Das Infanteriebataillon (Inf.Btl.) stellte die kleinste taktische Kampfeinheit dar. Das Bataillon (Btl.) hatte eine Stärke von 1 Kommandeur, 13 Offizieren, 1 beamten und 846 Unteroffizieren und Mannschaften, dazu 131 Pferde. Das Bataillon umfasste: - Bataillonsstab mit Unterstab - Nachrichtenstaffel - Infanteriepionierzug - 3 Schützenkompanien - 1 Maschinengewehrkompanie - Gefechtstross - Verpflegungstross I - Verpflegungstross II - Gepäcktross Zum Stab gehörten: Bataillonskommandeur (erst noch ein Oberstleutnant oder major, später vielfach ein hauptmann), Adjutant, ordonnanzoffizier, Btl.Arzt, Btl.Veterinär. Der Btl.Kommandeur war der verantwortliche Führer des gesamten Bataillons in allen Bereichen und Belangen. Er hatte nach den ihm von vorgesetzten Stellen erteilten Befehlen und Weisungen zu handeln und gab die entsprechenden Befehle für sein Bataillon. Im Kampf und Einsatz gliederte sich der Bataillonsstab in: - Führerstaffel mit Btl.Kommandeur, Ordonnanzoffizier, 2 Pferdehalter (alle beritten) und 2 Meldereiter, davon 1 mit Scherenfernrohr. Die Führerstaffel befand sich je nach Lage im Gelände oder auf dem Btl.Gefechtsstand.
- Bataillonsgefechtsstand mit Adjutant, 1 Gefechtsschreiber, 1 Zeichner. Der Adjutant war der gehilfe, Berater und auch Vertreter des Kommandeurs. Ersuchte den Gefechtsstand aus, sorgte dafür, dass die übrigen Teile des Btl.Stabes und Unterstabes vom Gefechtsstand etwas abgesetzt waren, nahm eingehende Meldungen entgegen, wertete sie aus und gab wichtige Meldungen an alle Teile der vorderen Linie weiter, nahm Verbindung mit linkem und rechtem Nachbarn auf, setzte die Nachrichtenstaffel ein, richtete die Btl.Beobachtungsstelle ein, kümmerte sich um die sofortige Ausführung gegebener Befehle durch Fernsprecher und Melder, führte die Lagekarte mit entsprechenden Einzeichnungen, arbeitete Befehle und Kampfpläne nach gegebenen Weisungen aus, schrieb in Stichworten Notizen zu späteren Ausarbeitungen für Gefechtsberichte und Kriegstagebuch, unterrichtete und besprach sich mit dem Kommandeur in allen wichtigen Dingen. Der Adjutant macht auch die täglichen Lagemeldungen an das Regiment, die normalerweise jeweils bis 19:00 Uhr fällig waren. Diese umfassten Feindverhalten, Tätigkeit der eigenen Truppen, besondere Geschehnisse des tages, Verluste, Munitionsverbracuh, Anforderungen, Sonstiges. Der Gefechtsschreiber schrieb diktierte Befehle und Anweisungen nieder, sorgte für Vervielfältigung und Verteilung, registrierte Befehle und meldungen und heftete je 1 Exemplar für Gefechtsberichte bzw. Kriegstagebuch ab. Der Zeichner fertigte je nach Bedarf Lageskizzen, Stellungsskizzen, gelände- und Ansichtsskizzen, Feueroläne usw. an.
- Der Ordonnanzoffizier war - soweit nicht bei der Führerstaffel - der Gehilfe des Adjutanten bzw. dessen Stellvertreter. Er führte den Unterstab, nahm Verbindung zu den schweren Waffen auf, wirkte als Meldeoffizier bei besonders wichtigen meldungen zu nachbareinheiten oder vorgesetzten Dienststellen und war für die Bewegungen der gefechtstrosse einschlieslich der Kompanien verantwortlich. Bei Verlegen des Gefechtsstandes blieb er solange am alten Platz, bis der neue Gefechtsstand arbeitsbereit war.
- Bataillonsbefehlsstelle mit Chef, Maschinengewehrkompanie (MGK), 2 Schreiber, Btl.Arzt, Btl.Veterinär, Artillerieverbindungsoffizier bzw. Artillerieverbindungskommando (AVko), Führer unterstellte oder zugeteilte Einheiten (z.B. Sturmgeschütze, Flak usw.). Der Chef der MGK führte nach dem Einsatz seiner schweren Infanteriewaffen die Befehlsstelle in Vertretung des Kommandeurs bzw. Adjutanten. Er sorgte für Unterbringung und Arbeitsmöglichkeiten der einzelnen Stabsangehörigen, sammelte und wertete alle Meldungen über Verluste an Soldaten, Tieren und Gerät, Kfz-Ausfälle, Verschuss und Bestand an Munition aus, stellte Versorgungsmeldungen und Ersatzanforderungen zusammen und war auch zuständig für die geistige Betreuung der Truppe und Feindpropaganda. Ein Schreiber stand ihm hierfür als Gehilfe zur Verfügung. Der Btl.Arzt war in seinen Bereichen verantwortlich für die Gesundheit der Truppe und ihre ärztliche Versorgung, soweit dies in seinen Möglichkeiten stand, und Weiterleitung bzw. Transport von kranken und Verwundeten zu hautpversandplätzen und Lazaretten. Im Einsatz richtete er den Truppenverbandspaltz des bataillons ein, in ruhigen zeiten Kranken sammelstellen und Krankenreviere. Ihm zur Seite standen 2 Sanitätsdienstgrade und im Bedarfsfall bis zu 8 Sanitätssoldaten aus den Kompanien sowie Hilfskrankenträger. Der Btl.Veterinär war zuständig für Gesundhaltung und Leistungsfähigkeit der Pferde, behandelte erkrankte Tiere, führte Pferdeapelle bei den Einheiten durch und sorgte bei einer größeren Anzahl kranker oder verletzter Tiere oder in schweren Fällen für Abschub in Pferdesammelstellen bzw. Pferdelazarett. In Zusammenarbeit mit dem Btl.Arzt war er durch Fleischbeschau usw. auch für die gesundheit der Truppe zuständig. Ein Schrieber diente beiden als Gehilfe und Schreibkraft. Arzt und Veterinär waren beritten und hatten je einen Pferdepfleger zu Fuss. Der Artillerieverbindungsoffizier hielt die Verbindung zu seiner, dem Bataillon unterstellten oder zugeteilten Artillerie-Einheit, machte Vorschläge für den artilleristischen Einsatz, berücksichtigte entsprechende Wünsche des Btl.Kommandeurs, sorgte für gute und schnelle Verbindung zu seiner Einheit, wirkte bei Feuerplänen mit usw.
- Bataillons-Unterstab mit Führer (meist einem Feldwebel) mit Fahrrad, 1 Btl.Hornist, Meldestaffel (6 Radfahrer, 2 Fahrer mit S-Krad, 2 fahrer mit B-Krad) und 1 Fahrer mit Kommandeurs-Pkw. Der Unterstabführer war verantwortlich für den Auf- und Abbau von Btl.Gefechtsstand und Befehlsstelle, Ausschilderung, gedeckte An- und Abfahrtswege, Tarnung und Deckungen im Stabsbereich, örtliche Sicherung, Luftbeobachtung, Fliegeralarm bei Feindflugzeugen, Kenntlichmachung bei eigenen Flugzeugen (dazu waren vorhanden 1 Satz = 4 Stück große Fliegertücher) und Einteilung und Organisation der Melder und Fahrer.
- Pferdestaffel: Diese umfasste alle Reitpferde des Stabes mit Pferdehaltern und- pflegern.
Obwohl Btl.Gefechtsstand, Btl.Befehlsstelle und Unterstab etwas abgesetzt voneinander waren, befanden sie sich doch innerhalb Rufweite und bildeten eine Einheit. Diese Gliederung eines Btl.Stabes, wie sie noch in der ersten zeit des Ostfeldzuges bestand, erwies sich bald als viel zu aufwendig an Soldaten und Pferden und verlangte bei immer dringender werdender Personallage eine Reduzierung. Nachrichtenstaffel - Führer (Feldwebel) - 2 kleine Fernsprechtrupps a, Stärke je Trupp 1 Unteroffizier und 3 Mann, für zwei Fernsprechleitungen, auserdem 2 kleine Blinkgeräte für eine Blinkverbindung - 4 Tornisterfunktrupps d mit 12 Mann und 4 Geräten für 2 Funkverbindungen im Linienverkehr, 3 Verbindungen im Sternverkehr - 1 zweispänniger Nachrichtengerätewagen mit Fahrer vom Bock, beladen mit 8 km leichtem Feldkabel, 2km schwerem Feldkabel, - 6 Feldfernsprechern, 1 Klappschrank, Funkgeräte, Werkzeug und Gepäck. Aufgabe des Btl.nachrichtenzuges war es, Verbindungen zu den Komapnien herzustellen, zu zugeteilten schweren Waffen und jeweils zum rechten Nachbar-Bataillon. Weitere Verbindungen innerhalb des Bataillons erfolgten durch Rad- und Krad-Melder, Blinkgeräte, Winkerflaggen und Winkerstäbe wurden, da zu umständlich und oftmals missverständlich, schon bald nach Kriegsbeginn nicht mehr verwendet. Infanteriepionierzug Dieser trat nur bei bedarf zur Lösung pioniertechnischer Aufgaben einfacher Art zusammen. Die Schützenkompanien stellten hierzu im INfanterie-Pionierdienst besonders geschulte Soldaten ab. Dieser Zug wurde späterer Kriegszeit meist als letzte Reserve des Btl.Kommandeurs eingesetzt. 3 Schützenkompanien 1 Maschinengewehrkompanie Gefechtstroß mit: 1 Unteroffizier, zugleich Früher 1 Futtermeister, beritten 1 Waffenmeister mit Fahrrad 1 Waffenmeistergehilfe 1 Beschlagschmied (früher Fahnenschmied genannt) 1 beschlagschmiedgehilfe 1 Gasschutz-Unteroffizier 1 Sanitäts-Unteroffizier mit B-Krad 2 Feldköchen 2 Gehilfen 1 Waffebmeisterwagen 1 Wagen mit Feldschmiede und gerät 1 Schanzzeugwagen 1 Sanitätsgerätewagen 1 kleine Feldküche 1 Futterwagen Verpflegungstroß I mit; 1 Hauptfeldwebel mit 1 Btl.Schreiber udn Btl. Schreibstube 1 Feldwebel als Btl.Fournier mit fahrrad 2 zweispännige Fahrzeugen. Verpflegunsgtroß II mit: 1 Zahlmeister 1 verpflegungsunteroffizier 1 Fahrer mit B-Krad 2 Lkw 3 t mit Fahrer und Beifahrer Gepäcktroß mit: 1 Unteroffizier als Führer mit S-Krad 1 Lkw 3 t mit Fahrer und Handwerker
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