941 kämpfte sie gegen Partisanen und versprengte russische Einheiten im Rücken der Heeresgruppe Süd. Dabei nahm sie rund 7.000 Gefangene.
Am 9. August befand sich die Brigade 35 km nördlich von Shitomir. Zu diesem Zeitpunkt kämpfte die 6. Armee an der Front von Korosten bis Berdistchev. Sie benötigte die 1. SS-Infanterie-Brigade (mot) als Ünterstützung um die nördliche Flanke zu decken. Zum gleichen Zeitpunkt wurde das SS-Infanterie-Regiment 10 zur Partisanenbekämpfung im Raum Uschomir abgezogen. Die  Säuberung in dem sumpfigen Gelände ging von 10. bis 16. August, wobei das Regiment rund 800 Feinde tötete oder gefangen nahm. Als das Regiment wieder der Brigade unterstellt wurde, fungierte diese als linker Flügel des XVII. Armeekorps. Am 23. August, nach den schweren Kämpfen der 11. Panzer-Abteilung, überquerte die Brigade den Fluss Dnieper.

Bis Mitte 1942 wurde die Brigade dem Kommandostab-Reichführung-SS zugewiesen, der auch die SS-Kavallerie Brigade und die 2. SS-Infanterie-Brigade (mot) unter seinem Kommando hatte. Die Aufgabe des Kommandostabs war die Steuerung dieser Einheit als Polizei im hinteren Bereich der Front. Die Brigade wurde aber trotzdem immer wieder an der Front eingesetzt und kehrte nach ihren Einsätzen zurück zum Kommandostab.
Im Herbst beendete die Brigade ihre Aufgabe als Polizei- und Anti-Partisanen-Einheit, da diese Rolle jetzt dem Chef der Bandenkampf-Verbände zu Teil wurde.
Einige Einheiten, die der Brigade unterstellt waren, nahmen an Massenerschießungen in der Sowjetunion teil.

Am 12. Dezember 1941 kam die Brigade unter das Kommando der 56. Infanterie-Division, die der Heeresgruppe Mitte angehörte. Dort sollte sie an der Befreiung des durch die Rote Armee eingekesselten Höheren-Kommando XXXIV im Raum Tula-Yelets-Liwny helfen. Diese Operation verlief erfolgreich und so wurde die 134. Infanterie-Abteilung und die 45. Infanterie-Abteilung aus der Einkesselung befreit.
Während der Kämpfe um Lasarewka, wurde die Brigade am 28. Dezmeber 1941, ein Teil der Gruppe Moser und unterstand dem Kommando des LV. Armeekorps.

1942
Nach den harten Verteidigungskämpfen des Winters, wurde die Brigade in zweiter Linie zur Partisanenbekämpfung eingesetzt und nahm später wieder an Fronteinsätzen teil.
Bis zum 31. Mai 1942 hatte die Brigade 1306 Mann als Opfer zu beklagen, davon wurden 20 Offiziere und 306 Soldaten getötet,  38 Offiziere und 805 Soldaten verwundet und 4 Offiziere und 119 Soldaten galten als vermisst. Dazu kamen noch Unfallopfer: 1 Offizier und 13 Soldaten.
Von Januar bis August übernahm die Brigade im Raum Kursk defensive- und Sicherheitsaufgaben.
Am 11. August wurde die Einheit in den Raum Minsk verlegt um dort gegen die Partisanen vorzugehen, die die Heeresgruppe Mitte ernsthaft behinderten.
Am 11. Oktober befand sich die Brigade in Wydriza in Zentralrussland, wo sie zusammen mit den Einheiten SS-Sonderkommando Dirlewanger, SS Litauische-Schuma-Bataillon 255 und Teilen der 286. Sicherungs-Abteilung an der Operation "Karlsbad" teilnahm. Ziel der Operation war die Vernichtung einer 6.000 Mann starken Partisanengruppe, die von sowjetischen Offizieren befehligt wurde.
Am 23. Oktober endete die Operation und die Brigade hatte 24 Gefallene und 65 Verwundete zu beklagen, während sie ca. 1051 Partisanen tötete.

Von 5.-9. November wurde die Brigade auch in die Operation "Frieda" einbezogen. Zusammen mit dem SS-Sonderbataillon Dirlewanger sollte die Brigade eine starke Partisanengruppe, die von General Wiejerew befehligt wurde, im sumpfigen Waldgebiet von Borissov zerstören. Bei diesem Einsatz gab es nur wenig Opfer (2 Tote und 10 Vermisste), allerdings schafften sie es mehere hundert Partisanen zu töten.
Danach wurde die Brigade zur Erholung von der Front abgezogen, bevor sie dann in der zweiten Novemberhälfte wieder zur Partisanenbekämpfung mit der Polizei Kampfgruppe von Gottberg eingesetzt wurde.
Die nächste Operation trug den Namen "Nürnberg" und fand zwischen Gleboki und Wilna statt. Diese Operation wurde von SS-Brigadeführer von Gottberg geführt und fand mit dem SS-Polizei Regiment 14, zwei Schuma-Battaillonen und einer  Feldgendamerie-Einheit der Brigade statt. Während dieser Operation hatten die Sowjets 2984 Opfer zu beklagen und weiters konnten einige deutsche Gefangene befreit werden.

Ende 1942 umkreisten die sowjetischen Streitkräfte die Stadt Velikiye Luki und versuchten die dortigen deutschen Truppen zu vernichten. Die 83. Infanterie-Abteilung und andere Einheiten wurden eingekesselt und im Januar 1943 vernichtet. Die Versuche der 1. SS-Infanterie-Brigade, zusammen mit dem Freikorps Danmark, die eingeschlossenen deutschen Einheiten zu befreien, schlug fehl. Bei der Befreiungsaktion kam es zu schweren Verlusten auf deutscher Seite.

1943
Nach den verschiedenen Operation Ende 1942 und den schweren Kämpfen im Raum Velikiye Luki, wurde die Brigade ein Teil des LIX. Korps unter der 3. Panzer-Armee.
Am 4. Februar nahm die Brigade Stellung in Podluschje. Von 22. Februar bis 8. März wurde die Brigade der 201. Sicherungs-Division unterstellt um im Raum Witebsk-Gorodok-Gurki-Senniza gegen die Partisanen zu kämpfen. "Kügelitz" war der Name der ersten Operation. Die zweite Operation trug den Namen "Donnerkeil" und fand von 31. März bis 2. April statt. Diese Operation wurde von der 3. Panzer-Armee geführt.
Am 20. März 1943 wurde das Freikorps Danmark wieder von der Brigade abgezogen. Im Mai 1943 bildete die Brigade die Grundlage für die 3. Estnische SS-Freiwilligen Brigade.
Am 7. Juli wurde die Brigade wieder nach Borrissov verlegt, um dort gegen die Partisanen vorzugehen. Dort namh sie mit anderen Eiheiten an der Operation "Hermann" unter dem Kommando von Generalmajor der Polizei von Gottberg teil.
Im Augsut 1943 bekamd die Brigade Verstärkung in Form von 10 StuG (Sturmgeschützen). Am 1. August nahm die Brigade an den Evakuierungen im Raum Jeremicze-Starzyna-Rudnja-Kupinsk teil. Ziel der Evakuierung war die Deportation von Gefangenen nach Deutschland um neue Zwangsarbeiter zu rekrutieren.
Anfang September wurde die Brigade wieder als Fronteinheit eingesetzt und stand unter dem Kommando der 25. Panzergrenadier-Division. Sie kämpften dort bis 24. September gegen die vorrückende Rote Armee im Raum Smolensk-Gomel. Die Verluste im September waren hoch: 215 Tote, 1172 Verwundete und 77 Vermisste. In den weiteren Kämpfen westlich von Smolensk, trat die 1. SS-Infanterie-Brigade durch kämpferische Leistungen besonders hervor und wurde dadurch sogar im Wehrmachtsbericht erwähnt.
Wegen der Großoffensive der Roten Armee am 10. November, wurde die Brigade für die Bildung der SS-Kampfgruppe Trabandt benutzt und dem Kommando des Stab der 36. Infanterie-Abteilung gestellt.
Sie kämpfte am Brückenkopf von Rogatschew, bis sie am 2. Dezember zum Brückenkopf bei Stassewka verlegt wurde.
Am 20. Dezember nahm die Brigade an der Operation "Nikolaus" teil und bildete den Hauptkampfteil mit der 16. Panzer-Abteilung, 258. Infanterie-Abteilung, 134. Infanterie-Abteilungen und dem Kavallerie Regiment Mitte der 9. Armee, die südlich zur 2. Armee vorstossen sollte.
Der Gegenangriff verkürzte den Abstand zwischen der 2.  und 9. Armee, der durch einen sowjetischen Vorstoss im November bei Bobruisk zustande kam. Am 22. Dezember gelang es die Lücke zu schliesen und die Front zu stabilisieren.
Ende Dezember 1943 wurde die Brigade nach Ostpreußen verlegt. Als sie in Stablack nahe Königsberg ankam, wurde sie neu formiert.

1944
Die 1. SS-Infanterie-Brigade bestand bis 24. Januar 1944, als sie dann für die Bildung der 18. SS Freiwilligen-Panzergrenadier-Division "Horst Wessel" herangezogen wurde.


Kommandeure

SS-Brigadeführer Karl Demelhuber (24 Apr 1941 – 25 Juni 1941)
SS-Oberführer Richard Herrmann  (25 Juni 1941 – 27 Dez 1941)
SS-Brigadeführer Wilhelm Hartenstein (27 Dez 1941 - ? Nov 1942)
SS-Obergruppenführer Erich von dem Bach-Zelewsky (1 Dec 1942 – Dez 1942)
SS-Brigadeführer Wilhelm Harenstein (Dez 1942 – Mai 1943)
SS-Brigadenführer Karl Herrmann (31 Juli 1943 - ? Okt 1943)
SS-Sturmbannführer Wilhelm Trabandt (18 Okt 1943 - 24 Jan 1944)

Chef des Stabes
SS-Sturmbannführer Josef Karl (? Jan 1943 - ? Jan 1944)

Einsatzgebiete
Ostfront, Süd-Sektor (Aug 1941 – Okt 1941)
Ostfront, Mittlerer-Sektor (Nov 1941 – Jan 1942)
Ostfront, Süd-Sektor (Feb 1942 – Aug 1942)
Ostfront, Mittlerer-Sektor (Jan 1943 – Dez 1943)

Unterstellt
XXXXII. Korps (Juni 1941 – Juli 1941)
Heeresgruppe Süd (Aug 1941 – Okt 1941)
2. Armee (Dez 1941)
LV. Korps, 2. Armee (Jan 1942)
6. Armee (Feb 1942 – März 1942)
LV. Korps, 2. Armee (Apr 1942 – Aug 1942)
Unbekannt (Sep 1942 – Dez 1942)
LIX. Korps, 3. Pz. Armee (Jan 1943 – Juni 1943)
Unknown (Jul 1943 – Sep 1943)
XXXIX. Korps, 4. Armee (Okt 1943)
XXXXI. Korps, 9. Armee (Nov 1943)
XXXV. Korps, 9. Armee (Dez 1943)

Mannstärke
? Dez 1941:  5.950
9 Dez 1942:  6.135
7 Juli 1943:   6.395
22 Sep 1943:  4.654
31 Dez 1943:  4.125

Schlachtordnung / Organisation (22. Oktober 1943)
Stab
  Nachrichten Zug (mot.)
  Kradschutzen Zug

SS-Grenadier-Regiment 37
  3x Bataillon
    3x Schutzen Komapanie
    1x Schwere Kompanie

SS-Grenadier-Regiment 38
  3x Bataillon
    3x Schutzen Komapanie
  1x Schwere Kompanie

SS-Artillerie-Abteilung 51
  2x Leichte Batterie
  1x Schwere Batterie

SS-Panzerjäger-Kompanie 51
  3x Zug (mot.)

SS-Flak-Kompanie 51
  4x Zug

SS-Kradschützen-Kompanie 51
  1x Schwere Spähzug
  3x Kradschützen Zug
  1x Schewere Zug

SS-Pionier-Kompanie 51
  3x Pionier Zug (mot.)
  1x Werfer Zug
  1x Brückenkolonne

SS-Nachrichten-Kompanie 51
  1x Funk Staffel
  1x Spräher Staffel
  1x Nachrichten Kollone

SS-Feldersatz-Bataillon 51

SS-Sänitets-Dienst 51

SS-Versorgungs-Truppen 51
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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 17. Dezember 2009 um 23:06 Uhr
 

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