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Am 6. November gab Himmler den Befehl zur Aufstellung der Freiwilligen-Legion "Flandern". Dazu ordnete er die Auflösung des SS-Freiwilligen-Standarte "Nordwest" an, um aus dieser nun vor allem die Legionen "Flandern" und "Niederlande" zu bilden. Gleichzeitig befahl Himmler, dass die Freiwilligen-Legion "Flandern" sofort der 2. SS-Infanterie-Brigade unterstellt werden und dazu nach Tossno marschieren sollte. Dieser Verband sollte im Rahmen des Ostfeldzuges der kämpfenden Truppen nachrücken und den besetzten Raum befrieden. Nach wenigen Wochen kam die Brigade jedoch durch die sich überstürzenden Frontereignisse bei der Heeresgruppe "Nord" in den direkten Fronteinsatz. Am 10. November 1941 erreichte die Legion "Flandern" über Mitau - Tauroggen - Riga - Valda - Dorpal den Raum Tossno - Adrianowa. Bereits kurze Zeit nach der Ankunft wurden die SS-Männer zur Partisanenbekämpfung im rückwärtigen Heeresgebiet eingesetzt. Vom 3. bis 6. Dezember 1941 standen sie dann in heftigen Abwehrkämpfen im Raum östlich Leningrad (Mga - Kirischi - Pogostje). Nach schweren und verlustreichen Kämpfen wurde die Freiwilligen-Legion "Flandern" aus dem Einsatz gezogen und marschierte über Adrianowo - Tossno - Luga - Pleskau - Riga nach Kandau, dass sie noch mit 86 einsatzfähigen LKW erreichte. Als am 17. Dezember das sowjetische Oberkommando die Heeresgruppe "Wolchowfront" bildet um damit die deutschen Truppen südlich des Ladogasees abzuschneiden und Leningrad zu entsetzen, befahl am 12. Januar 1942 deshalb das XXXVIII.AK den unterstellten Einheiten Kampfgruppen als Reserve für den erwarteten Großangriff zu bilden. Unter anderem wurde die Kampfgruppe "Debes" gebildet, welche aus folgenden Einheiten bestand: - Begleitbataillon "Reichsführer-SS" - Freiwilligen-Legion "Flandern" - SS-Flakabteilung "Ost" Am 13. Januar 1942 begann dann die erwartete sowjetische Offensive. Bis zum Abend hatte die Rote Armee ein sechs Kilometer breites Loch in die deutsche Abwehrfront geschlagen. Das AOK 16 warf nun seine Reserve in die Schlacht, u.a. die Kampfgruppe "Debes". DIe Freiwilligen-Legion "Flandern" erhielt daher im Ruheraum den Einsatzbefehl, sich nach Podboresje in Marsch zu setzen. Die Legion bestand zu diesem Zeitpunkt noch aus fünf Kompanien. Die Flamen erreichten am 16. januar 1942 über Riga - Dorpat - Narwa Tossno, um über Tschudowo (17. januar), am nächsten Tag Podboresje zu erreichen (Raum um die Rollbahn Tschudowo - Nowgorod). Am 19. Januar begann der deutsche Gegenangriff beiderseits der Rollbahn von Tjutitzy auf Koptzy. Ziel der deutschen Operationen war, die Verbindung der nach Nordwesten vorstossenden sowjetischen 2. Stoß-Armee über den Wolchow zu unterbrechen - und letztlich dadurch diese gegnerische Armee einzukesseln. Die 2./Legion "Flandern" trat an diesem Tag zum Gegenangriff auf das Dorf Koptzy an - der Durchbruch der Sowjets betrug bereits fast 30 km. Bei Temperaturen von über 50°C Minus wurde am 20. januar 1942 begonnen eine neue Abwehrfront an der Rollbahn aufzubauen. Am 28. Januar 1942 wurde die Gruppe "Debes" dem Infanterie-Regiment 424 (126. Infanterie-Division) unterstellt, dass verstärkt nun als Kampfgruppe "Hoppe" (Kommandeur des Regiments) bezeichnet wurde. Zwei Wochen lang kämpften die Freiwilligen gegen eine große Übermacht. In den ersten Tagen des Februars griff die 3./Legion "Flandern" in die Gefechte um Weschky ein. Es entwickelte sich in beiden orten schwerste Kämpfe mit hohen Verlusten auf beiden Seiten. Nach dem Abflauen der Kämpfe am 16. Februar 1942 wurde SS-Oberführer Debes mit der Führung des SS-Infanterie-Regiment 9 beauftragt. SS-Sturmbannführer Burk übernahm die Kampfgruppe, die nunmehr als Kampfgruppe "Burk" oder SS-Regiment "Burk" bezeichnet wurde. Am 10. Februar 1942 vermerkte der Wehrmachtsbereicht: "...Bei der erfolgreichen Abwehr schwerster Massenangriffe des Gegners zeichnete sich die württembergische 25. motorisierte Infanteriedivision und die SS-Legion "Flandern" besonders aus..." Am 28. Januar erhielt die Legion den befehl, Semtitzy zu besetzen. Der Angriff begann am nächsten Tag. Der Ort konnte eingenommen, musste jedoch auch wieder aufgegeben werden. Nach hin- und herwogenden Gefechten wurden die flämischen Freiwilligen aufgrund der hohen Verluste nach knapp einer Woche aus dem Einsatz abgezogen. Der Wehrmachtsbericht verkündete über die Kämpfe am 14. März 1942: "... An verschiedenen Stellen des mittleren und nördlichen Frontabschnitts geführte Angriffe des Feindes blieben erfolglos. bei einem örtlichen Angriffsunternehmen wurde der Feind aus seinen Stellungen geworfen. Die SS-Legion "Flandern" nahm hierbei in erbitterten Nahkämpfen 25 feindliche Bunker..." In den Folgewochen kam es im hart umkämpften Norden der so genannten "Wolchowfront" zu erbitterten Kämpfen. Bis zum 24. März 1943 zählte die Legion "Flandern" 78 Gefallene und 439 Verwundete. Bei Kämpfen am 2. April 1943 wurde der Kommendeur der Freiwilligen-Legion "Flandern", SS-Sturmbannführer Lippert, schwer verwundet und von SS-Hauptsturmführer Hallmann abgelöst. Bei nachfolgenden Kesselschlachten war die Legion "Flandern" immer noch Teil der SS-Kampfgruppe "Burk" und wurde Teil der Kampfgruppe "Hoppe". Sie erhielt den Befehl, sich mit der 291. Infanteriedivision zu vereinen und so sowjetische Einheiten einzukesseln. Der Auftrag der Kampfgruppe "Burk" lautete, Bol-Samoschje zu besetzen und die Verbindung mit den aus Norden (Kretschno) durch den sowjetischen Kessel stossenden deutschen verbänden herzustellen. Die Legion "Flandern" hielt sich einen Kilometer westlich von Ossay auf. Die deutschen Einheiten griffen am 21. Juni in Richtung der Strasse Ossay-Selo Gora an. Während das III./IR 262 am späten Nachmittag sein Tagesziel erreichte, konnten das Bataillon "Reichsführer-SS" (Deckname "Valentin"), sowie die Legion "Flandern" den gegnerischen Widerstand nicht brechen und blieben liegen. Zwei Tage später wurde der Angriff mit neu zugefügten Truppen wiederholt. Die spanischen Freiwilligen konnten den Südrand von Bol-Samoschje erreichen und erleichterten somit den Flamen, ihr Tagesziel zu erreichen. Ende Juni 1942 war der letzte Widerstand im Kessel gebrochen. Ein letzter Versuch den Kessel von Innen zu sprengen scheiterte. Nach der zerschlagung des Kessels stabilisierte sich die Front am Wolchow wieder. Bis auf einen sowjetischen Brückenkopf bei Mostki befanden sich keine gegnerischen Truppen mehr auf der westlichen Uferseite. General Wlassow geriet in deutsche Gefangenschaft und wurde einer der populärsten sowjetischen Kriegsgefangenen. Nach dem sich die Legionäre der Legion "Flandern" in einem äusert schlechten Gesundheitszustand befanden, zogen sie Ende Juni 1942 in die Standortquartiere in Oyssa ein. SS-Obersturmbannführer von Lettow-Vorbeck übernahm von Hallmann die Legion, verunglückte jedoch tödlich und so führte zunächst SS-Sturmbannführer Fitzhum die Flamen. Er wurde im Juli 1942 von SS-Hauptsturmführer Schellog abgelöst. Der Führer des "Vlaamsch Nationaal Verbond" (VNV) Staf de Clerq hatte bereits im März 1942 einen fünfseitigen Brief an Himmler verfasst, in dem er sich über die Behandlung der flämischen Freiwilligen beschwerte und die Ablösung des Bataillonskommandeurs Lippert, sowie der Führer der 1., 3. und 4. Kompanie forderte.
LeningradEnde Juli kamen die Flamen im Rahmen der 2. SS-Infanterie-Brigade (mot.) an die Leningrader Front (Puschkin - Sluzk). Hier waren sie dem Generalkommando L.AK unterstellt. Nach etwa 2 Wochen verlegte die Legion 20 km weiter nach Norden und bezog Stellungen 17 km südlich von Leningrad gegenüber Pulkowo. Linker Nachbar war die "Lettische Legion" , rechter Nachbar mit der Stadt Puschkin als Grenze, die spanische 250. Inf.Div. Obwohl anfänglich für den Angriff nach leningrad gedacht und druch weitere deutsche Truppen verstärkt, waren die Einheiten mit Eintreten der Krisen an der Südfront nur zur Belagerung der russischen Stadt eingesetzt. Während dieser Zeit meldeten sichh in Belgien weitere Flamen freiwillig zum Waffendienst. Am 31. Dezember 1942 verfügte die Freiwilligen-Legion "Flandern" über: - 21 Führer (2 Flamen) - 664 Unterführer (526 Flamen) - 685 Mannschaften (628 Flamen) Die Legion hatte also die Stärke eines schwachen Infanterie-Bataillons. Es zeigt sich, dass beabsichtigte Führung der Einheit durch Legionsoffiziere im Einsatz nicht realisiert wurde. Von 21 Führern waren nur 2 Flamen. Nach dem die Freiwilligen-Legion "Flandern" Ende Janar 1943 in den Stellungen vor Leningrad durch Teile der SS-Polizei-Division abgelöst worden war, konnten sich die Legionäre in der ersten Dekade des Februar im Raum Krassnoje - Selo auffrischen. Am 10. Februar 1943 startete die Rote Armee von Kolpino aus eine Großoffensive. Ziel war es, die deutschen Truppen einzuschliesen. Der Angriff traf die spanische 250. Inf.Div. frontal, doch die deutschen Truppen konnten mit einem Gegenangriff am 13. Februar die sowjetische Operation zum scheitern bringen. Vom 12. bis 24. Februar war die Legion "Flandern" als Reserve in Federowskoje bei Krasnybor eingesetzt. Da die Rote Armee weiterhin offensiv vorging, wurde die Legion aus der Ruhestellung alamiert und der SS-Polizei-Division unterstellt, die am großen Newa-Bogen bei krasnybor lag. Hier versuchten die Sowjets ständig über die zugefrorene Newa zu setzen und hatten dabei bereits die ebenfalls hier liegende spanische 250. Inf.Div. fast völlig zerschlagen. Vom 16. - 20. März Kämpften die flämischen Männer vor Nikolskoje und Badejew. Bis Ende März waren sie in heftige Kämpfte südlich Kransybor verwickelt. Unterstellt waren sie der 24. und 254. Inf.Div. Hierbei griff am 2.. März die Legion "Flandern" beiderseits der Rollbahn Sablino - Krasnybor - Putrolowo an und konnte die ehemlaigen Stellungen der Spanier wieder Inbesitznehmen. Nach einer Woche mussten die Legionäre aus der Front gezogen werden. Von den 500 in den Einsatz gelangten Männern waren nur noch 45 übrig. Doch auch die Rote Armee musste ihre Offensive einstellen, zu groß waren die Verluste. Die sowjetischen Divisionen hatten zwischen 50-70% Ausfälle. Die Reste der flämischen Legion wurden in Sablino gesammelt und im Mai 1943 ins Generalgouvernement nach Debica kommandiert, wo die Legion schlieslich aufgelöst wurde. Mit Wirkung zum 31. Mai 1943 ordnete das SS-FHA die Umbildung der Legion "Flandern" zur SS-Freiwilligen-Strumbrigade "Langemark" an. Kommandeure April 1941 - Juli 1941: SS-Standartenführer Reich (Nordwest) Juli 1941 - April 1942: SS-Sturmbannführer Lippert April 1942 - Juni 1942: SS-Standartenführer von Lettow-Vorbeck Juni 1942 - Juli 1942: SS-Obersturmbannführer Fitzhum Juli 1942 - Mai 1945: SS-Obersturmbannführer Schellong Organisation Stab Stab Kompanie 1.Schutzen-Kompanie 2.Schutzen-Kompanie 3.Schutzen-Kompanie 4.schwere Granatwerfer-Kompanie 5.Panzerjäger-Kompanie
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