Waffen-SS SS-Legionen und sonstige Einheiten SS-Freiwilligen-Legion Norwegen
SS-Freiwilligen-Legion Norwegen

Freiwilligen-Legion NorwegenUnter der Leitung des Reichskommisars für Norwegen, Josef Terboven, wurde aus den norwegischen Regimentern Viken 1. Regiment und Viking 7. Regiment sowie aus mehreren Soldaten der Norge-SS , im August 1941 die Freiwilligen-Legion Norwegen gebildet.
Diese Legion bestand nun aus 2 Bataillonen und hatte ihren ersten Einsatz im Februar 1942 an der Ostfront.
Durch weitere Rekrutierungsmasnahmen, wurden der Legion im Sommer 1942 zwei weitere Kompanien mit norwegischen Freiwilligen zugeteilt.
Im März 1943 war die Legion, nach heftigen Gefechten mit der Roten Armee, fast komplett aufgerieben worden. Am 20. Mai 1943 wurde die Legion dann offiziell aufgelöst.

Im März 1942 hatte die Legion eine Stärke von 1.200 Mann. Ihr erster Kommandeur war Jorgen Bakke. Ständige Meinungsverschiedenheiten zwischen Bakke und den Deutschen führten jedoch zu seiner Ablöse durch Legions-Sturmbannführer Arthur Quist, der die Einheit dann bis zu ihrer Auflösung kommandierte.
Die Norweger wurden ebenso wie ihre Kameraden aus Flandern, den Niederlanden und Dänemark im nördlichen Sektor der Ostfront in der Nähe Leningrads eingesetzt. Aber statt an großen Schlachten teilzunehmen, rieb sich die Freiwilligenlegion Norwegen in ständigen Patroulliengängen und Scharmützeln auf und war im Mai 1942 fast vollständig vernichtet worden.

Die Rekrutierung in Norwegen hatte nachgelassen und die Legion konnte nur langsam wieder auf ihre ursprüngliche Stärke herangebracht werden.
Ende 1942 kamen dann die Reste der Einheit gemeinsam mit ihren dänischen Landsleuten des Freikorps Danmark zur 1. SS-Infanterie-Brigade . Am Ende des Jahres wurde sie erneut in den Norden verlegt und kämpfte bei Konstantinovka und Krasny Bor gemeinsam mit der 2. SS-Infanterie-Brigade .
Soldaten der Freiwilligen-Legion Norwegen trugen einen speziellen Kragenspiegel mit dem aufgerichteten Löwen, der eine Axt hält. Ein Hoheitsabzeichen am Ärmel in den Farben der norwegischen Fahne befand sich oberhalb des Ärmelstreifens mit dem Namen der Einheit.

Detailierte Kämpfe der Legion Norwegen

Im Januar 1942 wurde geplant die Legion "Norwegen" in den finnischen Sektor der Ostfront zu verlegen. Dort sollte die Legion der SS-Gebirgs-Division "Nord" unterstellt werden.
Durch die kritische Situation an der gesamten Ostfront, den andauernden Gegenangriffen der Roten Armee und den extrem kalten Winters, war nicht genügend Transportkapazität vorhanden um die Legion nach Finnland zu transportieren. Weiters war die Front in diesem Sektor eher ruhig und relativ sicher.
So verbrachten die mittlerweile 1.218 Männer der Legion "Norwegen" den gesamten Januar 1942 damit, auf den Transport nach Finnland zu warten.

Im Februar wurde die Einheit dann nach Stettin gebracht, wo sie ein abschliesendes Kampftraining erhielt. Die Legion Norwegen war nun ein eigenständiger Verband mit Stab und Unterstützunseinheiten.

Während der sowjetischen Offensive am Wolkow wurden die deutschen Verteidigungslinien an der Leningragfront immer dünner. Dort wurden dringenst Verstärkungen benötigt. So wurde der Entschluss gefasst die Legion "Norwegen" an diese Front zu verlegen. Hierzu wurden JU-52 Transportmaschinen des Arfikakorps in Libien herangezogen.
Ende Februar 1942 brachten die JU-52 die Legion nach Königsberg, Riga und dann nach Gatschina am Fluss Luga, wo die Männer der Legion dann letztendlich ausgeladen wurden.
Die Legion wurde vorerst der 2. SS-Infanterie-Brigade (Standartenführer Klingemann) unterstellt, welche Teil der Kampfgruppe "Jeckeln" war.
Die Leningradfront erstreckte sich zu diesem Zeitpunkt vom finnischen Golf über die Insel Kronstadt im Westen bis Schlüsselburg am Ladogasee im Osten. Die Frontlänge betrug ca. 50 km.
Die eingegrabenen Einheiten setzten sich aus verschiedenen Wehrmachts- und Polizei-Einheiten, der 2. SS-Infanterie-Brigade und der spanischen "Blauen Division" zusammen.

Die Norweger bezogen vorerst Stellung in der Frontlinie der zerstörten Stadt Kiskino. Die Front der Legion war sehr statisch. Hin und wieder gab es einige Gefechte zwischen Scharfschützen oder kleinere Schusswechsel zwischen Aufklärungseinheiten.
Im März 1942 startete die Legion dann schlieslich ihre erste Offensive, in dem ein norwegischer Sturmtrupp, bestehend aus einigen Dutzend Soldaten, erfolgreich die Stadt Kiskino angriffen. Dabei wurden mehrere sowjetische Bunekr zerstört un die Männer der Legion erhielten erste Fronterfahrung.

Am 4. April 1942 wurde die Legion aus dem Sektor um Kiskino abgezogen und diente als Reserve hinter den Linien bei Constantinovka. Schon am nächsten Tag wurde die Legion allerdings wieder an die Leningradfront verlegt, wo sie bis 7. April ihre Stellung bezogen hatte. Gegenüber der norwegischen Stellungen befand sich Hügel 66 und die Stadt Pulkovo hinter der der Fluss Neva floss.
Die Stärke der Norweger betrug zu diesem Zeitpunkt 1.150 Mann. Hinzu kamen noch 150 Mann die sich zur Ausbildung bei Reserve-Bataillon befanden. Hier fanden schwere Artillerieduelle zwischen der 4./"Norwegen" und dem Feind statt. Ununterbrochene Feindbewegungen und Stellungswechsel deuteten einen baldigen Angriff der Sowjets an.
Am 14. April hielt Sturmbannführer Quist eine Unterredung in seinem Kommandobunker um die Möglichkeiten der Legion auszuloten. Um mehr Informationen über den Feind zu bekommen sollte ein kleiner Stosstrupp hinter den feindlichen Linien Gefangene machen.
Er beauftragte Hauptsturmführer Ragnar Berg, Kommandeur der 4. Kompanie, mit dieser Aufgabe. Dieser stellte am 16. April eine Gruppe aus 18 Freiwilligen zusammen um dann in der Abenddämmerung vorzustossen.
Trotz guter Plaung für dieses waghalsige Unternehmen endete der Plan in einem Disaster, als die Gruppe in ein Minenfeld geriet. Als die ersten Minen hoch gingen, nahmen die Sowjets das betreffende Gebiet umgehend unter Artilleriefeuer. Hauptstrumführer Berg wurde im Sperrfeurer des Feidnes getötet. Als einer der besten Offiziere der Legion "Norwegen" war Berg auch das personifizierte Idealbild eines politischen SS-Soldaten. Sein Verlust drückte folglich enorm auf das Gemüt seiner Männer.

Am 20. April 1942 startete die Rote Armee ein heftiges Artilleriefeuer auf die Stellugen der Legion "Norwegen". In Folge dieses Feuers begann dann auch der Großangriff der Sowjets.
Die feindliche Infanterie erreichte die ersten Verteidigungsinien der Legion und es kam zu blutigen und heftigen Kämpfen in den Gräben und ausgebrannten Gebäuden. Ein feindlicher Durchbruch wurde durch MG-Feuer und Handgranaten auf kürzester Distanz gerade noch abgewehrt. Die Legion hatte dabei 5 Tote und 18 Verwundete zu beklagen. Die Verwundeten wurden schnellstens in das Feldhospital in Krasnoje Selo evakuiert.

Im Mai 1942 hatte die gesamte Legion bereits 50% seiner Männer innerhalb von drei Monaten verloren. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Legion zur Auffrischungin Mitau. Hier besuchte Vidkun Quisling und Gruppenführer Redies die Legion. Sie veranstalteten die erste Verleihungsfeier für die Legion und verliehen den angehörigen Soldaten mehrere Auszeichnungen, unter Anderem das Eiserne Kreuz.
Sturmbannführer Quist war der erste Norweger der Legion der das Eiserne Kreuz I. Klasse verliehen bekam.
Im Juni wurde die Legion wieder an die Front verlegt, wo sie im sumpfigen Gebit zwischen Leningrad und dem Wolkow hauptsächlich gegen die Hitze und die millionen Moskitos kämpften mussten.

Im Juli 1942 endete für einige norwegische Freiwillige ihre Dienstzeit und sie verliesen die Legion in Richtung Heimat. In Zusammenhang mit den bisherigen Opfern, schrumpfte die Größe der Legion kurzzeitig.
Viele von ihnen verlängerten allerdings auch ihre Dienstzeit und in Norwegen selber wurden weitere 2.200 Freiwillige für die Legion rekrutiert, wovon jedoch nur rund 1.000 für Diensttauglich befunden wurden. Von diesen 1.000 Freiwilligen schafften es allerdings nur noch rund 500 Mann zur Legion "Norwegen". Die restlichen Freiwilligen wurden innerhalb der Wehrmacht oder anderen Waffen-Ss-Einheiten verwendet.

Am 20. Juli 1942 starteten die Sowjets eine Großoffensive in Richtung der Stellungen der Lettischen Legion, welche an den Stellungen der Legion "Norwegen" grenzten.
Den Sowjets gelang mit einem schnellen Vorstoss in Richtung Finskoje Koherovo eine 500 m breite Lücke in die Verteidigungslinie zu schlagen. Die Männer der norwegischen 14. Panzerjäger-Kompanie mit ihren 3,7 cm Pak wurden herbeigerufen um diesen Vorstoss zu stoppen, doch die 3,7 cm Pak's konnten gegen die sowjetischen Panzer des Typs T-34 und T-52 nur sehr wenig ausrichten. So kam es, dass die sowjetischen Panzer bald über die deutschen Stellungen fuhren.
Es wurde klar, dass sich das Ganze mittlerweile zu einer handfesten Krise für die Freiwilligen entwickelt hatte.
Oberscharführer Amfinn, Chef einer doppelten Pak-Batterie, die ein paar Kilometer hinter den Linien von Constantinovka stationiert war, fasste den Entschluss sich nahe Novo Panovo an der Strasse nach Finskoje Kojerovo zu platzieren.
Eine Pak wurde auf dem Weg abgehängt und die Andere wurde in Feuerposition gebracht. Mit dieser Stellung schafften es 10 Norweger den sowjetischen Vorstoss bis 21. Juli aufzuhalten, als dann endlich verstärkung in Form eines deutschen Polizei-Bataillons eintraf.
Gemeinsam mit den deutschen Soldaten starteten sie einen frontalen Gegenangriff, während die Norweger und Letten die Flanken der Sowjets angriffen. Der sowjetische Vorstoss wurde erfolgreich  zurückgeschlagen  und am 22. Juli war die alte Frontlinie wieder ergestellt. Hierbei wurden viele Gefangene gemacht.
Fünf Norweger verloren während dieses Kampfes das Leben und meherere wurden verwundet.
Einige Tage später wurden weitere Eiserne Kreuze an Männer der Legion verliehen.

Im August 1942 errreichten weitere 200 Freiwillige als Verstärkung die Legion. Die meisten von ihnene stammten aus dem norwegischen Arbeitsdienst. Am 3. September errreichte auch die 1. norwegische Polizei-Kompanie die Legion. Diese Kompanie bestand aus 93 Männern, aus denen zwischen Januar und Febrauar 1942 in Holmesrad die Kompanie gebildet wurde. Diese Einheit wurde von Sturmbannführer Jonas Lie, ehemaliger norwegischer Justizminister, kommandiert. Lie war bereits Fronterfahren, da er 1941 innerhalb der Division "Wiking" diente.
An der Front angekommen, wurde die Polizei-Kompanie umgehend in 1. Kompanie der Legion eingegliedert, da diese zu diesem Zeitpunkt stark unterbesetzt war.

Ende November 1942 wurde die Legion "Norwegen" aus ihren Stellungen nahe Gongosi abgezogen um in Duderhof nahe Kranoje Selo Quartier zu beziehen. Dort wurde die Einhat aufgefrischt. Nach wenigen Tagen ging es für die Norweger abermals zurück an die Front.
In der Nacht vom 3. auf den 4. Dezember gelang den Sojwets ein weiterer gefährlicher Durchbruch durch die Linien der Legion "Niederlande". Die Legion "Norwegen" führte umgehend einen Gegenangriff durch um die bereits über einen Kilometer druchgebrochenen Sowjets aufzuhalten.
Sturmbannführer Quist setzte zwei Kompanien ein um die verloren gegangenen Stellungen wieder einzunehmen. Auf dem hart gefrorenen Boden war das kein leichtes Unterfangen, denn die Stellungen wechselten innerhalb kürzester Zeit mehrmals den Besitzer. Während des Tages kam es immer wieder zu Angriffen, Gegenangriffen, Angriffen usw. bis endlich die 3. Kompanie eingriff, welche von Mösern der 4. Komapnie unterstützt wurde.
Die verlorenen Stellungen konnten im geschlossenen Einsatz letztendlich wieder erobert und bezogen werden. Dabei verloren 8 Norweger ihr Leben und es gab viele Verletzte.
Den Rest des Monats blieb es bis auf einige wenige kleine Scharmützel relativ ruhig.

Bis Ende Dezember 1942 schrumpfte die Legion auf 20 Offiziere und 678 Unteroffiziere und Soldaten zusammen.

Der Januar 1943 brachte die übliche Routine mit Patrouillengängen, Erkundungsmanövern usw. lediglich das Gesicht der Feinde hatte sich verändert, den erstmals trafen die Norweger auf mongolische und sibirische Soldaten, die von der Roten Armee aus sibirischen Arbeitslagern rekrutiert wurden.
In diesem Monat agierten die 1. und 3. Kompanie als selbstständige Aufklärungseinheiten, die immer wieder in kleinere Kämpfe verwickelt wurden. In Abwesehnheit von Sturmbannführer Quist übernahm Sturmbannführer Lie das Kommando.

Während er der letzten Wochen des Jahres 1942 und den ersten  es neuen Jahres 1943, diente die 14. Panzerjäger-Kompanie der Legion "Norwegen" als Verstärkung für die spanische "Blaue Division" im östlichen Teil der Leningradfront im Raum Mga und Schlüsselburg.
Mehrmals gelang es sowjetischen Panzereinheiten die spanischen Linien zu durchbrechen und die 14. PzJ.Kp. musste immer wieder eingreifen um die Vorstösse der sowjetischen Panzer zum stehen zu bringen.
Bei Kämpfen nahe Krasny-Bor wurde eine norwegische Batterie von den Sowjets eingeschlossen. Die Männer waren gezwungen ihre Batterie zu sprengen und sich in den nahegelegenen Wäldern zu verstecken. Im Schutze der Dunkelheit gelang es den Männern sich bis zum Kommandoposten der 2. SS-Infanterie-Brigade durchzuschlagen.
Eine andere Batterie-Besatzung der 14. PzJ.Kp. wurde für ihren vorbildlichen Einsatz hinter dem spanischen Sektor bei Schlüsselburg von oberster Stelle gelobt.

Die letzte große Schlacht für die Legion "Norwegen" fand in der zweiten Februarwoche 1943 statt, bei der am 12. Februar 7 Norweger getötet wurden.
Gegen Ende des MOnats wurde die LEgion von der Front abgezogen und nach Krasnoje Selo gebracht, welches sich ca. 12 km hinter der Frontlinie befand.
Bald wurden Gerüchte bestätigt, nach denen die Legion zurück nach Norwegen verlegt werden sollte. Der zukünftige Status der Legion lag im Unklaren.

Am 1. März 1943 verlies die 1. Polizei-Kompanie das Gebiet in Richtung Norwegen und die Legion machte sich für den gleichen Weg bereit. Die Legion "Norwegen" empfing Glückwünsche des Reichsführers-SS Heinrich Himmler und anderen hohen Offizieren für ihre hervorragende Kampfleistung.
Die Rückreise der norwegischen Freiwilligen startete per Zug nach Pskov. Von dort aus ging es nach Lettland und dann per Schiff von Riga nach Deutschland. Von Deutschland aus dann nach Norwegen.

I, Mai 1943 kamen die letzten 600-700 Überlebenden der Legion nach Grafenwöhr auf den dortigen Truppenübungsplatz, wo gerade das III. (germanisches) SS-Panzer-Korps gebildet wurde.
Hier wurde die Legion dann aufgelöst und den norwegischen Freiwilligen wurde angeboten ihre Dienstzeit im neuen SS-Panzergrenadier-Regiment "Norge" der 11. SS-Division "Nordland" weiter zu führen.
Rund die Hälfte der Männer meldete sich Freiwillig für das neue Regiment und aus Ihnen wurde das I. Bataillon "Norge" gebildet. Für die zwei weiteren Bataillone wurden neue Rekruten aus Norwegen, Norweger aus der SS-Division "Wiking" und Volksdeutsche aus Rumänien verwendet.
Viele der Offiziere der alten Legion "Norwegen" nahmen den Posten eines Kommandeurs einer Kompanie innerhalb des Regiment "Norge" ein.

Nach dem Krieg wurden rund 7.000 freiwilligen Norwegern der Prozess in ihrer Heimat gemacht, hierbei wurden äuserst hohe Haftstrafen verhängt.
Auch nach der Haft ware viele ehemalige Freiwillige und "Kollaborateure" gesellschaftlich geächtet.

Kommandeure
Legions-Sturmbannführer Jorgen Bakke (1. August 1941 - 21. September 1941)
Legions-Sturmbannführer Kjelstrup (20.September 1941 - Oktober 1941)
Legions-Obersturmbannführer Arthur Quist (Oktober 1941 - 20. Mai 1943)

 

 

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