Pionierbataillon
Sie trugen schwarze Waffenfarbe, und zum Unterschied von den Infanteriepionieren wurden sie deshalb allgemein nur "Schwarze Pioniere" genannt. Die Männer des Pionierbataillons waren praktisch in der Division "Mädchen für alles" - Wegbereiter, Bahnbrecher, Arbeiter, Techniker und Kämpfer, Pioniere bildeten eine Truppe, die aufgrund ihrer Ausbildung, Kenntnis, Ausstattung an Werkzeugen, Gerät und Kampfmitteln in der Lage waren, anderen Teilen der Division zu helfen und diese zu unterstützen, wann, wo und wie immer dies notwendig war.
Zu ihren Hauptaufgaben gehörten:
  • Im Vormarsch: Die Bewegungen der eigenen Truppe zu fördern, ja oft erst möglich zu machen und dabei künstliche und natürliche Hindernisse wie z.B. vom Feind angelegte Sperren (Baumsperren, Minen, Sprengtrichter usw.) rasch zu überwinden und natürliche Hindernisse (z.B. schlechte Wegstrecken, Sümpfe, verschlammtes Gelände usw.) begeh- und befahrbar zu machen.
  • Übergang über Gewässer, Flüsse und Ströme: Übersetzen von Truppenteilen mit Schlauch- und Strumbooten und Fähren sowie Bau von Kriegs- und Behelfsbrücken und Wiederherstellen zerstörter Brücken.
  • Im Angriff: Beim Sturm gegen stark befestigte Stellungen, Bunkerlinien und Festungswerke: Sprengen von Gassen in Drahtverhaue, Schaffen von Minengassen, Beseitigen von Sperren usw. Als Stoßtrupps eingesetzt: Anbringen von Kampfmitteln an Schießscharten und Waffen, Sprengen und Ausräuchern mit Flammenwerfern von Stützpunkten, Bunkern und Befestigungen.
  • In der Verteidigung: Stellungsbauten aller Art wie Gräben, Unterstände, Deckungen, Anlegen von Hindernissen wie Drahtsperren, Stacheldrahtverhauen, Minenriegeln und -feldern mit Panzer- und Schützenminen, Stolperdrähten mit Ladungen, Maskieren und Tarnen vom Feind eingesehener Wege und Geländeteile, Schaffen von Schussfeld usw.
  • Auf dem Rückzug: Hemmen und Verlangsamen des feindlichen Nachfolgens durch Verminen und Sperren von Strassen und Wegen, Sprengen von Brücken, Übergängen und Kunstbauten, Zerstören bzw. Unterbrechung von Verkehrslinien usw.
  • Und nich zuletzt in den späteren Kriegsjahren oftmals als reine Kampftruppe gleich den Infanterieeinheiten.

Das Pionierbataillon (teil-mot.) gliederte sich in:
- Bataillons-Stab
- Nachrichtenzug (mot.)
- 1. und 2. Pionierkompanie (bespannt)
- 3. Pionierkompanie (mot.)
- Brückenkolonne B (mot.)
- leichte Pionierkolonne (bespannt)
Die Gesamtstärke betrug 17 Offiziere, 1 Beamter, 60 Unteroffiziere, 442 Pioniere, 14 Reitpferde, 38 Zugpferde, 19 Bespannungsfahrzeuge, 9 Pkw, 24 Kräder und 38 Lkw (ohne Brückenkolonne und leichte Pionierkolonne)

Einzelgliederung
  • Btl.Stab mit Btl.Kommandeur, offizier z.b.V., Adjutant, Verpflegungsoffizier, Arzt, Hilfsarzt, Veterinär und Stabspersonal, insgesamt 36 Offiziere udn Soldaten
  • Nachrichtenzug in Stärke von 1 Offizier, 4 Unteroffizieren und 27 Mann
  • Bataillonsmusik mit 1 Musikmeister und 27 Musikern. Als einziges Bataillon in der Division verfügte das Pionierbataillon über eine eigene Musik. Verwendung der Musiker im Feld als Hilfssanitätspersonal.
  • 1. und 2. Pionierkompanie mit einer Gesamtstärke von je 4 Offizieren und 187 Mann mit 4 Reitpferden, 16 Zugpferden, 8 bespannten Fahrzeugen, 1 Pkw, 5 Lkw, 5 Kräder
     Je Kompanie:
     - Kompanietrupp, Stärke 1/7 mit 2 Reitpferden, 1 Pkw, 2 Kräder
     - 3 Züge mit je 52 Pionieren, geglidert in Zugtrupp 1/5, 3 Gruppen mit je 1/14 (Bewaffnung: 9 lMG, 3 Flammenwerfer, 3 Panzerbüchsen), dazu 1 zweispänniger Feldwagen
     - Munitions- und Maschinentrupp mit 14 Mann und 3 mittleren Lkw, davon 2 mit Anhänger
     - Gefechtstroß mit 3 zweispännigen Feldwagen, 1 Feldküche, 2 fahrräder
     - Verpflegungstroß I und II mit 1 zweispännigen Feldwagen, 1 mittleren Lkw
     - Gepäcktroß mit 1 mittleren Lkw - Troß gesamt 15 Mann
  • 3. Pionierkompanie (mot.) mit 4 Offizieren und 194 Mann, 6 Pkw, 16 Gruppen-Lkw vom Typ henschel (die Mannschafts- und Gerätetransportmittel zugleich waren) und 7 Krädern, dazu die üblichen Trosse.
Austattung der 3 Pionierkompanien

Arbeitsgerät
- 9 große Drucklufterzeuger
- 20 Kraftsägen
- 6 Schneidbrenner
- 10 Handscheinwerfer
dazu Werkzeug aller Art wie Äxte, Hacken, Sägen usw., langes Schanzzeug wie Spaten, Schaufeln, Pickel sowie Schlegel, handrammen usw. Dazu gab es Sonderbekleidung wie wasserdichte, brusthohe Überziehmonturen, Lederhandschuhe und anderes mehr.

Sperrmittel
- 306 K-Rollen
- 100 S-Rollen
- 73 Stacheldrahtrollen
- 21 Rollen Blankdraht
ferner noch 1.550 Sandsäcke (leer) für den Stellungsbau. Die S-Rollen waren vorgefertigte Stacheldrahtrollen, die zusammengelegt waren, im Schnelleinsatz auseinandergezogen wurden und je eine Sperrbreite von 6 bis 8 Metern ergaben. Die K-Rollen waren ähnlich, bestanden jedoch aus blankem Draht.

Spreng- und Zündmittel
- 251 kg Pionier-Sprengmunition (-mittel)
- 23 Glühzündapparate
- 2.600 m Knallzündschnur
- 936 Nebelhandgranaten und Nebelkerzen

Minen
- 1.140 Stück T-Minen (Teller-Mine)
- 1.934 Stück S-Minen (Schützen-Mine)

Übersetzmittel
- 38 kleine Floßsäcke (Schlauchboote)
- 36 große Floßsäcke (Schlauchboote)

Flammenwerfer
- 3 Stück, Modell 35

Die leichte Pionierkolonne

Die leichte Pionierkolonne, geführt vom Kolonnenführer, bestand aus 3 Zügen mit je 3 zweispännigen Fahrzeugen. Sie war beladen mit Munition, Nahkampf- und Sprengmitteln, Minen, Schanz- und Werkzeugen und diente zum nachschub für Pioniergerät und - material und ebenso auch zur Instandsetzung.

Die Brückenkolonne B

Das "Schlagen" von Kriegsbrücken über größere Flüsse und Ströme durch Pioniere, besonders im Bewegungskrieg (vor allem bei den Vormärschen), wäre ohne die vollmotorisierten Brückenkolonnen mit ihrem beweglichen Kriegsbrückengerät B (azs dem Jahr 1934 stammend) nicht möglich gewesen.
Die in der Infanteriedivision vorhandene Brückenkolonne B bestand im Frieden nur aus Geräteeinheit und wurde erst mit Kriegsbeginn voll aufgestellt. Sie hatte nur eine geringe personelle Stärke von 2 Offizieren, 13 Unteroffizieren und 82 Mann (davon 39 Kraftfahrer). Ihr Personal war auch nicht zum Brückenbau bestimmt, sondern vor allem zum Transport, Pflege und Wartung des wertvollen Gerätes, gehörte also nicht zur kämpfenden Truppe.
Kriegsbrücken konnten nur mit dem Pionierbataillon der Division gebaut werden, dass dazu die nötigen kräfte abstellte.
Die Brückenkolonne B gliederte sich in
  • Gruppe Führer (1 Offizier, 5 Unteroffiziere und Mannschaften) mit 1 Pkw und 3 Krädern
  • 1. Pontonzug (1 Offizier, 35 Unteroffiziere und Mannschaften) mit 1 Pkw 1 Krad, 4 mittleren Halbketten-Zugkraftwagen (8 t) mit je einem angehängten zweiachsigen Pontonwagen (darauf 1 Halbpronton), 4 mittlere geländegängige Dreiachs-Lkw mit je einem angehängten zweiachsigen Prontonwagen (darauf 1 Halbpronton), 2 mittleren Lkw mit 2 angehängten Bockwagen, 2 mittleren Lkw mit 2 angehängten Uferbalkenwagen, 1 mittlerer Lkw mit einachsigem Anhänger für 1 Motorboot (M-Boot).
  • 2. Pontonzug (36 Unteroffiziere und Mannschaften) wie 1. Pontonzug, jedoch mit einem zweiachsigen Anhänger, darauf 6 Sturmboote.
  • Ergänzungszug (8 Mann) mit 1 B-Krad, 2 mittleren Lkw mit 2 angehängten Rampenwagen, 1 mittlerer Lkw mit einachsigem Fährseil-Anhänger. Auf den Zug-Lkw wurden Werkzeuge, Arbeitsgerät, Floßsäcke, Brückenbelag usw. mitgeführt.
  • Verpflegungs- und Gepäcktroß (1 Beamter, 15 Unteroffiziere und Mannschaften) mit 1 mot. Feldküche, 2 B-Kräder, 1 leichter Lkw, 1 Betriebsstoff-Lkw.
Die gesamte Großgeräteausstattung bestand aus
- 16 Halbprotons = 8 Ganzprotons
- 8 Böcken
- 2 Rampen
- 8 Uferbalken
- 8 Übergangsschienen 16 t
- 6 Sturmbooten
- 1 M-Boot
- 20 kleine Floßsäcke
- 24 große Floßsäcke
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