Waffen-SS SS-Divisionen 35. SS-Polizei-Grenadier-Division
35. SS-Polizei-Grenadier-Division
 Polizei Im Dienst seit: 1944, erreichte Divisionsstatus 1945
Zusammensetzung/Nationen: deutsche Polizeioffiziere
Mann-Stärke: 5.000
Schlachten:  Deutschland 1944-1945

Die offizielle Bezeichnung dieser Division lässt sich nicht mehr mit Sicherheit feststellen. In verschiedenen Quellen wird sie als 35. SS-Polizei-Grenadier-Division, 35. SS-Polizei-Division, 35. SS- und Polizei-Grenadier-Division oder als 35. SS-Polizei-Infanterie-Division bezeichnet.

Aufstellung

Im Februar 1945 wurde die Aufstellung der 35. SS-Polizei-Grenadier-Division angeordnet.
Der Kern dieser neuen Division bildete die Polizei-Brigade Wirth. Aufgefüllt wurde die Division mit allen freizumachenden Polizeikräften in Reichsgebiet. Zu den SS-Polizei-Regimentern z.b.V. 1 und 2 der Brigade trat das SS-Polizei-Regiment 14. Das Füsilier-Bataillon, die Nachrichten-Abteilung, die Panzerjäger-Abteilung und eine Artillerie-Abteilung wurden bei der Polizei-Waffenschule II Hellerau aufgestellt.
Der Mannschaftsbestand wurde im Einsatzraum bei Guben an der Neiße durch die Volkssturm-Bataillone 58 und 60 aufgefüllt, wo die Division auch Großteile der Ausrüstung erhielt.
Zur Ergänzung des Führerkorps sollen 120 Junker der SS-Junkerschule Braunschweig zur Division getreten sein.Die Rückwärtigen Dienste bestanden aus einem Versorgungsregiment das aus Hilfswilligen aus fast allen Ländern Europas bestand.

Einsatz

Die notdürftig ausgebildete und mangelhaft ausgerüstete Division erhielt als Stellungsabschnitt die Nahtstelle zwischen der Heeresgruppe Weichsel und der Heeresgruppe Mitte zugewiesen. Die Stellungen verliefen ab Gruben die Neiße entlang in Richtung Norden und endeten beim Einfluss der Neiße in die Oder. Die 35. SS-Polizei-Grendadier-Division unterstand der 9. Armee.
Die Stadt Gruben selbst wurde zunächst von Resten der 275. Infanterie-Division gehalten, die später zur Heeresgruppe Mitte traten. Nach deren Abzug übernahmen die Grenadiere der SS-Polizei-Division auch die verlassenen Stellungen in und um Gruben. Beherrschender Punkt war dort die Höhe 106,8, sie fiel nach blutigen wechselhaften Kämpfen in die Hand der Russen.
In Sembten befand sich der Divisionsgefechtsstand. Ein gefährlicher Abschnitt in dem sonst gut ausgebauten Verteidigungsnetz lag bei Buderose in einer Neißeschlinge, dass vom Gegner besetzt, diesem die Möglichkeit bot, weite Teile der deutschen Linien nach Süden und Norden einzusehen.

Zum Glück für die Division herrschte für Wochen Ruhe vor den Stellungen der SS-Polizei-Grenadiere. Lediglich Artillerie-Störungsfeuer und Scharfschützentätigkeit bestimmten den Tagesablauf.
Wenn auch die versorgung der vorderen Linien nur nachts vorgenommen werden konnte, wurde die relativ ruhige Zeit dazu benutzt, die fehlende Ausbildung nachzuholen, den inneren Zusammenhalt der Einheiten zu festigen und die Ausrüstung zu vervollkommnen.

Die Aufklärung der Divisiob ergab, dass sich vor den eigenen Stellugnen nur schwache gegnerische Kräfte befanden. Dagegen wurden Massierungen und Bereitstellungen der 1. Weißrussischen Front im Norden bei Fürstenberg und bei der 1. Ukrainischen Front im Süden bei Forst fest getsellt.
Die trügerische Ruhe an den Fronten führte dazu, dass in den geräumten rückwärtigen Gebieten Männer, Frauen und Kinder auftauchten, um die Frühjahrsbestellung vorzunehmen. Die deutsche Propaganda unter dem Motto "Die Front hält, der Russe wird geschlagen!" schien noch eineml Erfolg bei der deutschen Bevölkerung zu haben.

Die SS-Polizei-Grenadiere dachten darüber anders. Die wankenden Fronten im Westen, das tragische Schicksal der geflüchteten Landsleute aus dem deutschen OSten, die mangelnde Ausrüstung und Versorgung gaben wenig Anlass zu Optimismus.
Die Angehörigen der Division, die in der Masse aus Polizei-Reservisten und lang  gedienten aktiven Polizeibeamten bestanden, dachten mit Sorge an die Zukunft. Es war für sie unvergleichlich schwerer, den kommenden Kämpfen entgegenzusehen, als fpr ihre junge Kameraden zu Beginn des Krieges, die noch mit fester Siegeszuversicht auf den Angriffsbefehl warteten.

Mitte April begann der lang erwartete und befürchtete russische Angriff. Die Südflanke der Heeresgruppe Weichsel und die Nordflanke der Heeresgruppe Mitte wuren aufgerissen.
Die "Wlassow-Armee" sollte im Nordabschnitt der 35. SS-Polizei-Grenadier-Division die Russen im Gegenangriff zurückschlagen. Der Angriff blieb stecken. Der Gegener war nicht mehr aufzuhalten.
Er marschierte, weiträumig ausholend, links und rechts an der Division vorbei nach Westen. Aus diesem Grund wurde es auch sinnlos, die vorgesehenen Auffangstellungen der Polizei-Division im Spreewald zu besetzen.

Um die aufgerissene Lücken zwischen den beiden Heeresgruppen Weichsel und Mitte wieder schliesen zu können, wurden die Regimenter der 35. SS-Polizei-Grenadier-Division  nach Süden und Südwesten gedreht. Bei dem Verusch, gemeinsam mit Einheiten der 4. Panzer-Armee die Angriffsspitzen der Russen im Raum Lübben-Lübbenau-Guben zu vernichten, wurde das SS-Poliuzei-Grenadier-Regiment 91 in dem von ihm bereits genommenen Lübben nahezu aufgerieben.
Am 20.4.1945 blieb auch dem SS-Polizei-Grenadier-Regiment 89 beim Angriff auf die Autobahn nordwestlich von Lübben der Erfolg versagt.

Eine Divisions-Kampfgruppe hielt inzwischen die Front an der Neiße.
Sie wurde vom Feldersatz-Batiaillon der Division und vom Bataillon z.b.V. gebildet. Kommandeur der Kampfgruppe war Oberstleutnant Fleckner.
Schwer angeschlagen zog sie sich zusammen mit dem Versorgungsregiment auf Liebrose zurück.
Der Divisionsstab lag in Groß-Leuthen und versuchte, die Division zu reorganisieren.
Über die große Lage war nicht bekannt. Allen war aber bewusst, dass man sich in einem wandernden Kessel befand. In Groß-Leuthen zerbrach das moralische Rückrat der Truppe, die, auf verlorenem Posten stehend, die schrecklichen Bilder der zusammengedrängten Flüchtlingsmassen im feindlichen Feuer vor Augen hatte.
Für die SS-Polizei-Grenadiere, fast alle selbst Familienväter, war das Wissen um die Unmöglichkeit, den Frauen und Kindern zu helfen, tragisch und tödlich.

Das Ende im Kessel von Halbe

Aus dem Raum Märkisch-Buchholz traten die Reste der Division im Rahmen der 9. Armee  gegen Halbe an. Zuvor war alles schwere Gerät, waren alle Akten, alle Trossfahrzeuge vernichtet worden.
Die Angriffsspitze der Division nahm Halbe, dass mehrmals den Besitzer wechselte, aber die restlichen Teile wurden im Raum Halbe zerschlagen.
Von diesem Zeitpunkt an vermisste man auch den Divisionskommandeur und den Kommandeur des Artillerie-Regiments.
Der letzte Divisionsgefechtsstand befand sich in einem Wald westlich von Halbe.
Nur geringen Teilen der 35. SS-Polizei-Grenadier-Division gelang der Ausbruch aus dem Kessel in Richtung Barath-Lukkenwalde-Kummersdorf-Treuenbietzen.

Das Ende im Kessel war unbeschreiblich. Bevor ihn der Russe ausräumte und die wenigen Überlebenden in die Gefangenschaft trieb, wurde jeder auch nur vermutbare Widerstand durch schweres Artilleriefeuer und Schlachtflieger-Einsatz ausgelöscht.
Die Kampftätigkeit endete am 7. Mai 1945.


Namensgebung während des Krieges
Feb. - Mai 1945: 35. SS-Polizei-Grenadierdivision

Gliederung

In folge der stockenden Personal-, Gerät- und Materialversorgung ist diese Gliederung bis Kriegsende nie vollständig erreicht worden:

Stab der Division
SS- und Polizei-Grenadier-Regiment 1 (später 89)
   I., II. und III. Bataillon
SS- und Polizei-Grenadier-Regiment 2 (später 90)
   I. und II. Bataillon
SS- und Polizei-Grenadier-Regiment 3 (später 91)
   I. und II. Bataillon
SS- und Polizei-Füsilier-Abteilung 35
SS- und Polizei-Panzerjäger-Abteilung 35
SS- und Polizei-Artillerie-Regiment 3
5
   I., II. und III. Abteilung
SS- und Polizei-Pionier-Abteilung 35
(Polizei-)Nachrichten-Abteilung (35) (wurde nur zugmäßig aufgestellt und bestand aus einer Krad- und zwei Reiter-Staffeln)

Versorgungsregiment mit
Divisions-Feldzeug-Kompanie
Schlächterei-Zug
Kraftfahr-Kompanie

1 Bataillon z.b.V.
1 Feldersatz-Bataillon
1 Kompanie Feldgendarmerie

Kommandeure
Bis März 1945 SS-Oberführer und Oberst der Schutzpolizei Wirth
März - 24.4.45 SS-Standartenführer Pipkorn
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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 16. August 2010 um 13:15 Uhr
 

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