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| Entwicklung der Gebirgstruppe |
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Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg wurden die Heere der deutschen Königreiche und Fürstentümer aufgelöst, unter ihnen auch die königlich-bayrische Armee. Unmittelbar davon betroffen war auch das Deutsche Alpenkorps. Da es sich jedoch auf allen Kriegsschauplätzen außerordentlich gut geschlagen und bewährt hatte, wollte die deutsche Heeresleitung trotz der Beschränkungen, die das Friedensdiktat von Versailles Deutschland auferlegt hatte, nicht auf die Wiederaufstellung von Gebirgstruppen verzichten. Zunächst wurde die gewonnen Kriegserfahrung, der Geist und Tradition der ersten deutschen Gebirgstruppe während der Reichswehrzeit im Kemptener III. (Gebirgs-Jäger) Bataillon des Infanterie-Regiments 19 bewahrt. Rund eineinhalb Jahrzehnte lang bildete dieses einzigartige Bataillon, zusammen mit der Landsberger II. (Gebirgs-Artillerie) Abteilung des Münchner Artillerie-Regiments 7, die Gebirgstruppe der Reichswehr. Hier war sowohl die gebirgsartilleristische als auch die bergsteigerische und skiläuferische Elite zusammengefasst. Aber schon bald standen die Zeichen der Zeit wieder auf Sturm. Es war am 16. März 1935, als in Deutschland als Antwort auf die Wiedereinführung der zweijährigen Dienstzeit in Frankreich das Gesetz "für den Aufbau der Wehrmacht" erlassen, die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt und die Rüstungsbeschränkungen des Versailler Diktates für gegenstandslos erklärt wurden. Das Gesetz vom 21. Mai 1935 regelte den Wehrdienst und am 24. August wurde die zweijährige Militärdienstzeit eingeführt. Das Reichsheer der Reichswehr, deren Name durch die Bezeichnung Wehrmacht ersetzt wurde, sollte auf 36 Divisionen, gegliedert in zwölf Armeekorps, ausgebaut werden. Als es bezüglich der Österreich-Frage zu politischen Spannungen zwischen dem nationalsozialistischen Deutschen Reich und dem faschistischen Italien kam, hatte dies auch Konsequenzen für die Gebirgstruppe. Aus den wenigen Gebirgseinheiten des so genannten 100.000-Mann-Heeres Seecktscher Prägung entstand im Juni 1935 durch Abgaben an neu aufzustellende Einheiten einerseits und durch die Übernahme von gebirgserfahrenen Angehörigen der bayrischen Landespolizei andererseits eine geschlossene Gebirgsbrigade. Sie stand unter dem Kommando von Oberst Ludwig Kübler, der zum Bauherr der deutschen Gebirgstruppe werden sollte. Der Brigadestab befand sich im alten bayrischen Kriegsministerium in München, in dem auch der Sitz des Abgeordneten Generaloberkommandos des VII. Armeekorps lag. Diese Gebirgsbrigade, die ihre meist ganz neuen, nach modernsten Gesichtspunkten eingerichteten Kasernen mitten in der Bergwelt der gesamten bayrischen und Allgäuer Alpen zugewiesen bekam, wurde im Frühjahr 1938 zur 1. Gebirgs-Division erweitert. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich entstand aus dortigen Stäben und Truppenteilen die 3. Gebirgs-Division in Innsbruck und die 3. Gebirgs-Division in graz. Diese beiden Gebirgsgroßverbände wurden zwar mit reichsdeutschen Truppen aufgestockt, jedoch nicht dem VII. Armeekorps in München, sondern dem neu gebildeten XVII. Gebrigs-Armeekorps in Salzburg, das sowohl innerhalb der Gebirgstruppe als auch in der Propaganda sogleich als Alpenkorps apostrophiert wurde, unterstellt. Den Allgäuer Standorten Kempten, Sonthofen und Füssen schlossen sich die oberbayrischen von Murnau, Oberammergau, Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald, Lengries, Brannenburg am Inn, laufen an der Salzach, Bad Reichenhall und Berchtesgaden an. Es gesellten sich nun die ostmärkischen Garnisonen von Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Kärnten und der Steiermark hinzu. Durch Ausbruch des Krieges 1939 verhinderte nicht nur die vorgesehene Neuordnung der deutschen Gebirgstruppe, sondern traf sie auch empfindlich: Die Gebirgs- und Winterkampfausbildung kam wegen der Mobilmachungsvorbereitungen und des Polenfeldzuges bei den neu aufgestellten Formationen viel zu kurz. Darüber hinaus mangelte es an Reserven. Schlimmer noch: Während des Krieges wurde die Masse der neu aufgestellten Gebirgsgroßverbände aus dem Stammpersonal der 1., 2. und 3. Gebirgs-Division gebildet, deren Einsatztruppenteile herangezogen und das im Kampfe so wichtige dritte Gebirgs-Jäger-Regiment gestrichen. Das heißt: Die Gebirgs-Divisionen waren nun im Vergleich zu den gepanzerten Divisionen nicht mehr drei-, sondern nur noch zweigliedrig. Damit fehlte ihnen im harten Fronteinsatz die überaus wichtige dritte Regimentssäule. Dennoch gelang es den verantwortlichen Generalen im verlauf des Zweiten Weltkrieges nicht nur weitere leistungsfähige Gebirgsverbände aufzustellen und einzusetzen, sondern in einem Kraftakt ohnegleichen sogar die größte Gebirgstruppe der Geschichte aus dem Boden zu stampfen. Am Ende des fast sechsjährigen Völkerringens verfügten die großdeutschen Streitkräfte über das Gebirgs-Armee-Oberkommando 20, über das XV., XVIII., XIX., XXI., XXII., XXXVI., XXXXIX. und LI. Gebirgs-Armeekorps, über die 1. bis 10. und 188. Gebirgs-Division sowie über weitere Gebirgseinheiten. Die Gebirgstruppe des Heeres wurde in Skandinavien, auf dem Balkan und zum Kriegsende am Oberrhein und Semmering von zwei Kommandobehörden uns sechs Gebirgsdivisionen der Waffen-SS wirkungsvoll unterstützt. Kommentare (0)
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| Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 27. März 2010 um 12:21 Uhr |