Waffen-SS SS-Brigaden 4. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Brigade Nederland
4. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Brigade Nederland

Die 4. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Brigade Nederland wurde am 23. Oktober 1943 in Thüringen aus der SS-Freiwilligen Legion Niederlande gebildet. Im August 1944 wurde sie zur SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Brigade Nederland.
Die 4.SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Brigade "Nederland“ kam im September 1943 erstmals zum Einsatz. Zuvor wurde sie in Sonneberg/Thürigen ausgebildet.
Diese Einheit erhielt sogar ein eigenes Feldlazarett, dass SS-Feldlazarett Freiwilligen Legion 'Nederland' (ab Februar 1944 SS-Lazarett 'Niederländische Ambulanz'). Die neue Brigade bestand aus den holländischen Freiwilligen der Legion Nederland, zusätzlich rekrutierten Freiwilligen Holländern und Rumänen (Volksdeutsche).
Die Brigade war Teil des III. SS-Panzerkorps, welches im September 1943 nach Kroatien verlegt wurde.
In Oroslavje and Donja Stubica wurden die Freiwilligen weiter trainiert, schützten Bahntransporte und gingen gegen Partisanen vor. In Kroatien kamen rund 1.500 freiwillige Holländer der SS-Panzer-Grenadier-Division "Wiking" zur Brigade hinzu.
An Weihnachten 1943 wurde die Brigade, noch nicht völlig Ausgebildet, in Richtung Ostfront verlegt. Innerhalb des III.(germanischen) SS-Panzer-Korps, befehligt von Felix Steiner,  wurde die Brigade Nederland wieder an der Leningrad-Front eingesetzt. Zu diesem Zeitpunkt war die Rote Armee nahe an einem Durchbruch gegen die deutschen Verteidigungslinien.
Gemeinsam mit der 11.SS-Freiwilligen-Panzer-Grenadier-Division "Nordland" , der 4.SS-Polizei Panzer-Grenadier-Division und einer Luftwaffen Felddivision leistete die Brigade Nederland bis 14. Januar 1944 hartnäckigen Widerstand gegenüber der immer übermächtiger werdenden Roten Armee. Der Hauptschwerpunkt der sowjetischen Großoffensive galt der schwächeren Luftwaffen Felddivision und schon bald gelang es der Roten Armee die Linien zu durchbrechen.
Die Brigade Nederland musste sich an das Westufer des Luga und Narwa zurückziehen, um einer Einkreisung zu entgehen. Die Brigade grub sich am Westufer des Luga und Narwa ein und baute ihre Stellungen aus. Um die Front zu stabilisieren gab das Oberkommando der Wehrmacht den Befehl zur Bildung der Armeegruppe Narwa, welche eine Abteilung der 18. Armee war. Diese Armeegruppe bestand aus den Einheiten Brigade Nederland, Nordland , 20. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division "Estland" , 227. Infanteriedivision, 170. Infanteriedivision, 214. Infanteriedivision und Teilen der 58. Infanteriedivision.
Die Brigade Nederland litt bald unter starkem Versorgungsmangel, da die Nachschubstrassen und Brücken rund um den Narwa blockiert oder von Partisanen besetzt waren. Hinzu kamen immer stärker werdende Angriffe der Roten Armee.
Am 8. März attackieren zwei gepanzerte Regimenter der Roten Armee die Stellungen der Brigade Nederland. Unter hohen Verlusten gelingt es aber den holländischen Freiwilligen den Angriff abzuwehren. Derartige Angriffe hielten bis April an und zwischen 1. Januar und 13. April 1944 verlor die Brigade Nederland 87 Offiziere, 502 Unteroffiziere und 3139 Soldaten. Die SS-Freiwilligen-Panzer-Grenadier-Brigade "Nederland" zählte nun 6.305 kampfbereite Soldaten - von ursprünglich 9.342.

Im März 1944 war die Brigade Nederland für die Verteidigung eines äußerst wichtigen Frontabschnitts verantwortlich. Sollte es der Roten Armee gelingen einen Brückenkopf im Norden des Sees Peipus zu errichten, wäre die gesamte Heeresgruppe Nord in Gefahr. Die veranlasste Adolf Hitler dazu, die Stadt Narwa als Festung auszurufen. Dies bedeutete das die Stadt "bis zum letzten Mann" verteidigt werden muss.
Bis Ende März 1944 hatte sich die Narwa-Front wieder stabilisiert. Die Nachschublinien waren teilweise wieder intakt und so konnte neues Material herangeführt werden. Nach Felix Steiner`s Rat, bauten die holländischen Freiwilligen der Brigade Nederland ihre Stellungen weiter aus, während sie größtenteils von weiteren Angriffen der Roten Armee verschont blieben.

Im Sommer 1944 überwältigte die Rote Armee die Heeresgruppe Mitte und somit brach der zentrale Frontabschnitt ein. nun bestand die Gefahr einer Einkreisung der gesamten Heeresgruppe Nord.
Am 12. Juni 1944, zu der Zeit Verteidigte sich die Heeresgruppe Mitte hoffnungslos gegen einen übermächtigen Feind, befahl das Oberkommando der Roten Armee eine Großoffensive gegen die "Festung Narwa": Einheiten der sowjetischen 191. Infanteriedivision und des 172. sowjetischen Bataillons gelang der Durchbruch durch die deutschen Linien, doch sie wurden durch die Gegenangriffe der Brigade Nederland und der Division "Nordland" erfolgreich gestoppt. Beide  Einheiten litten stark unter den sowjetischen Angriffen und Verstärkungen waren keine vorhanden. Das 24. Regiment "Danmark", eigentlich eine Einheit der Division "Nordland", kurzzeitig der Brigade Nederland unterstellt, hatte besonders viele Verluste zu erleiden und war nach diesen Angriffen besonders schwer angeschlagen.
Nach dem diese Offensive wieder erfolgreich abgewehrt wurde, grub sich die Brigade wieder ein und baute ihre Verteidigungsstellungen aus.
Heinrich Himmler befahl die Errichtung weiterer Bunkerkomplexe rund um die Festung Narwa und die Brigade Nederland wurde mit dem Artillerie-Regiment 54 verstärkt, welches mit neuen Feldhaubitzen und Vierlings-Flak ausgerüstet war. Andererseits wurden einige Sturmgeschütze der Brigade der Division "Nordland" zugeteilt. Nur noch 2 "Panther"-Panzer und 10 Sturmgeschütze standen der Brigade Nederland zur Verfügung, welche dadurch geschwächt wurde.
Felix Steiner lobte immer wieder den Einsatz der Brigade Nederland.

Mittlerweile war die Rote Armee nahe der Umzingelung der Heeresgruppe Nord. Durch eine erfolgreiche Offensive im Norden wäre die Heeresgruppe Nord inklusive der Brigade Nederland eingekesselt. Während die Rote Armee ihre Angriffe am 24. Juli auf die Narwa-Festung fortsetzte, gab es Pläne die Brigade Nederland bis zur Tannenbergstellung zurückzuziehen. Fünf Tage später zog sich die Brigade aus der Narwa-Festung zurück. Das 48. Regiment "General Seyffardt" deckte dabei den Rückzug der Brigade. Das Regiment sollte sich so bald wie möglich, nach dem alle Truppen Narwa verlassen hatten, ebenfalls zurückziehen und sich auserhalb Narwa`s wieder mit der Brigade Nederland zusammen schliesen. Das 48. Regiment "General Seyffardt" sah die Brigade Nederland, aufgrund eines katastrophalen Fehlers seiner Offiziere, jedoch niemals wieder:
Während die Brigade Nederland auserhalb Narwa auf das Regiment wartete, ging das Regiment einen anderen Weg als geplant. Sie wurden durch die sowjetische Luftwaffe entdeckt und wurden umgehend unter starken Beschuss genommen. Dabei kam es zu einem unglaublichen Blutbad, bei dem das Regiment "General Seyffardt" im bewaldeten und sumpfigen Terrain rund um Narwa völlig zerstört wurde. Durch Angriffe aus der Luft und vom Boden aus, gab es kein Entrinnen für die Männer des Regiments. Überlebende wurden tagelang durch die Sümpfe gejagt.
Nur wenige Männer unter dem Kommando von SS-Untersturmführer Nieuwendijk-Hoek erreichten die Tannenbergstellung. Die Brigade Nederland verlor eins von zwei Regimentern und das 48. Regiment "General Seyffardt" sollte in Schlochau wieder aufgestellt werden.

Die nachfolgenden tage im August verliefen für die Brigade Nederland relativ ruhig. Hinter der Tannenbergstellung erholten sich die holländischen Freiwilligen von den Kämpfen bei Narwa. Die Wiederherstellung der eigentlichen Kampfkraft wurde den Mangel an Munition Treibstoff verhindert. Die Brigade blieb weiterhin verletzbar.
Heinrich Himmler selbst verfasste einen Brief an die Brigade, in dem er den Kampfesmut der Brigade pries. Der brief erreichte die Brigade am 24. August 1944.
Die Brigade kam im September 1944 wieder zum Einsatz, nach dem sie mit einem wallonischen Bataillon und der 1. Kompanie des 47. Regiments verstärkt wurde. Die Brigade sollte die strategisch wichtige Stadt Pernau verteidigen.
Mitte September 1944 konnte der Frontabschnitt jederzeit einbrechen.  Die Rote Armee attackierte Riga und die gesamte Heeresgruppe Nord war in Gefahr. Die Kommandeure fragten daher um Erlaubnis die Front zurückzuziehen und aus Estland abzuziehen. Selbst Hitler erkannte das es keine andere Wahl mehr gab und so befahl er am 23. September 1944 den Marsch in Richtung Kurland in Litauen. Die Brigade Nederland erreichte stark angeschlagen am 14. Oktober ihr Ziel und begann umgehend mit dem Ausbau von Verteidigungsstellungen.
Die Situation im neuen Gebiet rund um Kurland sah nicht viel besser aus. Allerdings waren die Fronten kürzer und besser zu verteidigen. Die Rote Armee war sehr schnell nachgerückt und kurz nach Ankunft der Brigade Nederland, erblickte man schon die ersten sowjetischen Einheiten, welche umgehend zum Angriff übergingen. Gemeinsam mit der Division "Nordland" und der 126. Infanterie-Divsion gelang es jedoch den Angriff erfolgreich abzuwehren. Ebenfalls gelang es die Rote Armee an der Eroberung der Stadt Libau zu hindern.
Die erste Schlacht in Kurland war beendet und hunderte von sowjetischen Soldaten fielen bei dem Versuch die Stellungen der Brigade Nederland einzunhemen.

Das Gebiet rund um Kurland war bewaldet und sehr sumpfig. In den Wäldern herrschten die Partisanen, welche immer wieder Angriffe auf deutsche Einheiten durchführten. Somit wurde auch die Brigade Nederland immer wieder in Kämpfe mit den Partisanen verwickelt.
Am 27. Oktober 1944 befahl das sowjetische Oberkommando STAVKA eine weitere Offensive in Kurland. Besonders betroffen waren die Division Nordland und  das X. Armeekorps. Mitte November liesen die sowjetischen Angriffe nach und die Einheiten der Wehrmacht und der Waffen-SS konnten wieder ihre Kräfte sammeln, während sich die Front stabilisierte.
Die Brigade Nederland nutzte die Zeit neue Gräben und Bunker an der "Krimhildestellung" auszuheben. Dies gelang allerdings nur Nachts, da die Stellungen der Brigade tagsüber immer wieder von der sowjetischen Luftwaffe angegriffen wurden.

Die dritte sowjetische Offensive in Kurland begann am 21. Dezember 1944. Dabei waren die Hauptziele der Roten Armee die Städte Libau und Frauenburg. Wie üblich begann die sowjetische Offensive mit massivem Artilleriefeuer auf die deutschen Linien. Nach dem das Artilleriefeuer abklang, stürmten Wellen von sowjetischen Soldaten in Richtung der deutschen Stellungen. Vier Tage später war auch diese Offensive abgewehrt. Die Brigade Nederland war von diesen Angriffen weniger betroffen und hatte daher recht wenig Verluste. Bis 24. Januar 1945 wurde die Brigade kaum mehr in Kämpfe mit der Roten Armee verwickelt.
Kurland sollte erst mit der deutschen Kapitulation im Mai 1945 in sowjetische Hände fallen.

Mittlerweile sammelte die Rote Armee ihre Truppen am Ostufer der Weichsel. Der Plan war, direkt bis zur Oder durchzubrechen.
Am 26. Januar 1945 gab es neue Befehle: Das III. SS-Korps inklusive der Brigade Nederland wurde nun an der Weichsel-Front stationiert. Drei Tage nach dem die Befehle eintrafen, schiffte die gesamte Brigade im Hafen von Libau ein. Ihr Ziel war Swinemünde-Stettin, wo sie am 5. Februar ankam. Mittlerweile war die Rote Armee abermals durch die deutschen Linien gebrochen und befand sich nur noch wenige hundert Kilometer vor Berlin.

Am 10. Februar 1945 erreichte die SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Brigade Nederland den Status einer Division. Ihr neuer Name war nun 23. SS-Freiwilligen-Panzer-Grenadier-Division "Nederland".

Kommandeur
SS-Brigadeführer Jürgen Wagner (20 Apr 1944 - 1 Aug 1944)

Schlachtordnung / Organsiation
48. Freiwilligen-Panzergrenadier-Regiment General Seyffard
49. Freiwilligen-Panzergrenadier-Regiment de Ruyter
SS-Artillerie-Regiment 54
SS-Nachrichten-Abteilung 54
SS-Panzerjäger-Abteilung 54
SS-Pionier-Bataillon 54
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