Einleitung
Wappen der Division Azul
Spaniens Geschichte ist blutig und voller Opfer, der Bürgerkrieg hatte die Nation zerrissen, der Graben der Weltanschauungen verlief oft quer durch die Familien: Bruder kämpfte gegen Bruder, der Vater gegen den Sohn. Bis zum Ende des Bürgerkrieges verloren hunderttausende ihr Leben - doch auch danach kam Spanien nicht zur Ruhe. Obgleich das Land im zweiten Weltkrieg offiziell Neutralität bewahrte, meldeten sich zu Beginn des Russlandfeldzuges tausende Spanier freiwillig an der Seite Deutschlands gegen die Sowjetunion zu kämpfen. Die heutige Geschichtsschreibung bezeichnet sie pauschal als Kolaborateure - das war die überwiegende Mehrheit sicherlich nicht. Sie kämpften nicht für Hitler und sie starben nicht für seine Visionen eines allesbeherrschenden Großdeutschland. Sie wussten nichts vom staatlich verordneten Massenmord, es gibt nicht einen Historischen Beleg, dass sich spanische Freiwillige an Erschießungen oder an Übergriffen gegenüber der Zivilbevölkerung beteiligt haben. Als spanische Patrioten kämpften sie allein gegen den Kommunismus, gegen den sie schon im Bürgerkrieg angetreten waren. Sie blieben stets Spanier, stolz auf ihr Land und seine Traditionen. Zwar trugen sie deutsche Uniformen, doch darunter die blauen Hemden der "Fallancre". Die Deutschen, die die oft kleinen schwarz haarigen und eigenwilligen Spanier zunächst mit Verwunderung musterten, gaben ihnen auf Grund ihrer Hemden einen Namen, der gleichermasen bei Freund und Feind mit Achtung genannt wurde: Die blaue Division.
Die Vorgeschichte
Juli 1936: Angeführt von den in Nordafrika stationierten national-spanischen Truppen, begann in Spanien ein militärischer Aufstand gegen die erst wenige Monate zuvor gewählte "Republikanische Volksfront"-Regierung. Auslösen des Moments der Erhebung, war die Ermordung des Monarchistenführers Kairo Sotelo am 13. Juli. Es hätte aber auch jeder andere Vorfall sein können, denn die Gründe der Unzufriedenheit waren vielfältig. Spanien befand sich in den zwanziger und dreißiger Jahren in einer lang anhaltenden Staats- und Gesellschaftskrise, mit zahlreichen ungelösten Problemen. Die Landfrage, dass Verhältnis von Staat und Kirche, soziale Ungerechtigkeiten, regionale Autonomiebestrebungen, ökonomische Rückständigkeit und nicht zuletzt die wachsende Korruption in den politischen Ämtern, hatten sich zu einem explosiven Gemisch entwickelt. Diese Situation führte über die Jahre hinweg zu einer extremen, politisch-gesellschaftlichen Polarisierung. Auf der einen Seite standen die Sozialisten, die Kommunisten und die Anarchisten. Auf der anderen die Nationalisten, die klerikal-Konservativen und das anti-republikanische Militär. Im Zeichen der am 16. Februar 1936 gewählten linken Volksfront-Regierung entluden sich die Gegensätze schließlich gewaltsam. Am 17. Juli 1936 begann ein konservativ-nationaler Militärputsch, der zunächst eine rein inner-spanische Angelegenheit war, doch im Eurpa der späten dreißiger Jahre dominierten schnell internationale Interessen. Durch die Verlängerung der inneren Fronten nach Ausen, eskalierte der spanische Bürgerkrieg schlieslich zur militärischen Generalprobe zwischen den nationalistischen und den linken Kräften in Europa. Zur führenden Figur des rechten Militärs avancierte Francesco Franco, als Offizier hatte er sich bereits in Marokko ausgezeichnet, wo er seit 1922 die spanische Fremdenlegion befehligte. Die neu gewählte Volksfront-Regierung stufte ihn als "politisch gefährlich" ein und schob ihn als Generalkommandant auf die Balearen ab. Von hier aus nahm Franco Kontakt zu den revoltierenden Militärs in Marokko auf, trat an ihre Spitze und wurde von ihnen am 29. September 1936 zum Chef einer national-spanischen Regierung ausgerufen. Auf Seiten der spanischen Volksfront traten die sogenannten "Internationalen Brigaden" in den Krieg ein. Zunächst von französichen und belgischen Kommunisten als militärische Unterstützung ihrer spanischen Genossen ins Leben gerufen, wurde die Organisation sehr schnell von der Komintern übernommen und ausgebaut. Von Mexiko und der UdSSR mit Waffen beliefert, kämpften schlieslich rund 40.000 Freiwillige in ihren Reihen. Auf Seiten Francos griffen Italien, mit rund 20.000 regulären Soldaten und Deutschland, mit der 6.000 Mann starken "Legion Condor" ein.
Schon am 25. Juli 1936 überbrachten Abgesandte Francos, in einer Pause während einer Wagner-Oper, Hitler einen Brief, in dem er um Unterstützung bei einem geplanten Sturz der republikanischen Regierung gebeten wurde. Benötigt wurden vor allem Transportflugzeuge, die Franco-treue marokkanische Truppen vom nordafrikanischen Tetuan auf das spanische Festland übersetzen sollten. Nur wenige Wochen später,organisierte, die unter größter Geheimhaltung aufgebaute "Legion Condor", diesen Lufttransport. Hitlers Haltung war trotz der Waffenhilfe nicht so eindeutig wie es Heute allgemein dargestellt wird: Anfang November 1937 äuserte er sich gegenüber seinen Mitarbeitern, dass ein 100%iger Sieg Francos nicht wünschenswert wäre. Er sei eher daran interessiert, die bestehenden Spannungen im Mittelmeerraum beizubehalten. Der mit äußerster Grausamkeit geführte Krieg, der einer halben Million Menschen das Leben kostete, endete am 1. April 1939 mit einem Sieg Francos. Die Beziehungen zwischen Spanien, in dem Franco mit Hilfe des Militärs ein religiös-fundamentales-nationalsozialistisches System etablierte, und dem Dritten Reich, waren angesichts der deutschen Militärhilfe freundlich. Dennoch war Franco keineswegs bereit sich zum offenen Bundesgenossen Hitlers zu erklären, zwar war er im März 1939 dem Anti-Komintern-Pakt beigetreten, doch hinsichtlich der sich immer deutlicher abzeichnenden militärischen Auseinandersetzung, hielt er sich zurück.
Nach dem Hitler im Herbst 1939 Polen besiegt und im Frühjahr 1940 den Westfeldzug für sich entschieden hatte, galten die Symphatien des nationalen Spanien dem ehemaligen Waffenbruder Deutschland. Ein aktives Eingreifen auf Seiten Deutschlands war allerdings auch zu diesem Zeitpunkt noch kein Thema, zumal der deutsch-sowjetische Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 bei den anti-kommunistisch eingestellten spanischen Nationalisten für Verwirrung gesorgt hatte. Trotz seiner Zugehörigkeit zum Anti-Kominternpakt, erklärte Spanien am 4. Spetember offiziell seine Neutralität. Mit diesem Schritt sicherte sich der geschickt taktierende Franco die Gesprächsbereitschaft der Briten. Im Wissen um die katastrophalen wirtschaftlichen Verhältnisse in Folge des Bürgerkrieges, hatte die Londoner Regierung Franco im Gegenzug für eine spanische Neutralität, den Ankauf der in Lissabon gelagerten britischen Weizenreserve angeboten. Franco akzeptierte dankbar. Hitlers strategische Überlegungen sahen zu diesem Zeitpunkt eine aktive Rolle Spaniens an deutscher Seite nicht vor. Diese änderten sich allerdings im Verlauf des Jahres 1940. Nach der Niederlage in der Luftschlacht um England und der Verschiebung der Landung in Großbritannien, musste er neue strategische Ziele entwickeln. Am 23. Oktober 1940 fuhr Hitler in einem Sonderzug nach Ondey, einem kleinen französischem Seebad an der spanischen Grenze. Hier traf er mit Franco zusammen, den er aufforderte offen an seiner Seite in den Krieg einzutreten. Er schlug vor Gibraltar durch deutsche Spezialeinheiten zu erobern und an Spanien abzutreten. Auf diese Weise wollte er die Bewegungsfreiheit der britischen Flotte im Mittelmeer beschneiden. Franco besas zu dieser Zeit durchaus Bereitschaft zu militärischen Zusammenarbeit, am 12. Juli 1940 hatte er den Status Spaniens von Neutral auf "nicht Kriegsführend" geändert und seine Ambitionen am 16. Juli Hitler mitteilen lassen. Allerdings knüpfte er seine Bereitschaft ein weitreichende Bedingungen - sein Interesse konzentrierte sich auf französisch-Marokko. Unverblümt forderte er die Ausweitung des spanischen Kolonialgebietes in Nord-West-Afrika. Darüber hinaus verlangte er umfassende wirtschaftliche Hilfsleistungen in Form von Getreide und Benzin, sowie modernes deutsches Kriegsmaterial. Hitler reagierte ausweichend, er befürchtete zu Recht, dass bei bekannt werden der spanischen Gebietsansprüche, die französichen Kolonien in Nordafrika auf die Seite De Gols oder der Briten wechseln würden - eine Entwicklung die er zu diesem Zeitpunkt nicht zulassen konnte. Das Gespräch blieb letztlich ergebnislos. Nach der Abreise konnte Hitler seine Wut nur mit Mühe unterdrücken. Gegenüber einem Adjutanten soll er geäusert haben, dass Franoc bei ihm nicht einmal Kreisleiter geworden wäre. Nach einigen Wochen Hinhaltetaktik lehnte Franco schließlich im Dezember 1940 den Kriegseintritt Spaniens endgültig ab.
Die Geburt der Blauen Division
22. Juni 1942, in drei Heeresgruppen stößt die Deutsche Armee in den Osten, der Feldzug gegen die Sowjetunion hatte begonnen. Mit Beginn des Russlandfeldzuges hatte sich auch die Stimmung in den nationalsozialistischen Kreisen Spaniens verändert: in breiten Bevölkerungsteilen löste der deutsche Angriff auf die Sowjetunion Genugtuung und Freude aus. Als bekannt wurde das Franco am 25. Juni, im Einverständis mit der deutschen Regierung, der Partei den Auftrag erteilt hatte eine Division aus Freiwilligen zu bilden, die aktiv am Kampf gegen den Bolschewismus teilnehmen sollte, entfachte diese Nachricht eine Woge der Begeisterung.
Spanier rufen in Madrid zum Kampf gegen die Russen auf.
Die Anmeldebüros wurden geradeu gestürmt, in langen Reihen warteten die Freiwilligen ungeduldig darauf, sich in den Listen einschreiben zu können. Innerhalb weniger Tage meldeten sich genug Männer für ein ganzes Armee-Korps - allein in Madrid sollen es 40.000 gewesen sein, unter ihnen 3.000 Studenten der Syndicato Espaniol Universität und mehrere ihrer Proffesoren. Einige waren Traditionalisten, andere waren Parteilos, aber alle waren Idealisten die schwer unter den kommunistischen Übergriffen während des Bürgerkrieges gelitten hatten. Zum Kommandeur wurde General Munjo Grandes ernannt, der als junger Offizier bereits in spanisch-Marokko gekämpft hatte. Im Bürgerkrieg war er gefangen genommen worden und zum Tode verurteilt worden, es gelang ihm jedoch zu entkommen und sich in das Lager der Nationalisten durchzuschlagen. Im weiteren Verlauf des Krieges führte er eine nationale Brigade, die an vielen militärischen Operationen beteiligt war. Bei seinen Soldaten, die ihn "Großohr" nannten, war er ausgesprochen beliebt: er war bescheiden und reichte auch hin und wieder seine Ration einem Wachposten der hungern musste. In Russland befand er sich meist an forderster Front.
Mit der Aufstellung eines Freiwilligen-Korps, der Division "Espanola de Voluntarios", verfolgte Franco gleich mehrere Ziele. Unter außenpolitischen Aspekten konnte er die von deutscher Seite immer wieder eingeforderte Dankesschuld für die Hilfe im Bürgerkrieg abtragen ohne offen auf der Seite der Achsenmächte in den Krieg eintreten zu müssen, auserdem hielt er sich mit diesem Schritt die Option offen, am Ende eines gewonnenen Krieges noch einmal die Erweiterung der nordafrikanischen, spanischen Besitztümer zur Sprache zu bringen. Innenpolitisch verschatte ihm dieser Schritt eine gewisse Entlastung. Nicht wenige Mitglider der spanischen Einheitspartei waren der Überzeugung das Franco durch seine restaurative Politik die sozial-revolutionären Ideale seines Parteiführers Hose-Antonio Primo Di Riviera verraten habe. Der revolutionäre Elan dieser innerparteilichen Opposition konnte nun mehr auf den aktiven Kampf gegen den Kommunismus umgeleitet werden. Angenommen wurden schließlich rund 19.000 Mann, sie stellten das erste Kontingent der spanischen Division. Ein Rotationsprinzip sorgte dafür, dass die Männer nach einer gewissen Zeit des Einsatzes gegen andere Freiwillige ausgetauscht wurden und nach Spanien zurückkehrten. Bereits am 13. Juli 1941 verabschiedeten Kriegsminister Varela, Außenminister Cerano Zulere und die Vertreter der madrider Behörden den ersten Truppentransporter nach Deutschland. Bei ihrer Ankunft in Berlin werden die Spanier freundlich begrüßt und von der Zivilbevölkerung begeistert empfangen. Ziel ist der Truppenübungsplatz Grafenwöhr, hier werden die spanischen Freiwilligen in Uniformen gekleidet und mit Material und Waffen ausgestattet, sie erhalten Wehrmachtsfahrzeuge und Motorräder. Grafenwöhr war bereits in den Jahren 1908-1910 als Truppenübeungsplatz ausgebaut worden und diente schon während des ersten Weltkriegs als Ausbildungsfeld für Schießübungen und Grabenkämpfe. Als besonderes Zeichen tragen sie an ihrem rechten Oberarm und am Helm das spanische Wappen in den Farben rot und gold, außerdem wurde ihnen das Tragen der blauen Hemden zur deutschen Heeresuniform gestattet - daraus entstand die Bezeichnung "Blauhemden-Division", die sich im Sprachgebrauch zur "Blauen Division" verkürzte, die Spanier selbst nannten sich "Division Azul". Ihr Mangel an Disziplin und ihr Unverständnis für den preußischen Schliff waren ebenso groß wie ihre Lebensfreude. Nur einen Monat dauert die Ausbildung, dann stehen 3 Infanterie-Regimenter, 1 Artillerie- und 1 Pionier-Battalion, so wie weitere logistische Einheiten bereit. Bei der Wehrmacht werden sie als die 250. Infanteriedivision geführt. Parallel zur Blauen Division, wurden auch spanische Flieger-Freiwillige zur Ostfront verlegt. Die Spanier boten ihre Asse aus dem Bürgerkrieg auf und zeigten damit, dass sie die Qualität der russischen Luftwaffe nicht unterschätzten. Zunächst dem Jagdgeschwader 27, später dem Jagdgeschwader 51 unterstellt, schossen die spanischen Flieder der "Division Azul" insgesamt 156 Feindflugzeuge ab - zwölf ihrer Piloten fielen im Luftkampf. Während der gesamten Kriegszeit kämpften die Infanteristen und die Jadgstaffeln an verschiedenen Frontabschnitten - die Einen im Norden, die Anderen im Mittelabschnitt. Alle Versuche der Spanier ihre Verbände zu vereinigen blieben erfolglos.
Als 1941 die Division den Truppenübungsplatz Grafenwöhr verlässt, war sie wie folgt gegliedert: Infanterie-Regiment 262 Infanterie-Regiment 263 Infanterie-Regiment 269 Feldersatz-Bataillon 250 Artillerie-Regiment 250 Panzerjäger-Abteilung 250 Aufklärungs-Abteilung 250 Ski-Kompanie 250 Pionier-Bataillon 250 Nachrichten-Abteilung 250 Sanitäts-Abteilung 250 Bis Heute ist weitgehend unbekannt, dass auch bei der deutschen Kriegsmarine Spanier dienten: im Jahre 1942 kaufte Spanien von Deutschland mehrere Schnellboote. Spanische Seeleute, unter ihnen Kapitänleutnant Francesco Reino Cabaral und Oberleutnant zu See Alfonso Gomez Suarez, kamen nach Deutschland um den Umgang mit diesen Booten zu erlernen. Andere dienten auf der "Admiral Scheer", mehrere spanische Seeleute verloren durch russische Tiefflieger ihr Leben. Vervollständigt wird der spanische Einsatz durch Freiwillige die sich in der Organisation "Todt" und im Reichsarbeitsdienst (RAD) verpflichteten. Für ihre verwundeten Ostfrontkämpfer sorgten rund 40 falangistische Krankenschwestern, die im August 1941 nach Deutschland kamen um in den spanischen Lazaretten ihre Arbeit aufzunehmen.
Die Blaue Division an der Front
Die Männer wurden am 31. Juli 1941 auf Adolf Hitler vereidigt und am 31. August verladen um an der Ostfront eingesetzt zu werden. 17.909 Mann, 5.600 Pferde und 765 Kraftfahrzeuge werden mit einem Eisenbahntransport in Marsch gesetzt. Nach 1.200 Kilometern endet die Fahrt an der ehemaligen polnisch-russischen Grenze in Augustovo im Bereich Suwalki, 1.000 Kilometer entfernt von der Front. Da keine geeigneten Transportmittel zur Verfügung standen, machten sich die Spanier zu Fuß auf den Weg in ihr Einsatzgebiet. In einem Wochenlangen Gewaltmarsch durch Polen, Litauen und Russland erreichten sie schlieslich Orsha. Von hier aus bewegten sich die abgekämpften Verbände in Richtung Smolensk, als sie erfuhren das ihr neues Ziel Witepsk sei. In Witepsk war ihr Marsch schließlich beendet, die Einheiten wurden verladen und am 14. Oktober 1941 an die Front im Raum des Wolchow und an der Westküste des Ilmensee geworfen. Die Landschaft ist weit und flach , zum großen Teil versumpft und mit ausgedehnten Verwaldungen versehen. Nur die Rollbahnen von Novgorot nach Leningrad, Schimsk und Grigorowo sind das ganze Jahr hindruch befahrbar - alle anderen Straßen versinken im Regen und bei Tauwetter im Schlamm. Die Soldaten richten sich ein so gut es geht, aus Baumstämmen bauen sie Unterstände und Bunker - Schutz gegen den Unwillen der Natur und die feindlichen Granaten. Doch in einer Region die der eisige Winter für viele Monate fest im Griff hat und in deren wenigen Sommermonaten milliarden von Mücken ausschwärmen ist das Überleben schwer. Angesichts massiver russischer Kräfte in diesem Frontabschnitt sind weitreichende und schnelle Vorstösse nicht mehr möglich, beide Seiten verharren im Stellungskrieg und versuchen mit Stoßtrupps und Artilleriefeuer den Gegner zu zermürben. Für die deutsche Seite sind die militärischen Operationen in diesem Gebiet von ausschlaggebender Bedeutung für eine geplante Offensive gegen Leningrad. Ein Vorstoss nach Osten über den Wolchow würde eine der wichtigsten russischen Verbindungsstraßen nach Leningrad unter deutsche Kontrolle bringen, doch das wissen auch die Sowjets, die immer neue Truppen an die Wolchow-Front werfen um den Vortoss der Deutschen zu verhindern.
Gottesdienst an der Front
Den gestiegenen Verteidigungswillen der Sowjets bekommen auch die spanischen Freiwilligen zu spüren: in nur wenigen Tagen härtester Gefechte verzeichnen sie 565 Tote. Im Winterkrieg erprobte sowjetische Elite-Regimenter rücken unter starkem Einsatz von Panzern immer wieder gegen Stellungen der Deutschen und ihrer Verbündeten. Am 10. Dezember führen ihre Offensiven zu einem ersten wichtigen Erfolg - die deutschen und spanischen Einheiten müssen das Ostufer des Wolchow räumen und sich auf das Westufer zurückziehen. Der Wehrmachtsbericht verschleierte diesen Rückschlag und meldete, dass an der Ostfront örtliche Angriffe des Feindes erfolgreich abgewehrt wurden und der Gegner erneut schwere, blutige Verluste erlitten habe. Die Spanier werden sowhl von der deutschen Armee wie von der russischen Zivilbevölkerung mit Neugierde beobachtet. Nicht nur ihre Sprache, vor allem ihre südländische Lebensart und die Nachlässigkeit der oft kleinen und schmächtigen Soldaten gegenüber formal-militärischen Dingen, unterscheidet sie Auffällig von den Deutschen. Die Spanier verdienten sich aber ihr endgültiges Vertrauen als sie zwei eingeschlossene Kompanien der 26. deutschen Infanteriedivision bei Malchomolse befreiten: Zwei Versuche waren bisher schon gescheitert, als der General der "Blaun Division" anbot mit einigen einigermasen ausgeruhten spanischen Einheiten einen dritten versuch zu unternehmen. Die Operation dauerte über 30 Stunden und wurde bei brusthohem Schnee ausgeführt. Sie kämpfen mit voller Überzeugung gegen den Kommunismus, Hitlers Rassenpolitik ist ihnen gänzlich fremd. Ihre tiefe Frömmigkeit verbindet sie mit den armen russischen Bauern, wenn es die Lage erlaubt säubern sie Kirchen die im atheistischen Sowjetreich zu Ställen oder Lagerhallen entfremdet wurden und feiern gemeinsam mit den Bauern Gottesdienste. Betreut werden sie dabei von spanischen Priestern, die die Truppen begleiten. Zur Verständigung mit der deutschen Wehrmacht, besitzt die Blaue Division einen deutschen Verbindungsstab, der allerdings oft für Ärgerniss sorgt, weil sich die Spanier von den Deutschen bevormundet fühlen. Für die Lieferung von Kriegsmaterial, Verpflegung, Bewaffnung und die meisten anderen Einrichtungen ist die deutsche Wehrmacht verantwortlich. Im Rahmen des Sanitätsdienstes verfügen die Spanier über ein gut eingerichtetes Feldlazarett in Russland und über Heimatlazarette in Riga, Wilna, Königsberg, Berlin und Hof. Hier sind spanische Ärzte beschäftigt, die von deutschen Sanitätsoffizieren unterstützt werden. Mehrmals im Monat verkehren Transportzüge zwischen Spanien und Russland, sie bringen Ablösungen, Urlauber, Kranke und Verwundete von der Heimat zur Front und umgekehrt. Jeden zweiten Monat werden besondere Waggons angehängt, die landesübliche Lebensmittel, Wein und Geschenke für die Fronttruppen bringen. Damit kann die oft spartanische und ungewohnte Verpflegung erheblich verbessert werden.
Den Winter über halten die Deutschen und ihre Verbündeten in harten Abwehrkämpfen die Frontlinien. Die unerschrocken kämpfenden Spanier sind inzwischen bei Freund und Feind bekannt. In die Kriegsgeschichte ein, ging dabei ein Gegenstoss von 205 spanischen Angehörigen einer Ski-Kompanie, die sich bei - 53°C über den Ilmensee zu den von den Sowjets eingeschlossenen deutschen Verteidigungsstellungen durchkämpften und diese schlieslich auch erreichten - nur 12 von ihnen überlebten den Einsatz unverletzt. Bei einem anderen Gefecht wurde im Dezember eine Stellung mit Panzerabwehrkanonen der Blauen Divison von ca. 2500 Russen angegriffen, die Stellung war mit nur 240 Mann besetzt. Nach härtestem Kampf verloren die Russen, bei ihrem Sturm auf diese Stellung, 1.098 Soldaten während die Spanier rund 100 Mann verloren. Die Russen wurden schlieslich zurückgeschlagen. In einer einzigartige Mischung aus Todesverachtung und Kühnheit - wie sie eigentlich hauptsächlich bei den Soldaten der Waffen-SS zu finden war - stellten sich die Spanier dem Feind, zurückgeschlagene sowjetische Angreifer verhöhnten sie mit dem Ruf "Otro Torro, Otro Torro!", was so viel bedeutet wie "Ein neuer Stier, ein neuer Stier!" - ein Schmähruf der immer dann in den heimischen Stiekampfrarenen erscholl, wenn der Stier zu wenig Kampfbereitschaft zeigte. In einem anderen Fall befahl der spanische Hauptmann Theodoro Pallasios seinen eingekesselten Männern, nach dem sie ihre letzte Patrone verschossen hatten: "Werft Schneebälle, sie werden wie Steine wirken.". Bei diesem Vorfall lag die Blaue Division seit zwei Stunden im Feuer von mehreren hundert Granatwerfen und hatte schwere Verluste an ihrer Ausrüstung. Der Hauptmann forderte Handgranaten an, als diese ankamen waren die Meisten allerdings ohne Zünder und somit unbrauchbar. Die Spanier hielten trotzdem bis 7:00 Uhr morgens durch und als der russische Infantrieangriff begann standen die Soldaten fast ohne Munition da. Ihre ausergewöhnliche Einsatzbereitschaft drang bis zu Hitler, von dem folgendes Zitat überliefert ist: "Die Spanier sind als Truppe ein verkommener Verband. Ein Gewehr ist ein Gegenstand der unter keinen Umständen geputzt werden darf. Posten stehen sie grundsätzlich nicht, die Einwohner müssen sie wecken wenn die Russen ankommen - aber: sie haben nie einen Meter preisgegeben. Schneidigere Leute kann man sich nicht vorstellen. Sie nehmen dabei kaum Deckung, sie lassen sich dabei totschlagen." Im Frühjahr 1942 beginnen verstärkt die Spähtruppenunternehmungen, Vorzeichen eines bevorstehenden Bewegungskrieges. Bis zur Schneeschmelze verharrt die Front im Stellungskrieg, danach beginnen die Russen erneut mit massiven Angriffen am Wolchow. Sie treffen dabei auf ein inzwischen wieder gefestigtes deutsches Ost-Heer, dass seinerseits an die Offensiven des Vorjahres anknüpfen will um das Kriegsglück noch einmal zu wenden. Die zersplittert angesetzten russischen offensiven scheitern und tausende von Rotarmisten geraten in Gefangenschaft, unter ihnen auch der Oberbefehlshaber der 2. russischen Stossarmee, General Vlasov. Er wird sich später offen auf die Seite der Deutschen stellen und aus russischen Freiwilligen eine eigene Armee bilden, die gegen den Kommunismus kämpft. Für Hitler war die Blaue Division allerdings nicht blos eine "tollkühne" Einheit, die zur Stabilisierung der Ostfront beitrug. Sie war darüber hinaus der Kern eines gewagten auserpolitischen Projekts geworden. Seit Frühjahr 1942 spielte Hitler mit dem Gedanken, mit einer siegreichen Blauen Division, in Spanien für veränderte politische Machtverhältnisse zu sorgen. Konkret hies das, Franco abzusetzen, den revolutionär falangistischen Flügel an die Macht zu bringen und Madrid zum Eintritt in den Krieg zu bewegen. Ein solches Komplott hatte nur dann Ausicht auf Erfolg, wenn der spanische Divisionskommandeur Muñoz Grandes mitspielte. Am 12. Juli 1942 fand im Führerhauptquartier ein streng geheimes Treffen zwischen Hitler und dem sozial-revolutionären General statt, Muñoz Grandes soll sich dabei grundsätzlich bereit erklärt haben, in seinem Land die von Hitler geplante Wendung herbeizuführen. Die Rückkehr der Division nach Spanien sollte nach dem Fall Leningrads erfolgen, noch im September 1942 äuserte sich Hitler, dass eine bei Leningrad siegreichen Blauen Division ein triumphaler Einzug in Madrid bereitet würde. Niemand würde es wagen sich ihr entgegenzustellen. Eine gewagte Theorie, denn es ist nur schwer vorstellbar das die eigenwilligen Spanier zum Vasallen des deutschen Reiches hätten machen lassen. Ebenso entschlossen wie sie an der Seite Deutschlands gegen den Kommunismus kämpften, hätten sie sich auch einer Besetzung Spaniens durch Hitler widersetzt.
Leningrad
Anfang August 1942 erhält die Blaue Division den Verlegungsbefehl an die Front nach Leningrad, um an der Eroberung der alten Zarenhauptstadt mitzuwirken. Die zurückliegenden Monate hatten hohe Verluste unter den Spaniern gefordert: über 1.400 Angehörige der Division Azul bezahlten die Kämpfe an den Ufern des Wolchows und des Ilmensees mit ihrem Leben. Zunächst um das Gebiet um Wryizka verlegt, erhalten die Spanier später den Befehl, die 121. deutsche Infanteriedivision in Puschkinutz abzulösen. Die im September 1942 bezogenen neuen Stellungen, liegen im Vorstadtbezirk von Leningrad - über ein jahr lang wird die Blaue Division in diesem Bezirk kämpfen. Das Personal der Blauen Division war in den zurückliegenden Monaten kontinuirlich ausgetauscht worden, bis zum Oktober ersetzten neue Freiwillige das erste Kontingent. Nur einige Spezailisten und Offiziere blieben bei der Truppe. Trotz der schweren Verluste gab es genügend Freiwillige, die an die Front drängten. Der zweite russische Winter hatte begonnen, die Temperaturen erreichten nicht die Minusgrade wie am Ilmensee, doch auch Werte von 20 bis 30 Grad unter Null machten den Soldaten schwer zu schaffen. Allerdings hatten sie aus den Erfahrungen gelernt und die Vorarbeiten für den Winterkrieg schon im Oktober begonnen. Eine der wichtigsten Aufgaben war die Einrichtung von Brennholzlagern. Arbeitskommandos fällten in den nahen Wäldern die Bäume und schnitten das Holz zurecht. Bei dieser Arbeit kamen auch Gefangene und Überläufer zum Einsatz. Für die zahlreichen Pferde wurden Unterstände gebaut, die gegen die Artillerie Schutz bieten sollten. Die Arbeiten waren ebenso mühsam wie gefährlich, denn die russische Artillerie setzte schwer zu und forderte täglich bis zu 20 Opfer. Dennoch verloren die Spanier niemals ihre Lebensfreude, selbst an der Front verzichteten sie nicht auf Wein und Paella. Die Angehörigen der Blauen Division waren überzeugt, dass ihre Verlegung in die Nähe Leningrads ein Ende des Stellungskrieges bedeuten würde. Doch ihre Hoffnungen wurden Entäuscht - obwohl die Heeresgruppe Nord Leningrad erreichte und durch die Einnahme Schlüsselburgsm die einstige Hauptsadt des Zarenreichesm von allen Landwegen abgeschnitten hatte, befahl Hitler an Stelle der Eroberung die Belagerung. Rund ein Drittel der rund 3 Millionen Einwohner bezahlten diesen Befehl mit ihrem Leben, doch die Stadt blieb unbesetzt und konnte schlieslich nach über 900 Tagen Belagerung, im Januar 1944, befreit werden. Mit der Nichteroberung von Leningrad, waren auch Hitlers Putschpläne in Spanien hinfällig. Am 12. Dezember 1942 versammelte General Muñoz Grandes seine engsten Mitarbeiter zu einem kleinen Abendessen im Hauptquartier von Putrowskaija. Am kommenden Tag würde er die Reise nach Deutschland antreten, bei der er auch mit Hitler zusammentrifft - noch ahnt niemand die Konsequenzen. Die deutschen Zeitungen berichten wenig später lediglich, dass General Muñoz Grandes mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet worden ist und nach Spanien weiter gereist sei - ein Abschied für immer, denn General Muñoz Grandes kehrte nicht wieder an die Front zurück. Sein Nachfolger wird General Esteban Infantes, der als junger Offizier ebenfalls im spanisch-marokkanischen Krieg im Einsatz war und im Bürgerkrieg eine Brigade führte. Um die Jahreswende 42/43, beherrschten die Besorgniserregenden Nachrichten von der Schlacht um Stalingrad die Gespräche der Russlandkämpfer. Als sich die deutsche Niederlage abzeichnete war allen klar, dass sich das Kriegsglück gewendet hatte und von jetzt ab die Rote Armee das Gesetz des Handelns bestimmen würde. Für die Deutschen und ihre Verbündeten begann eine Phase der hinhaltenden Abwehrkämpfe und stetigen Rückwärtsbewegung. Das Ost-Heer kämpfte inzwischen an zwei Fronten: auf der einen Seite bedrängt sie die Rote Armee und in den rückwärtigen Gebieten hatten sie sich der russischen Partisanen zu erwehren. Dieser Krieg im Dunkeln wurde auf beiden Seiten mit großer Erbitterung und Grausamkeit geführt und zog nicht selten härteste Vergeltungsaktionen gegen die Zivilbevölkerung nach sich. Die ortskundigen Partisanen brachten die deutschen Verbände zunehmend in Bedrängis, im Jahr 1943 meldeten die sowjetischen Partisanen über 10.000 Sprengungen von Bahnlinien, bei denen hunderte von Lokomotiven und tausende von Waggons zerstört pder beschädigt wurden.
Das Ende der Blauen Division
Der Aggressive Kampfstil der Spanier und die Vorstösse der Roten Armee führten zu erheblichen Verlusten, trotzdem wurden die Fronten weitgehend gehalten. Im Verlauf des Jahres 1943 verstärkt sich der Druck der Alliierten auf Franco, die Blaue Division von der Ostfront abzuziehen. Angesichts der allgemeinen Kriegslage an allen Fronten und der sich abzeichnenden Niederlage der Achsenmächte, begann Spanien seine Außenpolitk zu ändern. Am 1. Oktober 1943 ging das Land von der "nicht-Kriegsführung" zur "wachsamen Neutralität" über und teilte der deutschen Seite den Rückzug der Blauen Divison mit. Am 5. Oktober überreicht Generaloberst Lindemann, in Prokaskajia, an Esteban Infantes das Ritterkreuz und teilte ihm mit das ein befehl vorliege, die spanische Division aus der Front zu ziehen. Sie soll sich im rückwärtigen Gebiet ausruhen und auf weiter Instruktionen warten. Der Rückzug der Blauen Division war für die deutsche Seite politisch und psychologisch ein schwerer Schlag. Der Wehrmachtsführungsstab beschloss daher den Abzug der Spanier weder im Rundfunk noch in der Presse bekannt zu geben. Auf der politischen Ebene begann Berlin diplomatischen Druck auf Madrid auszuüben. Um die Verärgerung der deutschen Seite in grenzen zu halten, erklärte sich Franco schließlich bereit eine kleine Gruppe spanischer Freiwilliger an der Ostfront zu lassen - Die Blaue Legion. Über Größe und Organisation dieser Legion besteht zunäcst bei allen Beteiligten Unklarheit. Während das spanische Heer eine größtmögliche Zahl von Freiwilligen abstellen wollte, war es das Bestreben der spanischen Politik die Zahl möglichst gering zu halten. Die "Legion Espaniola de la Voluntarios" bestand formell seit dem 17. November 1943. Sie gliederte sich in drei Batallione, verfügte insgesamt über 2.079 Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften und wurde von Oberst Garcia Navaro geführt. Genral Esteban Infantes und der Stab der Blauen Division kehrten, nach dem sie die Austellung der Legion und den Rücktransport der Division geleitet hatten, am 24. Dezember 1943 zurück nach Madrid. Unmittelbar nach der Aufstellung der spanischen Legion im Raum zwischen Volosorvo und Narva, an der estnisch-russischen Grenze, erfolgt ihr Einsatz im Kampf gegen Partisaneneinheiten ostwärts Narva. Wieder ein Winter mit Schnee und Kälte, erbitterte Kämpfe gegen einen an Material und Soldaten vielfach überlegenen Gegner. Die spanischen Soldaten konnten beim besten Willen nicht begreifen wie der westliche Kapitalismus dem sowjetischen Imperialismus derart viel Material zur Verfügung stellen konnte, schließlich war es für die Spanier ein Kampf gegen den Kommunismus. Im Januar 1944 beginnt auf der ganzen Front die lange befürchtete russische Großoffensive. Die spanische Legion ist in diesen Kämpfen der 121. deutschen Infanteriedivision zugeteilt worden und steht im 15. Januar1944 in Chatkji, Belovo und Krostovo. Hier verteidigen die Spanier im Rahmen des Infanterieregiments 405 eine 11 Kilometer lange Front. Der Rückzug beginnt am 19. Januar, die Spanier kämpfen ebenso wie die stark dezimierten deutschen Truppen gegen die nachdrängenten Sowjets, gegen Partisanen, Kälte und Schnee. Als sie schließlich das brennende Njulban erreichen, sind die Männer aus Catallonien und Andalusien, aus Madrid und Sevilla am Ende ihrer physischen Krafte. Am 2. Februar werden die Überlebenden auf die Eisenbahn verladen und nach Taks transportiert. Die Spanier kommen als Besatzungstruppe ins Baltikum. Auch diese Verlegung hatte politische Gründe: inzwischen hatten die Westalliierten ihren Druck auf Madrid ncoh einmal verstärkt und verlangt auch die letzten Freiwilligen nach Spanien zurückzuziehen. Bereits am 6. März 1944, nur wienhe Monate nach Aufstellung der Legion, kommt Spanien diesem Wunsch nach. Wenige Tage später wird die Legion in Königsberg aufgelöst und am 17. April 1944 fahren die Legionäre über die Grenze in ihre Heimat. Bei ihrer Ankunft werden die Männer mit allen Ehren empfangen und als helden gefeiert. Doch der Einsatz spanischer Freiwilliger war auch nach der Auflösung der Legion nicht beendet. Etliche widersetzten sich dem Befehl Francos und blieben, andere schlugen sich verbotenerweise von Spanien nach Deutschland durch um an die Front zu kommen. Die weitere Geschichte der spanischen Freiwilligen konnte in der historischen Forschung bislang nicht vollständig aufgearbeitet werden. Zunächst soll ein Sonderstab "F" in Lürth die Aufgabe gehabt haben, die Freiwilligen zu sammeln. Im Juni 1944 wurden im Lager Stablak in Ostpreußen, 3 Kompanien aufgestellt, von denen eine der SS-Division Wallonie zugeteilt wurde. Die beiden Übrigen Kompanien wurden in den Großraum Wien verlegt. Belegt ist, dass das Oberkommando des Heeres (OKH) im Frühjahr 1945 die Aufstellung der spanischen Freiwilligen-Kompanien Nr. 101 und 102 bei Wien befahl. Über den weiteren Einsatz ist wenig bekannt. Kurz vor Ende des Krieges sollen einige Spanier in der 11. SS-Division "Nordland" gedient haben. Die Reste einer Kompanie sollen sich schlieslich bis Berlin zurückgezogen und am Endkampf teilenommen haben. geführt von einem Hauptmann Rocca kämpften sie bis zur Kapitulation in den Ruinen von Berlin. Bei einer Gesamtstärke von 47.000, verloren die spanischen Freiwilligen insgesamt rund 3.600 Mann. Dazu kamen 8.500 Verwundetet, 7.800 Kranke und 1.600 mit Erfrierungen. 321 Freiwillige gerieten in russische Gefangenschaft. Die Sowjets behandelten die Männer mit besonderer Härte, 8 Jahre lang durften sie weder Briefe empfangen, noch selber welche schreiben. Man isolierte sie voneinander und verurteilte sie häufig zu schwersten Arbeiten. Erst am 2. April 1954, 9 Jahre nach Kriegsende, kehrten 286 überlebende Kriegsgefangene mit dem Schiff "Simiramis" in die Heimat zurück.
Nachwort und Sonstiges
Die Blaue Division war zweifelsohne eine der besten Divisionen in den Mengen der Freiwilligen- und ausländischen Divisionen innerhalb der Wehrmacht. Angetrieben von unerschütterlicher Abneigung gegenüber dem Bolschewismus, kämpfte die Blaue Division für ihre Ideale und weniger für Hitler. Es ist sehr verwunderlich wie sich die sonnen-verwöhnten spanischen Soldaten dem bitterkalten russischen Winter derart anpassten und stets ihre Lebensfreude und ihren Kampfgeist beibehielten. Sie haben nicht nur einmal gezeigt, dass sich ihre deutschen Verbündeten auf sie verlassen konnten. Trotz ihrer teilweisen Disziplinlosigkeit, genossen die Spanier großes Ansehen bei den deutschen Frontsoldaten die an ihrer Seite kämpften. Selbst nach dem Befehl der Rückholung der Blauen Division nach Spanien, wollte der Großteil dennoch an der Front bleiben und weiter gegen den Kommunismus kämpfen, weshalb auch einige diesen Befehl ignorierten und sogar Freiwillige über die von Franco geschlossene spanische Grenze, nach Deutschland flüchteten.
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