Wehrmacht Artillerie Artillerie von A-Z
Artillerie von A-Z

A


Abpraller
manipuliertes Abprallen von Granaten mit auf "Verzögerung" gestelltem Zünder vom Erdboden zur Luft-Detonation nach Ablauf der Zündung mit großer Splitterwirkung.
Abteilung
entsprechend Bataillon, die Kampf- und Feuereinheit der Artillerie durch Feuerleitung, Zielanweisung oder Gefechtsaufträge.
Anfangsgeschwindigkeit
Geschwindigkeit des Geschosses in m/sek beim Verlassen des Rohres (V°) bei angenommenem unveränderten Geradeausfliegen.
Arbeitsgeschütz
Einzelgeschütze außerhalb der Feuerstellung der Batterie zu deren Tarnung gegen Aufklärung beim Einschießen, Strörungsaufträgen und Einschießen der ballistischen Wettermeldung.
Artillerie
ursprünglich alle Kriegsmaschinen, dann Feuerwaffen, dann Geschütz, heute benannt nach taktischer und örtlicher Verwendung, nach Flugbahn, nach Kaliber, Beweglichkeit und besonderen Aufgaben.
Artillerie-Kommandeur
Truppenführer der Korpsartillerie und fachlicher Berater des Kommandierenden Generals des Armeekorps in Verantwortung für die gesamte Führung der Artillerie, höherer Art. Kdr. entsprechend bei Armee.
Artillerie-Spähtrupp
Vorbereitung und Erkundung des Einsatzes stärkerer Verbände in der Hand der höheren Führung.
Artillerie-Verbindungskommando
Unterrichts- und Meldeorgan unter Führung eines Offiziers bei zugeordnetem Kampfverband zur Koppelung von Feuer und Bewegung ohne Schießauftrag, in Sonderfällen auch einzelner Offizier (AVO).
Artillerie-Vermessungstrupp
Organ der Abteilung zur Vermessung der Feuerstellung, Sicherung genauer Schießgrundlagen, Einmessung wichtiger Punkte im Feindgelände mit eigener Auswertestelle. (AVT).
Aufklärung
wichtigste Voraussetzung artilleristischer Wirkung und ihrer taktischen Führung von systematischer Augenbeobachtung über Beobachtungs-Einheiten mit Licht- und Schallmeß-Systemen bis zu Aufklärungsmitteln Ballon, Flieger, V-Mann.
Aufschlagzünder
empfindliche AZ mit Detonation bei erster Bodenberührung, Kopfzünder ohne Verzögerung (o.V.), und mit Verzögerung (m.V.) zur Durchschlags-, Minen- und Abprallerwirkung, Bodenzünder o. und m.V.
Ausbläser
versagende Granate ohne Zerlegung in Splitter

B


Ballistik
Lehre vom Schießen, "ballistische Leistung": Gesamtleistung eines Geschützes, Luftdichte, Wind, Temperatur sind Werte der "Ballistischen Wttermeldung" (BWE), berechnet vom Rechentrupp der Batterie, AVT der Abteilung und Wetterzug des Regiments
Batterie
Führungs- und Personaleinheit mit 4-6 Geschützen, fachlich geleitet vom Batterietrupp, Feuerauslösung durch die Geschütz-Staffel und Führung des Batterieoffiziers.
Beobachtung
durch Haupt-Beobachtungsstelle mit Batteriechef und Batterietrupp und Vorgeschobene Beobachter (VB) für nichteingesehene Räume oder gefährdete Abschnitte.
Blenden
taktischer Begriff für Ausschalten feindlicher Beobachter durch nebel.
Blindgänger
nicht detonierte abgeschossene Artillerie-Granate.

D


Doppelzünder
zusätzlich zum Aufschlagzünder eingebauter Uhrwerk- oder Brennzünder zur Detonation der granate vor dem Ende der Flugbahn.
Drall
Rechtsdrall zur Stabilisierung des Geschosses im Flug zwecks verbesserter Treffgenauigkeit, bei Granaten durch Züge und Führungsringe, bei Wurfkörpern durch Düsen.
Durchschlag
bei Sprengstücken abhängig von Geschwindigkeit, Größe, Form, bei Granaten mit Auftreffwinkel, von Form und Widerstandskraft der Granate, Zielbeschaffenheit, Verzögerungsdauer des Zünders.

E


Einschießen
Ermittlung der Entfernung und Seite zum Ziel durch Augenbeobachtung oder Aufklärungsmittel mit enger oder grober Gabel, sowie Reihe, meist durch ein Geschütz, auch auf Einschieß- und Vergleichsziele
Einzelgeschütz
zum Einschießen eine Batterie oder Abteilung, auch vorgezogen in Notfällen zur Punktziel-Bekämpfung im indirekten Richten gegen Bunker, Kampfstände, Panzer.
Erhöhung
laut Feuerkommando des Batterieoffiziers vom Richtkanonier an der Aufsatztrommel in Meter, Grad oder Strich einzustellen entsprechend Schussentfernung

F


Fehlzerspringer
fehlerhafte Zerlegung der Granate (schwacher Knall, Verfärbung der Rauchwolke), im Rohr als Rohrzerspringer lebensgefährlich, vorzeitig in der Luft als Frühzerspringer sehr gefährlich.
Festlegung
nah durch Festlegestreifen mit Stricheinteilung, weit durch Festlegelatten in Richtung auf Festlegepunkte oder Festpunkte zur Kontrolle der seitlichen Grundrichtung, nachts beleuchtet.
Feuerarten
geschützweise, Gruppe, Salve, Lage und Feuerüberfall mit Streuen nach Länge und Seite.
Feuerauftrag
taktischer Befehl zur Feuereröffnung auf lohnende Ziele.
Feuerbefehl
Auslösen des Feuers.
Feuerbegriffe
für Schieß- und Gefechtsaufträge, Niederhalten, Niederkämpfen, Blenden.
Feuerbereitschaft
Wirkungsbereitschaft stets zu möglichst frühem Zeitpunkt in Erwartung eines Feuerkommandos oder, falls befohlen, Meldung nach erteiltem Feuerkommando.
Feuerformen
für Feueranforderung und Befehlserteilung als Störungsfeuer, Zerstörungsfeuer, Not- oder Sperrfeuer.
Feuergeschwindigkeit
auch Schussfolge oder Kadenz mit Schusszahl je Geschütz pro Minute oder Stunde, abhängig von eingespielter Bedienung und ihrem Engagement, Ladevorgang und Art der Abfeuerung, je Geschützart verschieden.
Feuerkommando
in festem Wortlaut mit Ladung, Geschossart, Einzelgeschütz oder ganze Batterie, Seite von Grundrichtung, Entfernung, Munitionseinsatz, Art der Ausführung.
Feuerleitung
durch räumlich und zeitlich scharf zusammengefasstes Feuer unter Beobachtung im Abt,. oder Rgt.-Verband zur Erringung der Feuerüberlegenheit nach Beobachtungsstreifen oder Zielpunkten
Feuerplan
Ergebnis der Vereinbarungen zwischen Truppenführern und Artillerie für Feuereröffnung, Zusammenwirken, Unterstützen, Dauer, Pausen, Feuergeschwindigkeit, Feuerverteilung und Feuerverlegung.
Feuerschlag
auch Feuerzusammenfassung als schlagartig zeitlich und räumlich konzentriertes Feuer mehrerer Batterien oder Abtelungen auf einen Zielraum.
Feuerstellung
Stellungsraum der Geschütze mit Sicherung, Deckung, Nahverteidigung und Unterkünften der Bedienungen.
Feuerwalze
dem Angriff der Infanterie und dem gelände angepasstes, automatische voranlaufendes Vorbereitungsfeuer nach Plan (Schießpläne, Zeittabellen), im Ersten Weltkrieg von Bruchmüller entwickelt.

G


Gefechtsstand
ab Abteilung aufwärts zur Feuerleitung des Verbands mit möglichstem Einblick in den Wirkungsstreifen.
Geschossgewicht
beeinflusst Ladevorgang und Schussweite sowie Transport und Nachschub, Anteil der Sprengstoff-Füllung entscheidend für die Wirkung.
Grundrichtung
allgemeine Schussrichtung der batterie in der MItte des befohlenen Wirkungsbereiches, meist nach festpunkt oder Gitter-Nord der Karte, zur Messung der jeweiligen Seitenrichtung mit "mehr" oder "weniger", immer bezogen auf das grundgeschütz (2. oder 3.) in der MItte der Feuerstellung, zugleich Nullpunkt der Vermessungs- und Kommando-Unterlagen.

H


Haubitze
leichte 10,5 cm, schwere 15 cm mit biegsamerer Flugbahn als die Kanone.
Heeresartillerie
motorisierte Artillerieverbände verschiedener Kaliber zur Verstärkung, Schwerpunktbildung, Artilleriebekämpfung, Sonderaufgaben oder Ersatz, ab Herbst 1944 vielfach in Brigaden zusammengefasst.

I


Instellunggehen
zwischen Marsch und Feuerbereitschaft, Hineinführen der Geschütze in erkundetem, möglichst vermessenen und vorbereiteten Stellungsraum.

K


Kaliber
eigentlich Angabe des Geschossgewichts, später Durchmesser der Rohrmündung, oft Angabe der Rohrlänge in Kalibern z.B. L/45 (Kaliber-Einheiten).
Kanone
Standardname für Geschütz, speziell weittragendes Geschütz mit langem Rohr, hoher Anfangsgeschwindigkeit, gestreckter Flugbahn, großer Durchschlagskraft, z.B. leichte Feldkanone 7,5 cm, sFK 15 cm, schwere Kanonen wzischen 17 cm und 24 cm, Eisenbahn-Kanonen als schweres Flachfeuer.
Kartusche
Metall- oder Papphüsle mit den Treibladungen für das Geschoss, angesetzt im Bodenstück des Rohres.

L


Ladung
gekennzeichnete Teile der Treibladung in der Kartusche, deren Wahl die Schussweite, die Krümmung, der Flugbahn wie den Abschusskanal bestimmt.
Lafette
gesamter Unterbau des Geschützes als Ober- und Unterlafette, konstruiert bei Feldgeschützen als Kasten-, Spreiz- oder Kreuzlafette, ortfest als Pivot-Lafette.
Lähmen
im Krieg verwendeter, im Frieden nicht offizieller taktischer Begriff
Leichtgeschütz
rückstossfreie Sonderentwicklung 7,5 cm und 10,5 cm für normale Granaten, eingesetzt bei der Fallschirmtruppe und in unwegsamem Gelände.
Libelle
am Richtaufsatz zur Ausschaltung des Geländewinkels, der Grundstufe und der Staffelung sowie zum Anheben der Flugbahn.
Lichtmess
Anschneiden des Mündungsfeuers feindlicher Geschütze durch Messstellen zu Standortbestimmung, ergänzt durch Schallmessung.

M


Mörser
Steilfeuergeschütz, wirksam gegen Deckungen und Befestigungen
Mündungsbremse
1942 zur Verbesserung der Schussweiten bei leichten Kalibern eingeführt.
Munitionstaffel
in der Batterie, las Kolonne bei der Division.

P


Planschießen
gegen nicht beobachtbare Ziele, für die eine Einschießhilfe nicht möglichst ist, aber die Überraschung gewahrt werden muss, anhand von sicheren Schießgrundlagen.
Protzenstellung
Platz der Protzen-Zugmittel, abgesetzt von der Feuerstellung der Geschützstaffel, unter Führung des Hauptwachtmeisters.

R


Rechentrupp
durch Batterieführer auf der Rechenstelle eingesetzt zur Arbeit am Schießplan und Feuerleitung sowie zum Errechnen der BWE mit Rechenzettel oder Artillerie-Rechenschieber.
Richtkanonier
als K1 wichtigster Mann der Geschützbedienung zum Einrichten in Entferung und Seite, dazu stellvertretender Geschützführer.
Richtkreis
Fernrohr mit Gestell auf einem Horizontal-Messkreis mit 6.400 Strich und Magnetnadel zum Einrichten der Batterie, als R I für die B-Stelle, als R II für die Feuerstellung wichtige Unteroffiziers-Funktion.
Richtmittel
für direktes und indirektes Richten, Rundblickfernrohr, Richtglas als Behelf, Richtkreis, Scherenfernrohr.
Richtverfahren
bei gut sichtbarem Ziel direkt, sonst indirekt im Gleichaufverfahren, Richtpunktverfahren, Nadelverfahren zur Übertragung der Seitenrichtung auf die Geschütze.
Rohr
beim geschütz aus Mantel- und Seelen-Rohr mit Zügen und Feldern, Bodenstück und Verschluss, früher gegossen und geschmiedet, heute gezogen und gebohrt, gelagert in der Rohrwiege, gesichert von Rohrbremse, Rücklaufbremse und Vorholer, von unterschiedlicher Lebensdauer je nach Schussbelastung, bei großem Gewicht auf gesondertem Rohrwagen.
Rufbatterie
der Abteilungs-Beobachtungs-Stelle oder Abteilungs-Gefechtsstand nächstgelegene Batterie für rasche Feuerverlegung.

S


Satzvorlage
zur Dämpfung des Mündungsfeuers bei Nacht, eingelegt in die Kartusche.
Schießgrundlagen
je nach Karte und Vermessung sicher oder unsicher, in Notfällen selbst erschossen als Eigenvermessung, in der Regel 1:100000, heute 1:50000.
Schusstafel
Sammlung aller technischen Angaben für eine bestimmte Geschützart.
Selbstfahrlafette
Übergang vom Kraftzug zum Gleisketten-Fahrgestell, ab 1942 mit doppelter Anfälligkeit verbunden.
Splitterwirkung
möglichst kleine ZErlegung der granate, weit nach beiden seiten, nach vorn, nicht nach hinten.
Sprengpunkt
durch Anheben der Flugbahn (Libelle) oder Verschieben der brenndauer des Zünders auf der Flugbahn (Doppelzünder) als Einschießen, zum Auffinden der Detonation und in Sonderfällen als Wirkungsschießen.
Stellungswechsel
Schwächemoment der Artillerie, nur in geplante, befohlene, erkundete, möglichst vorbereitete und vermessene Feuerstellungen.
Streuen
absichtliche Feuerverlegung nach Entfernung und Seite zur Ziel-Deckung im Gegensatz zur Treffergenauigkeit des Geschützes, abhängig vom Geländwinkel und Rohrverschleiß.
Sturmgeschütz
auch als Sturmhaubitze, ab 1940/41 als gepanzerte Infanterie-Begleitartillerie entwickelt, oft vorgezogene Einzelgeschütze fälschlich so bezeichnet.

T


Tornister-Funkgerät
b oder d für VB oder als überlagernde Nachrichtenverbindung mit Trockenbatterien und Nass-Sammler, auch bei starkem Frost, in Sende- und Empfangskasten und Zubehör-Kasten auf dem Rücken getragen.

V


Vermessung
durch Truppen-Vermessungs-Einheiten oder Vermessungstruppen: Vermessungs-Batterie der beobachtungs-Abteilung und Vermessungs-Abteilung der Armee.
Verschluss
Abschuss des Ladungsraumes des Geschützes durch Schraub-, Gleit- odeer Schubkurbel-Verschluss mit hand, halb- oder vollautomatisch /nur bei Patronen-Munition).
Vorgeschobener Beobachter
meist VB genannt, junger Offizier oder erfahrener Wachtmeister als begleitender Schießender bei der Infanterie, panzern, Aufklärungs-Abteilung oder Voraus-Abteilung zu früher Artillerie-Unterstützung der Angriffstruppe.

W


Wanderbatterie
zu Täuschung über eigene Kräfte und Abwehr feindlicher Aufklärung.
Wechselstellung
stets mit vorzusehen als Ausweich-Feuerstellung wie auch zur Täuschung.
Werfer
meist Raketenwerfer, ab 1940 vorhanden, ab 1941 in breiten Fronteinsatz, überschwere Granatwerfer ab 12 cm nicht entwickelt, sondern von den Russen übernommen.
Winkelgruppe
Kanonen und Haubitzen in der unteren (bis 45°), Mörser auch in der oberen (über 45°).
Wirkungschießen
gegen Punktziele fortgesetztes Reihenschießen, sonst Flächenschießen auf wirksame Entfernungen.

Z


Ziele
nur "lohnende" undSoner-Ziele, in Zielpunktkarte mit Zifferngruppe der Führungsebenen eingetragen.

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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 14. Dezember 2009 um 19:54 Uhr
 

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