 | Im Dienst seit: 1943, erreichte Divisionsstatus 1944 | | Zusammensetzung/Nationen: Flämische Freiwillige der Flämischen Legion (1940 in Belgien gegründet) | | Mann-Stärke: 7.000 | | Schlachten: Russland 1943-1944, Deutschland 1945 |
Am 18. September 1944 befahl Himmler die Aufstellung einer flämischen SS-Divison. Durch die Einberufung flämischer Männer zur Waffen-SS versuchte das SS-FHA den Verband auf Sollstärke zu bringen. So erhielten Flamen, die in der Wehrmacht, der Organisation "Todt", dem NSKK oder im Freiwilligen Arbeitsdienst standen ihre Kommandierung zur 27. SS-Division. Aus der "Vlaamse Wacht", einer paramilitärischen Einheit flämischer Freiwilliger, die in Flandern im Objektschutz gestanden hatte, wurden rund 700 Mann Ende September 1944 zur Waffen-SS kommandiert. Aus flämischen Jugendlichen wurde ein sog. Jugendbataillon aufgestellt. Am 19. Oktober 1944 verfügte das SS-FHA den Beginn der Aufstellung der 27. SS-Division "Langemarck" im Raum Soltau/Lüneburger Heide. Stamm der Division bildete die sich in Auffrischung befindliche 6. SS-Freiwilligen-Sturmbrigade "Langemarck" , so wie die Reste der aus Estland kommenden flämischen Kampfgruppe. Zum Führer der Division wurde SS-Staf Thomas Müller ernannt. SS-Obersturmbannführer Schellong übernahm das SS-Freiwilligen-Grenadier-Regiment 66. Während der Ausbildung und Aufstellung der flämischen Truppen in der Lüneburger Heide erhielt das Divisionskommando den Befehl eine Kampfgruppe zu bilden. Hierzu wurden die sich in Aufstellung befindlichen Regimentsstäbe in Bataillonsstäbe geändert. Letztendlich bestand die Kampfgruppe aus zwei Grenadier- und einem schweren Bataillon. Während die 27. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division "Langemarck" weiter im Raum Soltau aufgestellt werden sollte, erfolgte am 24. Dezember 1944 die Bahnverlegung der Kampfgruppe. Drei Tage später erreichten die Flamen Köln-Wahn. Von dort marschierten sie zu Fuß in den Unterkunftsraum an der Urftalsperre (Vor-Eifel). Die Urftalsperre war ein operatives Ziel der alliierten 12. Heeresgruppe von General Bradly. Im Besitze dieser Anlage hätten die Amerikaner den störenden Wasserstand der Roer regeln und so ein beschwerliches Hinderniss im weiteren Vormarsch in das Herz Deutschlands ausschalten können. Jedoch scheiterten sämtliche alliierten Vorstösse, auch konnten abgeworfene Bomben die Betonmassen das Stauwehrs nicht zerstören. Waren die flämischen SS-Einheiten auch nicht im Kampf eingesetzt, so wurden sie trotzdem bis Ende Januar 1845 zur Vortäuschung starker deutscher Truppenverbände in diesem Raum als mögliche Eingreifreserve für die Ardennenoffensive benutzt. Ende Januar 1945 verlies die rund 2.000 Mann starke Kampfgruppe "Langemarck" die Vor-Eifel, um in Pommern zum Einsatz zu gelangen. Im hinterpommerschen Raum angekommen, wurden die Flamen Anfang Februar 1945 dem III. (germ.) SS-Panzerkorps (11. Armee) unterstellt, in dessenRahmen sie bereits an der Narwa-Front gefochten hatten. Die Kampfgruppe "Langemarck" stand zusammen mit Truppen der 11. SS - und 23. SS-Division im Raum des Brückenkopfes Fährzoll und war bei der Einnahme von Reichenbach und Bonin, sowie bei Petznick und Schlagenthin eingsetzt. Flämische SS-Männer konnten im Rahmen der 11. SS-Division den nördlichen Teil von Petznick einnehmen, während eine Pak-Kompanie der Kampfgruppe "Langemarck" die Strassen nach Arnswalde sicherte. Am 17. Februar war das I./SS-Freiwilligen-Grenadier-Regiment 66 der "Langemarck" zusammen mit dem SS-Panzer-Grenadier-Regiment 24 "Danmark" sowie dem I./Panzer-Grenadier-Regiment "Führer-Begleit-Division" bei Marienfelde und Schönwerder eingesetzt. Bei Marienfelde erlitten die Flamen durch granatwerfer und Artilleriebeschuss schwere Verluste. Als am 21. Februar 1945 der Rückzug der deutschen Truppen aus diesem Gebiet begann, marschierten die Soldaten über Marienberg - Reichenbach - Fährzoll nach Schwanenbeck am nördlichen Ihna-Ufer. Im Raum Zadelow - Zachan - Schwanenbeck - Güntersberg hatten die flämischen SS-Angehörigen schwerste Gefechte zu bestehen. Als Ende Februar das Oberkommando der 11. Armee in den Westen verlegte, traten die in Pommern unterstellten Truppen unter den Befehl der 3. Panzer-Armee. Am 1. März 1945 griffen die sowjetischen Verbände im Raum Arnswalde - Reetz - Märkisch Friedland an. Zwischen Jacobshagen und Gr. Mellin konnten die sowjetischen Verbände eine Lücke von 15 Kilometer reissen. Zusammen mit der Gruppe "Voigt" und Teilen der 11. SS-Division mussten sich die flämischen SS-Angehörigen bis Zachan zurück ziehen. Am 3. März konnten gegnerische Truppen Zachan besetzen - die Flamen sammelten sich in Pansin und Wulkow und wurden sofort in heftige Gefechte verwickelt. Die Kämpfe im Raum Stargard - Zachan endeten am 9. März. Über Seefeld, Mulkentin- Groß - und Klein-Wachlin zogen die flämischen Männer in ständige Rückzugsgefechte verwickelt, an die Autobahn nach Berlin. Bevor die Soldaten in die Verteidigung des kleineren Brückenkopfes bei Alt-Damm einbezogen wurden, erhielten sie ein paar Ruhetage in Glasow und Grimme. Mit rund 1.500 Gefallenen, Verwundeten und Vermissten hatte die Kampfgruppe rund 75% ihrer ursprünglichen Stärke eingebüst. Andere deutsche Verbände hatten in diesem zeitraum ungefähr 30% Verluste. Am 16. März begann der schwere und verlustreiche viertägige Kampf um Alt-Damm. Die nur noch 500 Mann starke flämsiche Kampfgruppe wurde nach diesem Einsatz aus der Front genommen und in den Raum Prenzlau verlegt. Hier wurde sie durch neuzugeführte Divisionsangehörige aus der Lüneburger Heide verstärkt. Ende des Monats hatten im Raum Soltau liegende Teile der 27. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division "Langemarck" den Befehl, vor den anrückenden alliierten Truppen in die Uckermark zur dort stehenden Kampfgruppe zu marschieren. Am 26. März urteilte der Oberbefehlshaber der 3. Panzer-Armee, General von Manteuffel, über die 27. SS-Division:
Die Division ist nur eine Regimentstruppe mit zwei starken Bataillonen und einem schweren Bataillon mit schweren Infanteriegeschützen und drei schweren Panzerabwehrkanonen. Die Division hat gute Männer, aber schlechte Führer. Zu Angriffsaufgaben nicht geeigent, nur zur Verteidigung, in diesem Fall Unterstüzung durch Artillerie erwünscht. Divisions-Kampfgruppe "Müller" Anfang April 1945 rückte die sowjetische 2. Weissrussische Front aus Westpreussen kommend in den Stettiner Raum östlich der Oder ein. Ihr gegenüber lag die die 3. Panzer-Armee, der auch die Kampfgruppe "Langemarck" unterstellt war. Bis zum 6. April erreichten 167 Führer, 408 Unterführer und 3.527 Mannschaften aus der Lüneburger Heide den Ruheraum der "Langemarck"-Einheiten bei Grimme - Brüssow - Glosow. Mit rund 1.500 von den 4.102 Soldaten wurden zunächst das SS-Freiwilligen-Grenadier-Regiment 66 wiederaufgestellt. Etwa 2.000 Angehörige bildeten das SS-Freiwilligen-Grenadier-Regiment 67, dass aufgrund der fehlenden Infanterieausbildung der Männer vor allem zum Stellungsbau eingesetzt war. Die verbleibenden etwa 600 Flamen standen in den Reihen des sog. Jugendbataillons "Langemarck" und wurden zeitweise der Kampfgruppe "Wallonien" unterstellt. Im Hinblick auf die erwartete sowjetische Großoffensive über die Oder befahl am 15. April 1945 das PzAOK 3 eine kampfstrake Gruppe unter dem Kommando von SS-Standartenführer Müller (Führer der 27. SS-Division "Langemarck") aufzustellen. Sie sollte aus einsatzfähigen Teilen der 27. SS-Division "Langemarck" und der 28. SS-Division "Wallonien" , sowie der Panzerjäger-Abteilung 6 bestehen. Die Kampfgruppe "Müller" stellte zusammen mit der Sturmgeschütz-Brigade 210 eine Eingreifreserve im Raum Damitzow - Pomellen - Hohenholz dar und war dem GenKdo "Oberkorps" unterstellt. Der Gefechtsstand befand sich in Penkun. Die einsatzfähigen Sturmgeschütze der 27. SS-Division "Langemarck" wurden dem Korps direkt unterstellt und erhielten die Bezeichnung SS-Panzerjäger-Abteilung 560. Während am 16. April 1945 die Rote Armee südlich der 3. Panzer-Armee angriff, blieb es vor den Stellungen im Raum Stettin noch ruhig. Bis zum 20. April richteten sich die flämischen Soldaten südlich Staffelde - Schillersdorf stützpunktartig zur Verteidigung ein. Dann wurde die 2. Weissrussische Front mit der 49., 65. und 70. Armee offensiv. Die sowjetischen Verbände nahmen bald Greifenhagen ein. Die aus dem II./SS-Rgt 66 und I./SS-Rgt 69 gebildete Kampfgruppe "Hellebaut" traf an diesem Tag zur Bereinigung eines Feindeinbruchs beiderseits der Reichsautobahn Stettin - Berlin im Abschnitt der 1. Polizei-Jäger-Brigade an und konnte Unter-Schöningen und Schillersdorf wieder einnehmen. Andere belgische Einheiten konnten das Höhengelände bei Hohen-Zahden wieder besetzen. Nach dem die Linie Strasse von Kolbitzow - Rosow - Schöningen - Pargow - Mescherin von gegnerischen Truppen überrannt wurde, nahmen die Soldaten eine zweite Linie (Eisenbahnlinie: Stettin - Radekow - Tantow) ein, die vorübergehend gehalten wurde. Nach einem misslungenen Gegenangriff auf den sowjetischen Brückenkopf südlich Stettin kam es in der Nacht vom 23. auf 24. April 1945 zu einem schweren Kampf der Roten Armee über die Oder auf Tantow. Die demoralisierten Soldaten widersetzten sich der sowjetischen Übermacht am 25. April nochmals in Penkuhn und zogen sich danach in kleinen Gruppen in die "Randow"-Stellung im Raum Schmölln zurück. Hier wurde - nach dem das bisherige II./SS-Rgt 67 aufgelöst worden war - das Jugendbataillon "Langemarck" als neues II./SS-Rgt 67 eingegliedert und zu der Verteidigung des Prenzlauer Flugplatzes eingesetzt. Vom 26. bis 27. April wurde um Prenzlau gekämpft und der Rückzug in den Raum südlich der Stadt befohlen. Am 27. April erklärte General von Manteuffel (OB 3. Panzer-Armee):
Völlige Auflösung der Verbände "Langemarck", "Wallonien", 1. Marine-Division und der gesamten Flak-Abteilung, soweit sie ohne oder mit Verschulden ihre Waffen verloren haben. Ich habe solche Bilder wie heute noch nicht einmal 1918 gesehen. Von Div. "Langemarck" und 1. Marine-Div. nur noch die tapferen Kommandeure und einige Leute, soweit sie sie mit Stimme und Herz beherrschen... Diese Aussagen sprechen für sich. Zwei Tage später ging der letzte Zusammenhalt verloren. Einzeln oder in Gruppen versuchten die erschöpften Soldaten über Feldberg, Neustrelitz und Waren die Demarkationslinie zwischen den Westalliierten und der Roten Armee zu erreichen. Die Reste gerieten im Raum Schwerin in englische Gefangenschaft und wurden als Kollaborateure nach Belgien ausgeliefert und dort verurteilt. Namensgebung während des Krieges Juli 1941: SS-Freiwilligen-Legion Flandern Mai 1943: SS-Freiwilligen-Sturmbrigade "Langemarck" Okt. 1943: 6. SS-Freiwilligen-Sturmbrigade "Langemarck" Okt. 1944: 27. SS-Freilligen-Grenadierdivision "Langemarck" (flamische Nr. 1) Gliederung Ende 1944 SS-Freiwilligen-Grenadier-Regiment 66 SS-Freiwilligen-Grenadier-Regiment 67 SS-Freiwilligen-Grenadier-Regiment 68 SS-Freiwilligen-Artillerie-Regiment 27 SS-Füsilier-Bataillon 27 SS-Pionier-Bataillon 27 SS-Panzerjäger-Abteilung 27 SS-Nachrichten-Abteilung 27 SS-Sanitäts-Abteilung 27 SS-Versorgungs-Truppen 27 SS-Feldersatz-Bataillon 27 Kommandeure Reich / Michael Lippert / Hans-Albert von Lettow-Vorbeck / Fitzhum / Konrad Schellog
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