Bleiben sie aktuell. Jetzt unseren Newsletter abonnieren!
| Einrichtungen |
|
Verwundetennest Ein Verwundetennest wurde von einem Sanitätssoldaten des jeweiligen Zuges direkt (bis zu 100 m) hinter der Frontlinie eingerichtet. Krankenträger, Hilfskrankenträger oder auch Kameraden brachten die Verwundeten in das Verwundetennest, welches mit Material zur Ersten Hilfe ausgestattet war. Behandlungen im V-Nest: - Entfernen der Ausrüstung, Wasser - Erstbehandlung mit verbinden der Wunde, soweit noch nicht auf dem Schlachtfeld erfolgt - den Verwundeten transportfähig machen, dabei hat das Gepäck und die Ausrüstung beim Verwundeten zu bleiben - Schienen/Stützen anlegen - Druckverband anlegen Verwundete die nicht in der Lage waren zu gehen, wurden per Krankenträger und Trage zum Truppenverbandplatz (TVO) gebracht. Je nach Verwundungsgrad kamen die Soldaten zum TVP oder begaben sich zur Sammelstelle für Leichtverwundete. Truppenverbandplatz Der TVP wird von einem Bataillonsarzt (meist ein Truppenarzt im Rang eines Assistenz- oder Oberarzt.) kommandiert. Er befindet sich in der Regel in der Nähe des Bataillons-Hauptquartier. Der TVP wird von der San-Gruppe des Bataillons errichtet und verfügt über einen Assistenzarzt, einen Sanitätsfeldwebel und 8-10 Sanitätssoldaten oder Krankenträger. Behandlungen im TVP: - Kontrolle der im V-Nest angelegten Verbände - Patient tranportfähig machen - Tracheotomie und Pneumothorax - Schmerzbehandlung - Schockbehandlung - Verhütung von Infektionen - Kompressen anlegen, Stillung von Blutungen - Katheter anlegen Hier erhalten die Verwundeten den "Wundzettel", auf dem die Art der Verwundung und die nötige weitere Behandlung aufgezeichnet ist. Schwerverletzte werden per Krankenwagen zum Hauptverbandplatz transportiert. Leichtverletzte kommen zu einer Sammelstelle für den weiteren Transport. Sobald der Verwundete transportfähig gemacht wurde, kommt er zum Hauptverbandplatz. Hauptverbandplatz Der HVP befand sich üblicherweise 6-10 km hinter der Frontlinie, nahe dem Regiments-Hauptquartier. Der zweite Zug jeder Sanitätskompanie bildete den Stab des HVP. Normalerweise befanden sich 2 Operationsteams im HVP. Ein OP-Team setzte sich aus einem Chirurgen, 1 Chirurgischen Assistenten, 2 Physiologen, 1 Anesteist, 1 Sterilisatoren und einigen Sanitätssoldaten zusammen. Üblicherweise war der HVP in Gebäuden untergebracht. Da der HVP stets mobil bleiben musste, wurden die Schwerverwundeten in Feldhospitale gebracht. Ausgenommen hiervon waren Soldaten mit tödlichen Verwundungen oder Soldaten die unter Schock standen. Die hoffnungslosen Fälle wurden mit Morphium behandelt um den Schmerz vor demTod etwas zu lindern. Schockpatienten wurden - wenn möglich - in einem seperaten Raum untergebracht. Behandlungen im HVP: - Tracheotomie und Pneumothorax - Notfallamputationen - Blutstillung, Bluttransfusionen - Chirurgische Behandlung von nicht transportfähigen Patienten - Herzschlagüberwachung, Herzmassage usw. Feldlazarett Im Feldlazarett werden chirurgische Behandlungen bei Soldaten durchgeführt, die danach noch eine Erholungsphase benötigen. Nach dem die Feldkrankenhäuser der Divisionen ersetzt wurden, hatte ein Armeearzt in der Regel. 2 Sanitätsabteilungen und 6 Feldkrankenhäuser zur Verfügung. Dies machte es möglich auch schwere Operationen durchführen zu können. Weiters wurden eventuelle Transportprobleme beseitigt, da die Armeelazarette 3-4 Wochen an der selben Stelle verbleiben konnten. Hilfe bekamen die Feldlazarette von lokalen Helfern, die reinigten, wuschen oder die Hausarbeit erledigten. In der Regel befand sich das Feldlazarett in der Nähe der Leichtverletzten-/Krankensammelstelle. Es gab sogenannte motorisierte Chirurgengruppen, die in der Kriegslazarettabteilung einer Armee verfügbar waren. Diese Gruppen verdoppelten die Kapazität eines Feldkrankenhauses oder eines HVP. Die Chirurgenteams arbeiteten in 24 Stunden-Schichten. Bei hohem Verletztenaufkommen arbeiteten beide Chirurgenteams gleichzeitg 36 Stunden für 2-3 Tage. Es war sehr hilfreich, dass ein Extraraum für die Leichtverwundeten eingerichtet wurde, welche eine organisatorische Erleichterung für die Chirurgen darstellten. Kleinere chirurgische Eingriffe wurden durchgeführt, während der Patient noch auf der Trage lag. Dazu wurde die Trage von den Krankenträgern einfach zwischen zwei Kisten oder dergleichen "gehängt" oder direkt auf zwei zusammen geschobene Kisten gelegt. So mussten die wichtigen Operationsräume nicht belegt werden, es sparte Zeit und dem Patienten wurden Schmerzen durch das Verlegen erspart. Im Operationsraum befanden sich zwei Operationstische. Manchmal auch ein dritter "Not-OP-Tisch", der aus einer Trage und zwei Kisten bestand um so mehr Kapazität zu haben. Um eine schnelle Behandlung zu gewährleisten, war es nötig: - ausreichend Träger zu haben (oftmals auch Kriegsgefangene) - den nächsten OP-Patienten schon auf der Trage vorzubereiten, während eine OP schon im Gange ist. - Kleinere Pausen für die Chirurgenteams einzulegen Die Patientenanzahl war in der Regel tagsüber nicht die gleiche wie in der Nacht. Erfahrungen zeigten das das Feldlazarett zwischen 10:00 Uhr und 24:00 Uhr am meisten frequentiert wurde, dies wurde sowohl in Frankreich als auch nin Russland beobachtet. Unter diesen Bedingungen konnte also die Hauptarbeitszeit zwischen 10:00 und 2:00 Uhr festgelegt werden und während der Nacht nur ein Notfdienst eingerichtet werden. Somit konnten sich die zwei Chirurgenteams in 8 Stunden-Schichten einteilen. Nach den Erfahrungen von Oberstabsarzt Espeut war auch eine 10 Stunden-Schicht empfehlenswert. Als Beispiel wurden dann folgende Schichten eingeteilt: 8:00 - 18:00, 4:00 - 14:00, 0:00 - 10:00, 20:00 - 6:00 usw. Dies bedeutete das zwölf 10-Stunden-Schichten 5 Arbeitstage ergaben. Dies war eine bewährte Methode der Chirurgen und medizinischem Personal. Grundsätzlich kann zu den Fähigkeiten der Chirurgen kann gesagt werden, dass sie es schafften innerhalb 24 Stunden 30 schwere, 60 mittelschwere oder 120 leichte Fälle zu behandeln. Erfahrungen aus dem Frankreichfeldzug zeigten, dass an einem Tag 30-40 schwere Operationen durchgeführt werden konnten. Zu diesen Fällen gehörten z.B. die Entfernung von Granatsplittern, Amputationen, Behandlung von Brüchen usw. In einer Woche wurden bis zu 285 Patienten operiert. Erfahrungen des Oberstabsarzt Brummer: "In einem Monat behandelten wir 2615 veletzte und 705 kranke Personen. 65 Personen starben, was eine Todesrate von nur 1,96% in sämtlichen Sanitätseinrichtungen bedeudet." Oftmals wurde behauptet ein Internist wäre überflüssig, doch das ist aboslut falsch. Der Internist konnte den Chirurgen in vielerlei Hinsicht unterstützen: - er kann den erste Anweiungen während der Sichtung geben - durchführen von Bluttransfusionen - Betreuung von Schmerzpatienten: Ein "Morphium-Besuch" in der Nacht linderte so manche Schmerzen der Verwundeten. - während des Transportes kann der Internist dem Chirurgen assistieren Der Chefarzt hatte die Transporte zu organisieren und dafür zu sorgen, dass genügend Transportkapazität vorhanden war. Weiters hatte er dafür zu sorgen, dass eine Verbindung zum nächstgelegenen Flugplatz vorhanden war, um die Verletzten gegebenfalls mit Ju-52 Maschinen auszufliegen. San-Ju-52 musstem vom Armeearzt angefordert werden. Kommentare (0)
![]() |