Nachrichtenabteilung
Die Nachrichtenabteilung (teilmot.) mit zitronengelber Waffenfarbe hatte zur Hauptaufgabe, innerhalb der Division durch Nachrichtenmittel zwischen Divisionsführung und den verschiedenen größeren Truppeneinheiten Draht- und Funkverbindungen herzustellen und zu unterhalten und dadurch für rasche Befehls- und Meldeverhältnisse zu sorgen. Dazu war ein möglichst lückenloses Nachrichtennetz auf- und falls erforderlich, auch wieder abzubauen. Nach Möglichkeit wurden (besonders in der Verteidigung), die Nachrichtenverbindungen Fernsprech und Funk überlagert, also doppelt geführt.
Die Nachrichtenabteilung hatte eine Gesamtstärke von 474 Offizieren, Unteroffizieren udn Mannschaften, dazu 103 mot.Fahrzeuge, 32 Kräder, 7 bespannte Fahrzeuge und 52 Pferde. Die Bewaffnung bestand neben Pistolen und Gewehren noch aus 17 leichten MG.
WIe auch bei den Infanteriewaffen und den Geschützen der Artillerie waren die meisten Nachrichtengeräte schon vor 1939 in Betrieb genommen worden, so dass die Entwicklung zu Beginn des Krieges bereits weitgehend abgeschlossen war. Einzelne neue Geräte bzw. Verbesserungen kamen später noch hinzu.
Die Abteilung bestand aus
  • Abteilungsstab
  • 1 Fernsprechkompanie (teilmot.)
  • 1 Funkkompanie (vollmot.)
  • 1 leichte Nachrichtenkolonne (vollmot.)
Zum Abteilungsstab gehörten:
Kommandeur, Adjutant, Leiter des Nachrichtenbetriebes (LdN), Technischer Inspekteur, Führer der Kfz.-Instandsetzungsstaffel, Truppenarzt und Zahlmeister (zugleich Verpflegungsoffizier).

Die Fernsprechkompanie hatte eine Stärke von 5/40/190. Sie gliederte sich in: Kompanietrupp, 5 Fernsprechzüge, Gefechts-, Verpflegungs- und Gepäcktroß.
In den Zügen befanden sich
- 11 große Fernsprechtrupps (mot.) mit je 1/6
- 6 große Fernsprechtrupps (bespannt) mit je 1/8
- 3 mittlere Fernsprechbetriebstrupps (mot.) mit je 2/6
- 2 kleine Fernsprechtrupps (mot.) mit je 1/3
dazu 22 Satz Anschlater für Fernfeldkabel und 2 Satz Flusskabel.

Die Funkkompanie gliederte sich bei einer Stärke von 5/41/197 in:
Kompanietrupp, 4 Züge, Gefechts-, Verpflegungs- und Gepäcktroß. In den Zügen waren vorhanden:
- 3 mittlere Funktrupps b (mot.) mit 100 Watt-Sender, Stärke je 2/6 auf Kfz 61
- 2 kleine Funktrupps c (mot.) mit 30 Watt-Sender, Stärke je 1/2 auf Kfz 17
- 8 kleine Funktrupps a (mot.) mit 5 Watt-Snder, Stärke 1/6 auf Kfz 15 oder 17
- 4 Tornister-Funktrupps b (mot.) mit 5 Watt-Sender, Stärke je 1/4 auf Kfz 2 oder 15
- 4 Tornister-Funktrupps d (mot.) mit 3 Watt-Sender, Stärke je 1/2 auf Kfz 2 oder 15
- 3 Horch- und 1 Lauschtrupp (Nachr.Aufklärungszug)
- 1 Schlüsseltrupp

Die leichte Nachrichtenkolonne bestand aus:
1 Pkw für den Führer, 1 Lkw für Fernsprech-Betriebsgerät und Funkgeräte, 1 Lkw für Fernsprechbaugerät und Feldkabel, 1Lkw mit Werkstatt-Fahrzeug, 1 Lkw für sonstiges Gerät und Anhänger mit Ladesatz D (Sammler), 1 Lkw mit Betriebsstoff.
Die leichte nachrichtenkolonne war eine Einheit, die nicht nur die Versorgung der beiden eigenen Kompanien sondern auch die der Truppen-Nachrichteneinheiten in der Division zur Aufgabe hatte.

Die Soldaten der Nachrichtenabteilung waren nur leicht zur Selbstverteidigung bewaffnet, sie kämpften normalerweise nicht mit der Waffe in der hand. Ihre Aufgaben hießen: schneller und zweckmäsiger Einsatz ihrer Nachrichtenmittel, die für ein wendiges Führen, enges Zusammenwirken aller Teile und Austauschen von befehlen und Meldungen unerlässlich waren. Die großen Erfolge der ersten Kriegsjahre beruhten nicht zuletzt auf der sicheren Führung auch kleiner Truppeneinheiten durch Fernsprech- und Funkverbindungen. Ebenso leistete der Nachr.Aufklärungszug durch Überwachen und Entschlüsseln des feindlichen Funkverkehrs wertvolle Dienste und konnte den Divisionskommandeur oftmals über Lage und Absichten des Gegners unterrichten.
Auch in den späteren, immer härter werdenden Kriegsjahre leisteten die Nachrichtensoldaten unter den schwierigsten Bedingungen, bei schlechtesten Wetter- und Geländeverhältnissen und nicht selten im Feindfeuer ihre für den kampf der ganzen Division wichtige Tätigkeit.
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