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In der Gebirgstruppe waren nahezu alle Waffengattungen des Heeres vertreten. Damit konnte eine Gebirgs-Division die gleichen Aufgaben wie die Infanterie- oder Jäger-Divisionen erfüllen. In ihr gab es somit die drei tragenden Waffengattungen: Gebirgsjäger. Gebirgsartillerie und Gebirgspioniere. Hinzu kamen unter anderem noch die Nachrichtentruppe. die Panzerjägertruppe, die Aufklärungstruppe und der Nachschub. Die Gebirgssoldaten dieser Waffengattungen mussten selbstverständlich den hohen körperlichen Anforderungen des Gebirgsdienstes gewachsen, mit den Besonderheiten des Gebirges vertraut, aber auch besser ausgerüstet sein, um ihre nicht selten besonders schwierigen Aufgaben erfüllen zu können. Die Gebirgstruppe der Wehrmacht trug die Uniform des deutschen Heeres. Sie bestand aus einer grauen Feldbluse oder einem gleichfarbigem Waffenrock und den dazugehörigen feldgrauen Hosen. Die Kragenspiegel, Biesen, Litzen, Ärmelpatten usw. der Gebirgsjager erschienen in der Waffenfarbe hellgrün. Die Gebirgsartillehsten hatten hochrote, die Gebirgspioniere schwarze und die Gebirgssoldaten der Nachrichtentruppe zitronengelbe Kragenspiegel und Ärmelpatten. Darüber hinaus zeichnete sich die Gebirgstruppe noch durch gewisse Attribute aus, die andere Truppengattungen nicht hatten - und zwar die Bergmütze mit dem metallenen Edelweiß-Abzeichen an der linken Mützenseite, nach der die Einheitsfeldmütze des Heeres 1943 gestaltet wurde; den Dienstanzug für Gebirgstruppen, der es ermöglichte, dass Kniebundhosen mit dicken, wollenen Socken und Bergstiefeln oder dass Skihosen mit Skischuhen oder auch Hosen, die unten mit Gamaschen über den Bergstiefeln zusammengebunden waren, getragen werden konnten; Windjacken für die Gebirgstruppe; Schneetarnbekleidung wie Schneehemden, Schneeanzüge und Schnee-Tarnüberzug; Schnee- und Tarnmasken sowie Bergschuhe, deren Sohlen mit Zugnägeln und eisernen Jägerstiften beschlagen waren.
Ein zweiseitig wendbarer Anorak mit Windhose hatte sich bestens bewährt. Nicht weniger bewährt hatten sich die Wehrmachtsbergschuhe. Als persönliche Ausrüstung des Gebirgssoldaten kamen noch die Bundhose, Wollhemden, Wärme- und Wetter- sowie Sonnen- und Regenschutz hinzu.1 Dennoch war die Gebirgsausrüstung alles in allem, um ein geflügeltes Wort des Generalobersten Eduard Dietl zu benutzen, "handwerksburschen-mäßig". Sie richtete sich im Allgemeinen nach den Funktionen, der Waffengattung, den Aufgaben und der Jahreszeit. Im Sommer war sie daher anders als im Winter zusammengestellt, im flachen Gelände nicht so differenziert wie im alpinen. So bestand die Ausrüstung der Gebirgssoldaten neben dem charakteristischen Bergrucksack aus Sonderbekleidung für den Sommer und den Winter. Neben den Laufbahnabzeichen des Heeres und den Sonderdienststellungs-Abzeichen für Soldaten, die eine bestimmte militärische Funktion inne- oder eine Spezialausbildung durchgemacht hatten, wie zum Beispiel die Feuerwerker, die Schirrmeister, die Hufbeschlag-Lehrmeister und andere mehr, gab es in der Gebirgstruppe noch drei Heeres-Leistungs-Abzeichen. Zu ihnen gehörten das Edelweiß-Abzeichen für die Bergführer und mit Einschränkungen das Skijäger-Abzeichen. Um eine Gebirgs-Division auf die volle Stärke zu bringen, wurde folgender Sollbestand angestrebt: An Gebirgssoldaten rund 14.000 Mann; 5.000 bis 6.000 Tiere, davon rund 1.500 Pferde, 4.300 Tragtiere und 550 Bergpferde, die meist auch als Tragtiere Verwendung fanden; an Fahrzeugen 1.400 Kfz (einschließlich Pkw und Kräder) sowie 660 bespannte Fahrzeuge; an Waffen 13.000 Gewehre, 2.200 Pistolen, 500 Maschinen-Gewehre, 416 leichte Maschinen-Gewehre, 66 leichte Granatwerfer, 75 Panzerbüchsen, 80 schwere Maschinen-Gewehre, 44 mittlere Granatwerfer, 16 leichte Infanterie-Geschüt ze, 4 schwere Infanterie-Geschütze, 39 Panzer-Abwehr-Kanonen, 12 leichte Flug-Abwehr-Kanonen, 24 leichte Gebirgs-Geschütze, 12 leichte Feld- bzw. Gebirgshaubitzen sowie 12 schwere Feldhaubitzen. Für die Gebirgsjäger richtete sich ihre Gebirgsausrüstung im Allgemeinen nach ihren jeweiligen Funktionen, ihren Aufgaben und der Jahreszeit. Im Sommer war sie daher logischerweise eine andere als im Winter; im flachen Gelände nicht so differenziert wie im hochalpinen.
Tarnhemden und Schneeanzüge entzogen die Truppe auf verschneiten Höhen oder in den eiserstarrten Regionen der gegnerischen Sicht. Die Schneebrillen waren zur Schonung der Augen und zur Vermeidung von Schneeblindheit notwendig. Der Kompass gehörte im Gebirge grundsätzlich zur Ausrüstung jeder selbstständigen Truppe; das Doppelfernrohr (Fernglas) zur Ausstattung eines jeden Führers. Der Bergrucksack und die Bergschuhe waren selbstverständliche Ausrüstungsgegenstände eines jeden Gebirgsjägers. Besonders wichtig war die hinreichende Ausstattung mit Kochkisten, Wasserfässern, Tragesätteln und Rückentragen. Von der Truppe wurden die Tragesättel, die Tragekörbe, Satteldecken, Hemmstricke und Ähnliches in selbst aufgebauten kleiner Betrieben behelfsmäßig hergestellt; doch konnten diese Aktivitäten eine planmäßig erfasste und durchgeführte Ausstattung nicht voll ersetzen. Der 1935 als Dienstgewehr eingeführte Karabiner 98k, leichter und kürzer als das Gewehr 98 aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, hat sich im Zweiter Weltkrieg als Standardwaffe auch der Gebirgsjäger hervorragend bewährt. Im Verlauf des Krieges erhielt die Gebirgstruppe außerdem verschiedene Beutegewehre und moderne Selbstlader, die aber den Repetierer K 98k nicht abzulösen vermochten. In nennenswerter Anzahl wurde das Selbstladegewehr G 43 und das Sturmgewehr 44 an die Truppe ausgegeben. Letzteres wurde richtungweisend für deutsche und sowjetische Konstruktionen der Nachkriegszeit. Den Gebirgskarabiner Gew 33/40, eine von den Tschechen übernommene Waffe, erhielt ab Herbst 1940 ein Großteil der Gebirgstruppe als Standardwaffe. Da die Lauflänge gegenüber dem Karabiner 98k mit 49 cm zu 60 cm (Gewehr 98: 74 cm) beträchtlich kürzer ausfiel, waren sowohl der Rückstoß als auch das Mündungsfeuer entsprechend kräftig. Die Ausstattung mit Zielfernrohr-Gewehren war für die Gebirgstruppe von großer Bedeutung. Sie erhielt verschiedene Scharfschützenausführungen des K 98k sowie anderer Gewehre, worunter das Gewehr 33/40 mit ZF 41 besonders zu nennen ist. Gerade die Gebirgstruppe brachte eine Reihe sehr erfolgreicher Scharfschützen hervor. Stellvertretend genannt sei hier der Tiroler Matthias Hetzenauer. Er war von 1943 bis Kriegsende an der Ostfront eingesetzt und gilt mit 345 bestätigten Abschüssen als erfolgreichster Scharfschütze des Zweiten Weltkriegs.
Das leichte Maschinen-Gewehr (lMG) 34 hat sich im Hochgebirge ebenso gut bewährt wie das robustere Maschinen-Gewehr (MG) 42. Sogar an den rau-en Gestaden des Eismeers traten kaum Hemmungen auf. Mit Hilfe einer Lafette konnte es als schweres Maschinen-Gewehr (s.MG), das einerseits eine bessere Trefferleistung und andererseits - dank der Tiefenstreueinrichtung der Lafette - eine bessere Streuwirkung bei der Bekämpfung von Weichzielen auf größere Entfernung erlaubte, eingesetzt werden. Als Nahkampfwaffen dienten den Gebirgsjägern die Armeepistolen P 08 und P 38 sowie die Maschinenpistolen (MP) 38 oder 40; Letztere eine auf Massenproduktion angelegte Weiterentwicklung der Erstgenannten. Ausgiebigen Gebrauch machten die in Lappland und an der Ostfront eingesetzten Gebirgsjäger auch von den robusten russischen Beute-Maschinenpistolen PPsH 41 mit ihren charakteristischen Trommelmagazinen für je 71 Patronen 762 mm x 25Tokarew. Zu den infanteristischen Nahkampfwaffen zählten auch die Stielhandgranaten 24, 39 und 42 sowie die Eihandgranate 39. Zur Bekämpfung gepanzerter Fahrzeuge setzte die Gebirgstruppe die üblichen Panzernahbekämpfungsmittel der Wehrmacht ein; etwa die Hafthohlladung 3 kg, die Tellerminen 35, 42 und 43 sowie natürlich die verschiedenen Ausführungen der Panzerfaust und die als "Panzerschreck" bezeichnete 8,8 cm Raketenpanzerbüchse. Die 2-cm-Flak 38 ließ sich zum Transport im gebirgigen, sumpfigen oder wegearmen Gebirge in acht Tragtierlasten zerlegen. Sie wurde u.a. auf den Hochpässen des Kaukasus und der Westalpen erfolgreich gegen feindliche Flieger eingesetzt. Als Sondergeschütz für Fallschirm- und Gebirgsjäger gelangte auch die leichtere und für den Fallschirmabwurf eingerichtete 2-cm-Gebirgsflak 38 in geringen Stückzahlen zur Truppe. Während der 14 kg schwere leichte 5-cm-Granatwerfer 36 zwar als Traglast keine Probleme bereitete, erwies sich seine Schussweite als zu kurz und seine Geschosswirkung als zu gering. Der 8-cm-Granatwerfer 34 (Gefechtsgewicht: Stahlrohr 62 kg, Leichtmetallrohr 57 kg) entsprach hingegen den Erwartungen der Gebirgstruppe. Dagegen hielt der Kurze 8-cm-Granatwerfer 42 ("Stummelwerfer", Gefechtsgewicht 26,5 kg) nicht das, was sie sich von ihm versprach. Grundsätzlich zeigten die verschossenen 81-mm-Mörsergranaten in schneebedecktem Gelände und auf den Gletschern zu wenig Wirkung, weshalb 1943 nach sowjetischem Vorbild der 12-cm-Granatwerfer 42 eingeführt, bzw. der in großen Stückzahlen erbeutete russische 12-cm-Granatwerfer 378(r) übernommen wurden. Der bisherige schwere 8-cm-Granatwerfer wurde daraufhin als mittlerer Granatwerfer bezeichnet.
Die Panzerabwehrkanonen erwiesen sich zu Beginn des Russlandfeldzuges als noch mangelhaft. So zeigte die 3,7-cm-Panzerabwehrkanone 35/36 mit herkömmlicher Munition auf die mittleren und größeren sowjetischen Panzer keine Wirkung. Oft wurden daher die Geschütze und Bedienungen überrollt. Erst die Einführung der Stielgranate 41 mit Hohlladungsgefechtskopf für die 3,7-cm-Pak, die Einführung der 5-cm-Panzerabwehrkanone 38 und später der wirkungsvollen 7,5-cm-Panzerabwehrkanone 40 sorgte hier für Abhilfe. Das in den schweren Kompanien und Zügen mitgeführte leichte (Gebirgs-)lnfanterie-Geschütz 18 eignete sich besonders gut zum Schießen in der oberen Winkelgruppe zur Bekämpfung von Zielen hinter Deckungen und hatte auf Grund seines Kalibers 10,5 cm auch eine große moralische Wirkung. Die Truppe erhielt darüber hinaus eine ganze Anzahl verschiedener Gebirgsgeschütze - vom 7,5-cm-Gebirgsgeschütz 36 bis zur 10,5 cm leichten Gebirgshaubitze 322(f), deren Vorstellung den gegebenen Rahmen sprengen würde.3
Der Ausstattung mit Munition kam eine besondere Bedeutung zu. Denn hier galt der Grundsatz, dass ein Werfer, Geschütz und Gewehr nur so viel Kampfkraft besitzt, wie Munition zur Verfügung steht. Man legte daher einen besonderen Wert auf die Zuteilung von ausreichenden Mengen an Munition, weil wenige Gebirgswerfer und Geschütze mit viel Munition weitaus besser sind als umgekehrt. Werfer- und Geschützmunition wurden auf Fahrzeugen oder Tragtieren verladen und waren dementsprechend abzupacken und transportieren. Die Kampfkraft und Beweglichkeit der Gebirgssoldaten musste optimal aufeinander abgestimmt sein, denn der bestausgerüsteten Truppe nützt es herzlich wenig, wenn sie nicht rechtzeitig an den entscheidenden Frontabschnitten in das Kampfgeschehen eingreifen kann. Die Gebirgstruppe verließ sich, wie die anderen Truppengattungen auch, auf eine Unmenge verschiedener Typen von Kraftfahrzeugen.
Nachfolgend nur ein paar Beispiele: Das Gleisketten-Krad NSU Opel konnte mit Anhänger Lasten bis zu 700 kg befördern. Der durchschnittliche Betriebsstoffverbrauch lag bei 25 Litern pro 100 Kilometer. Die geringe Spurbreite und eine hervorragende Wendigkeit gestattete sogar Fahrten durch dichtes Unterholz. Für Gefälle war es dagegen nicht voll verwendungsfähig. Der VW-Kübelwagen war wie der 2,5-t-Einheitsdiesel ein leichtes, geländegängiges Fahrzeug. Von der Halbketten-Zugmaschine gab es eine Reihe von Ausführungen in den für die Gebirgstruppe in Frage kommenden Gewichtklassen von 1,3 und 8 Tonnen. Der Steyr A 1500 (Kfz 69) fungierte als Führungsfahrzeug. Der Lkw 3 t, Mercedes L 3000, und der Opel Blitz 3 t stellten mittlere geländegängige Lastkraftwagen dar. Die Bespann-Fahrzeuge erschienen in zwei Grundtypen - als vierrädrige Heeresfeldwagen sowie als zweirädrige Karren, die bis zu 350 kg Nutzlast aufnahmen und einspännig gefahren wurden. Sie haben sich, insbesondere mit Gummibereifung, besonders bewährt.4 In den schneebedeckten Hochgebirgen sowie in der Arktis und im winterlichen Russland war der Ski als Fortbewegungsmittel unentbehrlich. Waren große Felspartien oder Gletscher zu überwinden, so musste die Truppe über die notwendigen alpinen Geräte wie Seile, Pickel, Mauerhaken, Kletterschuhe, Lawinenschnüre und Schneereifen verfügen. Für normale Gletscherbegehungen genügten die vierzackigen, leichten Steigeisen, die so genannten Grödeln. Nur für besonders schwierige Eisbegehungen wurden zehn oder zwölfzackige Steigeisen benötigt.
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