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Einleitung Durch die Zerstörung der Heeresgruppe Mitte im Juni 1944 und durch die Invasion der Alliierten in der Normandie, begaben sich die meisten deutschen Division in einen Rückzugskampf. Der deutschen Wehrmacht war es nicht mehr möglich die enormen Verluste durch Reserveeinheiten auszugleichen und dadurch wurde die eigentliche Schlachtordnung der Divisionen kaum mehr beibehalten. Die deutsche Führung musste Gegenmaßnahmen ergreifen um die Verluste irgendwie auszugleichen. So wurden im Sommer 1944 aus den bisherigen Infanteriedivisionen sogenannte Volksgrenadierdivisionen und zusätzliche Panzereinheiten gebildet - die Panzerbrigaden. Eine Panzerbrigade war innerhalb des deutschen Heeres eigentlich keine Neuheit, denn zu Beginn des Krieges bis zum Sommer 1943 waren Panzerbrigaden operative Einheiten innerhalb der Schlachtordnung einer Division. Abgesehen von der offiziellen Schlachtordnung einer Division waren Panzereinheiten meist Eingreiftruppen, die je nach Situation auf dem Schlachtfeld operierten. So wurden sie je nach Situation eingesetzt und wechselten zwischen den verschiedenen Krisenherden. Eine der bekanntesten Kampfgruppen war das schwere Panzer-Regiment Bäke, dass nach seinem Kommandeur Dr. Franz Bäke benannt wurde. Diese Einheit kämpfte Anfang 1944 in der Ukraine und zerstörte dabei mehrere hundert sowjetische Panzer und verlor dabei selbst nur 5 Panzer. Der Erfolg dieser Einheit inspirierte Hitler dazu neue gut ausgerüstete Panzereinheiten aufzustellen, die die Größe eines Regiments haben sollten. Es war wenig überraschend das Bäke einer der ersten Kommandeure der neuen Panzerbrigaden war. Die Philosophie der Panzerbrigaden war, dass sie kleine Kampfstarke Einheiten waren, die großen Handlungsspielraum hatten und weitaus Manövrierfähiger als die schweren Panzerdivisionen waren. Obwohl die Panzerbrigaden für die verheerende Situation an der Ostfront geschaffen wurden (die Rote Armee stand bereits vor den Toren Warschaus und bedrohte Ostpreußen), wurden einige Panzerbrigaden auch an der Westfront eingesetzt. Der schnelle Vorstoss von General Patton in Richtung Lothringen, nach dem Fall von Paris am 25. August, veranlasste die deutsche Führung schnell Verstärkung an die Westfront zu schicken. Die gleiche Situation widerholte sich nach Montgomerys Offensive in Richtung Arnheim im September 1944. Beide alliierte Offensiven trafen auf starken deutschen Widerstand und kamen immer wieder durch Gegenangriffe der Panzerbrigaden ins stocken. Formierung und Bildung der Panzerbrigaden Die Schaffung der Panzerbrigaden geschah in Folge der Zerstörung der Heeresgruppe Mitte im Juni 1944. Die Bildung der Panzerbrigaden wurde am 24. Juli 1944 befohlen. Geplant waren 10 Panzerbrigaden. Hitler nahm sich der Sache persönlich an - gegen den Rat von Heinz Guderian. Guderians Einwände zur Schaffung der Panzerbrigaden waren, dass dadurch Truppen fehlten, die dringend zur Auffrischung und Verstärkung der angeschlagenen Panzerdivisionen benötigt wurden. Tatsächlich wurde die Hälfte der im August produzierten Panzer des Typs "Panther" für die neuen Panzerbrigaden herangezogen. Dadurch kam es zu einer langfristigen Schwächung der bereits vorhandenen Panzerdivisionen. Spätere Berichte zeigen deutlich, dass das II. Bataillon eines Regiments der Panzerdivisionen durch ein Sturmgeschütz-Bataillon ersetzt wurde. Obwohl die deutsche Panzerproduktion im Sommer 1944 ihren Höhepunkt erreichte, mangelnde es an ausgebildeten Panzerbesatzungen und damit verzögerte sich die Aufstellung der geplanten Panzerbrigaden. Dies führte dazu, dass zwei Arten von Panzerbrigaden aufgestellt wurden: Bei der erste Aufstellungswelle (101-110) bestand eine Panzerbrigade aus einem Panzerbataillon und einem Bataillon mot. Infanterie. Die Stärke betrug 36 Panzer V "Panther", 11 Panzer IV und Flakpanzern. Die Infanterie war voll motorisiert und verfügte über gepanzerte Fahrzeuge. Bei der zweiten Aufstellungswelle (111-113) bestand eine Panzerbrigade aus zwei Panzerbataillonen und einem Bataillon mot. Infanterie. Die Stärke betrug nun 90 Panzer und 10 Sturmgeschütze, was in etwa der aktuellen Stärke einer Panzerdivision entsprach. Den Panzerbrigaden fehlte es allerdings an Unterstützungstruppen wie z.B. Pioniere und Artillerie, welche für die Panzerdivisionen unerlässlich waren. Es schien so, also habe die deutsche Führung ihre eigene Taktik und Strategie der Verbundene Waffen vergessen und verliese sich nun voll und ganz auf ihre überlegenen Panzer. Obwohl die Waffen-SS rund ein Viertel aller deutschen Panzerkräfte stellte, waren die Panzerbrigaden fast ausschlieslich ein Projekt für die Wehrmacht. Lediglich eine Panzerbrigade wurde der Waffen-SS unterstellt. Weiters gab es die Panzerbrigade 150 die von SS-Sturmbannführer Otto Skorzeny geführt wurde, welche aber eine Art Sonderkommando war und weniger die Schlachtordnung einer üblichen Panzerbrigade hatte. Die Panzerbrigaden wurden meist um Ostfrontveteranen gebildet, welche aus vernichteten oder aufgelösten Einheiten kamen. Die Kommandeure waren sehr von den Kämpfen und Gegebenheiten an der Ostfront geprägt, was später noch Konsequenzen an der Westfront haben sollte. Der Großteil jedoch, bestand aus Männern der Reserve und Lehr-Bataillonen und war dementsprechend unerfahren. Ein typisches Beispiel für die Bildung einer Panzerbrigade ist die Bildung der Panzer-Brigade 105. Sie wurde mit den 950 Überlebenden der 18. Panzer-Grenadier-Division gebildet, nachdem diese vernichtet wurde. Das Panzer-Bataillon dieser Einheit wurde mit Mannschaften besetzt, welche frisch von der speziellen Ausbildung an Panther-Panzern kamen. Die Panzerbrigade erhielt rund 50 Panther, 11 Panzer IV und 100 gepanzerte Fahrzeuge. Am 1. September wurde die Panzerbrigade voreilig nach Belgien an die Westfront verlegt - nach nur einem Monat Ausbildung. Auf dem Papier war eine Panzerbrigade eine schnelle und starke Einheit, bestens dazu geeignet Gegenangriffe durchzuführen. In Wirklichkeit hatte diese Panzerbrigade horrende Mängel aufzuweisen. So verfügte sie nicht einmal über eine Aufklärungseinheit, welche eigentlich notwendig ist um Angriffe zu planen. Weiters hatte die Panzerbrigade keine Instandsetzungseiheit wie z.B. einen dringend benötigten Werkstattzug. So mussten immer wieder beschädigte Fahrzeuge zurückgelassen werden, obwohl diese nach einer Reparatur wieder voll einsatzfähig gewesen wären. Öfters mussten Fahrzeuge mit auf dem Schlachtfeld herumliegenden Teilen wieder instand gesetzt werden. Die Panzerbrigaden wurden voreilig aufgestellt und eingesetzt und den Angehörigen fehlte es an Ausbildung und Erfahrung. Ihr einziger Vorteil war ihre Schlagkraft und Panzerung, jedoch fehlte es ihr an Organisation und im Endeffekt war eine Panzerbrigade nichts anderes als eine behelfsmäßige Einheit. Nachspiel Nach dem September 1944 wurden keine neuen Panzerbrigaden mehr aufgestellt. Sie waren nicht in der Lage ihre zugedachte Rolle als schnelle und starke mobile Eingreiftruppe zu erfüllen. All ihre Kämpfe nach dem September 1944 erfolgten im Rahmen der von Divisionen und waren stets Defensivschlachten. Nicht einmal bei der letzten deutschen Offensive, der Ardennen-Offensive, spielten sie ein Rolle. Im Oktober 1944 waren die Panzerbrigaden rein von der Stärke her nur noch ein Schatten ihrer selbst. In diesem Monat wurden auch die meisten Panzerbrigaden wieder aufgelöst, wie z.B. die Panzerbrigaden 108, 111 und 113. Andere Panzerbrigaden, die noch über eine gewisse Stärke an Fahrzeuge und Soldaten besasen, wurden dazu genutzt, um die Panzerdivisionen zu verstärken, bzw. deren Verluste halbwegs auszugleichen. So ging die Panzer-Brigade 105 in die 9. Panzer-Division über und die Panzer-Brigade 120, welche noch über 25 Panzer IV und 10 Panther verfügte, kam zur 21. Panzer-Division. Fazit Die Panzerbrigaden wurden geschaffen um der kritischen Situation an der Ostfront entgegenzuwirken, besonders nach dem die Heeresgruppe Mitte im Sommer 1944 von der Roten Armee überrannt wurde. Anfangs waren die Panzerbrigaden nur für den Einsatz an der Ostfront gedacht, doch die bedrohliche Lage im Westen veranlaste die deutsche Führung im September 1944 dazu, einige Panzerbrigaden an die Westfront zu verlegen um den alliierten Vrostoss zu stoppen. Schnell stellte sich heraus, dass die neu geschaffenen Panzerbrigaden den gut ausgerüsteten und äuserst mobilen feindlichen Truppen nicht viel entgegen zu setzen hatte. Die alliierten Truppen waren im Gegensatz zur Roten Armee mit schlagkräftigen Panzerabwehrwaffen ausgerüstet und wurden effektiv von der Artillerie und der Luftwaffe unterstützt. Anstatt wie die Rote Armee auf den Überraschungseffekt eines Panzerangriffes zu setzen, infiltrierten die Alliierten regelrecht die Panzerbrigaden und verursachten so erhebliche Verluste innerhalb der Panzerbrigaden. So kam es wieder zum Rollentausch und der eigentliche Jäger wurde zum Gejagten. Obwohl die Panzerbrigaden örtlich immer wieder eine böse Überraschung für die alliierten Truppen darstellten, hatten sie nie Einfluss auf die eigentliche strategische Lage an der Westfront. Ihnen gelang es nicht das Schlachtfeld zu dominieren. Zum Einen waren sie mit der zahlenmäsigen Überlegenheit und starken Feuerkraft, besonders der Artillerie und der Luftwaffe, der Alliierten konfrontiert und zum Anderen waren die übereilig aufgestellten Panzerbrigaden nicht richtig organisiert und es fehlte an Artillerieunterstützung und wichtigen Aufklärung. So trafen die Alliierten auf Panzerbrigaden ohne jegliche Unterstützung. Einer der größten Fehler bei der Bildung der Panzerbrigaden war auch ohne Zweifel der Einsatz von völlig unerfahrenen Mannschaften gegen einen gut organisierten und erfahrenen Feind. Eigentlich hätte man die Panzerbrigaden gegen durchbrechende oder isolierte feindliche Einheiten effektiv einsetzen sollen und nicht um in Gebiete vorzudringen, die vom Feind kontrolliert wurden. Der Einsatz der Panzerbrigaden zeigte wie katastrophal es enden kann, wenn eine Einheit ohne Unterstützende Einheiten und unerfahrenen Soldaten unter Druck gerät. Im Endeffekt tragen die Kommandeure die Verantwortung für das Scheitern der Panzerbrigaden. Sie bildeten ihre Kerneinheiten aus ostfronterfahrenen Truppen, die an der Westfront eine ganz andere Situation vorfanden wie sie es von den Kämpfen in Russland gewohnt waren. Bisher erfolgreiche und erfahrene Kommandeure wie Bäke scheiterten an ihrer Aufgabe im Westen. Ostfronterfahrungen, wie z.B. der Überraschungsangriff ohne entsprechende Aufklärung, resultierte an der Westfront in schwere Verluste. Weiters hätten sie wissen müssen, dass sich unerfahrene Truppen nicht für wichtige und große Offensiven eigenen. Die Panzerbrigaden verbrauchten wertvolles Material und Soldaten, die man besser für die Bildung oder Verstärkung der Panzerdivisionen verwenden hätte sollen - so wie es Guderian eigentlich gefordert hatte. Fast die gesamte August-Produktion von "Panthern" ging innerhalb der Panzerbrigaden verloren, ohne das der Feind größere Verluste hatte. Ende September wurden rund 300 Panzer und 250 Panzerjäger an der Westfront durch verschiedene Operationen der Panzerbrigaden verloren. Wenn man rückwirkend auf die Wirksamkeit der Panzerbrigaden blickt, stellt man schnell fest, dass der Einsatz der Panzerbrigaden von Anfang an zum scheitern verurteilt war. Die vorschnelle Aufstellung und die dringend benötigte Ausbildung trugen dazu bei, dass die Panzerbrigaden keine wirkliche Chance auf dem Schlachtfeld hatten. Angriffe der Panzerbrigaden wurden schon weit vor dem eigentlichen Ziel von den Alliierten gestoppt und endeten nicht selten in der völligen Zerstörung. Am Ende stärkten die für die Offensive gedachten Panzerbrigaden die Verteidigungsstellungen in ihrem Sektor und stellten keine größere Bedrohung für die alliierten Truppen dar.
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