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| Feldartillerie |
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Eine Infanterie-Division verfügte über ein Artillerie-Regiment, welches aus 3 Abteilungen bestand. Jede dieser Abteilungen verfügte über 3 Batterien. Eine Batterie setzte sich wie folgt zusammen:
Erkundung und AufstellungAls Auge der Artillerie galt der Vorgeschobene Beobachter, der sich auf der B-Stelle (Batterie-Beobachtungs-Stelle) befand. Die Erkundung der B-Stelle wurde meist vom Batteriechef selbst durchgeführt. Für die Erkundung des Einsatzraumes war eine beherrschende Sicht über die HKL (Hauptkampflinie) und eine gute Tarnung wichtig. Der Batterieoffizier übernahm mit einem Zugführer die Erkundung der Feuerstellung, hierbei galten folgende Vorgaben: - 100-150 m breite und möglichst ebene Stellung - möglichst außerhalb der Feindsichtweite und in Hinterhanglage - unregelmäßig gestaffelte Aufstellung der Geschütze - freies Schussfeld von ca. 500m in Grundrichtung Weiters musste folgendes erkundet werden: - Nah-B-Stelle zur Bekämpfung durchgebrochener Feinde - Alarmstellung für die Nahverteidigung - Stellung der Fliegerabwehr - Lagerplatz für die Munition, dieser befand sich ca. 200 m hinter der Feuerstellung - Wechselfeuerstellung - Stellung des Arbeitsgeschützes, ca. 300 m von der Hauptfeuerstellung entfernt Für das spätere Einrichten der Geschütze wurde im Sichtbereich der Geschütze der Richtkreis aufgebaut. Die Position der einzelnen Geschütze wurde durch das Erkundungskommando mit Geschützflaggen markiert. Die Protzenstellung für das Abstellen der Zug- und Versorgungsfahrzeuge (-Pferde), den Batterietross und den Aufbau der Feldküche, erkundete der Hauptwachtmeister gemeinsam mit dem Munitionsstaffelführer. Gefechtsbereitschaft und der Vorgeschobene BeobachterNach dem die geeigneten Stellen erkundet wurden, begann der Fernsprechtrupp mit der Verkabelung zwischen der B-Stelle und der Batterie zum Gefechtsstand und zum Abteilungsgefechtsstand. Aus Tarnungsgründen herrschte bis zum Kampf meist Funkverbot. Der VB-Trupp setzte sich mit dem Führer der Kampftruppe in Verbindung und bezog seine B-Stelle. Danach wurde die Stellung getarnt, eine sog. Wirkungsbereitschaft hergestellt und eine Geländeorientierung vorgenommen. Zur Ausrüstung des VB gehörte eine Schießkarte, auf der er die markantesten Geländepunkte erfasste. Räume die nicht eingesehen werden konnten meldete er an die Abteilung. Zur Ausrüstung des VB gehörten folgene Gegenstände: - Schießkarte (1:25.000 oder 1:50.000) - Schießbesteck (metallener Schießhaken mit Winkelmesser in Strich und Entfernungslineal) - Fernglas mit Stricheinteilung, Scherenfernrohr und biokularer Entfernungsmesser - Kompass - Stoppuhr - Signalpistole - Feldfernsprecher mit Funkgerät - Handwaffen (MP, Karabiner, später Sturmgewehr 44 und Panzerfaust) Die Geschützstaffel bezog nun die erkundete Feuerstellung. An den markierten Positionen wurden die Geschütze nun "abgeprotzt" und im Mannschaftszug in Stellung gebracht. Die Geschützmannschaften richteten das Geschütz grob in Grundrichtung aus und die Ladekanoniere legen das Geschütz mit Erspornen fest. Die Richtkanoniere richten das Rohr dann mit einer Libelle (Wasserwaage) ebenerdig aus. Nach dem das Geschütz fertig ausgerichtet war, entluden die Munitionskanoniere die Munitionsprotzen ca. 10-20 m hinter dem Geschütz. Der Geschützführer unternahm eine Endkontrolle des Geschützes und meldete dann Wirkungsbereitschaft. Danach wurden Geschütz und Marschspuren getarnt. FeuerkampfDie Artillerie kämpfte nach einem sog. Feuerplan. Zu einem solchen Feuerplan gehörten folgende Gefechtsaufträge:
Ein Feuerbefehl enthielt folgende Angaben: - Beobachtungsrichtung (Sehstreifen) - Koordinaten (Planzeiger) - Zielbeschreibung - Munitionseinsatz und Munitionsart (Spreng-, Brand-, Nebelgranaten) - Zünderart (Aufschlag- oder Zeit-/Doppelzünder) - Feuerart (Einzelschuss, Feuerschlag oder Salve) Der VB konnte bei wichtigen Zielen auch eine Feuerzusammenfassung der Abteilung oder des Regiments anfordern. Munitions- und Zündereinsatz wählte der VB nach eigenem Ermessen. Zum Großteil wurde mit Aufschlagzündern geschossen und eher selten mit Zeitzündern. Gegen Bunker oder befestigte Ziele lies der VB oft Aufschlagzünder mit Zeitverzögerung einsetzen. Dies hieß, dass das Geschoss erst kurz nach dem Aufschlag explodierte. Durch sog. Abpraller (z.B. auf gefrorenen Boden) konnte damit verheerender Schaden, besonders bei ungepanzerten Zielen, angerichtet werden. In der Feuerstellung ermittelten die Rechner die Schussentfernung und -richtung und setzten diese mit Hilfe von Schusstafel und Barbara-Meldung als Feuerleitstelle in Feuerkommandos für die Geschütze um. Durch den Alarm "Feuerkommando" begaben sich nun die Kanoniere an die Geschütze, richteten das Geschütz entsprechend dem Feuerkommando aus, schraubten den befohlenen Zünder auf, luden Geschoss mit Kartusche und Treibladung und signalisierten die Feuerbereitschaft. Der VB in der B-Stelle kommandierte durch Rückwärtszählen das Abfeuern, maß mit der Stoppuhr die zeit bis zum errechneten Aufschlagszeitpunkt, ortete den Aufschlag und meldete erforderliche Korrekturen. Für eine große Wirkung einer Batterie war die eng abgestimmte Zusammenarbeit aller Teileinheiten einer Batterie nötig: - Genaue Zielortung und sichere Korrekturen durch den VB - Exakte Vermessung der Feuerstellung durch das Erkundungskommando - Korrekte Berechnung von Erhöhung und Seitenrichtung unter Einbeziehung der allistischen Einflüsse mittels Wettermeldung und Schusstafel durch die Feuerleitrechner - Präzise Einrichtung der Geschütze durch die Kanoniere Von entscheidender Bedeutung war auch die Fernmeldeverbindung. Riss eine Verbindung ab, wurden sog. Störungssucher ausgesandt. Diese, bestehnd aus Fernsprechsoldaten, mussten auch bei heftigstem Feindfeuer die defekten Kabel ausfindig machen und reparieren. Die Feuerstellungen der Artillerie bildeten oftmals die letzte Auffangstellung bei Feindeinbrüchen. Hiebei eröffneten die Batterien den Feuerkampf direkt gegen feindliche Infanterie (Sprenggeschosse) oder feindliche Panzer (Hohlladungsgeschosse). War ein Kampf auf kürzeste Entfernung nicht mehr möglich, verteidigten die Kanoniere mit MG, Mpi, Karabinern oder Panzerfaust ihre Stellung. Kommentare (0)
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| Zuletzt aktualisiert am Montag, den 21. September 2009 um 18:27 Uhr |