Waffen-SS SS-Divisionen 6. SS-Gebirgs-Division "Nord"
6. SS-Gebirgs-Division "Nord"
Diese Division wurde am 28. Februar 1941 in Norwegen aufgestellt und erhielt die Bezeichnung SS-Kampfgruppe Nord.
Neben Volksdeutschen aus Ungarn und Rumänien gab es auch einige Norweger (vor allem das SS-Skibatallion ), die zum deutschen Kader hinzu kamen.
Trotz der schlechten Ausbildung wurde die Kampfgruppe im Juni 1941 in den hohen Norden geschickt, um über Finnland nach Russland vorzustoßen.
Ihr Ziel war dabei der Hafen von Murmansk, der als Unterstützung für die deutschen Armeen eingenommen werden sollte. Im September 1941 erhielt sie den Status einer Division.

Die anfänglichen Leistungen der Division war alles andere als berauschend. Es muss jedoch zugestanden werden, dass sie unter äuserst unwirtlichen Umständen kämpfen musste.
Die feuchten, dunklen Wälder und der vorwiegend sumpfige Boden waren ein Paradies für Mücken.
Die Moral war dementsprechend niedrig und die Krankenstände häuften sich.
Trotzdem blieb die Division bis 1944 in dieser region in ständigem Einsatz.
Als die Rote Armee nach Westen vorrückte, wurde die Division nach oslo zurückgenommen und über das Meer nach Dänemark evakuiert.

Im September 1944 befand sie sich dann in Deutschland im Saarland und kämpfte gegen die westlichen Alliierten.
Die Einheit zeigte nun eine bessere Leistung als in Russland, musste aber schrittweise zurückweichen.
Im März 1945 wurde sie von den vorrückenden Alliierten am Westufer des Rheins abgeschnitten.
Sie leistete heftigen Widerstand, ehe sie zur Kapitulation gezwungen wurde.
Insgesamt sieben Soldaten der Division erhielten das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes für ihre Leistungen ab Mitte 1944.  Dies stellte einen weiteren beweis für die verbesserte Kampfqualität der Division im Laufe der zeit dar.

Die Division Nord stand anfänglich für kurze Zeit unter dem Kommando von SS-Obergruppenführer Keppler (der auch die Division "Das Reich" kommandierte).
Sein Nachfolger war SS-Obergruppenführer Matthias Kleinheisterkamp, ein früherer Kommandant der Division "Das Reich" und ein hoch dekorierter und fähiger Soldat.

Der letzte Kommandant, SS-Obergruppenführer Friedrich Wilhelm Krüger, erhielt für die Führung der Division im oktober 1944 das Ritterkreuz. Die meisten Soldaten der Division trugen SS-Runen am Kragenspiegel.
Einige Soldaten des SS-Gebirgsregiments 11, dass aus der SS-Totenkopfstandarte 6 hervorgegangen war, verwendeten jedoch weiterhin den Totenkopf als Abzeichen.
Die Division verfügte auch über einen eigenen Ärmelstreifen, der den Namen "Nord" trug.
Einige Angehörige verwendeten jedoch inoffiziell die Ärmelstreifen des SS-Oberabschnitts Nord der Allgemeinen SS.

Innerhalb der Division trugen die Männer des SS-Gebirgsjägerregiments 11 die Ärmelstreifen mit der Aufschrift "Reinhard Heydrich". jene des SS-Gebirgsjägerregiments 12 die Ärmelstreifen "Michael Gaismair".
Das norwegische Skibatallion hatte noch die Ärmelstreifen mit der Aufschrift "Norge" und einige wenige Angehörige der norwegischen Freiwilligenlegion den Ärmelstreifen "Frw. Legion Norwegen".

Die Namensgebung während des Krieges
Feb. 1941: SS-Kampfgruppe Nord
Sep. 1941: SS-Division Nord (mot.)
Mai 1942: SS-Gebirgs-Division Nord
Okt. 1943: 6. SS-Gebirgs-Division Nord

Division Nord im Krieg

1941

Aufstellung der Division als SS-Gebirgsdivision 'Nord' aus der SS-Kampfgruppe Nord und den SS-Totenkopfregimentern 6 und 7. Bereitstellung im Raum westlich Salla. Abgabe des SS-Infanterieregiments 9 an die Heeresgruppe Nord. Angriffskämpfe um den Festungsblock Salla.
1942

Kämpfe im Raum Kiestinki zwischen Pya-See und Top-See. Umgliederung der Division auf eine typische Gebirgsdivision.

1943

Stellungskämpfe im karelischen Urwald im Raum Kiestinki.

1944

Räumung Finnlands im Rahmen der Operation 'Birke'. Rückzug über Sofprog, Lamsa, Kuusamo, Rovaniemi, Kaukonen entlang der schwedischen Grenze nach Heiligskogen. Rückmarsch zum Lingen-Fjord. Über Lund, Narvik, Fauske nach Mo. Dann Weitertransport per Bahn und Schiff nach Oslo. Übersetzen nach Dänemark. Bildung einer Kampfgruppe und Einsatz an der Westfront.

1945

Einsatz der Kampfgruppe im Moder-Abschnitt. Nach Angriffs- und Abwehrkämpfen zieht sich die Kampfgruppe nach Melch zurück.
Die komplette Division wird im Raum Bärenthal eingesetzt. Danach im Raum Trier. Ab Anfang März verlegt die Division nach Simmern. Dabei wird das SS-Gebirgsregiment 12 herausgelöst und getrennt eingesetzt. Abwehrkämpfe bei Weißkirchen und Scheiden. Rückzug des Regimentes in die Pfalz. Danach zum Rhein in den Raum Worms. Die Reste des Regimentes kommen in amerikanische Gefangenschaft.
Die restliche Division wird bei Brodenbach an der Mosel eingesetzt. Rückzug zum Rhein. Einsatz in der Rheinstellung danach Rückzug in den Raum Idstein durch den Taunus bis nach Friedberg in den Büdinger Wald. Hier wird die Division aufgelöst und die Reste kommen in amerikanische Gefangenschaft.

 
Gliederung ab 1941
Gliederung ab 1943
SS-Infanterieregimenter (mot) 6, 7 und 9 SS-Gebirgsregimenter 11 und 12
Artillerieregiment Nord SS-Gebirgs-Artillerieregiment 6
SS-Aufklärungsabteilung Nord SS-Aufklärungsabteilung 6
SS-Flakabteilung Nord SS-Panzerjägerabteilung 6
SS-Pionierbataillon Nord SS-Flakabteilung 6
SS-Pionierbataillon Nord SS-Gebirgs-Pionierbataillon 6
SS-Nachschubtruppen Nord SS-Nachrichtenabteilung 6
  SS-Nachschubtruppen 6


Untergeordnete Einheiten
Stab der Division
SS-Gebirgs-Jäger-Regiment 11 Reinhard Heydrich
SS-Gebirgs-Jäger-Regiment 12 Michael Gaissmair
SS-Polizei-Grenadier-Batallion (mot) 506
SS-Infanterie-Regiment (mot) 5
SS-Infanterie-Regiment 9
SS-Schützen-Abteilung (mot) 6
SS-(Gebirgs-) Panzerjäger-Abteilung 6
SS-Sturmgeschütz-Batterie 6
SS-Gebirgs-Artillerie-Regiment 6
SS-Flak-Abteilung 6
SS-Gebirgs- Nachrichtenabteilung 6
SS-Gebirgs-Aufklärungsabteilung (mot) 6
SS-Ski-Jäger-Kompanie
SS-Gebirgs- Pionier-Abteilung 6
SS-Dina 6
SS-Bekleidungs-Instandsetzungs-Kompanie 6
SS-Sanitäts-Kompanie 6
SS-Veterinär-Kompanie 6
SS-Kriegsberichter-Zug 6
SS-Feldgendarmerie-Trupp 6

Kommandeure

Richard Hermann /  Karl-Maria Demelhuber /  Matthias Kleinheisterkampr /  Hans Schneider / Lothar Debes / Friedrich Wilhelm Kruger / Gustav Lombard / Karl Brenner / Franz Schreiber

Einsatzgebiete 

 Datum  Korps  Unterstellung
 Ort
 6.41 - 7.41  XXXVI  Armee Norwegen  Finnland
 8.41  Reserve  Armee Norwegen  Finnland
 9.41  XXXVI  Armee Norwegen  Finnland
 10.41 - 1.42  III. finnische Korps  Armee Norwegen  Finnland
 2.42 - 6.42  III. finnische Korps   Armee Lappland  Finnland
 7.42  III. finnische Korps  20. Geb. Armee  Finnland
 8.42 - 7.44  XVIII  20. Geb. Armee  Nord-Finnland / Norwegen
 8.44 - 11.44  XVIII  20. Geb. Armee  Nord-Finnland / Norwegen
 12.44  Reserve  20. Geb. Armee  Norwegen
 1.45 - 2.45  LXXXX  1. Armee  Landau / Lothringen
 3.45  LXXXX  1. Armee  Trier, Mosel
 4.45  Reserve  7. Armee  Rhein

Details zur Gliederung

Im September in Finnland als SS-Gebirgs-Division "Nord" aufgestellt. Die Umgliederung der am 28.2.1941 als SS-Kampfgruppe "Nord", später SS-Division "Nord" aufgestellten Divisionen in eine Gebirgsdivision war bereits am 15.1.1942 befohlen und am 3.3.1942 geändert worden.
Da aus den beiden Infanterie-Regimentern 6 und 7 dieser Division nur 2 Geb.Jäger-Btl., 1 Schützen-Btl., 1 Abt. leichter und 1 Abt. schwerer Artillerie gebildet werden konnten, wurde die Aufstellung der fehlenden Teile in der Heimat auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken durchgeführt.
Hier wurden für die Division die Gebirgsjäger-Bataillone I-IV (Kp. 1-6) und 2 Gebirgs-Artillerie-Abteilungen neu aufgestellt und im Laufe des Sommers nach Finnland überführt.

Während der Umbildung wurde dem aus Prag stammenden SS-Infanterie-Regiment 6 durch Hitler am 4.6.1942 der Name des ermordeten Reichsprotektors für Böhmen und Mähren Reinhard Heydrich verliehen, der auch auf das gebirgs-Jäger-Regiment 6 überging.
Am 22.10.1943 erhielt bei der Durchnummerierung der Waffen-SS die Division den Namen 6. SS-Gebirgs-Division "Nord", die Regimenter 11 ("Reinhard Heydrich") und 12, die anderen Einheiten erheilten die Nr. 6.

Zur Division gehörten seit September 1943 das Norwegische Schi-Jäger-Bataillon (auch SS-Ski-Jäger-Bataillon "Norge") mit 3 Kompanien und die Norwegische Polizei-Schi-Kompanie, von denen bei Verlegung der Division an die Westfront im Herbst 1944 das erstere in Norwegen zurückblieb und Februar 1945 in SS-Schi-Bataillon 506 umbenannt wurde.
Am 21.6.1944 erhielt das SS-Gebirgs-Jäger-Regiment 12 den Namen "Michael Gaissmair". Die Reste der Division kamen im Mai 1945 in amerikanische Gefangenschaft.
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Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 09. Juni 2009 um 21:40 Uhr
 

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